Der Sonntagsreport vom 14.08.2016

Ich wünsche euch einen schönen guten Abend!

Für mich ist es ein Abend, der gar nicht lang genug sein könnte, denn es ist der letzte, bevor ich morgen nach vier Wochen Urlaub wieder arbeiten gehen muss. Ja, sicher, irgendwie freue ich mich auch wieder drauf, mal was anderes zu machen und zu sehen und die Zeit war auch lang genug, um sich ein wenig auszuruhen und neue Kräfte zu tanken. Aber trotzdem ist der erste Arbeitstag immer so ein wenig mit Aufregung verbunden. Mal schauen, was passiert ist, was sich vielleicht verändert hat, was es für neue Entwicklungen gibt und was für alte Mechanismen sich 1:1 weiter fortsetzen.

Was sich auf jeden Fall nicht verändert hat, ist die Tatsache, dass ich relativ laut bin an der Tastatur. Und dass ich damit meine Kollegin regelmäßig zur Verzweiflung treibe. Ich habe mir dazu jetzt mal Gedanken gemacht und eine Tastatur bestellt, die angeblich extra leise sein soll. Ob sie das auch noch ist, wenn sie unter meinen Fingern liegt, das muss ich dann mal ausprobieren. Tatsache ist, dass ich gerne unbefangen tippen können würde, ohne Angst haben zu müssen, gleich einen Anpfiff zu kassieren. Dann könnte ich auch zwischendurch beruhigter mal einen Tweet absetzen, ähem.

Ansonsten habe ich mein Großprojekt für diesen Urlaub mit den neuen Bücherregalen ja auf den letzten Drücker noch abschließen können. Was jetzt nach und nach folgen wird ist, im Keller neu zu ordnen und das eine oder andere auszusortieren. Ich werde meine Musik- und Hörspielsammlung noch ein wenig entschlacken. Ja, auch um Geld damit zu machen. Denn davon werde ich einiges brauchen, wenn ich mich meinem Ziel, einer Veröffentlichung vielleicht noch in diesem Jahr, näher bringen will.

Inzwischen sehe ich es aber nicht mehr so dogmatisch wie noch vor kurzem. Wenn es doch erst 2017 wird, dann ist das eben so. Mehr stört mich, dass ich im Moment nun wirklich keinerlei Ressourcen übrig habe, um einen neuen Roman zu schreiben. Aber irgendwas ist ja immer – auch wenn das ein blöder Spruch ist, so bewahrheitet er sich am laufenden Band aufs Neue.

Aber nun genug der Vorrede und zu den üblichen Kategorien:

Mein Schreiben:

Da ich noch bis Mittwoch im Urlaub war und danach einiges anstand, habe ich diese Woche noch weitgehend Pause vom Schreiben gemacht. Gerade heute habe ich es dann aber doch endlich noch geschafft, einer Testleserin auf ihre umfangreichen Anmerkungen zum „Beobachter“ zu antworten und hoffentlich einige Fragen klären und neue Denkansätze schaffen zu können. Ich verspreche mir viel von diesem Austausch und hoffe, durch diesen den Roman besser machen zu können.

Aber auch die anderen Rückmeldungen, die ich bis jetzt erhalten habe, geben mir einiges an neuen und frischen Impulsen. Ich bin zwar langsam der Meinung, dass ich mir mit dem „Beobachter“ ein denkbar schweres Buch als ersten veröffentlichten Roman ins eigene Nest gelegt habe, aber ich habe es so gewollt und nun ist alles in diese Richtung ausgelegt. Wenn ich danach noch Freude am Veröffentlichen habe, werde ich aber auf jeden Fall etwas anderes in Betracht ziehen, bei dem zumindest die Metaebene nicht solche großen Schwierigkeiten macht. Ein Krimi oder ein Thriller, das wäre was.

Ja, so bin ich: Den ersten Schritt noch nicht auf die Reihe bekommen und schon beim zweiten oder beim dritten … schlimm, oder?

