Der Sonntagsreport vom 16.10.2016

Hallo alle zusammen!

Nachdem es letzte Woche ja einen etwas aus dem Rahmen fallenden Sonntagsreport gab, werde ich mich bemühen, dieses Mal wieder ein wenig mehr in meinem selbst gesteckten Korsett zu bleiben. Das fällt mir auch deutlich leichter, denn meine Stimmung hat sich im Laufe der vergangenen Woche dann doch wieder deutlich verbessert.

Lasst mich trotzdem noch einmal ein paar Worte zu dem schreiben, was da letztes Wochenende los war. Wie ihr zwischen den Zeilen (oder in manchen Beiträgen ja auch deutlich) herauslesen konntet, gehöre ich leider zu den Menschen, die mit Schüben von depressiver Verstimmung zu tun haben. Das bedeutet, dass meine Weltsicht manchmal sehr, sehr dunkel wird und alles sich einfach sinnlos anfühlt. Gleichzeitig wird mein Verstand und nachrangig auch mein Körper einer enormen Form von Streß ausgesetzt. Beides zusammen sind eigentlich keine guten Voraussetzungen, um an einem Roman zu arbeiten. Aber ich wusste, dass ich im Wesentlichen diese beiden Wochen Urlaub habe, um den Löwenanteil der notwendigen Veränderungen einzubringen. Deswegen bin ich über mein Limit gegangen. Bewusst über mein Limit gegangen.

Das hätte ich mich nicht getraut, wenn ich nicht vorher auf eine längere Periode von wirklicher Symptomfreiheit geblickt hätte. Ich kenne meine Krankheit inzwischen gut genug, um zu wissen, was ich mir damit antue, wenn ich ihr die Kontrolle über mein Leben gebe. Das darf auf keinen Fall (wieder) passieren.

In meinen Blogbeiträgen habt ihr einen kleinen Ausschnitt von dem gesehen, was mir an schlechten und belastenden Gedanken kommt. Einen kleinen Ausschnitt meiner Gefühle.

Ich tue mich nach wie vor schwer damit, diese Gefühle zu zeigen. Vor allem auch hier, weil ich mir immer denke, dass das a) doch keiner lesen will und b) auch hinterher niemand einen Roman lesen möchte, der von einem … denkt euch selber ein böses Wort aus. Ich will hier keines hinschreiben.

Es gibt aber auch noch einen Punkt c) und der ist eigentlich der Wichtigste von allen: Ich habe keine Lust, dass man mich in irgendeiner Weise nicht für voll nehmen könnte, weil ich von Dingen schreibe, die mich beschäftigen und die mir wichtig sind, die aber für einen psychisch „normalen“ Menschen nicht nachvollziehbar sind. Es ist schlimm genug für mich, dass ich mich vor allem am Arbeitsplatz immer wieder mit solchen Problemen auseinander setzen muss.

Warum schreibe ich euch das? Ganz einfach. Dies ist mein Blog und in diesem dokumentiere ich meinen Weg zur Erfüllung meines Traums. Ich habe einen ganzen Haufen an sehr netten Menschen kennengelernt, die mich auf diesem Weg begleiten. Ja, ich meine euch – jeden einzelnen Leser, der diesen Beitrag gerade liest.

Dieser Blog ist aber keine Einbahnstraße! Ich freue mich über den guten Kontakt zu euch, über alle Kommentare und alle Likes. Und wenn ihr an irgendeiner Stelle irgendeine Nachfrage habt, dann stellt sie. Stellt sie dem Menschen, der gerade mal wieder überreagiert. Denn ich selbst kann es nicht immer erkennen. Das soll euch jetzt nicht in irgendeine Pflicht nehmen, es stellt ein Angebot dar. Eine Einladung zum Gespräch.

Und es ist eine Erklärung dafür, dass ich an dem einen Tag schon mal himmelhoch jauchzend und am nächsten Tag zu Tode betrübt bin. Irgendwie hatte ich das Gefühl, euch diese Erklärung nach dem letzten Sonntagsreport „schuldig“ zu sein.

