Wieso ich über „Das Schreiben der Anderen“ schreibe

Hallo zusammen,

wie ihr gestern meinem Sonntagsreport vielleicht entnommen habt, habe ich mich ja entschieden, eine neue Rubrik auf der Seite aufzunehmen. In „Das Schreiben der Anderen“ möchte ich Werke von Autoren besprechen, mit denen ich mich entweder über diese Homepage, deren eigene Webseiten oder auch die Social-Media-Kanäle (in meinem Fall ist das hauptsächlich Twitter) verbunden fühle.

Ein paar der Gründe habe ich gestern ja schon genannt: Ich finde es wichtig, dass wir Autoren untereinander für ein wenig Aufmerksamkeit sorgen. Das kann man im Großen wie im Kleinen tun. Es braucht keine Autorenvereinigung oder großangelegte Kampagnen, um einem Leser einen Hinweis darauf zu geben, dass es da noch etwas anderes zu lesen gibt, das ihn vielleicht interessieren könnte.

Vor einiger Zeit habe ich auf Twitter einmal die Frage gestellt, wer eigentlich Romane von Autoren kauft, denen er „folgt“, also mit denen er sich verbunden hat. Die Resonanz sah so aus, dass viele dies tun – wenn sie denn Interesse am Stoff haben. Das sagte mir, dass das Potential da ist, um Aufmerksamkeit zu generieren.

Und dann fragte ich mich selbst, was ich eigentlich tue. Ich muss gestehen, dass meine eigene Bilanz zu diesem Zeitpunkt nicht so besonders rosig aussah. Ich habe zwar einige Romane von Selfpublishern oder „Nachwuchsautoren“ in Verlagen gekauft, hatte aber die meisten davon nicht wirklich mit einer ordentlichen Besprechung gewürdigt.

Dabei komme ich, wie ich ja schon mal erzählt habe, was meine Internetaktivitäten angeht, ursprünglich aus dem Bereich der Rezensionen. Ich habe mit Sicherheit eine nicht niedrige dreistellige Anzahl davon für verschiedene Projekte, gerne auch auf meinen eigenen Websites, geschrieben. Und dennoch rezensierte ich eine ganze Zeit lang kaum. Ich habe dem sogar mal einen Artikel hier im Blog gewidmet.

Jetzt aber stellt sich mir die Frage, ob ich diese „Begabung“, einigermaßen kritisch und dennoch zugewandt zu schreiben, nicht doch nutzen sollte. Und die Antwort darauf kann nur JA lauten.

Drei Dinge muss ich aber noch einmal ganz deutlich herausstellen:

  1. Es geht mir in keiner Weise darum, jetzt eventuell damit anzufangen, anderen Autoren wegen Rezensionsexemplaren auf die Nerven zu fallen. Ich handhabe diese Kategorie so, wie ich auch meine früheren Websites gehandhabt habe: Alles ist selbst erworben und daher vollkommen frei vom Verdacht, hier jemandem nach dem Mund geschrieben zu haben.
  2. Meine Rezensionen sind kritisch und sie sind ehrlich! Wenn ich der Meinung bin, dass ein Text gut ist, dann schreibe ich das und ich schreibe es gerne. Wenn ich aber der Meinung bin, dass etwas nicht ganz so gut gelungen ist, dann benenne ich auch das. Ich schreibe nicht aus oder zur Gefälligkeit. Das bringt mir nichts, das bringt den Lesern nichts und das bringt auch den anderen Autoren nichts. Ich wünsche mir, dass auch mit meinen Texten offen und ehrlich umgegangen wird.
  3. Ich erwarte von niemandem eine Gegenleistung für das, was ich tue. Weder, dass die Besprochenen meine Romane kaufen (wenn man sie dann kaufen kann), noch, dass sie sie besprechen. Dies hier ist für mich eine Herzensangelegenheit, kein Kalkül.

Wisst ihr, was ich gerade merke? Ich merke, dass ich diese drei Punkte eigentlich auch überhaupt nicht hätte schreiben müssen. Weil ich mir nicht vorstellen kann, dass unter den Menschen, mit denen ich es bis jetzt zu tun gehabt habe, ernsthaft jemand dabei ist, der mir das hier geschriebene unterstellen würde.

Sicher, diese Gedanken und Gefühle werden nicht alle teilen. Und schon gar nicht deswegen, weil ich sie jetzt einfach mal so aufgeschrieben habe, wie ich sie empfinde. Aber wie gesagt: Es sind bereits die kleinen Dinge, die uns alle nach vorne bringen können.

Gestern habe ich spontan bei Twitter in die Runde gefragt, wer mir gute eBooks von Nachwuchsautoren/Selfpublishern empfehlen könne. Die Resonanz war gigantisch und zeugte vor allem von einer enormen Bandbreite dessen, was es zu entdecken gibt und davon, dass Empfehlungen gerne ausgesprochen werden.

Ich habe für mich jedenfalls beschlossen, in diese Richtung weiterzumachen. Weil es mir Spaß macht und weil ich glaube, dass es vielleicht etwas bewirkt.

Der Sonntagsreport vom 30.10.2016

Ich wünsche euch einen Guten Tag!

Na, habt ihr auch alle an die Zeitumstellung gedacht? Wenn nicht, dann dürft ihr euch jetzt freuen, dass ihr heute eine Stunde länger Zeit habt, um in meinem Blog zu lesen ;-).

Nein, ich bin sicher, dass euch auch abseits dessen einiges einfällt, was man tun könnte, auch wenn ich mich nach wie vor über jeden Besucher hier freue und mir jedes Like und jeder Kommentar das gute Gefühl gibt, dass es einen Sinn hat, dass ich nach wie vor fast jeden Tag hier einen Beitrag schreibe. Wobei …

Ich weiß, ich habe es schon oft angedroht, aber im kommenden Monat könnte es tatsächlich dazu kommen, dass ihr auf den täglichen Beitrag verzichten müsst. Denn ich habe nach längerem Überlegen (Lüge!) den gut überdachten (pah!) Entschluss gefasst, dass ich entgegen meiner ursprünglichen Überlegungen und Planungen (oh ja!) in diesem Jahr doch am sogenannten National Novel Writing Month teilnehmen werde.

Wie ihr vielleicht früher diese Woche gelesen habt, wuchs mir die Geschichte, die ich noch für Nike Leonhard, die Gewinnerin meines Bloggewinnspiels, schreiben musste, zunehmend über den Kopf. Und auch ansonsten in alle Himmelsrichtungen. Deswegen stand ich schließlich vor der Entscheidung, alle diese Ideen, die da auf einmal kamen, einfach abzuschneiden und das Potenzial der Geschichte zu kastrieren, oder mich den Realitäten zu stellen.

