Chronik eines angekündigten Projekts – #Projekt24 (Teil 2)

Vor etwas über drei Wochen habe ich euch erstmals etwas über das #Projekt24 erzählt. Wie ihr inzwischen wisst, handelt es sich dabei um einen Adventskalender, an dem, nicht weiter verwunderlich, 24 Autoren mitgeschrieben haben. Einer davon bin ich.

Da nun am Donnerstag der 01.12. auf dem Kalender steht, wurde es Zeit, weitere Einzelheiten zu diesem Projekt zu veröffentlichen. Einiges davon könnt ihr wiederum auf dem Blog von Florian Waldner lesen.

Aber ich möchte die Gelegenheit nutzen, euch an dieser Stelle schon einmal ein wenig am Entstehungsprozess meines Textes teilhaben zu lassen, auch wenn ich euch unter Androhung von Strafe noch nicht verraten darf, wann er erscheint.

Begonnen hat die ganze Sache, wie in meinem ersten Artikel erzählt, mit einer Privaten Nachricht. Diese enthielt praktisch so etwas wie eine „umgekehrte Ausschreibung“. Im Normalfall sieht man eine solche, bewirbt sich darauf mit einem Text und hofft, dass man genommen wird.

Hier kam die Ausschreibung praktisch zu mir und fragte, ob ich sie annehmen würde. Was ich gerne tat, auch wenn das umgedrehte Verhältnis keinesfalls bedeutete, dass die grundlegenden Mechanismen einer Ausschreibung außer Kraft gesetzt worden wären.

Die größte Hürde für mich ist immer, ihr kennt mich, die Begrenzung auf eine bestimmte Zahl von Wörtern, die ein Text maximal haben darf. In diesem Fall war die Begrenzung für meine Verhältnisse sogar mörderisch. Ich durfte nicht mehr als 850 Wörter zu Papier bringen. Eher weniger.

Beinahe hätte ich laut aufgelacht und die Ausschreibung ihres Weges ziehen lassen, aber einerseits gefiel mir die Idee, mit #Projekt24 die Welt zu beherrschen und andererseits hatte ich, wieder einmal, sofort eine Idee im Kopf, was ich schreiben könnte. Und wenn meine Inspiration, die unzuverlässige aber treue Seele, sich etwas in den Kopf gesetzt hat, dann will sie es auch schreiben.

Also setzte ich mich an das „Dinner for two“ und schrieb einen ersten Entwurf. Der war, wenn ich mich richtig erinnere, nur so um die 1000 Wörter zu lang.

»Nichts zu machen«, signalisierte ich meiner Inspiration achselzuckend. Aber da hatte dieses Teufelsding auch schon einen Rotstift in der Hand und strich gnadenlos in meinem Text herum, bis er zwar immer noch zu lang war, aber die Lage schon nicht mehr ganz so hoffnungslos erschien. Und mit dem Befehlston eines Brigadegenerals richtete sie die Stiftspitze auf den Text und kommandierte: »Da!«

Ich habe nicht mitgezählt, wie viele Bearbeitungsdurchgänge es gebraucht hat, bis ich auch nur in die Nähe der 850 Wörter gekommen bin. Und am Ende wäre es dann doch daran gescheitert, wenn Florian und Katherina mir nicht zugestanden hätten, die Hürde um ein paar, wirklich nur ein paar, Wörter zu reißen.

So kam ich zwar nicht mit der Bestnote ins Ziel, aber ich kam ins Ziel und bin deswegen mit meiner Geschichte im #Projekt24 vertreten.

Natürlich würden alle Beteiligten sich freuen, wenn ihr ab Donnerstag jeden Tag einen Blick hinter das jeweilige Türchen werft. Jeder und jede von uns hat sich viel Mühe gegeben und es wird, soviel kann ich wohl ankündigen, eine wirklich bunte Mischung an Geschichten geben, die sich beim „Dinner for two“ ereignen.

Sobald meine Geschichte erscheint, was am xx.12. (gerade noch die Kurve gekriegt …) der Fall sein wird, weise ich euch hier selbstverständlich noch einmal darauf hin.

Nun denn, auf eine schöne Adventszeit! 🙂

Der Sonntagsreport vom 27.11.2016

Guten Abend zusammen!