So, aber jetzt lasst uns zu den normalen Dingen des Lebens zurückkehren :-).

Mein Schreiben:

Ich habe eine extrem arbeitsreiche Woche hinter mir. Und ich könnte gut noch so eine Woche gebrauchen. Dafür hat sich mein Manuskript von „Der Beobachter und der Turm“ absolut in die richtige Richtung entwickelt. Nicht nur, dass ich jede Menge Seiten eingespart habe (und noch ein paar einsparen werde), die Veränderungen haben auch der Struktur des Romans gut getan, denke ich.

Die Testleser hatten ja bemängelt, dass es ein gewisses Ungleichgewicht gab zwischen den beiden „Teilen“, in die man den Roman aufteilen könnte (was ich nicht vor habe). Dieses glaube ich beseitigt zu haben.

Was mir deutlich mehr Probleme macht ist das Einfügen gewisser Hintergrundinformationen. Ich möchte noch ein wenig mehr Fleisch an die Mythologie von Beobachter und Turm geben, ohne in einen Infodump, also der Darreichung von drei Kilogramm Erklärungen am Stück, zu verfallen. Da muss ich noch ein wenig herumspielen.

Aber dann trennt mich wirklich nicht mehr viel vom Lektorat. Manchmal denke ich mir fast schon, ich solle das Feintuning bleiben lassen und erst einmal abwarten, was dem Lektor noch alles einfällt. Aber dann bin ich wieder Perfektionist genug, um zuerst die in allen Belangen bestmögliche Fassung abzugeben, zu der ich mich in der Lage sehe.

Das wird sicherlich noch spannend, wenn ich irgendwann vielleicht (hoffentlich) mal mit einem Verlag und dem dortigen Lektor zusammenarbeite. Dann sehe ich das eventuell wieder anders. Aber jetzt, als angehender Selfpublisher, habe ich diesen Ehrgeiz halt. Komisch, oder?

Anderes Thema: Ich schulde Nike Leonhard nach wie vor die Geschichte zum Blog-Gewinnspiel. Ich hoffe, dass ich ab der kommenden Woche, wenn ich wieder arbeiten gehe, genügend Zeit habe, mir darüber ernsthafte Gedanken zu machen. Das klingt jetzt auch wieder komisch, aber die Arbeit könnte dafür sorgen, dass ich wieder andere Dinge im Kopf habe als mein Manuskript. Das hat mich in dieser Woche so sehr blockiert, dass mir beim besten Willen keine Geschichte zu Nikes Stichwörtern einfallen wollte.

Aber mein Versprechen steht: Diesen Monat wird das noch was!

Drittes Thema: Eigentlich habe ich gar keine Zeit. Und keine Kapazität. Und keine Ahnung, wie das alles klappen soll. Aber im November ist wieder der National Novel Writing Month und ich würde gerne wieder mitschreiben. Im Moment kämpfe ich noch mit mir, ob ich mir das wirklich antun will. Es wird auch ein Stück weit darauf ankommen, wie weit ich denn dann nun wirklich mit dem „Beobachter“ bin. Falls der kurz davor steht, ins Lektorat zu gehen (was ja auch von der Terminlage des Lektors abhängig ist), dann hätte ich ja vielleicht wieder Zeit …

Ein mögliches Modell, es zu ermöglichen, wäre, dass ich ähnlich wie im letzten Jahr ein altes Manuskript von mir aufleben lasse und einfach wieder von vorne anfange. Es hätte für mich den Vorteil, dass ich mir einiges an Vorarbeit sparen kann und einfach „nur noch“ schreiben müsste.

Aber das ist wirklich noch Zukunftsmusik.

Mein Blog

Der Blog hat mir in den letzten paar Tagen wirklich Spaß gemacht und war eine gute Ergänzung zu den ganzen Schreibarbeiten. Ich habe versucht, von jeder Sorte Thema ein bisschen was zu bringen. Man kann also sagen, dass er von meinem Urlaub profitiert hat. Ich fürchte, ab kommender Woche wird das wieder ein wenig schleppender werden. Aber na ja, es geht nicht immer alles gleichzeitig und schon gar nicht immer alles gleichzeitig gut.