Und die Realität sieht nun einmal so aus, dass „Der Goldene Tod“ ein Roman ist, der jetzt geschrieben werden will. Und wenn er nun schon einmal pünktlich zu den Vorboten des November Gestalt annimmt, dann kann ich auch gleich den ganzen Schritt machen.

Ob ich es aber schaffe, zu den durchschnittlich 1.667 Wörtern, die der NaNo einem am Tag abverlangt, auch noch einen Blogbeitrag zu verfassen, da bin ich mir nicht sicher. Es dürfte schon schwer genug werden, überhaupt diese Zahl zu erreichen, da bin ich ganz ehrlich.

Denn gefühlt habe ich im Moment zu viele Projekte gleichzeitig laufen. Das macht zwar auf der einen Seite enormen Spaß, auf der anderen Seite ist es aber auch an-stren-gend!

Ansonsten staune ich immer noch über meinen Mut von Freitag, mir „einfach mal“ ein Zimmer in Leipzig für die Zeit vom 24.-26. März des kommenden Jahres zu suchen – und am Ende auch zu buchen! Das bedeutet, ich werde bis zu drei Tage auf der Leipziger Buchmesse verbringen können – wobei ich in irgendeiner Form ja auch noch an- und abreisen muss. Aber das kann ich mir jetzt in Ruhe überlegen.

Sowohl die Variante Auto als auch die Variante Zug haben ihre Vorteile. Mit dem Zug ist es insgesamt entspannter, wobei ich von Duisburg aus nicht ohne umzusteigen nach Leipzig komme. Das Auto macht mich zeitlich flexibler und bietet mir auch leichtere Möglichkeiten, mein Gepäck unterzubringen, bevor ich in mein Apartment ein- und nachdem ich auschecken muss. Schließlich muss ich ja nicht um 11 Uhr am Sonntag nach Hause fahren, nur weil ich da ausziehen muss, nicht wahr? Den Montag werde ich mir sowieso auf jeden Fall frei nehmen.

Nun ja, es ist ja noch viel Zeit bis dahin. Da werden noch eine Reihe Sonntagsreporte geschrieben :-).

Mein Schreiben:

Das Schreiben war in dieser Woche wieder ein wenig erfolgreicher. Alles in allem habe ich um die zehntausend Worte geschrieben, was gemessen an den letzten Wochen und Monaten schon eine ganze Menge gewesen ist.

Und so kann ich mit Freude verkünden, dass die Kurzgeschichte „Der Hunter und der goldene Tod“ heute ihren Weg zu Nike Leonhard angetreten hat. Ich bin ja gespannt wie ein Flitzebogen, ob sie ihr zumindest ein wenig gefällt. Ich muss nämlich leider zugeben, dass sie nicht ganz so geisterhaft geraten ist, wie ich es gerne gehabt hätte. Wahrscheinlich hatte das damit zu tun, dass ich mich thematisch und auch stilistisch möglichst weit von dem neuen Roman entfernen wollte, um weder dem einen noch dem anderen Format Schaden zuzufügen.

Die Arbeit an der „alten“ Kurzgeschichte musste ich dann ja leider mit der Entscheidung abbrechen, dass daraus der neue Roman „Der Goldene Tod“ werden soll. Ich habe die Zeit genutzt, mir zumindest ein wenig Gedanken über die Handlung und die Stationen, die ich in ihr abhaken will, zu machen. Dieser Roman wird insofern anders werden, dass er in einer Zeit spielt, die noch nicht so technisiert ist wie die unsrige, sondern sich, zu Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts, in einem im Gegenteil noch sehr ursprünglichen Setting bewegt.

Dabei habe ich noch gar keine endgültige Entscheidung getroffen, in welchem Jahr der Roman denn genau spielen wird. Allerdings habe ich eine grobe Idee. Soll ich sie euch verraten? Vielleicht nächste Woche :-D.

Und dann habe ich noch an einem Exposé gearbeitet. Einem Exposé für „Der Beobachter und der Turm“. Wieso, weshalb, warum … lassen wir auch das an dieser Stelle. Ja, ich weiß, ich bin ein wenig gemein. Sagen wir einfach, dass mein Entschluss, diesen Roman unbedingt im Selfpublishing zu veröffentlichen, nicht mehr ganz so unverrückbar steht, auch wenn es immer noch die erste Option darstellt. Deswegen war es auch gut, dass ich weiter mit der Überarbeitung vorangekommen bin.

Mein Blog

Ich mag meinen Blog. Habe ich das eigentlich kürzlich schon gesagt? Wenn nicht, dann wurde es einfach mal wieder Zeit. Ich mag die Menschen, die ich durch ihn kennengelernt habe und es macht Spaß, mit ihnen hier und auf den Sozialen Netzwerken zu kommunizieren. Zwar hänge ich auf so manchem Blog anderer lieber Mitmenschen mal wieder etwas hinterher, aber das ergibt sich einfach so aus dem Beschäftigtsein. Ihr könnt euch sicher sein, dass mir kein Beitrag entgeht, solange mein Mailprogramm nicht beschließt, aufzugeben.

Aber gut, hier soll es eigentlich um mein Blog gehen, nicht wahr? Aber es machte für mich Sinn, mit den Menschen um mich herum anzufangen, weil ich diese Woche eine neue Kategorie eingerichtet und dieser eine eigene Seite spendiert habe.

Und zwar geht es um „Das Schreiben der Anderen„. In dieser Kategorie möchte ich zukünftig Romane und Geschichten von Autoren vorstellen, mit denen ich in irgendeiner Weise „verbunden“ bin. Zum einen, weil ich es wichtig finde, Aufmerksamkeit dorthin zu lenken, wenn ich es denn kann. Zum anderen, weil es mir einfach ein Anliegen ist, die unabhängige Autorenszene im Netz ein wenig zu unterstützen, soweit es in meinen bescheidenen Möglichkeiten liegt.

Ich bin kein Mitglied in irgendeiner Autorenvereinigung. Man kann nicht behaupten, dass ich mich besonders aktiv in irgendeiner Gruppe engagieren würde. Und auch wenn ich mir diese Woche versuchsweise einen Bart habe stehen lassen ;-), denke ich nicht, dass aus mir je das werden wird, was man einen aktiven Netzwerker nennt. Aber das heißt ja nicht, dass ich tatenlos bleiben muss. Oder will. Oder werde.