Mein Blog

Es ist seltsam, aber nachdem es mir während meines Urlaubs im Wortsinne egal war, ob ein neuer Artikel erscheint oder nicht, habe ich nun, also seit Mittwoch, wieder dieses „jeden Tag muss ein Artikel erscheinen“ Gefühl. Dazu muss ich aber auch sagen, dass die Zugriffszahlen wirklich rapide einbrechen, wenn ich nichts veröffentliche. Wir sprechen da von Schwankungen zwischen weniger als zehn und mehr als achtzig Zugriffen am Tag. Und mir altem Statistiker tut es dann einfach in der Seele weh, dieses Balkendiagramm zu sehen, wie es nach allen Seiten ausschlägt. Vor allem nach unten.

Inhaltlich muss ich mich hingegen, glaube ich, noch wieder ein wenig warmlaufen. Jedenfalls habe ich so ein Gefühl. Das kommt sicherlich, wenn auch der Rest des Lebens sich mit dem Arbeitsbeginn wieder zu normalisieren beginnt.

Multimedia

In der letzten Urlaubswoche habe ich zum einen den Roman „Chaos: 429 Tage ohne Strom“ von Bianca Bolduan gelesen. Wie ich schon schrieb, habe ich die Darstellung aus der Perspektive eines Tagebuchs als etwas zwiespältig erlebt. Und dabei ist es auch geblieben, zumal im weiteren Verlauf der Handlung, als erkennbar wird, dass es einen Staat gibt, der versucht, das Chaos nach dem landesweiten Stromausfall zu beheben, das große Ganze zwar spürbar wird, aber zu nebulös bleibt. Man ist zu weit entfernt vom Geschehen, um es wirklich aktiv mitzuerleben. Außerdem war mir das Ende zu abrupt, nachdem insbesondere die erste Phase des Stromausfalls sehr langsam geschildert wurde. Da wäre mehr drin gewesen. Aber alles in allem kann ich für Freunde dystopischer und gesellschaftskritischer Phantastik eine Empfehlung aussprechen.

Danach widmete ich mich erst einmal in aller Ruhe der aktuellen Ausgabe (119) der Federwelt, die sich wieder sehr interessant las, auch wenn dieses Mal kein Thema dabei war, das mich wirklich direkt und unmittelbar gepackt hat. Aber das macht eine gute Zeitschrift, gerade auch zu diesem Komplex, ja auch aus: dass sie vielfältig berichtet und einen Mehrwert für eine möglichst breite Leserschaft bietet. Nächstes Mal ist dann auch für mich wieder mehr Interessantes dabei. Jedenfalls kann ich sagen, dass die Federwelt eine von ganz wenigen Zeitschriften ist, von denen ich wirklich jedes einzelne Wort lese. Das ist bei mir durchaus als Kompliment gemeint.

Und jetzt lese ich den Roman „Luna Park: Jahrmarkt des Grauens„. Es handelt sich um einen Jugendroman, der aber auch für Erwachsene gut zu lesen ist, weil die Autorin Olivia Monti eine ganze Menge an teils bizarren Ideen in ihn hineingepackt hat. Geschildert werden die Abenteuer einiger Jugendlicher in einer Parallelwelt, in der scheinbar alles nur auf ewiges und andauerndes Vergnügen ausgerichtet ist. Dass auch dieses seinen Preis hat, erfahren sie aber schneller, als ihnen lieb sein kann.

Der Roman hat mich so sehr überzeugt, dass ich mir gerade den zweiten Teil der Reihe, der angeblich auch vollkommen losgelöst vom ersten gelesen werden kann, für einen schmalen Euro gekauft habe.

Ansonsten habe ich mich noch einmal mit zwei längeren Hörbüchern eingelassen. Das eine trägt den Titel „Die Deutschen: Vom Mittelalter bis zum 20. Jahrhundert„. Da bin ich noch ganz am Anfang, genauer gesagt bei Otto dem Großen.

Durchgehört habe ich ein anderes geschichtsträchtiges Werk, nämlich „Die NS-Führung im Verhör: Originaltondokumente der Nürnberger Prozesse„. Ich bin sehr an diesem Themenkomplex interessiert und fand es deswegen spannend, den Technokraten, Bürokraten und auch den Verblendeten dabei zuzuhören, wie sie versuchen, Dinge zu rechtfertigen, die schlicht nicht zu rechtfertigen sind. Allen, die einmal hören wollen, wie jemand sich vollkommen in seiner eigenen Weltanschauung verhaspelt, sei das Verhör von Fritz Sauckel ans Herz gelegt, der völlig daran verzweifelt, die Zwangsarbeit, zu der weite Teile der Bevölkerung der von den Deutschen besetzten Länder herangezogen wurden, als etwas freiwilliges zu erklären.

