„Mein“ Amazon verblüfft mich: Klicken Sie hier, um zu sparen!

Guten Abend zusammen!

Ich habe gerade eine Entdeckung bei Amazon gemacht, von der ich nicht weiß, was ich von ihr halten soll. Zunächst einmal muss ich aber dazu sagen, dass ich nicht sicher bin, ob es sich dabei nun wirklich um neues Verhalten der Website handelt, oder nicht. Denn Amazon gehört ja auch zu den Unternehmen, die manche Dinge erst einmal bei einigen Benutzern testet und sie dann irgendwann schrittweise ausrollt.

Also, was habe ich getan? Ich habe, anlässlich des Gewinnspiels von Nora Bendzko, das sie auf Facebook durchführt, mal wieder einen Klick auf die Produktseite ihres Romans „Wolfssucht“ ausgeführt. Ziel war dabei die Version als gedrucktes Buch.

Zuerst war der Aufruf wie üblich, aber dann kam folgendes Fenster als Overlay:

jetztsparenIch bin mir zu 100% sicher, dass ich dieses Fenster, das sich auch bei anderen Autoren reproduzieren lässt, vor zwei Wochen noch nicht zu Gesicht bekommen habe. Da habe ich meine letzte ausgedehntere Shoppingtour gemacht.

Und jetzt frage ich euch: Bin ich nur mal wieder der Letzte, der etwas mitbekommen hat? Und was haltet ihr von diesem Fenster, denn vor allem bei Selfpublishern geht es hier ja direkt ans Portemonnaie, wenn offensiv bei Printbüchern Werbung für das eBook gemacht wird.

Ich jedenfalls sitze stutzig vor meiner Mattscheibe.

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13 Gedanken zu “„Mein“ Amazon verblüfft mich: Klicken Sie hier, um zu sparen!

  1. Das hatte ich erst letztens auch. Ich weiß nur gerade nicht mehr, bei welchem Buch. Also ja, scheint eine neue Funktion von Amazon zu sein.

    Zum Thema „Das geht bei Selfpublishern ins Geld“ muss ich allerdings ausdrücklich betonen: Nein.
    Viele SP-Autoren legen irgendwann das Printbuch nach, weil es immer einige eBook-Verweigerer (oder Leute, die am Bildschirm nicht zur Entspannung lesen können und wollen) gibt, die das Buch unbedingt trotzdem haben und lesen wollen. Um diese Menschen auch als Leser mitzunehmen, wird zusätzlich eine Printvariante auf den Markt gebracht. Damit die aber im Vergleich zu den massenproduzierten (und daher in der Herstellung vergleichsweise billigeren) Prints der Großverlage konkurrenzfähig sind, wird der Preis so gedrückt, dass die Selfpublisher nur sehr wenig an ihren Prints einnehmen – das ist die Wahl zwischen Pest und Cholera. Entweder man gibt sich ordentliche Tantiemen – aber kein Mensch kauft das Buch (da teuer) – oder man drückt den Preis auf Massenproduktionsniveau, kriegt aber fast nichts mehr raus.
    Die meisten Selfpublisher verdienen also im Gegenteil an einem Print DEUTLICH weniger als an einem eBook.
    Marie Graßhoff, die inzwischen mit „Kernstaub“ bei „Drachenmond“ unter Vertrag ist, hat mal gebeichtet, dass sie an den 20€ der alten Printversion (die über Create Space vertrieben wurde) pro Buch so ziemlich genau 10c verdient. Selbst als sie das eBook noch selbst über Amazon für 0,99€ angeboten hat (was bei rund 1000 Seiten ein Witz ist, sie hat den Preis später angezogen und der Preis für das Verlagsebook liegt bei 4,99€), hat sie mit jedem verkauften eBook noch drei Mal so viel verdient wie mit jedem (wesentlich teureren) verkauften Print.

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    • Nun, so ausdrücklich würde ich das „Nein“ nicht stehen lassen wollen, auch wenn ich zugebe, dass ich gestern nicht sauber durchformuliert habe, was ich mit dem Geldverlust meine.

      Was den reinen Kaufpreis angeht, das kann ich nachvollziehen. Aber ich dachte an der Stelle auch an sekundäre Verluste im monetären Bereich und damit einhergehend vor allem auch im Bereich des Bekanntheitsgrades.

      Ein Beispiel: Ich kaufe einen Roman von einem SP im Print. Das Buch gefällt mir. Ich beschließe also, dass es auch für meine Mutter, meine Tante, meine Freundin, etc. ein gutes Geschenk sein könnte. Ich bestelle ein weiteres Exemplar und verschenke es. Der monetäre Gewinn ist nicht besonders hoch, aber ich habe die Reichweite gesteigert. Und die ist ja auch ein Faktor, der sich auf den Verdienst auswirkt.

      Wenn ich „nur“ das eBook kaufe, endet da meistens die Verwertungskette. Muss ich leider gestehen. Und wenn das bei mir als angehendem eBook-Autor schon so ist …

      Ansonsten würde ich anhand deines Beispiels sagen wollen, dass es auch eine Frage dessen ist, was ich da zu welchem Preis verkaufe. Ich kenne die Konditionen jetzt nicht, aber 1000 Seiten sind ja auch in der Herstellung bedeutend teurer als, sagen wir, 300 Seiten. Dass da die Marge kleiner ausfallen muss, damit überhaupt was hängen bleibt, ist doch nur logisch.

