Die guten Vorsätze für 2017

Kennt ihr das nicht auch? In der Silvesternacht sind wir alle immer mit dabei, wenn es darum geht, die guten Vorsätze für das folgende Jahr zum Besten zu geben. Die Klassiker sind dabei die üblichen Verdächtigen aus den Bereichen Gesundheit, Sport und Finanzen.

Und ihr kennt doch sicherlich auch das Erwachen am zweiten Januar, wenn ihr feststellt, dass es irgendwie dann doch schöner war, nicht direkt das nächste Fitnessstudio aufzusuchen, oder dass die Reste vom Käsefondue unbedingt gegessen werden mussten und, na klar, den PC, den man sich bestellt hat, bekommt man auch irgendwie im eigenen Budget unter.

Ich weiß schon, warum ich mir meine guten Vorsätze erst heute hier aufschreibe. Außerdem mache ich es mir natürlich leichter, weil ich nichts über die Gesundheit (es wäre toll, wenn ich so 20 Kilo abnehmen würde …), Sport (wenn das Fitnessstudio nicht so weit weg wäre, würde ich auch viel öfter/überhaupt noch hingehen) und Finanzen (das Netzwerk musste unbedingt jetzt mit Technik im Gesamtwert von ca. 500 Euro auf Vordermann gebracht werden) schreibe.

Nein, ich bleibe hart bei den Fakten, die euch auf dieser Webseite interessieren dürften. Und auch bei denen war es gut, dass ich sie nicht direkt am ersten Januar geschrieben habe, denn dann hätte ich heute bereits jammern müssen.

Ihr erinnert euch ja noch gut an meine „Pause“, die ich immerhin viermal unterbrochen habe. Heute nun erwischte ich mich bereits bei dem Gedanken: »Du musst unbedingt bloggen.«

Nein, muss ich gar nicht! Gut, ich meine, ich tue es jetzt ja doch, irgendwie, aber nicht aus dem Gefühl heraus, es zu müssen, sondern im Gegenteil, um dieses Gefühl ein wenig kleiner zu machen, in die Ecke zu stellen, und ihm die Eselskappe aufzusetzen.

Ein guter Vorsatz lautet für 2017 also: Ich darf auch mal nicht bloggen. Punkt! Es ist gar nicht nötig, Rechtfertigungen zu suchen oder Erklärungen. Ich darf auch mal nicht bloggen!

Nächstes Thema. Ich hatte euch von den vier Romanen erzählt, die mein Jahr 2016 bestimmt haben. Und dass keiner von denen sich in einem Stadium befindet, das man als „fertig“ bezeichnen kann.

Der Gedanke hat mich, natürlich, nicht ganz losgelassen. Klar, „Der Morgen danach“ besitzt eine Priorität in diesem Jahr. Wenn ich an diese nicht professionell herangehen würde, dann wäre es nur zu verzeihlich, wenn man auch mit mir nicht professionell umgehen würde. Da ich das aber nicht möchte, lautet ein guter Vorsatz für 2017: Ich werde den Roman „Der Morgen danach“ im gemeinsamen Sinne von Verlag und mir fertig stellen.

Nächste Baustelle ist dann der Roman „Der Beobachter und der Turm“. Dieser Roman ist im Prinzip so weit fertig, dass ich ihn in ein (privat finanziertes) Lektorat geben kann. Für diesen Zweck habe ich gespart und mich von einigen lieb gewonnenen Sammlungsstücken getrennt. Nun ist die Situation aber eine ganz andere, als sie es im August war, als ich mich auf die Veröffentlichung vorbereitete.

Da „Der Morgen danach“ für mich Priorität besitzt und besonders zu Beginn auch einiges an Umschreibarbeit erfordert, kann ich mich schlicht und einfach nicht um ein weiteres Projekt mit der Intensität kümmern, das es verdient. Ja, ich habe „Der Beobachter und der Turm“ bei ‚be‘ eingereicht. Aber, ganz ehrlich, viele Chancen rechne ich mir nicht aus. Es ist mehr eine Einreichung, um mir das Gefühl zu geben, dass meine Arbeit, der betriebene finanzielle Aufwand und die Arbeit der lieben Testleser nicht umsonst gewesen ist.

