»Fühlt euch für einen Moment, als wärt ihr wieder im Jahr 2000!«

Gestern Abend hatte ich das besondere Vergnügen, ein Konzert meiner – ja, immer noch – Lieblingsband VNV Nation praktisch direkt vor meiner Haustür zu besuchen. Gerade in der vergangenen Woche habe ich euch mit „Still Waters“ ja ein Lied hier gepostet. Nun, der Abend gestern verband zwei besondere Alben miteinander, stand er doch unter dem Motto „Automatic Empire“ und bot somit Musik vom populärsten „alten“ Album und vom populärsten „neuen“ Album. Wie bei den meisten Bands und Künstlern kann man da ja gerne von verschiedenen Epochen sprechen.

Die vergangene Woche hatte für mich ja nun alles zu bieten: schlechte Dinge, gute Dinge, außergewöhnliche Dinge. Und irgendwie war das Konzert der passende Abschluss für diese Woche. Entgegen meiner vorherigen Befürchtung war es nicht so eng, wie ich geglaubt hatte und die Stimmung in der Halle war fantastisch. Es war richtig Platz da, um sich zu bewegen. Ja, auch ich Bewegungslegastheniker fange auf einem Konzert an, zu tanzen ;-).

Beim zweiten Lied der ersten Zugabe, dem Song „Standing (Motion)“, sagte Sänger Ronan Harris sinngemäß (er lebt zwar seit Jahren in Deutschland, spricht auf der Bühne aber meist immer noch englisch), wir sollten uns für einen Moment so fühlen, als seien wir wieder im Jahr 2000, als das Stück erschien.

Und ja, irgendwie fasste das den Abend gut zusammen. Ich fühlte anhand der Stücke von diesen beiden Alben, die auch für mich persönliche Meilensteine darstellen, wirklich so etwas wie eine Zeitreise.

Als „Empires“ damals erschien, steckte ich gerade in der größten Schreibblockade meiner schriftstellerischen Laufbahn. Ich hatte von 1996 bis 1999 an „Lichter“ geschrieben und war danach in ein Loch gefallen, aus dem ich mich für die nächsten Jahre auch nicht wieder nachhaltig herausschreiben sollte.

Und „Automatic“, erschienen 2011, markiert den Beginn meiner schriftstellerisch produktivsten Phase, die bis heute andauert. Rund um sein Erscheinen arbeitete ich an dem Roman „Der Morgen danach“, der nun, vielleicht, bald das Licht der Welt erblicken wird.

Wenn ich in die Songtexte der Lieder von den beiden Alben schaue, dann finde ich so viele Zeilen und Passagen, die in irgendeiner Form zwischen diesen beiden Spannungsfeldern liegen, dass es manchmal schwer ist, sie nicht auf mich zu beziehen – oder wenigstens Teile davon zum Hinweis für mich zu nehmen.

Oder wie kann ich eine Zeile wie Among my own I was alone through my own doing aus „Darkangel“ heute anders sehen als meine jahrelange Isolation von Lesern und Mitautoren? Eine Isolation, aus der ich erst im vergangenen Jahr herausgetreten bin?

„Gratitude“ fasst gut meine Zweifel und meine Ängste zusammen: Thank you for all the doubts and for all the questioning. For all the loneliness and all the suffering. For all the emptiness and the scars it left inside. It inspired in me an impetus to fight.

Und so könnte ich weitermachen und weitermachen. Und ich finde, dass das sowohl gute Musik, als auch gutes Erleben von Musik ausmacht. Es berührt etwas in einem. Und auch wenn ich natürlich weiß, dass das nicht auf mich gemünzt wurde, so bringt es in mir doch Saiten zum Klingen.

Und so konnte ich mich auch vollkommen problemlos wieder so fühlen, als hätten wir das Jahr 2000. Damals besuchte ich meine ersten VNV-Nation-Konzerte. Vor 16 Jahren.

Und gerade in dieser Woche wurde ein Grundstein dafür gelegt, dass eine Zeile aus dem Refrain von „Standing“ für mich wahr werden könnte:

And fighting time, so hard I pray, let this moment last forever – and will the world stay standing still, at least for me!

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s