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      • Die Lösung kann nur sein – wie ja die letzten Tage auch immer diskutiert – dass SPler endlich nicht so eine gigantische Diskrepanz zwischen Print und E-Book angeben. Und die Preise für letztere einfach höher ansetzen.

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      • Naja, aber für das „Ich kaufe es auch für Person x und steigere die Reichweite“ ist es doch egal, ob du es als eBook oder Print kaufst?
        Ich habe jetzt mehrere Indiebücher als Print gekauft, die ich selbst als eBook besitze, um sie zu verschenken. Für die Reichweitenerhöhung spielt es also keine Rolle, was ich selbst besitze. Wenn ich Bücher an Menschen verschenke, die aus diversen Gründen nicht am Bildschirm lesen können/wollen (was ja legitim ist), dann kaufe ich ja genauso den Print. Geht ja nicht anders :D.
        Was ich dann versuche, ist, direkt beim Autoren zu kaufen oder bei Kleinverlagen direkt beim Verlag und auf Messen. Weil ich mich mal beraten ließ, dass auf die Weise beim Autor das Meiste hängenbleibt.
        (Ich gehöre übrigens zu den Verrückten, die manche Bücher auch zwei Mal kaufen. So besitze ich „Kernstaub“ und „Weltasche“ sowohl als eBooks als auch als Prints. Ebenso wie einige andre Bücher. Bei „Kernstaub“ wollte ich unbedingt die illustrierte Verlagsausgabe haben, bei Weltasche habe ich das Print vorbestellt, aber es hat sich verzögert und ich wollte nicht länger warten – habe es mir also zusätzlich als eBook gekauft, um sofort loslegen zu können. Und sobald alle drei Bände von „Drachenbrüder“ draußen sind, möchte ich mir die Hardcover beim Verlag zusätzlich zu meinen eBooks kaufen, weil ich die Bücher künftigen Kindern vorlesen möchte und sich da ein Buch zum Anpatschen besser eignet. An mir verdienen manche Autoren also sogar doppelt :D).
        Man muss bei Marie allerdings ergänzend sagen, dass sie anfangs keine kommerzielle Gewinnabsicht hatte. Das Buch war als eBook die längste Zeit kostenlos über sie beziehbar, später über Amazon, und sobald alle ihre Freunde es hatten, setzte sie einen symbolischen Preis an. Ebenso wie es ihr beim Print ausschließlich darum ging, dass Menschen, die ihr Buch unbedingt physisch ins Regal stellen wollten, es konnten. Sie selbst hatte also keine direkten Gewinnabsichten. Und dann ging es (verdient) durch die Decke.
        Aber ja, die Herstellungskosten für die rund 1000 Seiten waren eben bei einem Print-On-Demand enorm.
        300 Seiten kann man inzwischen tatsächlich als Indie zumindest bei BoD inzwischen konkurrenzfähig veröffentlichen, ohne sich selbst zu beklauen. Aber so richtig fette Bücher gehen nach wie vor arg ins Geld, wenn sie direkt on Demand gedruckt werden.

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  2. Ich kann Feuerblut nur bestätigen – in beiden Punkten. Auch bei mir ploppt dieses Fenster seit neustem auf (offenbar will Amazon den E-Book bereich noch stärker pushen – passt ja), und natürlich ist das Print-Buch nur ein Schmankerl, an dem Autoren weniger verdienen als beim E-Book.

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  3. Sehr interessant, mir ist dieses Fenster total entgangen! Auf jeden Fall eine neue Amazon-Funktion. Amazon baut eh einiges um gerade.

    Ich sehe es änlich wie Evanesca und ehrlich gesagt gar nicht so eng. Ob man sich auf Amazon lieber E-Book oder Prints kauft, ist nämlich eine ziemlich fest geschriebene Sache bei den Lesern, denke ich. Diejenigen, die ein Kindle schon besitzen und E-Books en masse kaufen, weil es günstiger für sie ist, kaufen sich eh nicht ein Print. Höchstens als Schmankerl. Und die totalen Print-Liebhaber bzw. E-Book-Verweigerer kaufen sich eh nur Prints.

    Da wird ein Angebot von Amazon, man solle sich doch für weniger Geld ein Kindle kaufen, nur bedingt Unterschied machen. Allenfalls bringt es einen Leser dazu, der eh schon überlegt hat: „Sind E-Books nicht eh viel vorteilhafter für mich?“, sein Kindle etwas früher zu kaufen.

    Es mag vielleicht etwas gewöhnungsbedürftig sein, die Preisdiskrepanz so offensichtlich dort stehen zu haben, aber die stand ja auch vorher dort. Ich verknüpfe meine Prints und E-Books grundsätzlich auf Amazon, damit die Leser alle Angebote auf einen Blick haben. Und da ich als SPler auch von Amazons Algorithmen abhängig bin, hilft es mir auch viel, wenn ein Leser mein E-Book kauft. Das hebt nämlich sofort mein Ranking an und macht meine Sichtbarkeit wieder größer.

    Für mich persönlich ist das eher relativ, und ich denke, dass es längst nicht so viele Leser in ihrer Entscheidung beeinflusst, ob sie nun E-Book oder Print kaufen.

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