Ich habe mich in dieser Woche ja sehr kritisch zum Büchertisch der Thalia-Buchhandlung in Bremen geäußert und der Tatsache, dass dort Bücher von Verlagen ausliegen, denen man vorwerfen kann, dass sie extreme und teilweise sogar extremistische Inhalte verbreiten.

Auf dem Blog der Autorin Mikaela Sandberg, deren aktuellen Roman ich im Übrigen auch in dieser Woche rezensiert habe, wie der Zufall es will, bahnt sich eine Diskussion über dieses Thema an, von der ich zu dem Zeitpunkt, zu dem ich diese Zeilen schreibe, noch nicht so recht weiß, wo sie hinführen wird. Aber vielleicht mögt ihr ja mal dort vorbeischauen, wenn euch das Thema interessiert.

Multimedia

Ich hatte es in dieser Woche bei der Beantwortung der Fragen zu meinem sechsten „Liebster Award“ schon geschrieben: Im Moment lese ich keinen Roman. Damit werde ich übermorgen erst wieder anfangen, wenn ich mich auf den Weg zur Arbeit begebe. Denn dann habe ich Zeit, es in Ruhe zu tun. Na ja, meistens jedenfalls.

Diese Woche war ich einfach viel zu sehr mit meinem eigenen Roman beschäftigt, um abseits davon noch großartige Lust zu haben, etwas anderes zu lesen als die eine oder andere Internetseite.

Auch Musik habe ich diese Woche so gut wie nicht gehört, weil ich mich einfach voll auf den Text konzentrieren wollte. Aber ich habe mir am Freitag das neue Album von Moby gekauft, das in der Vorschau nicht schlecht klang. Irgendwann in den nächsten Tagen schaffe ich es dann vielleicht auch, es mir anzuhören ;-).

Während der Netzsurferei habe ich diese Woche das Hörspiel „Alien – In den Schatten“ gehört, das exklusiv bei Audible erschienen ist. Es spielt zwischen dem ersten und dem zweiten Film des Alien-Franchise und erzählt eine Geschichte, die sich ganz gut einfügen lässt. Die Besetzung und die Atmosphäre sind hervorragend, aber irgendwie ist bei mir der Funke nicht so ganz übergesprungen. Ich weiß nicht so recht, woran es liegt. Aber ich werde dem viereinhalb-Stunden-Werk auf jeden Fall noch eine zweite Chance geben, bevor ich zu einem endgültigen Urteil komme.

Was ich in meinem Urlaub immerhin geschafft habe ist, bei den Superheldenverfilmungen wieder auf den aktuellen Stand zu kommen. Ich liebe diese Filme und Superhelden fand ich als Kind schon toll. Umso größer die Schande, dass mir neben „Captain America: Civil War“ und „X-Men Apocalypse“ auch noch „Deadpool“ fehlte, der ja nun schon ein paar Tage älter ist.

Alle drei Filme haben mir auf ihre Weise sehr viel Spaß gemacht. Sei es die große Superheldenklopperei in „Civil War“, die Materialschlacht in „Apocalypse“ oder die flotten Sprüche in „Deadpool“. Aber ich habe auch Kritikpunkte anzubringen. „Civil War“ krankt ein wenig daran, weniger ein Film über Captain America zu sein als einer über die Avengers. Das ist zwar für sich genommen toll, aber es verschiebt den Fokus in eine ganz andere Richtung.

„Apocalypse“ hat wieder ganz viel von diesem moralinsauren, das in vielen X-Men-Geschichten mitschwingt. Und die Art und Weise, wie die Guten zu Bösen werden und die Bösen zu Guten – das ist mitunter doch ein klein wenig unglaubwürdig.

