Wieder in die Normalität zurückfinden

Wisst ihr, was das Dumme an psychischen Erkrankungen ist? Dass man

  1. nie so genau weiß, wann sie zuschlagen und
  2. sich noch so sehr bemühen kann, sie zu kontrollieren, es bietet einem nur begrenzten Schutz.

Wenn der Trigger kommt, dann kommt er und wenn man in diesem Moment schwach ist, dann ist man eben schwach. Das ist dann vielleicht eine Sache, die denjenigen, die diesen Trigger gesetzt haben, nicht einmal bewusst ist, auffällt, oder schlimm vorkommt. Aber das ändert nichts an der Reaktion des Betroffenen, des Kranken.

Wie ihr wisst, habe ich mich mit irgendwelchen Geschichten rund um meine Diagnosen und dergleichen hier immer sehr zurückgehalten. Ich finde, sie gehören hier nicht hin, weil sie zwar Teil meiner Geschichte, aber nicht meine Geschichten sind. Diese Unterscheidung ist mir immer sehr wichtig gewesen.

Aber ich denke, ich sollte – nein, ich möchte – euch eine kleine Erklärung für das liefern, was dazu geführt hat, dass ich hier seit Samstag eigentlich nicht wirklich aktiv war.

Am Sonntag wurde bei mir ein Trigger ausgelöst. Ein sehr starker Trigger, wie es sich gezeigt hat. Einmal mit Anlauf auf den „richtigen“ falschen Fleck getroffen. Die Person, die den Trigger gesetzt hat, meinte natürlich, es sei nicht so gemeint gewesen. Und wisst ihr was? Ich glaube es ihr sogar. Aber leider ist das unerheblich für das Ergebnis. Wenn ich einem Patienten mit einem Bandscheibenvorfall ein Bein stelle, dann mag das auch nicht so gemeint gewesen sein, dass der arme Kerl sich vor Schmerzen windet. Ist dann aber so.

Und ich musste also feststellen, dass all meine Vorbereitungen auf solche Situationen in diesem Moment nicht fruchteten.

Im Ergebnis habe ich in den letzten Tagen versucht, allen Stress zu vermeiden, wo es nur ging. Habe mir Urlaubstage genommen. Habe hier nicht gebloggt.

Habe seit Sonntag kein Wort an meinem Roman geschrieben.

Aber jetzt wird es langsam für mich Zeit, wieder in die Normalität zurück zu finden und dieser Blogpost ist ein Anfang dafür. Und morgen will ich auch wieder schreiben. Noch habe ich alle Chancen, den NaNo zu „gewinnen“.

Ich möchte mich an dieser Stelle noch einmal herzlich für alle Nachrichten, Mails und Kommentare bedanken, die mich seit Sonntag erreicht haben. Ich war richtig geflasht davon, dass ihr alle an mich denkt und gedacht habt. Das bedeutet mir was!

Und jetzt lasst uns gemeinsam wieder zur Tagesordnung zurückkehren. Was meint ihr?

Liebe Grüße
Michael