Man sollte als Autor sein Geld zusammenhalten – auch wenn es schwer fällt

Ich gehöre nicht zu den Menschen, die ich als geizig bezeichnen würde. Ja, ich wäge im Allgemeinen recht gut ab, ob ich eine Investition wirklich tätigen will, oder ob ich es besser bleiben lassen. Das hat aber auch damit zu tun, dass ich im Normalfall kein eigenes Budget besitze, aus dem ich schöpfe. Das Geld, das ich verdiene, geht in das gemeinsame Haushaltsbudget ein und wird von dort aus für alles benutzt, was eben so anfällt, wenn man eine Frau, zwei Kinder, ein Haus und eine Katze hat.

Jetzt allerdings gibt es eine neue Situation, mit der ich, wie ich zugeben muss, ein wenig überfordert bin: Zum ersten Mal seit ewigen Zeiten habe ich durch den Verkauf meiner Musiksammlung ein gewisses Budget zur Verfügung, mit dem ich tun und lassen kann, was ich möchte.

Dieses Budget habe ich mir angespart, um es zur Umsetzung meiner schriftstellerischen Ambitionen einzusetzen. Im Wesentlichen für das Lektorat von „Der Beobachter und der Turm“.

Nun ist es aber ja so, dass ich einen Verlagsvertrag mit Scylla für „Der Morgen danach“ geschlossen habe. Und damit steht fest, dass ich vorerst nicht zu einer Veröffentlichung des „Beobachters“ kommen werde.

Na und, könnte man sagen, dann dauert es halt was. Das Manuskript wird ja nicht schlechter und das Geld auch nicht. Es kann ja bekanntlich nicht einmal stinken.

Ich aber stelle fest, dass es mir irgendwie in den Fingern juckt. Das muss das Gefühl von Menschen sein, die im Lotto oder bei „Wer wird Millionär“ gewonnen haben. Geld ist da – Geld muss ausgegeben werden.

Einen neuen PC hatte ich mir in den Kopf gesetzt. Einen richtigen Boliden mit jeder Menge Arbeitsspeicher, aktuellster Grafikkarte, und so weiter. Um daran dann im Internet zu surfen und zu schreiben.

Ja, das ist so bescheuert, wie es klingt. Rational betrachtet. Irrational sagt diese Stimme schon seit dem Wochenende: »Iss geil, muss ich habn!«

Aber!

Bleiben wir noch einmal für den Moment rational. Das Geld, das ich jetzt habe, werde ich auch ohne ein sofortiges Lektorat benötigen. Ich habe davon die Leipziger Buchmesse, bis jetzt Anreise, Unterkunft und Messeeintritt, bestritten. Es kommen noch Verpflegungskosten vor Ort dazu.

Vorher sollte ich vielleicht noch schauen, mir Visitenkarten anfertigen zu lassen. Vernünftige.

Ich werde, sobald „Der Morgen danach“ draußen ist, auch für Promotion sorgen müssen. Dafür sollte ich auch ein Budget einplanen, um Aktionen machen zu können, die der Verlag nicht oder nicht in voller Höhe sponsern kann.

Und dann ist ja nicht gesagt, dass ich durch „Der Morgen danach“ so viel verdienen werde, dass ich das alles wieder reinhole. Auch wenn es sich natürlich alle Beteiligten wünschen.

Also!

Ich muss standhaft bleiben. Das Geld, das da ist, habe ich mir durch wirkliche Einschnitte in mein Sammlerherz erkauft. Und ich sollte es jetzt nicht für Dinge verschleudern, die ich nicht wirklich brauche. Natürlich ist ein PC im weitesten Sinne auch mein Arbeitsgerät, aber braucht er dafür einen Sechskernprozessor mit 6×3,6 GHz, 32 Gigabyte DDR4-Ram, eine Geforce GTX-1080 Grafikkarte oder eine 980 Gigabyte SSD?

Nein, braucht er nicht. Dann kaufe ich mir doch besser die Webcam, um euch mit netten Videos auf die Nerven zu gehen 😉 .

Kennt ihr auch dieses Kribbeln und Jucken in den Fingern ganz dringend Geld unter die Leute bringen zu müssen? Outet euch gerne in den Kommentaren, dann machen wir eine Selbsthilfegruppe auf.

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3 Gedanken zu “Man sollte als Autor sein Geld zusammenhalten – auch wenn es schwer fällt

  1. Sonja schreibt:

    Ja, kenne ich zu gut. 😁
    Dabei spiele ich in Gedanken auch gerne mal mit Geld, dass ich noch nicht habe. Allerdings geht es mir wie dir: Am Ende muss ich doch kleinere Brötchen backen.

    Gefällt 1 Person

    • Ich gebe ja zu, dass ich mir dann doch noch ein Modell gesucht habe, um mir den Rechner leisten zu können, OHNE meinen Schreibsparstrumpf anzutasten …

      Aber die Gedanken an zukünftige Einnahmen, die sind schon skurril. Sollte ich mal drüber bloggen. Kommt als Punkt 378 auf die Liste …

      Gefällt 1 Person

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