Liebster Award – Six Feet Under Edition

Manche Dinge werden niemals alt und werden mir auch niemals über sein. Dazu gehört auf jeden Fall die Beantwortung von Fragen im Rahmen des sogenannten „Liebster Award“. Inzwischen bin ich zum sechsten Mal nominiert worden und ich empfinde das immer noch bei jedem Mal als eine große Freude und auch Auszeichnung! Manche Blogger stört es ja, wenn sie öfter als ein- oder zweimal dran glauben müssen. Dabei tut die Beantwortung der Fragen meistens gar nicht weh, macht Spaß und die Leser freuen sich, wieder ein klein wenig mehr von dem betreffenden Blogger erfahren zu haben.

In diesem Sinne bedanke ich mich bei Nike Leonhard für die Fragen. Mein heikles Thema bleibt, wie immer, die Nominierung von weiteren Kandidaten für den Award. Ich glaube, ich habe noch keine Antwort auf die Nominierungen von Award Nummer 5 bekommen. Jedenfalls keine, die wirklich auf die Fragen eingegangen wäre. Da muss ich ein klein wenig schimpfen ;-).

Aber jetzt begebe ich mich erst einmal an die Fragen von Nike, bevor ich noch der bin, der ausgeschimpft wird. Diesmal hat es schließlich lange genug mit den Antworten gedauert …


1. Beschreibe dich selbst in fünf Sätzen?

Ich bin ein Realist, der sich eine Zeit lang als Pessimist versucht hat und nun versucht, auf Optimist umzuschulen. Meine Erfahrungen im Leben haben mir gezeigt, dass es sowieso nur Mischformen gibt. Es gibt eine ganze Reihe von Dingen und Werten, die mir wichtig sind und auf die ich Wert lege. Wenn mich das zu einem Spießer macht, dann stehe ich da drüber. Und über mir steht nur noch meine Familie.

2. Bist du ein Hunde- oder ein Katzenmensch?

Ich bin eindeutig ein Katzenmensch. Das hat vordergründig etwas damit zu tun, dass mir Hunde einfach zu anstrengend sind (mal ehrlich, das dauernde Gassi-gehen!), hintergründig aber etwas mit dem Wesen der Tiere. Hunde sind mir häufig einfach zu treu-doof. Es mag Situationen geben, in denen das ganz angenehm ist, aber ich mag es, dass Katzen ihren eigenen Kopf besitzen. Und je nach Exemplar können die ja auch sehr kuschlig sein. Zurzeit haben wir einen sehr alten Kater im Haushalt, ein „Erbstück“ von meinen Schwiegereltern.

3. Was liest du gerade? Bitte poste die ersten drei Sätze von Seite 3.

Ich hoffe, das wird mir jetzt nicht als fiese Form der Schleichwerbung ausgelegt, aber im Moment lese ich tatsächlich nur in meinem eigenen Manuskript. Ich hatte zwar ein anderes Buch angefangen, aber schnell wieder zur Seite gelegt, weil ich gemerkt habe, dass ich mich nicht gleichzeitig auf die Überarbeitung und einen Roman konzentrieren kann. Also werdet ihr hier mit den ersten drei Sätzen meiner dritten Seite Vorlieb nehmen müssen:

Wieder wäre er beinahe stehen geblieben. Aber dann besann er sich eines Besseren und rannte los. Die Richtung, in die er sich wandte, war ihm dabei egal.

4. Welche Art von Musik hörst du?

Das ist so eine klassische „Alles und Nichts“-Frage. Aber mein Herz schlägt definitiv am lautesten für alles Elektronische. Und da gerne die alternativen Bands, wie VNV Nation, Covenant, Apoptygma Berzerk, And One. Aber auch Bands wie OMD, Alphaville, Camouflage, die eher traditionellen Synthiepop machen. In den letzten Jahren bin ich aber insgesamt (wieder) viel toleranter geworden, was Musik angeht und kann auch mit vielen Sachen aus den Charts etwas anfangen. Mein zuletzt gekauftes Album war „Blood“ von Project Pitchfork und ich freue mich darauf, dass in diesem Jahr noch ein neues Album der Band The Birthday Massacre erscheinen wird.

5. Was hat dich zum Bloggen gebracht?

Dies ist der dritte Blog, den ich führe. Der erste war ein rein privater Blog, den außer mir und einer Freundin wahrscheinlich auch kein Mensch gelesen hat. Er diente mir oft als Ventil dafür, meinen Frust abzulassen. Der zweite Blog, der unter der Domain hoerviews.de lief, war ein Nachfolger meiner gleichnamigen Rezensionsseite für Hörspiele, Filme und Musik.