Spät kommt er, mal wieder, aber diese Woche kommt er, der Sonntagsreport. Ihr müsst nur entschuldigen, wenn ich zwischendurch immer mal wieder laut huste, denn ich habe mir irgendwie, irgendwo, irgendwas eingefangen. Wenn ich raten müsste, dann war es der unbequeme und zugige Flur, in dem ich am Freitag auf meine Tochter gewartet habe, während sie bei ihrer Therapiestunde war.

Das ist insofern ärgerlich, dass ich jetzt bitte, bitte, bitte nicht krank werden will. Also körperlich krank, nachdem ich ja in der letzten Woche seelisch krank war, wie ihr alle bemerkt haben werdet (und wer es nicht bemerkt hat, der darf es gerne nachlesen). Ich weiß doch genau, wie das aussehen würde, wenn ich jetzt mit einem weiteren Krankenschein anrücken würde.

Deswegen sieht der Plan für morgen vor, auf jeden Fall zur Arbeit zu gehen und wenn es nicht mehr geht, dann muss ich halt nach Hause. Ich sehe meine Hausärztin morgen sowieso turnusmäßig für die Ergebnisse meiner letzten Blutuntersuchung.

Aber sagt mal, was ist eigentlich passiert, dass aus diesem Blog ein Ort geworden ist, an dem es um Wehwehchen und Krankheiten geht?

Ich sage es euch: Es ist ein deutlich ehrlicherer Ort geworden. Denn ich habe mir stark vorgenommen, in Zukunft kein Blatt mehr vor den Mund zu nehmen, wenn es mir mal wegen irgendwas nicht gut gehen sollte. Ihr wollt doch hier den Autor sehen, der auf dem besten Weg ist, seine Schreibziele zu erreichen, nicht wahr? Nun, den plagen halt manchmal Zweifel und diese Zweifel triggern manchmal etwas an. Und dann ist es auch nur in Ordnung, darüber zu schreiben.

Aber jetzt lasst uns mit den Krankheiten aufhören und zu Potte kommen.

Mein Schreiben:

3.850 Wörter.

Das ist die Zahl, die mich noch davon trennt, um mich auch im aktuell noch laufenden NaNo als Gewinner fühlen zu dürfen. Das bedeutet, dass ich an drei Tagen, die noch verbleiben, jeweils im Schnitt 1.300 Wörter schreiben muss. Das ist auf jeden Fall machbar, selbst wenn der grippale Infekt jetzt tatsächlich zuschlagen sollte.

(Hatte ich nicht gerade gesagt, dass wir nicht mehr über Krankheiten reden wollen!?)

Ansonsten habe ich euch immer noch nicht verraten, was ich eigentlich an guter Nachricht verraten könnte. Mir war einfach in den letzten Tagen nicht so danach. Aber das hole ich noch nach.

Und dann mag ich euch in der kommenden Woche noch ein wenig über „Projekt 24“ erzählen, an dem ich ja auch mitgewirkt habe.

Im Moment ist es noch sehr unwirklich, dass der November schon wieder vorbei ist und damit auch der NaNoWriMo sein Ende findet. Als es vor einem knappen Monat losging, hatte ich große Zweifel, ob ich es wirklich schaffen würde, regelmäßig an der Geschichte zu schreiben.

Fertig ist „Der goldene Tod“ noch lange nicht – auch wenn ich jetzt schon wieder einiges an Dingen gesehen habe, die ich hinterher wieder streichen werde. Aber so ist nun einmal meine Arbeitsweise, scheint mir. Ich bin gespannt, wie lange es dann dauern wird, bis ich fertig bin. Ob es wieder ein halbes Jahr sein wird, wie damals mit „Die Welt der stillen Schiffe“?

Egal, ich habe Zeit! Und ich plane, mir auch wieder mehr Zeit zu nehmen. Im Moment hetze ich mich immer ein wenig und das ist auf Dauer auch nicht gesund. Und es macht keinen Spaß. Beides Dinge, die ich nicht haben will.

Mein Blog

Ich weiß, dass ich noch vor nicht allzu langer Zeit ein wenig darüber genast habe, dass die Statistik meines Blog sofort einbricht, wenn ich mal einen Tag nichts geschrieben habe. Nun, in dieser Woche habt ihr mir das Gegenteil bewiesen. Ich hatte durchweg sehr hohe Zugriffszahlen und ich glaube, dass meine Ehrlichkeit, die ich in den Artikeln so gut wie möglich versucht habe, durchzuhalten, mit daran „Schuld“ ist.

