Feeds und Blogs sortiert: Ein kleiner Schritt nach vorne

Aufbauend auf dem gestrigen Artikel möchte ich heute einfach mal mitteilen, dass ich einen kleinen Schritt nach vorne unternommen habe. Und zwar bin ich wirklich noch einmal rigoros sowohl durch die Mailverteiler, in denen ich war, wie auch durch die abonnierten Webseiten und Blogs durchgegangen und habe aussortiert.

Dazu muss ich sagen, dass ich ein sehr treuer Leser bin, wenn man mich einmal als Leser gewonnen hat. Und es gab eine Zeit, in der gehörte nicht viel dazu, mich als Leser für sein Internetprojekt zu gewinnen. Ja, ich kann mich sogar noch an Zeiten erinnern, in denen saß ich gelangweilt vor dem Bildschirm und wusste nicht, was ich denn jetzt sinnvolles tun könnte oder auf welcher Website ich mal wieder vorbeischauen könnte.

Irgendwann ist das ganze dann aber zu einem Perpetuum Mobile geworden, das für mich nicht mehr aufzuhalten war. Bei mir funktionierte die Vernetzung der Blogosphäre in Reinkultur: Ich kam auf einen Blog, abonnierte, las Kommentatoren, ging auf deren Blog, abonnierte wieder, und so weiter.

Auf diese Weise kann man sich nicht nur jegliches Zeitmanagement kaputt machen, man kann sich auch jegliche Freude an dem Thema zerstören. Denn man gerät zwangsläufig irgendwann unter Druck. Man gerät in Rückstand. In einigen Blogs gibt/gab es Beiträge, die ich seit Mai in meinem Posteingang liegen hatte, weil ich nie wirklich durchsortiert habe. Zehntausende von Nachrichten lagen zurückgestellt in meinem RSS-Feedreader.

Diesem Wildwuchs habe ich gestern bereits ein Ende gemacht und ich werde ihm weiter ein Ende machen. Es gibt ein kleines technisches Problem, dass die heruntergeladenen Mails, die aus Blogs generiert werden, bei mir mit falschen Absendern angezeigt werden, es also so erscheint, als seien 1.000 Nachrichten von ein und demselben Blogger geschickt worden. Das bedeutet, ich werde in meinem Posteingang wirklich so gut wie jede Nachricht anfassen müssen. Das dauert seine Zeit.

Im Feedreader ging es deutlich schneller, die Blogs auszusortieren, von denen ich überhaupt keine Nachrichten mehr erhalten möchte. Bei einigen ging es leichter, bei anderen blutete mir das Herz. Wie gesagt, ich bin eine treue Seele.

Falls der eine oder die andere sich jetzt denkt, dass er oder sie aufs Abstellgleis geraten sein könnten, so kann ich euch beruhigen. Nicht Gegenstand dieser Aufräumaktion waren selbstverständlich die Blogs und Accounts der Menschen, mit denen ich mich schon lange und teilweise ja sehr intensiv hier oder auf deren Blogs austausche. Auch sind alle Blogs, die sich in irgendeiner Form mit dem Thema Schreiben befassen, in der Liste geblieben.

Wenn man so will, dann habe ich meinen Fokus neu ausgerichtet. Oder will es zumindest versuchen. Wenn ich sage, dass ich ein Zeitproblem habe wegen vieler Nachrichten, dann muss ich die Nachrichten reduzieren. So, wie ich auch Werbebriefe ungeöffnet wegwerfe.

Ferner werde ich vielleicht auch nicht mehr jeden Artikel jedes Autoren lesen, sondern schauen, ob das Thema mir gefällt. Ich habe lange gebraucht um zu verstehen, dass das durchaus legitim ist. So, wie nicht jeder von euch jeden meiner Artikel liest oder lesen muss, muss ich auch nicht jeden von euch lesen. Wenn jemand über seine Gartenzwerge schreibt und ich hasse die Dinger, dann ist das okay! Deswegen lese ich dann trotzdem gerne wieder den nächsten Beitrag, weil der mich thematisch wieder mehr anspricht.