Famous Last Words

Da der letzte Abend vor dem ersten Arbeitstag schon ziemlich fortgeschritten ist, mache ich es an dieser Stelle einfach mal kurz und wünsche euch allen, egal ob Urlaub oder nicht, einen guten Start in die kommende Woche.

Euer Michael

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12 Gedanken zu “Der Sonntagsreport vom 14.08.2016

  1. Vor allem das mit dem Blog und den Zugriffsraten kann ich absolut nachvollziehen. Eben dies tut mir genauso weh wie dir. 😉
    Meine These ist, dass die wenigesten „einfach nur so“ auf einen Blog kommen, sondern durch den Reader erinnert werden, dass man existiert. Und dann muss einen noch das im Reader vorgegebene gefallen, um sich auch wirklich auf die Seite des Blogs zu begeben.

    Naja, jedenfalls drück ich dir die Daumen, dass die neue Tastatur wirklich leiser ist und die mäkelige Kollegin ruhigstellt. Da bin ich ja doppelt froh, dass ich allein in meinem Büro bin, auch wenn sich dann der ganze Kram auf mich allein stürzt. 😀

    schönen langen Sonntagabend
    kitty 🙂

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    • Ich denke, dass deine These für die meisten Blogs, so auch meinen, zutreffend ist. Denn wenn ich ehrlich zu mir bin, mache ich es ja auch nicht anders. Früher war es mal anders, als ich noch nicht so viele Kontakte hatte. Aber wenn ich die jetzt alle händisch jeden Tag abklappern wollte – oh je …

      Das „Problem“ mit meiner Kollegin hat sich jetzt ja auf andere Weise demnächst erledigt :-/ .

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      • Stimmt, ich lese auch nur über den Blog. Bei manchen warte ich dann sehnsüchtig auf einen neuen Beitrag – wie z. B. bei kari, weil es einfach was wirklich Besonderes ist (bitte nicht abwertend verstehen, ich liebe alle Blog der anderen und bin gern dort, aber das ist halt so… harmonisch toll und so).

        Was ist denn mit deiner Kollegin? Muss sie gehen? 😦

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      • Keine Sorge, ich verstehe das nicht abwertend. Es gibt einfach Blogs, bei denen man auch mal länger auf neues „Futter“ warten muss. Da wächst dann die Vorfreude natürlich umso mehr.

        Und meine Kollegin … ICH bin derjenige, der zumindest mal das gemeinsame Zimmer verlassen und an den gefühlten Arsch der Welt umziehen muss. Das hat alles seine Beweggründe, wurde mir aber nicht unbedingt einfühlsam mitgeteilt.

        Detaillierter möchte ich darüber besser nicht schreiben.

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      • Ja, Vorfreude, stimmt. Bei mir entsteht die sicherlich nicht. Hier ist alles chaotisch durcheinander. Wenn ich was veröffentliche, weiss Niemand, worauf er sich beim Lesen gerade einstellt. Vielleicht das der Fehler…

        Falls du das mit deiner Kollegin (sorry, ich hatte das falsch verstanden) näher erzählen und dich auskotzen möchtest – mein Emailfach ist immer für dich da. 🙂 Du bekommst sogar eine Antwort. 😀

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      • Mach dich und deinen Blog nicht immer selbst so mies. Das würde ich mir für dich wünschen! Dass du fühlen kannst, dass es gut so ist, wie es sich für dich richtig und passend anfühlt. Das ist jetzt sowohl die Antwort auf das, was du hier schreibst, als auch auf die Frage, die du in deinem Blog gestellt hast, was der Leser sich von dir wünscht.

        Du machst keine Fehler – du machst dein Ding! Und du musst dich damit gut fühlen. Nicht der Michael, nicht die happy, nicht die Cami, nicht der waldstern, nur die kitty!

        Das mit der E-Mail überlege ich mir und die Anspielung habe ich auch verstanden. Asche auf mein Haupt, aber ich ertrinke gerade wieder in E-Mails. Und in Selbstmitleid, aber das zählt nicht als valide Ausrede ;-).