Es war für mich, ich habe es bereits gesagt und wiederhole mich gerne, eine ganz tolle Erfahrung, wie viel Zuspruch ich von euch bekommen habe, als ihr merktet, dass es mir nicht gut geht. Das reichte von Kommentaren im Blog bis zu E-Mails und Twitter-Direktnachrichten.

Ich mag es eigentlich nicht, weil es sich immer so nach Lobhudelei anhört, aber jetzt schreibe ich es: Ich habe einfach fantastische Leser, so fantastisch, wie man sie sich als Blogger und Autor nur wünschen kann!

Ich danke euch noch einmal von ganzem Herzen und werde das nicht vergessen. Wie könnte ich!?

Multimedia

Gestern habe ich mit meinen Kindern den Film „Wall-E“ gesehen. Für die Große war es eine Zweitsichtung, die Kleine sah ihn zum ersten Mal.

Ich fand es einfach beeindruckend, wie gut der Film zum einen gealtert ist und zum anderen, wie die Autoren es hinbekommen, dass in der Anfangsphase so viel über Ausdruck und Imagination des Zuschauers transportiert wird. Die erste halbe Stunde ist praktisch frei von Dialogen und doch hört man den kleinen Müllroboter und schließt ihn in sein Herz.

Einfach wunderschön und wahrscheinlich immer noch einer der drei besten Filme aus dem Hause Pixar!

Ansonsten habe ich in letzter Zeit viele Hörspiele gehört. Amazon hat jetzt auch einen vollwertigen Musikdienst á la Spotify und Co. Und da wir da sowieso gute Kunden sind, probieren wir das jetzt einfach mal aus.

Ganz ehrlich: In Sachen Musik bin ich, bis auf Weiteres, „altmodisch“ und kaufe mir die Sachen, die mich interessieren. Aber für Hörspiele kann ich mir vorstellen, den Dienst weiter zu abonnieren.

Famous Last Words

Leute, ihr könnt es zwar nicht hören, aber ich huste mir jetzt wirklich die Seele aus dem Leib. Ich werde wohl gleich mal in mein Bett marschieren und hoffen, dass es mir morgen wieder besser geht.

Bleibt gesund!

Euer Michael

Ich kann krank sein und trotzdem schreiben!

In einem Forum bin ich heute über eine Aussage eines Autors gestolpert. Er schrieb davon, dass er im Moment zwar im NaNo stecken würde, aber wegen einer längeren Krankheit seinen Wordcount nicht aktualisiert hat. Schließlich sei der öffentlich und es könne komisch aussehen, wenn er krank sei und trotzdem so viel schreiben würde. Übrigens hat er in der Zwischenzeit das NaNo-Ziel erreicht, wozu ich ihm, auch ohne seinen Namen zu nennen, herzlich an dieser Stelle gratulieren möchte!

Auch wenn es euch vielleicht langsam nervt, dann passt dieses Thema natürlich gerade voll in meine Woche hinein. Wie ich euch geschrieben habe, habe ich diese Woche auch im Arbeitsprozess aussetzen müssen. Ich war, schlicht und einfach, nicht arbeitsfähig. Die ersten Tage betraf dies ja auch die Arbeit an meinem Romanentwurf.

Als ich wieder mit dem Schreiben anfing, habe ich mir keine Gedanken darüber gemacht, welches Licht es auf mich werfen könnte, dass ich trotz einer Krankschreibung mehrere Stunden am Tag am Computer sitze und arbeite – was dem, das ich auf der Arbeit tue, relativ nahe kommt.

Ich habe nicht das Glück, oder in dem Fall vielleicht das Pech, wie der Autorenkollege, dass sich meine Arbeitskollegen oder Vorgesetzten groß für das interessieren, was ich so zu Papier bringe. Zu Zeiten, zu denen ich mein NaNo-Winnershirt von 2012 getragen habe, wurde ich immer nur komisch angesehen. Gut, wie ihr ebenfalls wisst, bin ich nie derjenige gewesen, der besonders offensiv mit seinem Hobby umgegangen ist. Insofern schwingt da jetzt von meiner Seite aus auch keine Enttäuschung oder Vorwurf mit.

