Kurz und schmerzlos (25) Das Längliche gehört ins Eckige

Wie ihr ja sicherlich mitbekommen habt, habe ich mich in den letzten Tagen sehr intensiv damit befasst, ob und ggf. welchen neuen PC ich mir in mein Arbeitszimmer stellen soll. Ich gestehe, ich bin ein Opfer der Werbung. Denn seit ich in einer nicht zu nennenden Publikation eines nicht zu nennenden Verlags einen Artikel über den vermeintlich schnellsten Spiele-PC aller Zeiten gelesen hatte, war ich, im wahrsten Sinne des Wortes, angefixt.

Nun brauche ich weder den schnellsten Spiele-PC aller Zeiten, noch wäre ich geneigt gewesen, runde 10.000 Euro dafür auf den Tisch des Hauses zu legen. Aber der Gedanke an einen neuen Computer, der wurde fast mit jedem Tag interessanter. Bis ich mich dabei ertappte, dass ich von einer Shopseite zur nächsten und wieder zurück surfte, um die verschiedenen Angebote miteinander zu vergleichen.

Ich habe mich gewehrt. Ich schwöre, dass ich mich gewehrt habe. Ich habe sogar einen Beitrag im Blog geschrieben, weil ich die Hoffnung hatte, dass sich die Sache damit erledigt hätte.

Hatte sie aber nicht.

Und als ich dann, zusammen mit meiner besseren Hälfte, einmal durchkalkulierte, wie es denn mit einer entsprechenden Zahlung auf Raten aussähe (dazu muss man wissen, dass ein nicht zu nennender Elektronikgroßmarkt eine 0%-Finanzierung auf 33 Monatsraten anbietet), war die Entscheidung für ein Modell schnell getroffen. Die dahinterstehende Bank überschlug sich angesichts meines Gehaltstreifens beinahe damit, mir Geld leihen zu dürfen und alles war toll.

Bis dann der PC vorgestern bei mir ankam.

Ich werde jetzt das Fabrikat nicht näher bezeichnen, auch wenn ich es in einem anderen Artikel schon erwähnt habe. Ich möchte nämlich ungerne jemanden in die Pfanne hauen. Aber was ich mit der Kiste bis jetzt schon erlebt habe, ist für ein Gerät, für das dann, immerhin, auch noch freundliche 2.700 Euro den Besitzer gewechselt haben, schon recht fragwürdig.

Es fing damit an, dass mir aus dem beeindruckenden Karton, in dem das beeindruckende Gerät steckte, ein Zettel im halben A3-Format entgegenfiel, auf dem der sogenannte „Setup-Guide“ abgebildet war. Der beschränkte sich darauf, wo ich welchen Stecker hinzustöpseln hätte. Dafür brauche ich eigentlich keine Anleitung, aber gut, schauen kann man ja mal.

Ich gebe hiermit allen einen Tipp, den ich vorher noch nicht hatte und den mir auch dieser Guide nicht gegeben hat: In modernen PCs gibt es zwei mögliche Anschlüsse für HDMI-Kabel! Einer gehört zur Onboard-Grafikkarte des Mainboards, der andere zur Grafikkarte. Nun wäre es zu einfach, wenn man das in den Guide schreiben würde. Nein, viel sinnvoller ist es da doch, auf das Rückblech des Gehäuses groß „HDMI“ neben die Stelle zu schreiben, wo vermeintlich das Kabel rein soll. An die falsche Stelle, natürlich.

Bis ich das herausgefunden hatte, hatte ich zum einen viel Spaß daran, die Schutzkappe, die wohl leicht verrutscht war, von dem Anschluss zu pfriemeln und im Nachgang dann, weil man Monitor natürlich nur Schwarz anzeigte.

Ich will nicht wissen, wie viele Leute ihren PC an dieser Stelle wieder eingepackt und an den Support gegeben haben …

Aber gut, die Kiste zeigte dann ein Bild und ich konnte loslegen. Das bedeutet, dass ich im ersten Schritt immer schaue, dass das Betriebssystem auf den neuesten Stand kommt. Also Windows Update gestartet und los ging die Downloadorgie. In der Zwischenzeit könnte ich ja schon mal auf die Festplatte, die neben der SSD, auf der das Betriebssystem installiert ist, verbaut wurde, die eine oder andere Datei kopieren, um … Moment – wo ist denn die Festplatte!?

Weder in der Datenträgerverwaltung, noch im BIOS, wurde mir die versprochene 3-Terabyte-Platte angezeigt. Nun bin ich ja zum Glück, was das angeht, nicht hilflos. Also aufgeschraubt, das Ding und nachgesehen.

Hm, sowohl der Datenstecker, als auch der Strom hängen an der Platte. Die Platte läuft auch fühlbar an, wenn Strom draufgelegt wird. Ist sie am Ende defekt? Gut, machen wir die Kabel ab und prüfen den Sitz. Strom ab, fest draufdrücken, okay. Datenkabel ab – und das ganze Kabel in der Hand halten. Eher schlecht.

Viel Gehänge und Gewürge später saß das Kabel, das sich, nach Aussage des Supports, den ich angerufen hatte um mir von denen erklären zu lassen, wo auf dem sehr unübersichtlichen Mainboard die entsprechenden Schnittstellen liegen, bestimmt beim Transport gelöst hatte (»kann vorkommen«), an Ort und Stelle. In diesem Fall muss nämlich das Längliche in das Eckige und hey: Jetzt ist der PC nutzbar!

Ich will nicht wissen, wie viele Leute ihren PC an dieser Stelle wieder eingepackt und an den Support gegeben haben …

Um es klar zu sagen, ich will mich jetzt nicht beklagen. Na ja, nur so ein bisschen. Aber ich verstehe langsam, warum eigentlich jeder, der sich mit PCs ein wenig besser auskennt, die Nase rümpft, wenn man sagt, man habe eine Kiste „im Laden“ gekauft.

Was der Artikel jetzt mit dem Thema „Schreiben“ zu tun hat? Ähem, schreiben kann man auch auf dem PC und im weitesten Sinne habe ich euch hiermit mein neues Arbeitsgerät vorgestellt ;-).

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5 Gedanken zu “Kurz und schmerzlos (25) Das Längliche gehört ins Eckige

  1. Das ist ja ätzend! Mein herzliches Beileid für den Stress, gleichzeitig aber auch meine große Respektsbekundung für Deine Tatkraft und Kenntnis: Ich hätte zu den Leuten gehört, die an dieser Stelle …
    Jedenfalls hoffe und wünsche ich, dass Du noch über viele Jahre Spaß mit der Kiste haben wirst! Egal ob beim Schreiben oder Zocken 🙂

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