Aber auch hier muss ich realistisch sein und mir erlauben, den „Beobachter“, der für mich immer noch ein Herzensprojekt ist, ins zweite Glied rücken zu lassen. Ich bin noch nicht ganz fertig mit dem Gedanken daran, wie das passieren wird. Aber er muss und wird ganz klar die zweite Geige spielen müssen.

Mein guter Vorsatz für 2017 lautet also: Ich erlaube es mir, „Der Beobachter und der Turm“ nicht mit Gewalt gleichzeitig zu „Der Morgen danach“ in den Markt prügeln zu wollen.

Dann steht da noch die Weiterarbeit an „Der goldene Tod“ aus. Ich habe diesen Roman zum NaNo begonnen und wusste im Prinzip vorher, dass es Schwerstarbeit werden würde, diese Aufgabe auch zu erfüllen. Ich war zeitlich einfach total eingespannt. Alleine der Verkauf meiner CD-Sammlung auf eBay hat jede Menge Zeit gefressen, die ich nicht in den NaNo stecken konnte.

Gut, dass es mich ausgerechnet in diesem Monat zum ersten Mal seit Jahren so richtig psychisch von den Socken hauen würde, das konnte ich natürlich nicht voraussehen. Aber ich spielte ein Spiel mit meinen eigenen Kräften. Und habe verloren.

Seit dem ersten Dezember habe ich nicht geschrieben. Ich konnte nicht mehr. Nun kam der erste Januar und ich hatte so ein Gefühl von: Neues Jahr, neues Glück, jetzt wird sofort weitergeschrieben. Und wir haben den zweiten Januar und ich bin mir zu 100% sicher, dass ich auch heute nicht an diesem Roman arbeiten werde.

Ich muss auf meine Kräfte aufpassen, mit ihnen haushalten. Ich bin zwar erst Anfang 40, aber, so bescheuert es auch klingt, an manchen Punkten merke ich, dass vieles echt nicht mehr so leicht von der Hand und von der Konstitution geht, wie es noch vor zehn Jahren der Fall war.

Das bedeutet, dass „Der goldene Tod“ sich im Zweifel genauso hinten anstellen muss, wie ich es gerade schon zu „Der Beobachter und der Turm“ gesagt habe. Ich hoffe zwar, dass ich mit ein wenig mehr Ruhe und Zeit wieder dorthin komme, dass ich das Schreiben als Entspannung sehe, aber das erzwinge ich jetzt nicht.

Mein Vorsatz für 2017 lautet also: Ich möchte an „Der goldene Tod“ weiterschreiben, werde es aber nicht übers Knie brechen.

Und daran schließt sich direkt an – und ich bitte darum, mich im Zweifel daran zu erinnern! – dass ich in diesem Jahr nicht am NaNoWriMo teilnehmen werde, außer ich sehe mich körperlich, geistig und seelisch dazu in der Lage. Und zwar rückhaltlos!

Dann ist da noch ein Punkt, der eigentlich eher auf eine To-Do-Liste gehören würde, sich aber auch in dieser Aufstellung gut macht. Ich möchte für 2017 endlich meine eigene Homepage an den Start bringen. So eine richtige Autorenhomepage mit eigener Domain, wie ich es schon seit Herbst 2015 (!) vor mir herschiebe. Mein guter Vorsatz lautet also, meine Domain http://www.behr-michael.de in diesem Jahr endlich an den Start zu bringen.

Jetzt sitze ich seit ungefähr fünf Minuten hier und denke, dass ich noch ganz viel in die Liste aufnehmen muss. Ich will mehr netzwerken, ich will mich einbringen, ich will Kurzgeschichten schreiben, will an Ausschreibungen teilnehmen, möchte die Buchmessen in Leipzig und wahrscheinlich auch Frankfurt „rocken“ und, und, und. Und dann sind da ja noch ungefähr fünf Romane, die ich überarbeiten könnte, weil sie es verdient haben. Kann man ja einreichen, irgendwo. Einfach auf die Ochsentour schicken, weil man ja keinen Druck hat, so mit einem Vertrag, der einem zumindest schon mal das Erscheinen eines Buches zusichert. Was haben wir noch? Oh, ich habe überlegt, mir eine Webcam anzuschaffen, dann könnte ich auch vloggen, oder wie sich das nennt. Weil man heute ja multimedial vertreten sein muss. Was ich auf jeden Fall machen will ist, ganz viele Bücher für meine Rubrik „Das Schreiben der anderen“ lesen. Und wenn dann „Der Morgen danach“ sich auf die Veröffentlichung zubewegt, dann will/muss/kann/soll/darf ich dafür natürlich auch Werbung machen! Das geht schon mit dem richtigen Autorenbild los, um das ich mich kümmern muss, weil ich seit fast einem Jahr einen Gutschein für ein Businessfoto habe, der bald abläuft.

