Calling China – Is anybody home? (2)

Um die Frage aus der Überschrift direkt zu beantworten: Ja, in China ist jemand zu Hause. Oder vielleicht auch in den Vereinigten Staaten. Jedenfalls klang der Name von dem Menschen, mit dem ich über das Wochenende hinweg Kontakt hatte, nicht sehr chinesisch.

Ihr erinnert euch, mein Convertible hatte sich unter Windows abgeschossen, als es versuchte, sich auf den neuesten Stand der Dinge zu updaten. Nichts ging mehr, oder jedenfalls nur noch sehr wenig. Und so hatte ich sowohl Teclast, den Hersteller, als auch GearBest, den Verkäufer, angeschrieben.

Fangen wir mit Teclast an, denn die Geschichte ist schnell erzählt. Die Firma leistet sich eine Website, die im Wesentlichen Werbung und Kaufangebote enthält. Aber das ist bei vielen chinesischen Firmen so, die Website von Vernee, von denen mein Smartphone stammt, ist ähnlich aufgebaut. Immerhin fand sich ein Verweis auf eine Facebook-Seite. Die sah allerdings nicht so aus, als ob dort Kundenanfragen beantwortet würden. Trotzdem habe ich mal brav mein Anliegen formuliert.

Weil ich echt geladen und enttäuscht war, und außerdem manchmal penetrant sein kann, stalkte ich noch den Twitter-Account von Teclast und schrieb denen dort, dass ich bei Facebook eine Nachricht hinterlassen hatte.

Die Antwort kam dann wenigstens einigermaßen prompt und sagte, anschnallen bitte, dass man sich nicht in der Lage sähe, technischen Support zu machen, weil man ja nur das Marketing mache. Für Support solle ich mich doch an GearBest (!) wenden, die würden sich besser auskennen.

Und siehe da: taten sie auch. Obwohl es auch in China/Amerika Wochenende war, hatte ich pünktlich jeden Morgen eine Mail im Postfach mit den nächsten Schritten, die ich versuchen soll. Dazu gehörte, natürlich, das System einmal zu refreshen. Gut, das war jetzt nicht so das Problem, war ja noch nichts drauf. Dass die Android-Installation hinterher nur noch chinesisch mit mir sprach, ließ sich auch schnell aus der Welt schaffen.

Aber in gemeinsamer Arbeit haben wir es hinbekommen, das ich sagen kann: Ich kann wieder mit dem Teil arbeiten! Beweisfoto? Könnt ihr haben:

img_20161204_223148Und die Moral von der Geschicht? Da fällt mir keine ein. Jedenfalls kann sich so mancher deutsche Händler von GearBest in Bezug auf Reaktionsschnelligkeit, Freundlichkeit und Kompetenz eine mehr als dicke Scheibe abschneiden.

Wenn die Chinesen so weitermachen, auch in Hinsicht auf Preis-/Leistung ihrer Produkte dann wird es in einigen Wirtschaftszweigen noch ungemütlich werden. Aber das ist dann wieder ein anderes Thema.

Meine ausführlichere Besprechung zum Gerät an sich verschiebe ich noch, bis die bestellte Tastatur bei mir eingetroffen ist. Solange fühlt es sich nämlich, im wahrsten Sinne des Wortes, nur halb so gut an.