Ich habe in den vergangenen Wochen immer mal wieder Beiträge gebracht, die darauf schließen ließen, dass es mir wichtig ist, in irgendeiner Form „dabei“ zu sein. Und ich glaube, dass es manchmal auch die kleinen Gesten sind, die dafür ausreichen können.

Wie brachte es, ich glaube, Evanesca Feuerblut auf den Punkt: Dies hier ist meine Party! Und da bin ich es den Besuchern und Gästen ebenso wie mir schuldig, ein guter Gastgeber zu sein.

Multimedia

Diese Rubrik habe ich in den letzten Wochen etwas schleifen lassen, wie ich feststellen musste. Aber ich bin mir auch nicht sicher, ob es außer für mich selbst wirklich von gesteigertem Interesse ist, was ich so sehe, lese oder höre.

Nun denn, dadurch, dass ich wieder mehr geschrieben habe, habe ich auch wieder deutlich mehr Musik gehört als Hörspiele oder Hörbücher. Ich merkte den Trend schon dadurch, dass ich mir zuletzt auch wieder ein paar Alben gekauft habe. Gerade, während ich das hier schreibe, läuft zum Beispiel die CD „These Systems Are Failing“ von Moby.

Wenn man den Mann in den letzten Jahren vor allen Dingen mit Ambientsounds verknüpft hat, gibt es mit diesem Album mal wieder voll auf die Zwölf. Und das in einem Rock-Electro-Konglomerat, das mir als Fan dieser Musik Freudentränen in die Augen treibt. Sicherlich ein Album, das ich öfter hören werde!

Selber überrascht hat mich das Jubiläumsalbum der Band Deine Lakaien. Auf „XXX. The 30 Years Retrospective“ finden sich Singles, Raritäten, Remixe und Liveaufnahmen. Dazu muss ich sagen, dass ich die Lakaien immer schon gut, aber auch speziell fand. Ich habe sie in den letzten Jahren eigentlich kaum noch gehört.

Aber jetzt habe ich festgestellt, dass man zu dieser Musik wahnsinnig gut schreiben kann! Das hat damit zu tun, dass die Musik von Ernst Horn und der Gesang von Alexander Veljanov eine unglaublich dichte Atmosphäre schafft, die aus jedem einzelnen Song eine Geschichte in sich selbst macht – und sich dadurch auch übertragt. Nur Vorsicht: Es kann durchaus passieren, dass man sich darin verliert!

Hin und wieder veröffentliche ich Musikt(r)ips übrigens auch auf meinem Twitter-Account :-).

Gelesen habe ich in dieser Woche in der Hauptsache Clive Barker und seine „Bücher des Blutes„. Dazwischen habe ich mit Nike Leonhards „Der Fluch des Spielmanns“ eine sehr empfehlenswerte Geschichte eingeschoben, die ich auch ausführlich besprochen habe. Ganz im Sinne meiner oben angesprochenen neuen Blogkategorie plane ich, zukünftig mehr Romane von Selfpublishern zu lesen.

Weil ich gerade so schön im Fluss war, habe ich dann diese Woche noch die Filme „Saw V“ und „Saw VI“ gesehen. Und vielleicht schiebe ich heute Abend noch „Saw VII“ in den Player, um die Septalogie (sagt man so?) abzuschließen. Ja, ich gebe zu, ich bin Fan von Horrorfilmen. Und auch wenn die Handlung immer abstruser und die Zusammenhänge immer gewollter werden, kann ich diesen Filmen etwas abgewinnen.

Morgen Abend gibt es aber auf jeden Fall „Halloween“, soviel weiß ich schon. Meine 13jährige Tochter ist sich noch nicht sicher, ob sie mitgucken will ;-).

Famous Last Words

Ach ja, letzte Woche habe ich an dieser Stelle ja schon ein wenig geschnieft. Und siehe da, am Ende musste ich wegen eines dollen grippalen Infekts tatsächlich zwei Tage aussetzen. Aber meinem Hals geht es wieder gut, das Husten wird auch weniger – und ihr dürft euch freuen, dass Bazillen sich nicht über Internetleitungen verbreiten.

Bleibt mir gesund!

Euer Michael

Das Schreiben der Anderen: „Der Fluch des Spielmanns“ von Nike Leonhard

Was ist der sogenannte „Codex Aureus“? Ich muss zugeben, dass ich mir diese Frage immer wieder gestellt habe, wenn ich auf das Wirken der Autorin Nike Leonhard aufmerksam wurde. In Kurzform berichtet, besser beschreibt sie dies auf ihrer eigenen Homepage, handelt es sich dabei um unabhängig voneinander zu lesende Kurzgeschichten/Novellen mit historischem und zuweilen fantastischem Hintergrund. Und so darf es auch niemanden verwundern, dass die dritte Geschichte aus diesem Zyklus uns mit leibhaftigen Geistern konfrontiert …


dfdsCorvin, der letzte Überlebende eines Quartetts aus fahrenden Spielleuten, wird Nacht für Nacht von den Geistern seiner toten Kameraden heimgesucht. Er versucht sich einzureden, dass es nur Einbildung ist, aber die Erscheinung ist so intensiv, dass es keinen Zweifel an ihrer Echtheit geben kann.

Die Geister von Pirmin, dem Musiker, Hulda, der Wahrsagerin und Seraina, der Jongleurin, fordern von ihm das, was ihnen zusteht. Was er ihnen aber weder geben kann, noch geben will.

Die Anwesenheit des alten Vater Gion, eines zutiefst Gläubigen, bringt die Geister, ein letztes Mal, zum Verschwinden. Ihm erzählt Corvin die Geschichte, die zu dieser grausigen Situation geführt hat.

Nike Leonhard ist mit ihrem dritten Beitrag zum Codex Aureus eine Geschichte gelungen, die den Leser schnell in die Zeit, in der sie spielt, zieht. Das frühe Mittelalter wird in einer Weise geschildert, die nicht einmal durch die Erscheinung der Geister Zweifel an einer gewissen Authentizität und Korrektheit aufkommen lässt.

Die Geschichte ist dabei in zwei etwa gleichgroße Teile aufgeteilt. Das eine ist die Geschichte von Corvin, in der er von seinen Kameraden und den Umständen, die ihn überhaupt zu Vater Gion gebracht haben, berichtet. Das andere ist die Unterhaltung mit Vater Gion selbst.

Corvin ist dabei ein interessanter Hauptcharakter, der sowohl in dem einen Erzählstrang als auch in dem anderen glaubhaft agiert. Er hat keinerlei Zweifel an der Echtheit der Geister, was den Glauben der Menschen an so manches Übernatürliches in dieser Zeit illustriert.

