Linktipp: Vom Wert eines gebrauchten Buches

Beim Börsenblatt findet sich ein interessantes Interview mit Heiner Kroke, dem Geschäftsführer von Momox. Die meisten von euch werden Momox sicherlich kennen, es handelt sich dabei um einen der größten Gebrauchtwarenhändler im Internet, der unter anderem mit dem Markennamen »medimops« auf diversen Plattformen gebrauchte Artikel anbietet.

Vor allem finde ich die Darstellung dessen interessant, wie es sein kann, dass manche hochgehandelten Artikel bei den Wiederverkaufsplattformen im Ankauf sehr niedrig bewertet werden.

Ich verkaufe keine Bücher, habe dort auch keine wirklichen Schätze, kann also von dieser Warte auch nur begrenzt mitreden. Was ich allerdings im letzten Jahr viel getan habe war, CDs zu verkaufen. Und für die dürften ja die gleichen Algorithmen gelten.

Unter anderem habe ich zwei Boxsets verkauft, die schon lange Out of Print und damit absolute Sammlerstücke geworden sind. Der erwartete und über eBay erzielte Wert war jeweils dreistellig. Die Ankaufplattformen, sei es medimops oder sei es reBuy, boten mir allerdings sowohl als auch nur wenige Cent an.

War das für mich damals ein besonderer Lacher, wird mir nach der Darstellung im Interview schon klarer, woran es gelegen hat, dass mir diese Zahlen angeboten wurden.

Klar, die Algorithmen der Händler gehen nach der Wiederverkaufswahrscheinlichkeit. Und die bemisst sich nach der Zahl der Anfragen. Der Sammler, der weiß, dass er sich schon ein wenig strecken muss, um an das Objekt seiner Begierde zu kommen, wird die genannten Plattformen jedoch eher selten frequentieren, weil die Chance, dort fündig zu werden, einfach zu gering ist. Ergo geht die Software davon aus, dass das eigentlich gesuchte Buch/die gesuchte CD ein Ladenhüter ist.

Ein sehr eindrückliches Beispiel dafür, wie unterschiedlich man den Wert eines Buches einschätzen kann, finde ich.

Sicherlich ist es ein Ding der Unmöglichkeit, tausende von Artikeln durch eine menschliche Belegschaft kategorisieren, katalogisieren und dann auch noch bewerten zu lassen. Aber zumindest mir ist nun klarer, wieso manche Bücher sich auf dem virtuellen Ramschtisch befinden, obwohl sie dort, meiner Meinung nach, gar nicht hingehören.

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2 Gedanken zu “Linktipp: Vom Wert eines gebrauchten Buches

  1. Hanna Mandrello schreibt:

    Ich sehe ab und zu im TV „Bares für Rares“, eine Sendung, in der die Leute ihre gebrauchten Kellerschätze, Kunstgegenstände, altes Spielzeug und auch sehr teuren Schmuck anschleppen, um die Dinge erst von Experten schätzen zu lassen und dann bei anwesenden Händlern verhökern. Die Händler bemessen den Wert an der Möglichkeit des Wiederverkaufs, der Experte schätzt den echten Wert. Da ist schon so mancher mit langem Gesicht gegangen, weil die Experten einen viel höheren Wert geschätzt hatten, die Händler aber kaum bereit waren, dafür etwas zu bezahlen, weil der Zeitgeist kaum Kunden dafür hat. Wirkliche Sammlerstücke kann man so kaum verkaufen, es sei denn der Händler hat tatsächlich einen Kunden an der Hand, von dem er weiß, dass er ein Sammler ist, der dafür bereit ist, Geld auszugeben. Aus den ganzen Sendungen habe ich eines gelernt: Schmuck ist die schlechteste Geldanlage, die man sich vorstellen kann. Normalerweise bekommt man gerade mal den Preis für Gold und Steine, aber nie für das Künstlerdesign und die Verarbeitung.

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