Die Entscheidung, diesen Blog hier zu führen, kam aus der Entscheidung heraus, mit dem Schreiben und Veröffentlichen von Geschichten langsam ernst zu machen. Ich dachte mir, dass es für mich vielleicht Motivation sein könnte, wenn ich mir die verschiedenen Fortschritte auf diese Weise protokolliere und auch, wie beim ersten Blog, einen Ort hätte, an dem ich mich mit den Dingen befassen kann, die nicht so gut klappen.

6. Was sind die Themen deines Blogs?

In meinem Blog geht es eigentlich ausschließlich um das Thema Schreiben. Dabei lege ich mir aber keine Scheuklappen an, sondern schaue auch nach links und rechts. Deswegen sind Berichte über meine Arbeit, Neuigkeiten aus der Welt des Buchs, Gedanken zu Meldungen aus dem Bücherbetrieb, Arbeitstipps, Geschichten und alles, was mir gerade einfällt, bunt gemischt durcheinander.

7. Wen willst du mit deinem Blog ansprechen?

Darüber habe ich mir, wenn ich ehrlich sein soll, nie Gedanken gemacht. Und wenn ich noch ehrlicher sein soll, so bin ich nach wie vor und jeden Tag erstaunt, was für eine Bandbreite an Lesern mein Blog inzwischen hat. Ich freue mich sehr darüber, aber das Staunen bleibt.

Ich versuche, durch die oben angegebene Mischung, für jeden etwas zu bieten, der sich für Geschichten interessiert. Bis jetzt scheint mir das ganz gut zu gelingen :-).

8. Außer der Bloggerei – was treibst du noch so?

Leider relativ wenig im Moment, wenn ich unter der Bloggerei auch die ganze Arbeit an meinen Texten fasse. Ich würde gerne wieder mehr Sport machen, mich mehr um meine Filmsammlung kümmern (ich liebe Filme!). Ansonsten habe ich Frau und Kinder, da ist schon einiges an Zeit gebunden.

9. Wenn du eine Zeitmaschine hättest, wohin würdest du reisen?

Wenn ich davon ausgehe, dass die Zeitmaschine ortsgebunden ist, ich also nur in der Zeit und nicht im Raum reisen kann, dann würde ich wahrscheinlich in die Römerzeit zurückreisen. Hier am Niederrhein hatten diese ihre am weitesten vorgeschobenen Außenposten gegen das „Barbarentum“ auf der anderen Seite des Rheins. Das stelle ich mir spannend vor.

Wenn ich mir gleichzeitig auch einen Ortswechsel erlauben kann, dann würde ich, glaube ich, in das München der 20er-Jahre reisen. Ich interessiere mich sehr für die Zeit nach dem Zusammenbruch des Kaiserreichs und auch für die Entstehung der extremistischen Strömungen in Deutschland. Ich fände es zum Beispiel sehr spannend, einer Rede des jungen Adolf Hitler zuzuhören.

Und danach würde ich die Geschichte aus Stephen Kings „Der Anschlag“ nachspielen und Hitler töten. Nein, würde ich nicht und zwar weil ich glaube, dass das Land, in dem wir jetzt leben, ganz in Ordnung ist. Und es ist nun einmal Resultat seiner Geschichte mit allen Grausamkeiten und allen Verbrechen, die darin liegen. Wer weiß, wie unser Land ansonsten aussehen würde.

10. Stell dir vor, du könntest dir ab sofort jeden Wunsch erfüllen; egal, was es kostet, aber du hast nur noch ein Jahr zu leben. Was tust du?

Zunächst einmal würde ich dafür sorgen, dass alle meine bisher geschriebenen Romane ordentlich lektoriert und veröffentlicht würden. Das wäre mein eigenes Vanity-Projekt. Aber in der Hauptsache würde ich mir überlegen, was meine Familie nach meinem Ableben brauchen würde. Deswegen würde es wahrscheinlich auf Geld hinauslaufen, denn das macht zwar nicht glücklich, aber es ermöglicht Sicherheit.

Um mein Ableben würde ich mir für mich persönlich gar nicht so viele Sorgen machen. Ich habe meinen Frieden mit meiner Sterblichkeit bereits vor langer Zeit gemacht.