Aber auch Pirmin, Hulda und vor allem Seraina, die sogar Corvins Frau gewesen ist, sind in ihrer Unterschiedlichkeit und in ihrer Rollenwahrnehmung sehr gut gezeichnet. Schon ihre Einführung als Geister, die etwas fordern, das sie nicht bekommen und daher eine unheilvolle Drohung aussprechen, ist sehr effektiv und lässt, etwas überraschend, auch in der Schilderung als lebende Menschen nicht nach.

Vater Gion hat zu Beginn in der Hauptsache die Rolle eines Stichwortgebers inne, was sich zum Ende der Erzählung aber noch ändern wird.

Das „Manko“ der Geschichte ist, dass man nicht viel über ihren Inhalt verraten kann, ohne dem Leser die Spannung zu nehmen. Als Stichwort sei daher vielleicht gesagt, dass nicht immer alles so ist, wie es zu sein scheint …

Nike Leonhard hat eine klare und stilistisch sichere Sprache, die sich zu keinem Zeitpunkt dazu versteigt, zu sehr die Epoche künstlich betonen zu wollen, in der die Handlung spielt – ein Fehler, den so mancher historische Roman macht. Die Geschichte wird flott erzählt und ist auch aufgrund ihrer Kürze gut am Stück durchzulesen.

Was ich mir gewünscht hätte, wäre eine größere Rolle der Geister nach ihrem Auftauchen zu Beginn. Ferner endet die Geschichte relativ abrupt.

Alles in allem waren das bis hierhin gute vier von fünf Sternen. Was Nike Leonhard den fünften Stern einbringt sind die Nachbemerkungen, die sie dem „Fluch des Spielmanns“ hintanstellt. Darin schildert sie nicht nur, wie sie auf die Idee zu dieser Geschichte gekommen ist, sondern sie bringt alles in einen Bezug zu den realen Verhältnissen jener Zeit, gibt ausführliche Hintergrundinformationen und führt damit eindrücklich vor Augen, dass eine vermeintlich locker-leichte Geschichte auf enormem Wissen und Sachverstand basieren kann, in diesem Metier vielleicht sogar muss, um den Anspruch des Lesers erfüllen zu können.

Mich hat der dritte Teil des Codex Aureus voll überzeugt und ich denke, dass es nicht mein letztes Werk aus diesem Zyklus gewesen sein wird, das ich lese. Ich wünsche Nike Leonhard, dass sie mit diesem Format ihre Leser finden wird!


Unter dem Label „Das Schreiben der Anderen“ veröffentliche ich Rezensionen, die ich zu Romanen von Autoren geschrieben habe, mit denen ich in den Sozialen Netzwerken oder auf andere Weise verbunden bin. Es handelt sich hierbei ausdrücklich nicht um Gefälligkeitsbesprechungen. Dies wäre nicht in meinem Sinne und auch nicht im Sinne der Autoren, die ich bespreche.

Alle Besprechungen erscheinen, ggf. in leicht abgeänderter Form, auch bei Amazon. Die Bewertung orientiert sich am dortigen Wertungssystem.

Dabei sein ist alles – Michael fährt zur Buchmesse in Leipzig

Der Titel des Beitrags sagt es eigentlich schon aus, aber ein paar Worte möchte ich dennoch dazu schreiben. Ihr habt hier auf meinem Blog hautnah mitbekommen, wie ich mit mir, der/den Buchmesse/n und meinem (fehlenden) Mut gehadert habe, an diesen Veranstaltungen teilzunehmen. Ich habe euch erzählt, dass die Rückblicke und Liveberichte von der Frankfurter Buchmesse bei mir ein ganz schales Gefühl hinterlassen haben.

Ich habe überlegt, überlegt und noch einmal überlegt. Und am Ende war es ganz einfach. Jedenfalls der Vorgang an sich.

Ich habe wertvolle Tipps bekommen von erfahreneren Messebesuchern. Diese lauteten, dass ich zunächst einmal vielleicht die Leipziger Buchmesse besuchen sollte, weil sie weniger überlaufen und familiärer als die Messe in Frankfurt ist. Ich hatte auch vorher schon mit Leipzig geliebäugelt, weil mein Eindruck anhand der Berichterstattung in den Medien ähnlich war.

Also ging ich auf Zimmersuche in Leipzig. Die Buchmesse bietet einen eigenen Buchungsservice über die Homepage in Zusammenarbeit mit verschiedenen Hotels an. Man kann aber auch Hoteldienstleister wie trivago, hotel.de oder ähnliche benutzen.

Natürlich wissen alle diese Hotels, dass es Ende März in Leipzig Messezeit ist. Dementsprechend sehen die Preise aus. Da ruft dann selbst ein IBIS-Hotel, das nun wirklich nicht für überbordenden Komfort bekannt ist, Preise jenseits der 100€-Marke für eine Übernachtung – ohne Frühstück! – auf.

Der entscheidende Tipp für jemanden wie mich, der keine Ahnung hat, wie man als Einzelperson günstig in eine unbekannte Stadt fährt (das Los der Familienväter) kam dann aus dem Kreis meiner Blogleser: Über die Seite airbnb.com bieten Privatleute ihre Wohnungen oder Zimmer zur Miete an.

Ich habe jetzt ein nettes 1-Zimmer-Apartment mit voll ausgestatteter Küche, Schlafcouch, WLAN und ansehnlichem Bad für 69€ die Nacht gebucht.

Damit steht fest, dass ich vom 24.03.2017 bis zum 26.03.2017 in Leipzig sein werde. Das gibt mir Gelegenheit, mich in aller Ruhe umzusehen, Veranstaltungen zu besuchen, mich nicht hetzen zu müssen – und vielleicht ja den einen oder anderen von euch dort zu treffen!?

Ich muss gestehen, ich bin ein wenig aufgeregt und das mulmige Gefühl wird sich schon auch noch irgendwann einstellen. Aber im Moment freue ich mich einfach, dass ich diesen Schritt gemacht und mich überwunden habe.

Ob ich dann vielleicht im März schon mit Fug und Recht von mir behaupten kann, Autor im Sinne der Anklage zu sein? Na, das wäre doch was!

In diesem Sinne: Leipzig, ich komme!

Kurz gemeldet: Bücherinsel geht nicht unter!

Hey, das ist mal eine Meldung, die mich freut!

Vor einigen Wochen hatte ich hier an dieser Stelle berichten müssen, dass die Bücherinsel, die einzige Buchhandlung in Duisburg-Rheinhausen, also meinem heimatlichen Kiez, wegen Geschäftsaufgabe und fehlendem Nachfolger schließen müsse.

