Und das soll ich alles können!? – „Der Selfpublisher 02/2016“

Ich gehöre zu den Autoren, für die es selbstverständlich ist, sich mit Informationen zu versorgen, die ihnen dabei helfen können, ihre Arbeit, oder ihr Hobby, ganz wie man es nennen will, zu vereinfachen – oder zu professionalisieren. Deswegen nehme ich auch gerne mal ein Buch oder eine Zeitschrift in die Hand, die mir entsprechende Kenntnisse zu bieten hat.

In diesem Zusammenhang ist es schwer möglich, am Uschtrin-Verlag und seinen Publikationen vorbeizukommen. Neben dem schon als legendär zu bezeichnenden „Handbuch für Autorinnen und Autoren“ erscheinen hier auch die Zeitschrift „Federwelt“ und, noch relativ neu, „Der Selfpublisher“, der nicht nur dem Namen nach die erste Publikation auf dem Zeitschriftenmarkt ist, die sich gezielt an die Eigenverleger und -verantwortlichen im Literaturzirkus richtet.

Die vorliegende zweite Ausgabe des Jahrgangs 2016 widmet sich dem Schwerpunkt „Vom Manuskript zur Veröffentlichung“ und was zunächst recht harmlos klingt, offenbart sich für einen Schriftsteller, der leicht aus der inneren Ruhe zu bringen ist, spätestens beim Inhaltsverzeichnis in einen Albdruck.

In schneller Folge werden die Themen auf gerade einmal 58 prall gefüllten Seiten abgehandelt:

  • Werbung
  • Lektorat
  • Korrektorat
  • Covergestaltung
  • Technik zur Erstellung eines eBooks
  • Buchsatz
  • Buchdruck

Nicht, dass ihr mich falsch versteht, mir ist schon bewusst, dass ein gutes Buch all diese Stationen braucht oder durchlaufen muss. Aber gerade die Verdichtung, die in diesem Magazin gewählt wurde, hat mich schon ein wenig ins Schwitzen gebracht.

Spätestens bei dem Artikel über den Buchsatz, den Jaroslaw Piwowarski geschrieben hat, war ich kurz davor, das Heft einfach zuzuklappen und einzusehen, dass ich mir vielleicht doch ein wenig zu viel zugemutet habe. Auf zehn Seiten wird hier viel, sehr viel, erklärt und teilweise auch angemahnt. Das ist alles sehr gut geschrieben und verständlich und hatte genau deswegen diese Wirkung auf mich.

In meinem Kopf schwirrten die Worte umher: Und das soll ich alles können!?

Die Antwort ist so einfach, wie sie es nur eben sein kann: Nein, ich muss das nicht alles können. Ich muss nicht das Marketinggenie sein, nicht der Megakorrektor und kein Buchsatzgott. Jedenfalls nicht alles davon und nicht alles zur selben Zeit. Das Schreiben als Selfpublisher bietet bei beinahe jedem Arbeitsschritt zwei Möglichkeiten: sich selbst hineinfuchsen und dafür Zeit investieren, oder Geld in die Hand nehmen und sich die entsprechende Dienstleistung kaufen.

Und unter diesen Aspekt muss man auch die Informationen des Selfpublishers stellen. Es wird gezeigt, was auf dem Cover steht: Wie aus einem Manuskript in seiner Reinform ein Text wird, den man veröffentlichen kann.

Wenn es Inhalte gibt, die einem dabei Sorgen bereiten, dann ist genau dies der Zeitpunkt, sich diese Druckpunkte anzusehen und in Hinsicht auf die beiden Möglichkeiten zu beurteilen. Das habe ich getan. Und dabei sind für mich neue Erkenntnisse herausgekommen.

Ich habe, nachdem ich den Artikel noch zweimal gelesen habe, herausgefunden, dass ich die Sache mit dem Buchsatz wahrscheinlich hinbekomme, weil ich vieles davon schon vorher, teils intuitiv, richtig gemacht habe. Dafür steht außer Frage, dass ich nicht derjenige sein wird, der ein Cover für den Roman entwirft. Ich werde meine Vorstellungen einbringen, aber als Auftraggeber und nicht in Eigenregie.

Man sollte sich also nicht von dem geballten Wissen und den ebenso geballten Anforderungen ins Bockshorn jagen lassen, sondern diese Zeitschrift als Leitfaden und als Helfer begreifen, auf seinem Weg zur eigenen Veröffentlichung.

Der Selfpublisher erscheint viermal jährlich im Uschtrin-Verlag und kann hier bestellt oder gleich abonniert werden.