Der Sonntagsreport vom 24.07.2016

Hallo, ihr da draußen!

Das waren vorgestern Abend zwei ganz schöne Schrecken, die mir da gekommen sind. Und beide passierten ungefähr zur selben Zeit – obwohl sie nun wirklich gar nichts miteinander zu tun hatten. Die Sache in München, wie auch immer sich jetzt endgültig die Gemengelage darstellt, war mir da noch gar nicht bekannt, sollte mich aber bis in die frühen Morgenstunden wach halten.

Mein persönliches Drama spielte sich derweil an dem PC ab, an dem ich gerade schreibe. Der war, während ich mit mit Kind 2 ein Spiel spielte, einfach abgestürzt und zeigte danach nurmehr lauter Grafikfehler an. Erster Gedanke: Grafikkarte im Eimer. Hervorragend, genau mit solchen Symptomen hatten wir den PC von Kind 1 im Frühjahr in Rente geschickt.

Da ich aber weder gewillt, noch liquide genug war, das auch mit meinem deutlich teureren Rechner zu tun, habe ich mich an die Fehlerbehebung gemacht. Ich erspare euch die ganzen Details und komme gleich zur Lösung: Ich denke, es waren noch alte „Reste“, die nach dem Absturz im Videospeicher der Grafikkarte verblieben waren und von Windows nicht ordentlich aufgeräumt wurden. Was geholfen hat, war das Ausführen einer Linux-Distribution vom USB-Stick. Laienhaft ausgedrückt gehe ich davon aus, dass der komplett anders geschriebene Grafikkartentreiber des anderen Betriebssystems mal so richtig den Arbeitsspeicher durchgewischt hat. Jedenfalls waren unter Linux und anschließend auch unter Windows die Grafikfehler verschwunden.

Wenn es doch mit den wirklich wichtigen Problemen der Menschheit und mit den Fehlern im Arbeitsspeicher mancher Menschen auch so einfach ginge …

Mein Schreiben:

Mühsam ernährt sich das Eichhörnchen und mühsam ernährt sich auch mein Schreiben. Zunächst einmal habe ich, wie ich am letzten Wochenende angekündigt hatte, meine Geschichte für das „Geheimprojekt“ an die Initiatoren abgeschickt und bin schon sehr gespannt darauf, was man davon hält. Ich habe mich einmal an einer etwas anderen Schreibstruktur versucht, als ich sie normalerweise anwende, was mir in diesem Fall aber wie eine gute Idee erschienen ist. Generell sehe ich Kurzgeschichten nach wie vor als eine Art Experimentierfeld an. Romane sind eine Sache, die man mit dem nötigen Ernst angehen sollte, damit sie sich über mehrere hundert Seiten tragen. Eine Kurzgeschichte hingegen ist mit wenigen Seiten knapp bemessen und ermüdet den Leser so auch nicht bei eher ungewöhnlichen Ansätzen.

Im Augenblick entsteht eine zweite Kurzgeschichte für die so genannte „Clue Writing Challenge„. Unter dem Titel „Der Kinobesuch der alten Dame“ schreibe ich wieder einmal eine ganz andere Art von Text. Keine Geister, nichts Übersinnliches, keine Beobachter, keine Türme, kein Mord, kein Totschlag. Einfach eine kurze Vignette, mitten aus dem Leben gegriffen. Hier bin ich aber noch nicht ganz fertig, vor allem, weil mir erst meine Tochter und dann mein spinnender PC dazwischen funkten.

Besonders freue ich mich darüber, dass ich schon auf eine gewisse Anzahl Testleser für den „Beobachter“ schauen kann :-). Ich erhoffe mir einiges an nützlichem Feedback, auch wenn eine kleine Stimme in mir schon einmal anfängt, sich gegen das Äquivalent von Ein-Stern-Bewertungen zu wappnen, die ich kassieren könnte. Nun, wir werden sehen.

Und dann war da noch die Sache, dass ich erstmals ein paar Seiten einem Lektor zur Begutachtung gegeben habe. Das Feedback, das ich bekommen habe, ist umfassend und interessant. Aber auch beeindruckend bis furchteinflößend. Doch ich bleibe an der Sache dran.