Heute geht nun die Meldung durch die Ticker, unter anderem hier beim Börsenblatt, dass die Mayersche Buchhandlung die Bücherinsel übernimmt und unter dem Namen „Mayersche Bücherinsel“ weiterführt.

Mich freut, dass damit die Versorgung mit Büchern bei mir im Stadtteil gewahrt bleibt. Mich freut, dass alle Angestellten der Bücherinsel ihre Jobs behalten.

Und beinahe versöhnt es mich mit der Mayerschen, die ja eine gewisse Kurzgeschichten-Ausschreibung kurz vor Ultimo gestoppt haben.

Nein, ganz ehrlich: Das sind doch mal wirklich gute Nachrichten! Auch wenn ich Schwierigkeiten habe, mir eine Mayersche Buchhandlung auf nur 120m² vorzustellen. Das werde ich mir auf jeden Fall anschauen, wenn es ab 01.12. soweit ist!

Wir geben ab zur Werbung (9) Buchverlosung zum Roman „Love Me – The Hard Way“ von Margaux Navara

Achtung:
Auf ausdrücklichen Wunsch der Autorin weise ich darauf hin, dass es sich beim Gegenstand der Verlosung um ein nicht jugendfreies Werk handelt! Also bitte ich alle Minderjährigen, weiterzugehen. Für euch gibt es hier nichts zu sehen!


Was ist denn jetzt los, mag sich vielleicht der eine oder andere fragen. Will der Michael jetzt etwa zu jeder einzelnen Buchverlosung im Internet einen Hinweis schreiben? Auch eine Methode möglichst schnell die 1.000 Beiträge voll zu bekommen (und die nächste Kurzgeschichte zu verlosen, die nicht fertig wird …).

Nein, ganz so ist es nicht. Ich habe gute Gründe, genau diese Verlosung von dieser Autorin ein wenig zu promoten.

Wie ihr anhand meiner früheren Leseproben wisst, kommen in einigen meiner Romane auch Passagen vor, in denen es sexuell durchaus zur Sache geht. Sex und Erotik ist in Romanen immer eine ganz schwere Geschichte, weil es sich dabei um Gefühle und auch Handlungen oder Wünsche handelt, die jeder Mensch kennt, hat und, wenn er Glück hat, auch aktiv praktizieren kann. Das heißt, dass man sich als Autor leicht in die Nesseln setzt.

Deswegen wandert erotische Literatur immer am Rande der Lächerlichkeit vorbei. Oder am Ran der plumpen Pornographie. Oder am Rand der Belanglosigkeit.

Margaux Navara gehört zu den Autorinnen, die meiner Meinung nach die richtige Mischung hinbekommen, um diesen Stolperfallen zu entgehen. Neben den Kurzgeschichten, die sie auf ihrer Homepage veröffentlicht, hatte ich auch schon das Vergnügen, ihren letzten Roman zu lesen, der zwar aufgrund seiner Verankerung im BDSM-Umfeld nicht jedermanns Sache sein, aber in Zeiten von 50 Shades of Grey jetzt auch niemanden mehr über die Maßen schockieren dürfte.

Dazu hat sie eine Bildsprache und einen Stil, der ihre Geschichten über das Gros der „erotischen“ Stories hinaushebt, das man so finden kann, wenn man sich zum Beispiel bei Amazon mal durch die einschlägigen Kategorien klickt.

Und als ob es sonst noch einer weiteren Motivation bedurft hätte, pflege ich einen guten Kontakt zu Margaux, der mich schon in der einen oder anderen Hinsicht ein ganzes Stück weitergebracht hat, was meine eigene Schreibe angeht.

Ich jedenfalls habe meinen Hut in den Ring geworfen und auch wenn es meine Chancen, eines der Leseexemplare zu gewinnen, drastisch verringert, kann ich euch nur empfehlen, es auch zu tun.

Noch einmal der Hinweis von oben: Der Roman „Love Me – The Hard Way“ ist nicht jugendfrei! Ich bitte euch, das zu beachten. Aber mal ehrlich – es wäre doch nur der halbe Spaß, wenn er es wäre, oder 😉 ?

Ein neuer Roman und wenig Schlaf

In der letzten Nacht habe ich nur wenig Schlaf bekommen. So wenig, dass ich heute Morgen, als ich den Wecker ausschalten wollte (dessen Piepsen ich nur im Halbschlaf wahrnahm), die Nachttischlampe mit Karacho vom Nachttisch gefegt habe. Zum Glück war ich sowieso der Letzte, der aufgestanden ist, ansonsten hätte mir das sicherlich mehr schlechte Presse eingebracht.

Und wieso bekam ich keinen Schlaf? Weil unter anderem das Kurzgeschichtendilemma in meinem Kopf rotierte und rotierte und rotierte.

Für die, die gestern nicht hier vorbeigeschaft haben: Es geht darum, dass die Kurzgeschichte, die ich aufgrund der Begriffe von Nike Leonhard zu schreiben begonnen habe, gerne ein eigenständiger Roman werden möchte. Zumindest ein kurzer. Das merke ich daran, dass sich immer mehr Szenen aufdrängen, das Hintergrundgeschehen wichtiger wird und einige Personen anfangen, sich zu entwickeln, wo in einer Kurzgeschichte kaum Raum für Entwicklung ist.

Irgendwann so um ein Uhr herum traf ich schließlich meine Entscheidung.

Ich werde diesen Roman schreiben und er wird den (Arbeit-)Titel bekommen, den auch die Kurzgeschichte haben sollte: „Der Goldene Tod“. Und nicht nur das, ich werde versuchen, ihn im Rahmen des National Novel Writing Months zu schreiben, also 50.000 Wörter in 30 Tagen zu produzieren.

Gleichzeitig will ich deswegen aber nicht meine anderen Projekte vernachlässigen. Da ist zunächst einmal die Geschichte für Nike, die ich ganz neu konzipieren und aufziehen muss. Ich habe sogar schon eine Idee, wobei da noch ein wenig Gehirnschmalz fließen muss. Auf jeden Fall kann ich jetzt schon ausschließen, dass da auch wieder ein Roman draus erwachsen könnte ;-).

Dann „Der Beobachter und der Turm“ und die Fertigstellung des fünften und letzten Entwurfs, bevor das Ding ins Lektorat geht. Oder … nein, das behalte ich mal noch für mich. Weil ich mir nicht schlüssig bin.