So, das waren Nikes Fragen an mich und wir kommen zu dem Part, der mir immer am meisten „Spaß“ macht: Den Nominierungen. Aber ich finde es auch immer ein wenig doof, wenn ich den Showstopper für den Award gebe. Deswegen nominiere ich zwar, aber nicht ganz so viele Blogger, weil, siehe Beitragsanfang, ganz viele ja schon nicht mehr nominiert werden wollen.

Meine Nominierungen lauten daher auf

Erin J. Steen und Hanna Mandrello sowie alle, die sonst noch gerne meine Fragen beantworten möchten. Vielleicht erinnert sich ja die eine oder andere noch daran, dass es da noch ausstehende Fragen gibt? 😉

Apropos Fragen, hier sind meine:

  1. Angenommen, das Bloggen würde verboten. Würdest du dich dran halten?
  2. Hast du ein Ritual, das für dich unverzichtbar ist?
  3. Kannst du gut mit deinen Emotionen umgehen?
  4. Du strandest auf einer einsamen Insel. Welches Buch hättest du am liebsten bei dir, um die Zeit bis zu deiner Rettung zu vertreiben?
  5. Wenn du einer Romanfigur die Hand schütteln und dich mit ihr unterhalten dürftest: Welche wäre das?
  6. Das Ende welchen Buches würdest du gerne umschreiben – und warum?
  7. Und welches Buch schreit geradezu nach einer Fortsetzung?
  8. Als du an einem Morgen die Jalousien hochziehst stellst du fest, dass draußen die apokalyptischen Visionen von H.P. Lovecraft Wirklichkeit geworden sind. Und jetzt?
  9. Du hast die wundersame Macht erhalten, einen Konflikt, der auf der Erde schwelt, sofort lösen zu können. Welchen würdest du nehmen?
  10. Jemand drückt dir unvermittelt 100.000 Euro in die Hand, aber du musst dich sofort entscheiden, was du damit machst, sonst sind sie weg. Was antwortest du?
  11. Angenommen, du hättest die Chance, deinem jüngeren Ich einen einzigen Ratschlag zu erteilen. Wie alt ist dieses Ich, dem du raten möchtest?

So, das soll es von mir an dieser Stelle gewesen sein. Ich wünsche euch noch einen angenehmen Freitag und dann einen guten Start ins Wochenende. Ich selber muss nächste Woche leider wieder arbeiten (Buuuuuh!).

Beste Grüße
Michael

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56 Gedanken zu “Liebster Award – Six Feet Under Edition

  1. Vielen Dank für die Einsicht in deine Gedanken. Und ja, ich fühle mich angesprochen, denn ich habe glaub ich bisher noch nicht eine Nominierung geschafft zu erfüllen. Ähem… Ich will immer, finde das super spannend, nehme es dann so ernst, dass ich mir dafür Zeit nehmen will – und lass es dann liegen und vergesse es. *schäm*
    Darum finde ich es immer toll, wenn andere sowas machen und lese gern darin, um den Blogger noch näher kennenzulernen. Mag ich sehr sowas!

    Interessant fand ich den Punkt mit dem nur ein Jahr zu leben, aber alle Wünsche erfüllen können. In einem Jahr, wenn man genau weiss, wieviel Zeit man wirklich hat, kann man sehr viel schaffen. Ob sich die Werte dann verschieben? Interessanter Gedanke. Ich glaub, ich würd versuchen, so viel Gutes wie möglich allgemein zu erreichen… Zum Glück oder Gott sei Dank weiss man es aber nicht…
    lg kitty

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    • Wieder einmal: Kein Grund, sich zu schämen (und ich glaube, was mich betrifft, musst du dich auch nicht schämen, oder!?).

      Ich glaube schon, dass sich die Werte verschieben würden, wenn man wirklich wüsste, dass man nur noch ein Jahr Lebensspanne hat. Und wahrscheinlich nicht zum Besseren, auch wenn ich es gerne glauben würde. Ich fürchte, dass man nur noch rigoroser versuchen würde, seine Ziele zu erreichen.

      Nach mir die Sintflut …

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  2. Ein Katzenmensch, wie schön! Vor Hunden habe ich oft etwas Angst. Aber wenn sie dann auf meiner Seite sind, geben sie mir doch ein Stückchen Sicherheit. Auch wenn ich jetzt gar keine Haustiere mehr habe. Wäre mit dem Pendeln auch sehr ungünstig.
    Ich mag dein Zitat von Seite 3. Das hat so etwas schön Tiefsinniges! 😀

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