Mein Blog

An dieser Stelle möchte ich noch einmal auf den Beitrag zum „Selfpublisher“ aufmerksam machen, auch wenn dieser im Laufe der Woche schon einiges an Aufmerksamkeit bekommen hat. Ich habe noch einmal darüber nachgedacht und bin zu dem Schluss gekommen, dass einerseits die Anforderungen an einen Selfpublisher natürlich hoch sind, andererseits er aber ja auch über einiges an Hilfsmitteln verfügt. Wenn ich alleine an die zahlreichen Kurse denke, die man belegen kann, oder an die Dienstleister, die man engagieren kann. Gut, all das ist nicht immer günstig, aber man hat dafür alles in seinen eigenen Händen. Freiheit ist nun einmal ein teures Gut – in der Demokratie sowieso und auch beim Selfpublishing.

Ansonsten habe ich diese Woche zum fünften Mal am sogenannten „Liebster Award“ teilgenommen. Weil ich es in dem Artikel vergessen hatte, verlinke ich euch hier noch einmal alle meine bisherigen Teilnahmen:

Erster Award

Zweiter Award

Dritter Award

Vierter Award

Fünfter Award

Multimedia

Ich lese immer noch den Roman „Er ist wieder da“ von Timur Vermes. Dass ich so lange dafür brauche, liegt in der Hauptsache daran, dass ich mehr Zeit mit dem Hörbuch „Honigtot“ von Hanni Münzer verbracht habe. Das Hörbuch hat mir so gut gefallen, dass ich eigentlich gleich den im September erscheinenden Nachfolger bestellen wollte, aber dann musste ich feststellen, dass dieses nur als gekürzte Lesung erscheint. Gekürzte Lesungen im Zeitalter von MP3-Hörbüchern? Nein, tut mir leid, das sehe ich nicht ein und das kaufe ich auch nicht. Eventuell werde ich anstelle des Hörnbuchs den Roman kaufen, aber das hat dann Zeit. Vielleicht sogar so lange, bis ich ihn günstig gebraucht bekomme. Nennt mich eingeschnappt, aber solche Dinge wie die mit der gekürzten Lesung, die stoßen mir sauer auf.

Um noch einmal auf den „Führer“ zurückzukommen: Nur durch Zufall ist mir heute aufgefallen, dass der Roman in der Hardcovervariante, die ich lese, genau 19,33 Euro gekostet hat! Ein verdammt cleveres und witziges Detail, wie ich finde! 🙂

Ansonsten erschien diese Woche noch die neue Folge der Serie „Die drei Fragezeichen„. Einen Hördurchgang habe ich schon, allerdings mehr nebenbei, hinter mir. Vor dem zweiten bilde ich mir noch keine abschließende Meinung über die inzwischen immer sehr schwankende Qualität.

Musikalisch habe ich mich diese Woche daran gemacht, die beiden USB-Sticks, die im Auto herumflogen, mal ein wenig zu entschlacken. Diese bestücke ich in der Regel so: Ich höre Musik auf dem PC, kopiere Stücke, die mir spontan gefallen in ein Extraverzeichnis und kopiere dessen Inhalt dann auf den USB-Stick. Und den räume ich dann nie wieder auf. Beziehungsweise halt zwei davon, weil einer schon voll war. Und so kommen dann lauschige 2.600 Musikstücke zusammen, die man in diesem Leben im Auto weder hören kann, noch will.

Also alles wieder runter von den Sticks und mit der groben Kelle durchsortiert. Ich bin mal gespannt, wie viele Songs noch übrig bleiben werden.

Habe ich eigentlich schon einmal erwähnt, dass ich Trashfilme liebe? Bestimmt habe ich das, irgendwo in den über 430 Beiträgen, die dieser Blog inzwischen umfasst. Also habe ich diese Woche genutzt, um mir, unter anderem, den aktuellsten Teil der „Sharknado„-Reihe anzuschauen. Wer keine Ahnung hat, worum es in dieser tiefschürfenden Serie geht: Um Wirbelstürme, die Haie aus dem Wasser saugen, die dann in Städten niederregnen; um einen Familienvater, der eigentlich mit dem ganzen Schlamassel gar nichts zu tun haben will; um eine (in diesem Fall goldene) Kettensäge.

Das Ganze ist so überzogen, dass es tatsächlich inzwischen Kultstatus genießt. Man muss sich nur ansehen, wer mittlerweile alles Schlange steht, um einen Cameo-Auftritt absolvieren zu können. Dieses Mal unter anderem ein gewisser George R. R. Martin. Kein Wunder, dass der nicht zum Schreiben kommt ;-).

Ich verrate euch ein Geheimnis: In der Tat mag ich die Trashfilme aus dem Hause „The Asylum“ so sehr, dass ich dazu übergegangen bin, gezielt Filme dieser Firma zu sammeln. Vollkommen egal, worum es darin geht. Komische Hobbys haben manche Menschen, nicht wahr?