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      • Es war wirklich nur eine klitzekleine Anspielung aus zugegebenermassen egoistischem Grund – denn ich lese gern von dir. Aber ich weiss natürlich auch, dass du viel um die Ohren hast. Ich bekomme z. B. so gut wie nie Emails – nur die Benachrichtungen über neue Beiträge oder Kommentare…

        Naja, was meinen Blog betrifft – ich bin halt realistisch. Ich bin ich und will auch so sein. Aber ich will auch nicht abstossen oder langweilen. Sonst könnte ich ja auch ein Tagebuch für mich selbst schreiben. Was ich übrigens früher lange Jahre gemacht habe und letztes Jahr, als es mir sehr schlimm ging, wieder angefangen hatte, um nicht alles schlucken zu müssen, was ich nicht sagen konnte…

        Und doch – niemand ist fehlerfrei. Da sollte man sich nicht von freisprechen. Ob man das bei einem Blog auch so sagen kann, steht auf einem anderen Blatt. Aber ich denke, man kann auch Menschen weh tun mit bestimmten Beiträgen. Und das wäre z. B. ein Fehler…

        Und ja, schreib mir eine Email über deine Kollegin. Ich hoffe, du findest dann arbeitstechnisch mehr Ruhe für dich. 🙂

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      • Das mit den neuen Beiträgen alleine ist ja schon eine ganze Menge und nicht ohne. Schließlich „muss“ man ja versuchen, allen Bekannten und Freunden gleichmäßig gerecht zu werden. Da kann man leider nur zu leicht versumpfen.

        Was deinen Blog angeht, sage ich nur noch eines: Langeweile liegt immer im Auge des Betrachters. Was für den einen langweilig ist, ist für den anderen interessant. Ich kenne aber das dazugehörige Gefühl selbst indem ich mich bei manchen Beiträgen von mir frage, ob das wirklich jemanden interessiert. Ich schreibe sie einfach. Und wenn keiner sie liest, dann vielleicht die von morgen. Oder von übermorgen. Beeinflussen kann ich es sowieso nicht wirklich.

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      • Ich wünschte, ich könnte das so locker sehen wie du. Ich schrieb ja schon mal, dass ich ein höheres Aufmerksamkeitsbedürfnis habe, als vielleicht andere Menschen. Das hole ich mir natürlich auch auf diese Weise. Nicht anders war es damals, als ich bestimmte Kurzgeschichten in einem bestimmten Forum veröffentlichte. Zu Hochzeiten habe ich regelrech gelauert, dass es einer liest und mir schreibt, wie er es findet. Es war einfach wie Streicheleinheiten, Liebesersatz…also zusätzlicher…

        Ja, das mit dem Versumpfen kenn ich. Darum guck ich bei den Emails immer sofort erstmal nach, wo kann ich erstmal den Hinweis sofort löschen und wo guck ich schon mal vorab rein (Neugier). Und dann guck ich aber vom Blog aus nochmal in den Reader und geh das ab von oben nach unten…

        Ja, Langeweile ist natürlich im Auge des Betrachters, aber ich habe auch ein grosses Feld mit verschiedenen Bereichen. Ich kann mich einfach nicht von etwas trennen….

        Und ich finde deine Beiträge immer sehr lesenswert. Allerdings sind sie oft so lang und echt auch hochwertig, dass ich mir schlecht dabei vorkomme, wenn ich sie nur überfliege. Mache ich das trotzdem, wage ich es kaum, einen Kommentar zu schreiben, eben weil ich nicht alles richtig gelesen habe. Da bin ich echt in der Zwickmühle. *zugeb* (ich hoffe, du hast das Kompliment entdeckt. 🙂 )

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      • Ja, ich habe das Kompliment entdeckt. Vielen Dank, zumal ich das selbst oft gar nicht als so „hochwertig“ erlebe. Gerade dann, wenn ich mal wieder ins übertriebene Plaudern komme. Ich habe oft das Gefühl, zwischen „ernsten“ Themen und Geplauder nicht das richtige Maß zu treffen. Oder auch nicht den richtigen Ton. Aber schön, dass du es anders siehst :-).

        Da sind wir uns vielleicht ähnlicher, als du es glaubst. Mein Aufmerksamkeitsbedürfnis ist, aus anderen Gründen, vielleicht anders ausgeprägt, aber dennoch vorhanden.

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