Ich habe mich in Anbetracht der Aussage des Kollegen nur gefragt, wie ich wohl an seiner Stelle damit umgehen würde.

Und ich bin zu dem Schluss gekommen, dass ich, für mich, mit meiner speziellen Erkrankung, keine Notwendigkeit sehen würde, mich mit meinen Fortschritten im NaNo zu „verstecken“.

Ich weiß, dass ich, der ich an psychischen oder auch seelischen Erkrankungen leide, von der Gesellschaft sowieso als jemand angesehen werde, dem man in Bezug auf seine Leiden nicht immer trauen kann. Es spricht zwar keiner offen aus, aber manchmal stellt sich schon der Glauben ein, dass man einiges von dem, was mir übel mitspielt, für einen Fake hält. Manchmal hat man mich so weit, dass ich das selber fast glaube.

Aber dann kommen die Momente, in denen ich mich an das erinnere, was ich gelernt habe: Nämlich, dass meine Erkrankungen nicht deswegen weniger real sind, weil sie nicht gesehen oder verstanden werden. Und das bedeutet, dass ich mich auch mit ihnen ganz normal verhalten und bewegen kann, wie es auch Gesunde tun.

Wenn ich einen Schnupfen habe, dann darf ich trotzdem spazieren gehen. Meine Ärztin würde mir sogar dazu raten. Wenn ich es mit dem Rücken habe, dann darf ich trotzdem einkaufen gehen, denn damit, dass ich verhungere und verdurste, ist auch niemandem geholfen.

Und wenn ich aufgrund einer psychischen Überlastungssituation nicht arbeitsfähig bin, dann darf ich trotzdem schreiben! Denn das Schreiben ist ein ungemein stabilisierender Faktor für mich. Ich habe es gerade diese Woche wieder gemerkt. Es stabilisiert mich in der Form, dass ich etwas habe, an dem ich mich festhalten kann und das meine Tage auch in eine Form lenkt.

Ich habe einen NaNo zu gewinnen, ich kann nicht einfach den ganzen Tag im Bett liegen und Löcher an die Decke starren (was ich mir zum Glück inzwischen sowieso recht erfolgreich abtrainiert habe).

Diesen Umgang mit meinen Erkrankungen habe ich im Laufe der Jahre auf die harte Tour lernen müssen. Und ich erwarte nicht, dass jeder ihn gut findet oder auch nur versteht. Es mache sich bitte auch niemand die Illusion und glaube, dass es mir leicht fallen würde. Denn das tut es ganz und gar nicht.

Deswegen bin ich auch weit, ganz, ganz weit davon entfernt, jemand anderem eine Vorbild sein zu wollen oder gar den Zeigefinger zu erheben und zu sagen: Sieh her, so musst du das machen.

Ich wünsche dem betreffenden Autorenkollegen an dieser Stelle gute Besserung!

Was uns an Wissen verloren geht

Im Moment komme ich in den Genuss eines Abos der Zeitschrift „Damals“. Da die Absatzzahlen der meisten Zeitschriften leider immer mehr einbrechen, werden Jahresabos inzwischen teils im Wortsinne verschenkt.

Die „Damals“ ist, wie der Name schon suggeriert, ein Magazin, das sich mit dem Thema Geschichte beschäftigt. Jeden Monat werden mehrere Themen besprochen, mal mehr, mal weniger ausführlich. Und in den kurzen Notizen stieß ich darauf, dass sich in diesem Monat die Niederlage der Assassinen bei Alamut zum 760. mal jährt.

Die Assassinen, deren Ruf heute noch benutzt wird, um Romane, Computerspiele und Filme zu verkaufen, herrschen zum damaligen Zeitpunkt über Persien. Die änderte sich, als die Mongolen einfielen und den tapferen Kriegern eine Niederlage nach der anderen beibrachten, bis schließlich bei Alamut das Schicksal der persischen Assassinen besiegelt wurde.

Im Rausch der Siegesfeiern, der Plünderung und allem anderen geriet die naturwissenschaftliche Bibliothek der Burg in Brand und ging verloren.