Ich bin mit dem NaNo zwar schon verdammt spät dran, aber ich werde versuchen, ihn trotzdem noch so gut wie möglich vorzubereiten. Ja, richtig gelesen! Ich, einer der überzeugtesten Discovery Writer unter dieser Sonne, habe vor, mir im Vorfeld schon Gedanken zu machen. Zumindest möchte ich mir genauere Hintergründe zu den auftretenden Personen überlegen, vielleicht eine Karte meiner Schauplätze zeichnen und, das vor allem, eine Szenenübersicht erstellen. Alles Dinge, die ich nicht zum ersten Mal mache, die ich aber schon lange, lange nicht mehr getan habe. Um genau zu sein habe ich meine letzte Szenenfolge vor 20 Jahren für meinen vierten Roman „Lichter“ erstellt.

Das bedeutet, meine lieben Leserinnen und Leser, dass der Ausschnitt aus der eigentlich geplanten Kurzgeschichte, wie ich ihn letzte Woche online gestellt habe, obsolet geworden ist. Aber ich verrate euch nicht zu viel, wenn ich sage, dass mein Protagonist bestehen bleibt. Und auch seine Profession bleibt die gleiche.

Ich bin gespannt, ob das alles so funktioniert, wie ich mir einbilde, es schaffen zu können. Auf jeden Fall freue ich mich wahnsinnig auf die Arbeit am neuen Roman. Und selbst wenn ich den NaNo nicht hinkriegen sollte, weil andere Dinge dazwischen kommen, ist das nicht sonderlich ärgerlich. Dabei sein ist doch bekanntlich alles, oder?

Ich werde euch auf jeden Fall weiter auf dem Laufenden halten, wenn ihr mögt. Und heute Nacht hoffentlich wieder ein bisschen mehr schlafen …

Im Kurzgeschichtendilemma

Die Fakten liegen klar auf dem Tisch: Schreibe eine Kurzgeschichte, in der es um Geister geht, die irgendwas mit dem Stichwort „Goldener Tod“ zu tun hat und deren Schlussfloskel das altbekannte „zu mir oder zu dir“ aufgreift. So hat Nike Leonhard es sich gewünscht und in diesem Fall ist ihr Wunsch mir Befehl gewesen, denn schließlich hat sie durch den Sieg im Bloggewinnspiel allen Anspruch darauf erworben.

Und jetzt ist etwas passiert, was auch als Fakt auf dem Tisch liegt, aber so in keinster Weise geplant war: Die Geschichte fängt an, mir über den Kopf zu wachsen. Und das bitte ich wörtlich zu verstehen, also nicht in dem Sinne, dass sie mich überfordert, oder so, sondern in dem Sinn, dass sie wächst.

Sie wächst und gedeiht sogar in dem Maße, dass man nicht mehr davon reden kann, dass sie eine klassische „Kurz“geschichte wird.

In diesem Moment hat die Story ungefähr 4.500 Worte und befindet sich streng genommen noch in der Einleitung. Und das ist so, weil mir das passiert ist, was mir so häufig passiert: Mit den einzelnen Ideen kamen mehr Ideen und mehr Details. Und die Details verbinden sich zu Szenen. Die Szenen summieren sich auf zu einer Handlung. Und diese Handlung lässt sich eben nicht auf wenigen Zeilen erzählen!

Ich befinde mich in einem echten Dilemma. Denn ich habe Nike eine Kurzgeschichte versprochen und eine Kurzgeschichte soll sie auch bekommen. Aber heißt das, dass ich mich mit der Geschichte, die ich gerade zu schreiben begonnen habe, selber zensieren muss, um sie auf einer gewissen, tolerierbaren Kürze zu halten?

Klar, ich könnte viele Sachen einfach weglassen. Im Moment schildere ich eine Szene, in der viel miteinander gesprochen wird. Klassische Charakterbildung. Braucht es für die Kurzgeschichte eigentlich nicht. Und dennoch ist es genau das, was mir aus den Fingern fließt.

Ich kann aber ja auch nicht sagen: So, liebe Nike, aus der exklusiven Kurzgeschichte ist leider ein exklusiver Kurzroman geworden. Ich denke nicht, dass das im Sinne des Erfinders, also von mir, wäre. Und ich denke nicht, dass das in Nikes Sinne wäre.

Ich muss jetzt eine Entscheidung treffen. Noch kann ich den Hebel wieder umlegen und zurückgehen zur Kurzfassung. Aber dann wird das Gefühl bleiben, dass da mehr Potenzial drin gelegen hätte. Und ich bin nachtragend mir selbst gegenüber, was solche Gefühle angeht.

Oder ich schreibe eine Kurzfassung und erweitere die anschließend (etwa im Rahmen des NaNoWriMo) zum Kurzroman. Dann gibt es allerdings das Problem, dass die „Auflösung“ der ganzen Geschichte schon bekannt wäre. Denn die steht ja quasi schon fest durch das, was Nike mir vorgegeben hat.

Es gibt noch eine dritte Möglichkeit, welche mir die größte Flexibilität gewähren würde, mich aber gerade vor ein kleines Problem stellt. Ich überlege mir einfach noch eine weitere Geschichte ausgehend von Nikes Vorgaben, die von der, die ich schreiben möchte, unabhängig ist. Ich bitte darum, das Wort „einfach“ in ganz, gaaanz dicke Anführungszeichen zu setzen.

Es ist ein Dilemma. Ein Kurzgeschichtendilemma. Und ich habe es mir im vollen Umfang alleine eingebrockt. Manchmal kann ich ganz schön ätzend zu mir selbst sein, findet ihr nicht auch?

Ich werde einfach noch ein wenig überlegen müssen und in dieser Zeit, so schwer es mir fällt, nicht an der Geschichte weiterschreiben. Dabei möchte sie eigentlich genau jetzt nach draußen kommen!

Und ich war mir doch so sicher, dass ich a) diesen NaNo ausfallen lasse und b) als nächsten Roman mal wieder was „realistisches“ schreibe. Ganz zu schweigen von c), dass ich „nur“ eine Kurzgeschichte schreiben wollte.

Seufz.

Nach der Buchmesse ist vor der Buchmesse

In Frankfurt ist gestern die diesjährige Buchmesse zu Ende gegangen und wie ihr wisst, habe ich nicht daran teilgenommen. Ich habe in vergangenen Beiträgen an dieser Stelle schon einen kleinen Einblick darauf gegeben, wieso ich nicht dort gewesen bin. Also weiß ich nicht, inwiefern es euch interessiert, das noch einmal zu lesen. Es kann sein, dass ich mich wiederhole und Wiederholungen sind meistens langweilig. In diesem Fall danke ich euch für eure Aufmerksamkeit und wünsche euch schon jetzt viel Spaß mit dem Beitrag von morgen.