Leute, ist es verwunderlich, dass man, wenn man einmal beginnt, in einen solchen Gedankenkreislauf einzutreten, Schnappatmung bekommt? Ich denke nicht.

Und deswegen kommt jetzt, sozusagen, der wichtigste Vorsatz von allen. Der, der alle anderen überstrahlt und überlagert.

Ich will mir erlauben, nicht perfekt zu sein! Nicht all das, was ich geschrieben habe, jetzt, sofort und nach einem festgelegten Plan zu erledigen. Mag sein, dass für manche Menschen solche Pläne funktionieren. Ich bekomme Schnappatmung davon.

Also, noch einmal: Ich erlaube mir, nicht perfekt zu sein!

Damit liest sich meine Liste der guten Vorsätze wie folgt:

  • Ich darf auch mal nicht bloggen
  • Ich werde den Roman „Der Morgen danach“ im Sinne von Verlag und mir fertig stellen
  • Ich erlaube es mir, „Der Beobachter und der Turm“ nicht mit Gewalt gleichzeitig zu „Der Morgen danach“ in den Markt prügeln zu wollen
  • Ich möchte an „Der goldene Tod“ weiterschreiben, werde es aber nicht übers Knie brechen
  • Ich werde nur dann am NaNoWriMo teilnehmen, wenn ich mich körperlich, geistig und seelisch dazu in der Lage fühle. Rückhaltlos!
  • Ich werde meine Homepage in diesem Jahr an den Start bringen
  • Ich erlaube mir, nicht perfekt zu sein!

Ich bedanke mich bei denen, die bis hierhin mit dem Lesen durchgehalten haben. Es war ein langer Text. Aber auch das erlaube ich mir einfach mal: So zu schreiben, wie ich nun einmal bin.

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12 Gedanken zu “Die guten Vorsätze für 2017

    • Das wird in der Tat die schwierigste Baustelle sein. Dabei weiß mein Kopf, dass ich nie in der Lage sein werde, auch nur nahe an Perfektion zu kommen. Vor allem, weil ich eine ziemlich krude Vorstellung von „perfekt“ habe.

      Gefällt mir

  1. Frohes neues Jahr Michael! Das mit den Vorsätzen habe ich mir abgewöhnt. War mir zu anstrengend.
    Aber… ich bin gespannt, besonders natürlich auf „den Morgen danach“.
    Eins habe ich nicht so ganz verstanden, warum machst Du einen Unterschied zwischen dieser Webseite und der anderen? Kannst Du nicht beides zusammenführen? Ich habe den Link angeklickt, es steht dort, dass es Deine Autorenwebseite sein soll. Aber das ist das hier auch. Oder?

    Egal was kommt, ich freue mich aufs Weiterlesen.
    Herzlich
    Mea

    Gefällt 1 Person

    • Liebe Mea,

      auch dir wünsche ich noch ein frohes neues Jahr! Wie du gelesen hast, habe ich mir ja gerade deswegen die guten Vorsätze gegeben, weil es mir ohne die sonst zu anstrengend würde ;-).

      Ich mache den Unterschied zwischen der einen und der anderen Website deswegen, weil ich einerseits weg von wordpress.com will und andererseits eine Autorenhomepage haben möchte, die so richtig „seriös“ wirkt, später mit Titelbildern und so. Da gibt mir eine eigene WordPress-Installation mehr Möglichkeiten (und mehr Möglichkeiten, was kaputt zu machen).

      Der Blog wäre dann sozusagen „nur noch“ ein Unterpunkt auf dieser Website.

      Und, nicht zu vergessen, als ich die Website „eingekauft“ habe, bloggte ich hier noch vollkommen anonym. Die Offenlegung meiner Identität war auf diesem Blog ursprünglich nicht in der Form vorgesehen. Da sollte der Umzug zur eigenen Domain praktisch der Startschuss sein.

      Ist dann anders gekommen. Wie so einiges im Leben immer mal anders kommt.

      Libe Grüße
      Michael

      Gefällt 1 Person

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