Als ich die gelesen habe, musste ich daran denken, dass das geschriebene Wort für manche Menschen bis in die heutige Zeit wenig Wert zu besitzen scheint. Heute noch hören wir davon, dass Bibliotheken in Flammen aufgehen. Wir hören von der Zerstörung von Kulturdenkmälern, die unwiederbringlich verloren sind. Extremisten wie die Taliban oder die Angehörigen des Terrornetzwerks Islamischer Staat vernichten, was ihnen nicht geben ist. In einigen Ländern wird zensiert, dass die Schwarte kracht.

Aber dass mir bloß niemand hochmütig auf diese Menschen schaut. Es ist noch keine hundert Jahre her, dass in Deutschland die Bücher brannten und Geschichte zum Schutz eines Systems manipuliert wurde.

Ich frage mich, wie viel Geschichte und Wissen der Menschheit auf diese Weise bereits verloren gegangen ist. Es gibt Kulturen, von denen wir kaum mehr wissen, als das die existiert haben. Wurde auch ihr Wissen, ihre Geschichte, ausgelöscht?

Stellt euch mal vor, wenn der Kalte Krieg heiß geworden wäre. Angenommen, dass es danach noch Menschen gegeben hätte, würde es ihnen anders gehen mit dem Wissen ihrer Vorfahren als uns zum Beispiel mit dem Wissen der Etrusker? Oder eben der Assassinen?

Ein spannendes Thema, wie ich finde und eines, das zu Gedankenspielen anregt. Auch wenn das, was ich und die meisten meiner Autorenkollegen so schreiben, wohl niemals in den Rang von wirklich wichtigem Wissen gelangen wird, ist es doch beruhigend, dass durch die heutige Fokussierung auf elektronische Datenverarbeitung und damit auch -sicherung kaum noch etwas durch Vandalismus verloren gehen kann.

Ihr entschuldigt mich, ich bin mal eben meine Daten sichern.

NaNo Tag 24: Jetzt schreibt er wieder, Gott sei Dank!

Ihr kennt ja sicherlich alle diesen Spruch, auf den meine Beitragsüberschrift abzielt. Ich glaube, die Quelle liegt bei Wilhelm Busch begründet und das wäre ja beileibe nicht die Schlechteste aller Referenzen.

Als ich am 20.11. meinen NaNo-Griffel fallen ließ, hatte mein Wordcount die stattliche Zahl von 38.262 Wörtern erreicht. Damit war ich so um die 5.000 Wörter über dem damaligen Tagesziel und lag damit erstaunlich gut im Rennen. Dann folgten ein paar, sagen wir mal, weniger produktive Tage:

21.11.: 38.262 Wörter
22.11.: 38.262 Wörter
23.11.: 38.262 Wörter

Und auf einmal war ich mit ca. 70 Wörtern im Minus. Ich gehöre zu den Menschen, die sich von solchen Zahlen durchaus ein wenig unter Druck setzen lassen. Aber es war mir in den drei Tagen einfach nicht möglich gewesen, irgendwas sinnvolles zu Papier zu bringen.

Man sagt ja gerne, dass Schriftsteller sensible Kandidaten sind. Zumindest manche von ihnen, zu denen ich mich wohl rechnen muss. Ihr könnt mir glauben, dass es mir auch lieber wäre, wenn ich zu der Sorte Autoren gehörte, denen man gerade ein Bein amputiert haben kann und die dann trotzdem den verdammten Roman fertig schreiben ;-).

Jedenfalls stand durch diesen Umstand und die feste Absicht, mir nicht den Gewinn des NaNos 2016 kaputt machen zu lassen, für heute die Rückkehr an den Text an. Und das gestaltete sich durchaus schwierig, wie ich euch sagen kann.

Ich hatte das Gefühl, mich erst einmal wieder an die Personen herantasten zu müssen. Es dauerte eine Weile. Aber dann, wie durch ein Wunder (oder wohl doch eher gut geschmierte Autorensynapsen), fanden sich die ersten Wörter ein. Die ersten Sätze, von denen ich einige wieder löschen musste, weil sie einfach Nonsens waren. Aber dann wurden es mehr Sätze und bessere Sätze.

Und am Ende hatte ich in einer Stunde runde 1.800 Wörter zu „Papier“ gebracht und kann damit sagen, dass ich jetzt wieder im Plus bin. Es ist nicht mehr das beeindruckende Plus vom Sonntag, sondern es sind exakt 156 Wörter. Aber diese 156 Wörter sind gerade verdammt beruhigend.