Famous Last Words

Wundert euch nicht, wenn es in der kommenden Woche vielleicht nicht jeden Tag ein Update geben sollte. Wir planen leichte Umbaumaßnahmen in unseren Wohnzimmer, die mich etwas (sehr) in Anspruch nehmen könnten. Außerdem gibt es einen Geburtstag samt Feier zu organisieren. Ich werde versuchen, ein wenig vorzuarbeiten, aber im Zweifel gehen Dinge wie die Clue Writing Challenge natürlich vor. Da ist am Freitag schließlich Abgabetermin.

Euch wünsche ich eine schöne Woche, die hoffentlich nicht so weitermacht, wie die letzte aufgehört hat. Das Weltgeschehen kennt keine Wochenenden, der Irrsinn mancher Menschen keine Grenzen mehr. Schlimm. Einfach nur schlimm.

Und dennoch: Es ist wichtig, weiterzumachen, sich nicht zu verkriechen. Egal, ob da draußen nun Terroristen oder Amokläufer herumlaufen. Wenn man anfängt sich vor ihnen dauerhaft zu verstecken, dann ist man selbst der Verlierer. Ich weiß, dass das in den Ohren der Angehörigen wie Hohn klingen mag. Aber so ist es nicht gemeint.

Amok und Terror zielen auf Angst, wollen Angst wachsen lassen. Gedeihen auf Angst! Nur dann, wenn wir uns diese Angst nicht einpflanzen lassen, können wir Amok und Terror in ihre Schranken weisen.

Macht es gut!

Michael

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5 Gedanken zu “Der Sonntagsreport vom 24.07.2016

  1. Ich höre ständig von Honigtot, hatte es lange auf meiner Amazon-Wunschliste und am Ende dann doch runtergekickt, weil ich das Cover überhaupt nicht ansprechend finde. Dank dir habe ich es jetzt aber wieder aufgenommen. Mal sehen, ob das eine gute Idee war. :p 😉

    Ich fand den Roman „Er ist wieder da“ nur mäßig und kann nicht verstehen, dass der Hype so groß war. Den Film fand ich dagegen richtig klasse (auch wenn der bei vielen schlecht wegkommt). Solltest du dir unbedingt anschauen. 😉

    Gefällt 1 Person

    • Das Cover ist in der Tat vollkommen nichtssagend und meiner Meinung nach auch irreführend. Damit hat der Verlag der Autorin keinen Gefallen getan.

      Wenn du generell etwas damit anfangen kannst, eine Familiengeschichte in der Zeit des Nationalsozialismus zu lesen, dann ist der Roman sehr gut. Er deckt eine Menge Facetten ab, ohne dabei zu gewollt zu wirken (ein Fehler, den gerade in dieser Epoche viele historische Romane machen).

      „Er ist wieder da“ hatte ich mir, in der Tat, besser vorgestellt. Klar, ein paar Schmunzler gibt es, auch ein bis zwei echte Lacher. Aber weder auf der humoristischen Ebene, noch auf der satirischen Ebene wird das volle Potential ausgeschöpft. Insbesondere kommt mir, wenn man das so sagen darf, Herr Hitler zu „dumm“ vor. Ich meine: Er lebt monatelang in der modernen Welt und hat immer noch nicht mitbekommen, wie der Laden läuft? Wenn der Mann so engstirnig und so, man kann es nicht anders sagen, beschränkt gewesen wäre, dann hätte er nie eine derartige Bedrohung werden können, wie er sie war.

      Den Film merke ich mir mal vor!

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      • Hmmm.. ich glaube, ich werfe den Roman doch wieder von der Liste. ;D Ich habe kürzlich mit „Der junge im gestreiften Pyjama“ angefangen – soll ja ganz toll sein, das Buch. Ich fands aber so schrecklich öde und trist geschrieben, dass ich es abgebrochen habe. Irgendwie bin ich für Nationalsozialismusgeschichten zurzeit nicht besonders empfänglich.

        Im Film „Er ist wieder da“ hast du viel mehr Schmunzler und Lacher. Es wirkt alles besser als im Buch. Und die Schauspieler sind klasse.

        Gefällt 1 Person

      • Dann solltest du das Buch wahrscheinlich wirklich lieber bleiben lassen. Wobei es, im Gegensatz zum „Jungen“, wirklich deutlich eine Familiensaga ist, die auch über zwei Generationen hinweg berichtet wird. Aber der Background bleibt natürlich gleich.

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