Ihr seid noch da? Das ist lieb von euch! Dann will ich die Gelegenheit nutzen, über meine Gefühle der Buchmesse gegenüber zu schreiben.

Ich bin ein Mensch, der ziemliche Probleme mit Großveranstaltungen hat. Zu manchen Messen bin ich zwar schon gegangen, aber das war dann meistens mehr in Begleitung meiner Frau und weniger, weil ich ein großes Eigeninteresse gehabt habe. Der Grund dafür ist einfach, dass mir die Menschenmassen Angst machen. Ich werde furchtbar nervös, wenn ich mich in einer Halle mit jeder Menge anderen Menschen dränge.

Früher hatte ich da noch keine Probleme mit. Ich erinnere mich an so manche Cebit in den 90ern, als die Veranstaltung noch cool und spaßig war. Das hat mir gar nichts ausgemacht.

Aber auf einer Buchmesse würde ich mich, fürchte ich, doch ziemlich verloren fühlen.

Das hat einfach damit zu tun, dass mich das Thema Bücher, Verlage, Selfpublishing, etc. in Bezug auf meine Beteiligung daran immer noch ungemein nervös macht. Ich tue zwar angelegentlich so, als ob ich anfange, diese Dinge in den Griff zu bekommen, aber das ist nicht ganz die ungeschminkte Wahrheit. Deswegen kann ich mir nur schwer vorstellen, das zu tun, wofür solche Messen halt da sind:

  • Besuch von Fachvorträgen, wo jeder weiß, dass du ein Autor bist
  • Gespräche mit Verlagsmitarbeitern, falls es sich ergibt
  • Treffen mit anderen Menschen, die man sonst nur aus dem Internet kennt
  • Womöglich auch noch aktives Herzeigen von einem (dann hoffentlich endlich mal veröffentlichten) Buch

Ich habe die Berichterstattung vieler Bloggerinnen und Blogger von der Frankfurter Buchmesse ebenso wenig intensiv begleitet, wie ich mich auf Twitter herumgetrieben habe. Den Grund dafür hatte ich schon einmal genannt: Ebenso, wie mir die Vorstellung, mittendrin statt nur dabei zu sein Angst bereitet, löst sie doch eine gewisse Form von Sehnsucht aus. Sehnsucht der Sorte, die nicht mal eben weggeht. Das ist eigentlich ja durchaus ein gutes Zeichen und Signal meines Körpers an mich, der mir mitteilen will, dass ich für die Dinge, die da in Frankfurt und im Frühjahr in Leipzig passieren, brenne. Dass ich da keine Liebhaberei habe, sondern ein wirkliches Interesse – und das bei Weitem nicht nur unter dem Aspekt einer möglichen „Karriere“ als Schriftsteller.

Was mir fehlen würde, wäre eine Art Guide. Jemand, der mich ans Patschhändchen nimmt und sagt: Mache dir keine Sorgen, ich passe auf dich auf. Denn ich bin mir nicht sicher, ob ich das in diesem Setting für mich selber erreichen könnte. Zumal ich jetzt nicht der Mensch bin, der freudestrahlend auf andere zugeht, sich vorstellt und dann ganz zwanglos losplaudert.

Aber so sehr ich mich auch bemüht habe, ich konnte die Buchmesse selbstverständlich nicht ignorieren. Und jetzt, wo die ganzen Nachlesen und Fazits kommen, wird es noch einmal doppelt so schwer. Die letzten Tage waren schon nicht einfach, wo ich mich gefragt habe, ob ich nicht einfach einen Knall habe, dass ich nicht zur Messe gefahren bin.

Und diese Frage ist es auch, die mich jetzt bereits über das kommende Jahr nachdenken lässt. Soll ich es einfach wagen? Was habe ich zu verlieren? Eigentlich nichts, denn die Messe wäre für mich auch abseits jeglicher anderer Dinge als Besucher schon superspannend. Also stünden auch Ausgaben für Anreise und Hotel nicht auf der Verlustseite. Meine Frau hat mir auch schon gesagt, ich solle mir für nächstes Jahr doch einfach einen Aufenthalt organisieren.

Die Leipziger Buchmesse findet vom 23. bis 26. März statt. Und Frankfurt ist, welch Wunder, in etwa einem Jahr wieder, genauer gesagt vom 11. bis 15. Oktober. Dann kommt die Frage danach, welche Messe man besucht, was man eigentlich will, usw. usf.

Aber vorher muss ich, glaube ich, Mut schöpfen. Wie macht man das, Mut schöpfen?

Oder ich springe einfach ins kalte Wasser. Auf die Gefahr, vor lauter Kälte einen Herzschlag zu erleiden.

Ich weiß es noch nicht. Ehrlich nicht. Aber ich weiß, dass nach der Buchmesse vor der Buchmesse ist. Und dass für mich genau jetzt die Überlegungen anfangen müssen, ob ich 2017 mit dabei sein möchte.

Der Sonntagsreport vom 23.10.2016

Guten Tag, meine Lieben!

Heute ist wieder einer dieser Tage, die einem gefühlt unter den Fingern herflutschen. Kaum ist man aus dem Bett aufgestanden, ist es auch schon wieder Viertel nach vier. Und nein, das bedeutet nicht, dass ich bis fünfzehn Uhr im Bett gelegen habe. Allerdings habe ich das Gefühl, dass sich eine Erkältung im Anzug befindet. Es könnte also durchaus sein, dass es mir mit dem langen Schlafen besser gehen würde. Egal, dann wäre ja noch weniger Zeit übrig geblieben.

Wie ihr wisst, habe ich mich die letzten Wochen sehr stark darum gekümmert, mir die finanziellen Polster zuzulegen, um die im Selfpublishing unweigerlich auf mich zukommenden Kosten aufzufangen. Dafür habe ich bis dato in der Hauptsache eBay genutzt. Jetzt habe ich mir überlegt, auch noch einmal bei reBuy für einige andere CDs zu schauen, was denn da so angeboten wird.

Viele Menschen kennen ja das Phänomen: Hat man erst einmal mit dem Ausmisten angefangen, fällt es sehr schwer, wieder damit aufzuhören. Und auch wenn mir die ganze Verkauferei in den letzten Wochen schon zunehmend an die Nieren (lies: auf die Nerven) gegangen ist, so weiß ich die regelmäßigen Geldeingänge auf meinem Konto doch durchaus zu schätzen.

Das Dumme ist nur, dass man bei reBuy ja einen Festpreis angeboten bekommt, den man nun annehmen oder es bleiben lassen kann. Und wenn dann für eine CD, die man selber für vielleicht zwanzig Euro gekauft hat, auf einmal nur ein Ankaufwert von 56 Cent ausgeworfen wird, dann zwickt das schon ein bisschen im Sammlerherz.