Ich werde den Roman zwar nicht im NaNo beenden, was vorher schon klar war. Aber ich werde diese 50.000 Wörter schaffen.

Jetzt erst recht und sowieso!

Wieder in die Normalität zurückfinden

Wisst ihr, was das Dumme an psychischen Erkrankungen ist? Dass man

  1. nie so genau weiß, wann sie zuschlagen und
  2. sich noch so sehr bemühen kann, sie zu kontrollieren, es bietet einem nur begrenzten Schutz.

Wenn der Trigger kommt, dann kommt er und wenn man in diesem Moment schwach ist, dann ist man eben schwach. Das ist dann vielleicht eine Sache, die denjenigen, die diesen Trigger gesetzt haben, nicht einmal bewusst ist, auffällt, oder schlimm vorkommt. Aber das ändert nichts an der Reaktion des Betroffenen, des Kranken.

Wie ihr wisst, habe ich mich mit irgendwelchen Geschichten rund um meine Diagnosen und dergleichen hier immer sehr zurückgehalten. Ich finde, sie gehören hier nicht hin, weil sie zwar Teil meiner Geschichte, aber nicht meine Geschichten sind. Diese Unterscheidung ist mir immer sehr wichtig gewesen.

Aber ich denke, ich sollte – nein, ich möchte – euch eine kleine Erklärung für das liefern, was dazu geführt hat, dass ich hier seit Samstag eigentlich nicht wirklich aktiv war.

Am Sonntag wurde bei mir ein Trigger ausgelöst. Ein sehr starker Trigger, wie es sich gezeigt hat. Einmal mit Anlauf auf den „richtigen“ falschen Fleck getroffen. Die Person, die den Trigger gesetzt hat, meinte natürlich, es sei nicht so gemeint gewesen. Und wisst ihr was? Ich glaube es ihr sogar. Aber leider ist das unerheblich für das Ergebnis. Wenn ich einem Patienten mit einem Bandscheibenvorfall ein Bein stelle, dann mag das auch nicht so gemeint gewesen sein, dass der arme Kerl sich vor Schmerzen windet. Ist dann aber so.

Und ich musste also feststellen, dass all meine Vorbereitungen auf solche Situationen in diesem Moment nicht fruchteten.

Im Ergebnis habe ich in den letzten Tagen versucht, allen Stress zu vermeiden, wo es nur ging. Habe mir Urlaubstage genommen. Habe hier nicht gebloggt.

Habe seit Sonntag kein Wort an meinem Roman geschrieben.

Aber jetzt wird es langsam für mich Zeit, wieder in die Normalität zurück zu finden und dieser Blogpost ist ein Anfang dafür. Und morgen will ich auch wieder schreiben. Noch habe ich alle Chancen, den NaNo zu „gewinnen“.

Ich möchte mich an dieser Stelle noch einmal herzlich für alle Nachrichten, Mails und Kommentare bedanken, die mich seit Sonntag erreicht haben. Ich war richtig geflasht davon, dass ihr alle an mich denkt und gedacht habt. Das bedeutet mir was!

Und jetzt lasst uns gemeinsam wieder zur Tagesordnung zurückkehren. Was meint ihr?

Liebe Grüße
Michael

Day Off

Ich möchte mich bei euch für eure lieben Reaktionen gestern und heute auf meinen letzten Beitrag bedanken! Es geht mir schon wieder ein wenig besser.

Heute nehme ich mir einen Tag frei, habe ich beschlossen. Ein Tag Urlaub, von der Arbeit, vom Blog, vielleicht vom Schreiben. Voraussichtlich ab morgen geht es dann wie gewohnt hier weiter.

Wir sehen uns! 🙂

20.11.2016: Heute gibt es keinen Sonntagsreport

Ihr Lieben, an dieser Stelle erwartet euch normalerweise der Sonntagsreport. So ist es seit dem Sommer. Heute ist der erste Tag, an dem ich den Report leider ausfallen lassen muss. Vielleicht hole ich ihn morgen nach, mal sehen.

Leider geht es mir aktuell nicht so gut, als dass ich mich mit Dingen wie meinem Schreibrückblick auseinandersetzen könnte.

Sorry, aber es ist nun einmal so, wie es ist.

Wir lesen uns sicherlich bald an dieser Stelle wieder. Ich wünsche euch einen guten Wochenstart!