Linktipp: »Wenn der Wein wie Kuhpisse schmeckt …«

»Wenn der Wein wie Kuhpisse schmeckt, hilft auch das beste Marketing nicht weiter.«

Dieser in meinen Augen epische Satz stammt aus dem Mund des freien Lektors und Autoren Hans Peter Roentgen, der sich durch Beiträge im Autorennewsletter „Tempest“ und seine Veröffentlichungen zu den Themen Lektorats- und Exposéarbeit einen Namen gemacht hat.

Im Interview mit der Seite indie-publishing.de spricht er darüber, dass aus seiner Sicht bei vielen Autoren die Fragen des Marketings über die Fragen des Inhalts, des Stils und des Handwerks beim Schreiben dominieren.

Ich selber kann sowohl seine Ansicht, als auch die Autoren mit ihrer Fixierung auf das Marketing verstehen. Gerade aus den Gründen, von denen er auch spricht: Das professionelle Lektorat eines Romans verschlingt eine vierstellige Summe. Und die möchte/muss man eigentlich wieder einspielen, um auch dem zweiten Roman oder dem dritten eine Chance auf Veröffentlichung zu ermöglichen. Ich selber befinde mich da gerade in der Findungsphase und tue mich alles andere als leicht.

Ein sehr interessantes und lesenswertes Interview.

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6 Gedanken zu “Linktipp: »Wenn der Wein wie Kuhpisse schmeckt …«

  1. NNIN schreibt:

    Ganz genau! Kann in Wort für Wort unterschreiben. Mir kommt es vor, dass – insb. im Selbst-Verleger-Milieu – das Pferd von hinten aufgezäumt wird. Man betreibt ein Blog, ist auf FB aktiv, hat tausend „Freunde“ und zehntausend „Followers“, und dann … ja da war doch was? Ach ja, das Buch, der Roman … Leider habe ich einige Male die Erfahrung gemacht: wenns ans Eingemachte geht, an den Roman, dann muss man sagen: Als Tiger angekündigt und beworben, als Bettvorleger auf dem eBook gelandet.
    Ansonsten denke ich, Internet und Lit-Blogs sind der (!) geniale Beweis für Schwarmintelligenz. Denn am Ende wird sich Qualität durchsetzen. Und ja, auch für belletristische Texte gibt es relativ objektive Qualitätsmerkmale – und dazu gehört NICHT eine ohrenbetäubende Werbetrommel.
    Okay, Post ist ein bisschen länger geworden als beabsichtigt. Thema berührt aber m.M.n. den Kern moderner Lit.-Produktion.
    NNIN

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    • Ich würde jetzt nicht sagen, dass es zwangsläufig so sein muss, aber ich würde zustimmen, dass der Trend in diese Richtung geht. Als ich angefangen habe, mich im Internet mit dem Schreiben zu befassen, ging es in der Hauptsache um wirlich schriftstellerische Themen. Parallel dazu erschienen auch die ersten Schreibratgeber auf dem Markt.

      Wer heute einsteigt, der wird in der Tat ganz viel zum Thema Marketing usw. finden. Was ja nicht heißen soll, dass der Rest zu kurz kommten muss.

      Ob das nun eine gute oder eine schlechte Entwicklung ist, ich weiß es nicht.

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      • NNIN schreibt:

        Vllt. ist eines der Probleme ja auch, dass die Idee „Selbst-Verlegen“ das (digitale) Veröffentlichen zu leicht macht. (Altes Thema: Verlage als Qualitätssicherer und Gatekeeper, ich weiß) Egal.
        Mein Vorschlag (würde übrigens zu HPRs Ausführungen passen): Sich und dem Text ein Korrektorat und anständiges Lektorat „gönnen“. Schon aus Eigeninteresse, denn wenn der Leser durch (virales?) Marketing dazu gebracht wird, sich einen Text zuzulegen, und dann auf Rechtschreibfehler en masse, Kommafehler stößt, auf hölzernen, ausladenden Stil und auf einen Gähn-Schnarch-Plot, dann wars das: ein zweites Elaborat dieses Autors wird der Leser ganz bestimmt nicht kaufen.
        NNIN

        Gefällt 1 Person

  2. Guten Morgen 🙂
    Das ist ein interessantes Interview, das du da verlinkt hast. Eine Freundin von mir spielt mit dem Gedanken, Lektorin zu werden. Ihr schreckt es aber ab, dass die meisten freie Lektoren und nur wenige bei Verlägen wohl angestellt sind. Von daher war es für mich sehr interessant zu lesen, was ein Lektor alles genau macht.
    Am Ende gab es ja den Hinweis auf die Frankfurter Buchmesse. Kommen die auch zur Leipziger? Würdest du Fragen stellen wollen?

    Kiira

    Gefällt 1 Person

    • Hallo Kiira! 🙂

      Ich könnte mir durchaus vorstellen, dass die auch zur Leipziger Buchmesse kommen. Fragen stellen … kann ich jetzt noch nichts zu sagen. Das ist alles noch so weit weg und ich habe noch keine Ahnung von Terminen usw. Aber ausschließen würde ich es jetzt mal nicht.

      Gefällt 1 Person

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