„Deadpool“ ist … Deadpool eben. Der vielleicht unkoventionellste „Held“ der Welt in einem wunderbaren, selbstreferenziellen Spaß der Güteklasse eins. Was mich ein wenig genervt hat, war die Erzählstruktur in der ersten Stunde. Aber alles fügt sich ja hinterher zusammen.

Dafür waren andere Szenen einfach nur zum Schießen. Ein räudiges Stück Film, aber eines, das großen Spaß gemacht hat und von dem ich gerne mehr sehen würde.

Famous Last Words

So, da ging er hin, mein Urlaub. Ebenso, wie beim Schreiben dieses Beitrags ein Stück von einer Zahnfüllung dahin gegangen ist. Backenzahn unten rechts, falls es jemanden interessiert. Morgen schaffe ich es nicht, zum Zahnarzt zu gehen, wegen einer Verabredung. Und übermorgen ist dann wieder mein erster Arbeitstag, da kann ich nicht direkt morgens zum Zahnarzt gehen. Also werde ich einen Termin vereinbaren und dann irgendwann mal frühmorgens hingehen.

Ich habe das große Glück, zwei Häuser neben meinem Zahnarzt zu wohnen. Da sollte doch irgendwann ein acht-Uhr-Termin machbar sein. Wenn ich nicht bis dahin die komplette Füllung herausgepuhlt habe, weil meine Zunge immer wieder in die Ecke will.

Und wisst ihr, was Schuld war? Eine von diesen Fruchtschnecken von Haribo. Hiermit spreche ich eine amtliche Warnung vor Fruchtschnecken aus. Mit Lakritzschnecken wäre das nicht passiert!

In diesem Sinne: Ich habe euch gewarnt!

Euer Michael

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5 Gedanken zu “Der Sonntagsreport vom 16.10.2016

  1. Ich glaube, Menschen, die depressive Verstimmungen nicht kennen (und damit meine ich wirklich depressive Verstimmungen und keine Traurigkeit), können nicht verstehen, was man fühlt. Das finde ich aber völlig okay. Verstehen wäre einfach zu viel verlangt. Akzeptieren, dass da jemand ist, der etwas hat, das ihn anders fühlen lässt, würde schon reichen. Aber alles, was man nicht sieht, wird oft nicht als Leiden wahrgenommen. Das ist selbst bei meinem Rheuma so. Genau deswegen bin ich dafür, solche Dinge mit der (Um-)Welt zu teilen. Denn erst dann bricht man Tabus und schafft vielleicht ein kollektives Bewusstsein. Also, immer raus damit! Auch dir selbst zuliebe. Denn geteiltes Leid… weißt schon. 😉

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    • Das ist definitiv richtig. Und ich kann nicht einmal jemandem einen Vorwurf daraus machen, dass er/sie nicht versteht, was man in diesem Zustand fühlt. Ich könnte es ja auch nicht beschreiben oder erklären.

      Mit Akzeptanz könnte ich mich anfreunden. Leider ist auch die nicht überall gegeben. Und wo sie gegeben ist, fällt es manchmal schwer, sie zu sehen und selbst zu akzeptieren. Da ist er dann wieder, dieser eingeschränkte Blick.

      Ich gehe in meinem Privatleben inzwischen recht offensiv mit der Sache um. Will heißen: Ich rede nicht mehr um den heißen Brei. Das hat mich Jahre gekostet, dahin zu kommen. Hier versuche ich es trotzdem auf ein Mindestmaß zu beschränken, weil das geschriebene Wort immer noch etwas anderes ist.

      Dass du ähnliche Erfahrungen mit dem Rheuma machst finde ich schade. Aber ja, bei manchen Krankheiten muss man erst den sprichwörtlichen Kopf unter dem Arm haben, bis sie wahrgenommen werden. Ich wünsche dir, dass es bei dir gar nicht so weit kommt!

      Ein früherer Arbeitskollege von mir hatte extrem starkes Rheuma und wurde schließlich deswegen berufsunfähig. Ich habe immer bewundert, wie er sich trotz starker Schmerzen durchgebissen hat. Aber trotzdem … :-/

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