Ich glaube, ich muss anfangen, mich aus der Übersättigung mit Medien zu befreien. Eine Sache, die mir traditionell schwer fällt. Und ein Blog ist letztlich nichts anderes als ein Medium. Nur, dass viele Blogs leichter zu abonnieren sind, als etwa eine Zeitung oder Zeitschrift. Und bei denen bin ich vor langer Zeit auch auf den Trichter gekommen, dass man nicht jedes Blatt kaufen oder jeden Artikel lesen muss. Deswegen habe ich zum Beispiel keine Tageszeitung mehr. Das gibt mir mehr Zeit, Bücher zu lesen.

Es mag sein, dass der Inhalt dieses Artikels euch profan vorkommt. Für mich ist es eher „zu einfach, um wahr zu sein“. Jetzt muss ich nur noch durchhalten, was ich mir vorgenommen habe. Aber das ist dann wieder eine ganz andere Geschichte.

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8 Gedanken zu “Feeds und Blogs sortiert: Ein kleiner Schritt nach vorne

  1. Einen Feedreader zu nutzen und seine Feeds zu sortieren ist wirklich seeeehr hilfreich. Das ist schon einmal ein wichtiger Schritt. Dann kann man sich interessante Artikel auch für später aufheben und uninteressante gleich als „gelesen“ markieren.

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  2. Lieber Michael,
    Das klingt nach einem schwierigen Schritt, weil man vor dem ersten Schritt schon diesen riesigen Berg vor sich sieht und oft dadurch demotiviert wird. Schön, dass du es geschafft hast! 🐝

    Kiira

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    • Liebe Kiira,

      danke dir. Es geht nicht mal so sehr ums demotivierende. Es ist wirklich mehr das Gefühl der Erstarrung, des Nicht-Könnens.

      Manche würden jetzt wieder sagen: Gehört zum Krankheitsbild :-/. Ich sage: Deswegen muss ich mich ja nicht damit abfinden, oder?

      Liebe Grüße
      Michael

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      • Lieber Michael,

        Für mich ist der Gedanke an „Das kann ich nicht!“ „Das schaff ich nie!“ sehr demotivierend und kann dazu führen, dass ich erstarre und nichts geschafft habe, weil ich es nicht einmal versucht habe. Darauf folgt dann Selbstkritik und Selbstzweifel und das große schlechte Gewissen, eine innere Enttäuschung, und dann könnte man das ewig so weiterspielen.

        Ich finde es durchaus motivierend, dass du es zwar akzeptierst, dich aber nicht damit abfindest. Und das hier war ja schon ein großer Sieg! 1:0 für dich! *grins*

        Kiira

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      • Liebe Kiira,

        ich stelle fest, dass ich mit einigen meiner lieben Kommentator/innen einige Gemeinsamkeiten aufweise. Das, was du beschreibst, ist für mich in vielen Belangen für lange Zeit ein Normalzustand gewesen. Im Moment erlebe ich eine Phase, in der es anders läuft. Ich versuche, diese so lange auszudehnen, wie es eben geht. Dass sie selbstverständlich ist, daran glaube ich (noch) nicht.

        Und du bist im Allgemeinen, so erlebe ich es, ja auch eine Siegerin. Gut so!

        Liebe Grüße
        Michael

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      • Guten Morgen lieber Michael,
        Bei mir kannst du ruhig die männliche Pluralform benutzen. Ich fühle mich auch davon angesprochen. 😊
        Bei mir war das zwischendurch auch mal normal, aber ich habe von Natur aus eine ziemlich hohe Trotz-Kraft („Jetzt erst recht!“), die ich mittlerweile selber aktivieren kann. Damit schaffe ich fast immer den ersten Schritt. Schwierig wird es manchmal dann nur, am Ball zu bleiben. Ich liebe es, mit mir selber konsequent zu bleiben, aber es ist unglaublich schwer.

        Vielen Dank! Kämpfen wir gemeinsam weiter! 💪

        Kiira

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      • Hallo Kiira,

        ich möchte ja keinem Gender auf die Füße treten, indem ich ihn/sie/es auslasse ;).

        Trotz kann in der Tat eine wertvolle Ressource sein. Das habe ich anhand der Erziehung meiner beiden Kinder gelernt. Oder es lernen müssen *lach.

        Der Kampf geht weiter und gemeinsam kämpft es sich am besten!

        LG
        Michael

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