Ein neuer Roman und wenig Schlaf

In der letzten Nacht habe ich nur wenig Schlaf bekommen. So wenig, dass ich heute Morgen, als ich den Wecker ausschalten wollte (dessen Piepsen ich nur im Halbschlaf wahrnahm), die Nachttischlampe mit Karacho vom Nachttisch gefegt habe. Zum Glück war ich sowieso der Letzte, der aufgestanden ist, ansonsten hätte mir das sicherlich mehr schlechte Presse eingebracht.

Und wieso bekam ich keinen Schlaf? Weil unter anderem das Kurzgeschichtendilemma in meinem Kopf rotierte und rotierte und rotierte.

Für die, die gestern nicht hier vorbeigeschaft haben: Es geht darum, dass die Kurzgeschichte, die ich aufgrund der Begriffe von Nike Leonhard zu schreiben begonnen habe, gerne ein eigenständiger Roman werden möchte. Zumindest ein kurzer. Das merke ich daran, dass sich immer mehr Szenen aufdrängen, das Hintergrundgeschehen wichtiger wird und einige Personen anfangen, sich zu entwickeln, wo in einer Kurzgeschichte kaum Raum für Entwicklung ist.

Irgendwann so um ein Uhr herum traf ich schließlich meine Entscheidung.

Ich werde diesen Roman schreiben und er wird den (Arbeit-)Titel bekommen, den auch die Kurzgeschichte haben sollte: „Der Goldene Tod“. Und nicht nur das, ich werde versuchen, ihn im Rahmen des National Novel Writing Months zu schreiben, also 50.000 Wörter in 30 Tagen zu produzieren.

Gleichzeitig will ich deswegen aber nicht meine anderen Projekte vernachlässigen. Da ist zunächst einmal die Geschichte für Nike, die ich ganz neu konzipieren und aufziehen muss. Ich habe sogar schon eine Idee, wobei da noch ein wenig Gehirnschmalz fließen muss. Auf jeden Fall kann ich jetzt schon ausschließen, dass da auch wieder ein Roman draus erwachsen könnte ;-).

Dann „Der Beobachter und der Turm“ und die Fertigstellung des fünften und letzten Entwurfs, bevor das Ding ins Lektorat geht. Oder … nein, das behalte ich mal noch für mich. Weil ich mir nicht schlüssig bin.

Ich bin mit dem NaNo zwar schon verdammt spät dran, aber ich werde versuchen, ihn trotzdem noch so gut wie möglich vorzubereiten. Ja, richtig gelesen! Ich, einer der überzeugtesten Discovery Writer unter dieser Sonne, habe vor, mir im Vorfeld schon Gedanken zu machen. Zumindest möchte ich mir genauere Hintergründe zu den auftretenden Personen überlegen, vielleicht eine Karte meiner Schauplätze zeichnen und, das vor allem, eine Szenenübersicht erstellen. Alles Dinge, die ich nicht zum ersten Mal mache, die ich aber schon lange, lange nicht mehr getan habe. Um genau zu sein habe ich meine letzte Szenenfolge vor 20 Jahren für meinen vierten Roman „Lichter“ erstellt.

Das bedeutet, meine lieben Leserinnen und Leser, dass der Ausschnitt aus der eigentlich geplanten Kurzgeschichte, wie ich ihn letzte Woche online gestellt habe, obsolet geworden ist. Aber ich verrate euch nicht zu viel, wenn ich sage, dass mein Protagonist bestehen bleibt. Und auch seine Profession bleibt die gleiche.

Ich bin gespannt, ob das alles so funktioniert, wie ich mir einbilde, es schaffen zu können. Auf jeden Fall freue ich mich wahnsinnig auf die Arbeit am neuen Roman. Und selbst wenn ich den NaNo nicht hinkriegen sollte, weil andere Dinge dazwischen kommen, ist das nicht sonderlich ärgerlich. Dabei sein ist doch bekanntlich alles, oder?

Ich werde euch auf jeden Fall weiter auf dem Laufenden halten, wenn ihr mögt. Und heute Nacht hoffentlich wieder ein bisschen mehr schlafen …

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10 Gedanken zu “Ein neuer Roman und wenig Schlaf

  1. Da wünsche ich einmal viel Erfolg! Aus Erfahrung kann ich nur sagen: Hals dir während dem NaNo nicht zu viel auf! Ich hab das Monat in der Vergangenheit auch dazu genützt, Abstand zu meinen laufenden Projekten zu bekommen und mich mit etwas völlig neuem und anderen auszutoben. Tut zwischendurch ganz gut. 😉

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    • Danke, Katrin!

      Ich werde versuchen, das zeitlich alles irgendwie zu entzerren. Die Kurzgeschichte schreibe ich, hoffe ich, vorher noch. Und den „Beobachter“ muss/möchte ich währenddessen halt einfach deswegen nicht liegen lassen, weil er kurz davor ist, in den nächsten Bearbeitungsschritt zu gehen. Aber das funktioniert sowieso nicht von heute auf morgen – ist ja nicht so, als ob der Lektor nur auf mich warten würde.

      Ich schaue mal, wie es funktioniert. Aller guten NaNo-Dinge sind schließlich drei!

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  2. cubow schreibt:

    …man wächst ja bekanntlich an seinen Aufgaben. Ich mag deine Zuversichtlichkeit, dein Optimismus und dein Tatendrang. Das wird dir sicher sehr bei der Bewältigung dieser Aufgaben helfen. Noch eine Prise gutes Zeit-Management dazu und ich denke, dich kann nichts mehr aufhalten. Ich freu mich, dass du dich dazu entschlossen hast. 🙂

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  3. Also bist du für den großen Roman geboren und nicht für kurzes. Passt, ist gut! Ich hab mich eh gewundert, dass du eine Kurzgeschichte ausgelobt hast – dachte aber, dass das für dich eine Herausforderung sei. Ist es ja auch!

    Deine Fantasie ist unergründlich und sprudelt nur aus dir heraus – wäre es nicht mal eine Aufgabe in 100 Worten eine kompakte Geschichte zu erzählen?

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