Die Sache mit der Motivation

Ich mache gerade eine ganz seltsame Phase „durch“, die etwas mit meiner Motivation zu tun hat. Meine Motivation war bis jetzt, zumindest in Bezug auf das Schreiben, etwas, auf das ich mich eigentlich ganz gut verlassen konnte. Gerade auch in den letzten Wochen und Monaten, in denen es gefühlt für mich immer voran und nach oben ging.

Aber just seitdem ich den Vertrag mit Scylla unterschrieben habe, stelle ich fest, dass ich an manchen Tagen eigentlich gerne eine Auszeit nehmen würde. Und das sind dann die Tage, an denen es schon mal nicht dazu reicht, wenigstens ein wenig am Roman zu arbeiten und noch einen Blogeintrag abzuliefern.

Dabei sollte man doch meinen, dass Letzteres gerade durch die momentan laufende Challenge des Autorenwahnsinns sehr viel einfacher ist, als es das zu anderen Zeiten wäre. Schließlich muss ich mir keine Gedanken um irgendein Thema machen, das ich mir aus den Fingern saugen muss. Ich habe ein Thema für jeden Tag des Januars.

Ich denke aber, dass genau das einer von zwei Punkten ist, die meine Motivation für den Moment ein wenig ausbremsen.

Ich bin bei meinem Blog immer ein wenig stolz darauf gewesen, dass ich nicht an jedem Wochentag an irgendeinem Webprojekt teilnehme. Deswegen gibt es bei mir keinen Freitagsfüller, keinen Media Monday und auch sonst nichts in der Richtung. Der Sonntagsreport ist die einzige Ausnahme und die habe ich mir selber aufs Auge gedrückt.

Die Challenge allerdings hat mich mit ihren Fragen und Aufgaben angesprochen. Deswegen bin ich noch verspätet in sie eingestiegen – und will jetzt nicht einfach wieder aussteigen. Ich stelle aber fest, dass manche Fragen wirklich eher ein abarbeiten sind, als dass es mir ein Anliegen wäre, sie zu beantworten. Und „Arbeit“ ist etwas, das ich nicht mit meinem Hobby verbinde, sondern mit meinem Brotjob. Deswegen gab es diese Woche auch zwei Tage, an denen ich keinen täglichen Beitrag schreiben „konnte“.

Gut, das habe ich jeweils nachgeliefert, immerhin.

Aber für noch etwas ist dieses Gefühl von Arbeit negativ: Die Arbeit am Manuskript von „Der Morgen danach“.

Am Anfang, als ich die ersten Seiten überarbeitet habe, ging mir alles leicht von der Hand. Inzwischen tue ich mich deutlich schwerer und ertappe mich dabei, dass es schon mal fünf Minuten dauern kann, bis ich eine einzige Seite soweit durchgescrollt habe, dass ich alle „Markus machte“ auf „Ich machte“ umgewandelt habe. Und dann soll sich das Ganze ja auch noch gut und flüssig und sinnvoll lesen – habe ich mal gehört.

Aber es bringt ja auch nichts, wenn ich jetzt darüber meckere, dass ich diese Aufgaben habe und dass es an manchen Tagen schwer ist, sich auf sie einzulassen. Ich bin Verpflichtungen eingegangen – sei es durch die Teilnahme an der Challenge oder sei es durch meinen abgeschlossenen Vertrag. Und jetzt muss ich auch Ergebnisse liefern.

In Bezug auf meinen Roman sehe ich da, obwohl es natürlich die viel größere und anspruchsvollere Aufgabe ist, ironischerweise das kleinere Problem. Denn ich kann hier auch ruhig mal pausieren. Nicht für Wochen, das ist klar, aber ein Tag hier und da ist durchaus drin. Ich muss nicht ein bestimmtes Kontingent am Tag erledigen. Jedenfalls noch nicht zu diesem Zeitpunkt der Überarbeitung.

In zehn Tagen habe ich knapp die Hälfte des Manuskripts auf die Ich-Form umgeschrieben. Selbst wenn ich noch einmal zehn Tage brauchen sollte für den Rest, kann man doch sagen, dass drei Wochen eine gute Quote darstellen.

Und die Challenge, die mir an manchen Tagen in Form eines dicken „du musst – und zwar jetzt“ auf der Brust liegt, wird am Dienstag zu Ende sein.

Danach werde ich mich neu orientieren müssen. Das gebe ich offen und gerne zu. Das Thema wird dasselbe sein wie schon oft zuvor: Beitragsfrequenz auf dem Blog und das Schaffen von Erholungsphasen für den geplagten Autor.

Damit die Motivation sich auf einem möglichst hohen Level stabilisieren kann.

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4 Gedanken zu “Die Sache mit der Motivation

  1. Lieber Michael,
    Vielleicht kommen mit dem abgeschlossenen Vertrag und der Autorenchallenge ein klein wenig Druck, der deine Motivation ein wenig hemmt. Dass du auf das Ergebnis schielst mit den „ich muss“ Gedanken statt mit Freude dich an deine Aufgabe setzt. Und das Wort „Aufgabe“ sehe ich positiv. Ohne „Aufgaben“ im Leben, wäre es mir arg langweilig. 😅

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    • Liebe Kiira,

      ja, okay, ohne Aufgaben mag das Leben vielleicht langweilig sein. Es kommt eben, wie immer, auf das „richtige“ Maß an. Und das zu finden ist durchaus schwer. Zumal da dann auch wirklich die Sache mit der Ergebnisorientierung einsetzt.

      Was du über den Druck schreibst, das stimmt. Aber hier gilt wieder dasselbe: Wenn der Druck nicht da wäre, dann würde vielleicht gar nichts laufen. Ich glaube es zwar nicht, aber denkbar ist ja erst einmal so gut wie alles.

      Die Challenge ist ja nun bald vorbei. Dann sehen wir weiter.

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    • Dankeschön! Ich hoffe auch, dass sich das einspielt. Ein Faktor ist sicherlich, dass ich das ja jetzt zum ersten Mal mache – also auch eine beauftragte/abgesprochene Überarbeitung. Wenn es sich dann im Zuge des Lektorats einspielt, wird es bestimmt mit der Zeit einfacher werden.

      Hoffe ich jedenfalls :-).

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