Jetzt weiß ich, dass der reBuy-Algorythmus bei manchen Dingen einfach nicht funktioniert. Ich hatte zwei gesuchte Sammlerstücke, die ich u.a. verkauft habe. Ich möchte keine genauen Zahlen nennen, aber beide CD-Boxen haben jeweils deutlich über 150 Euro eingebracht. Was hätte ich bei reBuy dafür bekommen? Wenn ich mich richtig erinnere, waren es im einen Fall 2,24 Euro und im anderen 3,26 Euro.

Das sind Erfahrungen, die prägen. Deswegen bin ich jetzt also hingegangen, habe erst einen Warenkorb bei reBuy angelegt, was mit dem Smartphone schön einfach geht, und mich dann am Rechner hingesetzt und die Preise mit eBay abgeglichen. Dabei weiß ich, dass eBay gemäß seiner Natur als Auktionshaus immer auch ein wenig Glücksspiel ist.

Das Ergebnis ist jedenfalls, dass ich einen Teil der CDs bei reBuy verkaufe und einen anderen Teil bei eBay einstellen werde. Auch wenn das wieder Zeit kostet, die mir dann an anderer Stelle durch die Finger flutscht.

So habe ich heute noch keine Zeile geschrieben, bis ich mit diesem Beitrag angefangen habe. Aber das werde/will ich noch nachholen, denn ich habe schließlich ein Versprechen einzulösen.

Also gehen wir in medias res.

Mein Schreiben:

Meinem Schreiben hat es alles andere als gut getan, dass der Urlaub vorbei und die Arbeit wieder an der Tagesordung war. Ich hatte, wie ich in einem Blogbeitrag ja schon schrieb, enorme Probleme, mich wieder in diesen anderen Turnus einzufinden. Und ich habe mich sehr darüber geärgert, weil ich den „Beobachter“ gefühlt bald so weit habe, wie ich ihn haben möchte. Deswegen bin ich froh, berichten zu können, dass ich es gestern geschafft habe, mich um einige der wesentlichen Baustellen an diesem Manuskript zu kümmern. Es geht, im weitesten Sinne, um den Punkt „Charaktermotivation“, zu dem ich nicht mehr schreiben kann, weil ich keine Lust habe, mehr zu verraten ;-).

Mit ein bisschen Glück schaffe ich es vielleicht in dieser Woche, die anderen kleinen Probleme auch noch zu lösen und dann die Anmerkungen meiner Testleser so weit, wie ich ihnen Folge leisten möchte, eingearbeitet zu haben. Eigentlich auch ein Wahnsinn, wenn man sich mal vor Augen führt, wie lange das jetzt schon dauert, nicht wahr?

Aber es soll ja so gut wie möglich werden. Weil es vielleicht mein erstes veröffentlichtes Manuskript wird, auch wenn ich da noch mit einem Gedanken spiele … der im Moment nicht mehr ist als ein Gedankenspiel und deswegen (noch?) nicht verraten wird. Außerdem habe ich ja noch ein anderes Manuskript, nämlich das zu „Der Morgen danach“ in einer Warteschleife hängen, bei der mir eine Rückmeldung quasi zugesichert wurde.

Stichwort Zusicherung: Ich habe ja der Gewinnerin des kleinen Bloggewinnspiels, der lieben Nike Leonhard, zugesichert, dass sie ihre Geistergeschichte noch in diesem gruseligsten aller Monate eines Jahres bekommen soll. Nun passierte mir erst dasselbe wie beim „Beobachter“, nämlich dass ich keinerlei Zugang zum Schreiben bekam. Ich hatte eine vage Idee im Kopf, aber das reichte nicht.

Bis dann am Freitag, endlich, der Knoten geplatzt ist und ich die ersten Seiten schreiben konnte. Gestern kamen noch ein paar dazu und heute sollen es auch noch mehr werden. Apropos „mehr“ – ich bin mir noch nicht sicher, wie umfangreich die Geschichte wird. Sie wächst mir wieder mal zusehends unter den Fingern auf der Tastatur. Ich muss mich also ranhalten, wenn ich mein Ziel erreichen möchte!

Mein Blog

In dieser Woche lief der Blog rein besuchertechnisch wieder auf extremer Sparflamme. Wenn ich nicht in der Zwischenzeit gelernt hätte, ein wenig gelassener damit umzugehen, hätte ich guten Grund gehabt, aufgrund der Zugriffszahlen die Tränenschale hervorzuholen. Ob es wirklich damit zu tun hat, dass in Frankfurt Buchmesse ist? Kann ich mir eigentlich nicht vorstellen.

Aber es liegt sehr wahrscheinlich auch daran, dass ich mich in der vergangenen Woche wieder einmal auf anderen Blogs tendenziell etwas rar gemacht habe. Wie das eben so ist, wenn die Zeit durch die Finger flutscht …

Multimedia

Angestachelt durch meinen eigenen Wunsch, eine Rezension zu den Büchern zu schreiben, habe ich in dieser Woche den ersten Band von Clive Barkers „Büchern des Blutes“ gelesen. Genau die passende Unterhaltung für den Weg zur Arbeit und zurück und in kleinen Häppchen gut konsumierbar. Ich denke, dass ich die anderen Bücher der Reihe auch mal wieder lesen werde.

Ansonsten gibt es kaum etwas Neues zu berichten. Was Multimedia angeht, war ich diese Woche extrem unwillig. Ich habe den Rest des Alien-Hörspiels gehört (und die Hälfte schon wieder vergessen, was einen zweiten Hördurchgang erforderlich machte) und als Film nur den vierten Teil der Schlachterserie „SAW“ gesehen. Aber ich glaube kaum, dass euch die blutigen Details hierzu interessieren, oder?

Famous Last Words

Meine Zahnfüllung ist übrigens wieder in Ordnung und sie hat gar nicht viel gebohrt! Aber wir haben festgestellt, dass ich eine neue Aufbissschiene brauche. Das sind diese Dinger, die verhindern sollen, dass man in der Nacht zu viel mit den Zähnen knirscht. Und so, wie meine Schiene aussieht, knirsche ich nicht nur, sondern ich spiele den großen bösen Wolf und reiße und beiße an ihr herum.

Und wenn da nicht noch mehr Arzttermine diese Woche wären, würde ich mich vielleicht insgesamt auch ein wenig gesünder fühlen.

In diesem Sinne schniefige Grüße von eurem

Michael