Der Sonntagsreport vom 08.01.2017

Hallo zusammen!

Die erste Woche des neuen Jahres ist nun auch schon wieder vorbei. Die guten Vorsätze sind entweder bereits wieder in Vergessenheit geraten, oder mäandern als etwas, das einem fürchterlich weh tut, im eigenen Hinterstübchen herum. Ich bin bis jetzt mit den meinen eigentlich noch ganz zufrieden, denn zumindest hat es dieses Jahr noch nicht jeden Tag einen Blogeintrag gegeben. Bin ich nicht gut?

Ja, okay, in anderer Hinsicht packt mich langsam die Ungeduld, das gebe ich zu. Aber damit kann ich auch leben. Es ist wohl verständlich, dass ich endlich absolute Gewissheit haben möchte, dass das Projekt „Der Morgen danach“ nun wie gedacht über die Bühne gehen wird.

Klingt das nicht schön einfach, leicht und kurzfristig, dieses „über die Bühne gehen“? Ja, finde ich auch. Ich schwanke im Moment noch zwischen dieser Leichtigkeit und der Sorge, dass das ein verdammt nervenaufreibender Prozess werden wird. Wie bei allen nervenaufreibenden Dingen in meinem Leben stellt sich vorher die Frage, ob ich dieser Sache gewachsen sein werde.

Ich denke, ich kann dies hier und in diesem speziellen Fall bejahen. Ich arbeite seit so langer Zeit auf diesen Moment hin, dass ich nicht jetzt auf einmal einen Einbruch erleiden werde. Und es ist ja auch nicht so, dass es um ein Projekt geht, das ich nicht genau kennen würde.

„Der Morgen danach“ ist der Roman, den ich, abgesehen von „Der Beobachter und der Turm“, am besten von allen meinen Romanen kenne. Hier könnte man mich wahrscheinlich mitten in der Nacht wecken und ich wäre in der Lage, eine Zusammenfassung zu schreiben. Die fiele dann zwar sicherlich sprachlich nicht besonders gewandt aus, aber sie wäre weitgehend vollständig. Und das ist, denke ich, eine gute Voraussetzung, um auch mit jemand „Fremdem“ am Text zu arbeiten.

Um genau zu sein: Ich freue mich schon wie wahnsinnig darauf, dass es losgeht! Am liebsten hätte ich schon in der Winterpause, die der Verlag gemacht hat, angefangen. Aber da gab es zwei Punkte, die mich haben zögern lassen:

  1. Ich habe noch keinen unterschriebenen Vertrag. Und auch, wenn ich das als Formalität ansehe, so ist es doch eine Formalität, die erst einmal erledigt werden sollte. Zumal ich die Erholung über die Feiertage dringend nötig hatte, wie sich herausgestellt hat.
  2. Wer sagt mir denn, dass ich in der „richtigen“ Weise überarbeitet hätte? Bis jetzt steht fest, dass es im Text einen Perspektivwechsel geben wird und die ersten zehn Seiten haben ja auch Anklang gefunden. Aber das war der erste Eindruck. Ein tiefergehender Blick kann und wird sicherlich noch Dinge ans Licht befördern, die auch zu berücksichtigen sind und am Ende stehe ich da und überarbeite eine Passage vier- oder fünfmal, nur weil ich zu voreilig war. Nein, da kann ich meine Energie anderweitig besser einsetzen.

Ja, das sind sie so, die Kleinigkeiten, mit denen man so zu kämpfen hat, wenn man ein Verlagsschriftsteller im Wartestand ist. Aber es finden sich noch andere Themen, über die man schreiben kann …

Mein Schreiben:

Wie ihr wisst, habe ich mir bezüglich des Schreibens ja für dieses Jahr vorgenommen, „Der goldene Tod“ zu vollenden. Und gestern hatte ich zum ersten Mal seit längerer Zeit richtig Lust, daran zu schreiben. Ich traute dem Gefühl erst nicht und habe deswegen ein rundes Stündchen oder so gewartet, ob es bleiben oder fortgehen würde. Aber es blieb und wurde stärker. Und so habe ich schließlich das Dokument geöffnet und angefangen, zu schreiben.

Ein einziges Fiasko!

Nicht nur, dass ich kaum einen gescheiten Anschluss an den letzten Punkt der Story hinbekam, ich hätte auch noch drei Seiten schreiben können, ohne dass irgendwas passiert wäre, das die Geschichte weiterentwickelt.

Mein Protagonist steht zusammen mit einem Hundeführer, der sich vor Angst beinahe einnässt und dessen drei Hunden, die hochgradig nervös sind, auf einer kleinen Insel fester Landmasse inmitten einer Sumpflandschaft. Es ist Nacht, die Sicht ist bescheiden, weil sie keine Lampe haben. Und irgendwo dort draußen ist vielleicht, vielleicht aber auch nicht ein (echtes?) Gespenst.

Das birgt so viele Möglichkeiten, die ich gestern alle nicht zu packen bekommen habe. Dabei weiß ich, wie es weitergehen soll. Ändert aber nichts, weil ich den Dreh nicht bekommen habe.

Jetzt werden die Anhänger der Abteilung Plot wahrscheinlich hämisch auflachen und sagen, dass das nach deren Methode nicht passiert wäre. Das mag sein, aber ich glaube es eigentlich nicht. Denn ich weiß ja, was passiert. Da hilft mir dann auch das Wissen über die übernächste Szene (die ich kenne) oder die danach (die ich auch kenne) nicht weiter.

Ich denke, manchmal hat man einfach eine Blockade im Kopf, die man vielleicht besser anerkennen sollte, bevor sie sich ausweitet. Deswegen habe ich das Experiment nach kurzer Zeit abgebrochen, einen verbitterten Tweet bei Twitter abgesetzt, und mich dem erweiterten Prokrastinieren hingegeben.

Aber keine Sorge und keine falschen Hoffnungen: Ich komme wieder, „goldener Tod“, und dann bist du dran!

Famous Last Words

Soviel soll es für diese Woche gewesen sein, meine lieben Interessierten an meinem kleinen Blog! Ich weiß, dass ich jetzt nicht jede einzelne Kategorie dieses Reports ausgefüllt habe. Aber auch da habe ich mir vorgenommen, dass ich flexibler werde. Und wenn es nun einmal nichts Besonderes zu Multimedia oder Blog zu sagen gibt, dann gibt es das nicht. Dafür werde ich mir herausnehmen, zukünftig auch kurzzeitig andere Zwischenüberschriften mit hereinzunehmen, wenn ich dazu etwas mehr oder weniger kreatives zu sagen habe.

Es fühlt sich manchmal gar nicht schlecht an, Hausherr zu sein! 😉

Habt noch einen schönen Sonntag!

Euer Michael

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