Reblog: Depressioncomix Nr. 318

Ich finde, dass dieser Comicstrip die letzte Woche gut zusammenfasst und in gewisser Weise auch zu einer Art Abschluss bringt.

Ich bedanke mich noch einmal bei euch allen!

And thank you very much Clay for your work and inspiration!

Depression Comix

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Read at depression comix at http://wp.me/s3zYhM-318

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Was uns an Wissen verloren geht

Im Moment komme ich in den Genuss eines Abos der Zeitschrift „Damals“. Da die Absatzzahlen der meisten Zeitschriften leider immer mehr einbrechen, werden Jahresabos inzwischen teils im Wortsinne verschenkt.

Die „Damals“ ist, wie der Name schon suggeriert, ein Magazin, das sich mit dem Thema Geschichte beschäftigt. Jeden Monat werden mehrere Themen besprochen, mal mehr, mal weniger ausführlich. Und in den kurzen Notizen stieß ich darauf, dass sich in diesem Monat die Niederlage der Assassinen bei Alamut zum 760. mal jährt.

Die Assassinen, deren Ruf heute noch benutzt wird, um Romane, Computerspiele und Filme zu verkaufen, herrschen zum damaligen Zeitpunkt über Persien. Die änderte sich, als die Mongolen einfielen und den tapferen Kriegern eine Niederlage nach der anderen beibrachten, bis schließlich bei Alamut das Schicksal der persischen Assassinen besiegelt wurde.

Im Rausch der Siegesfeiern, der Plünderung und allem anderen geriet die naturwissenschaftliche Bibliothek der Burg in Brand und ging verloren.

Als ich die gelesen habe, musste ich daran denken, dass das geschriebene Wort für manche Menschen bis in die heutige Zeit wenig Wert zu besitzen scheint. Heute noch hören wir davon, dass Bibliotheken in Flammen aufgehen. Wir hören von der Zerstörung von Kulturdenkmälern, die unwiederbringlich verloren sind. Extremisten wie die Taliban oder die Angehörigen des Terrornetzwerks Islamischer Staat vernichten, was ihnen nicht geben ist. In einigen Ländern wird zensiert, dass die Schwarte kracht.

Aber dass mir bloß niemand hochmütig auf diese Menschen schaut. Es ist noch keine hundert Jahre her, dass in Deutschland die Bücher brannten und Geschichte zum Schutz eines Systems manipuliert wurde.

Ich frage mich, wie viel Geschichte und Wissen der Menschheit auf diese Weise bereits verloren gegangen ist. Es gibt Kulturen, von denen wir kaum mehr wissen, als das die existiert haben. Wurde auch ihr Wissen, ihre Geschichte, ausgelöscht?

Stellt euch mal vor, wenn der Kalte Krieg heiß geworden wäre. Angenommen, dass es danach noch Menschen gegeben hätte, würde es ihnen anders gehen mit dem Wissen ihrer Vorfahren als uns zum Beispiel mit dem Wissen der Etrusker? Oder eben der Assassinen?

Ein spannendes Thema, wie ich finde und eines, das zu Gedankenspielen anregt. Auch wenn das, was ich und die meisten meiner Autorenkollegen so schreiben, wohl niemals in den Rang von wirklich wichtigem Wissen gelangen wird, ist es doch beruhigend, dass durch die heutige Fokussierung auf elektronische Datenverarbeitung und damit auch -sicherung kaum noch etwas durch Vandalismus verloren gehen kann.

Ihr entschuldigt mich, ich bin mal eben meine Daten sichern.