„Mal eben“ die ganze Prämisse über den Haufen werfen

Inzwischen bin ich bei meiner Überarbeitung von „Der Morgen danach“ am letzten Kapitel angekommen. Bei mir, wie auch bei vielen anderen Autoren, ist dies die Stelle an, der sich der Schleier über vielen Geheimnissen lüftet. Und Geheimnisse birgt der Roman ja genug – wenn man sich vor Augen hält, dass das Leben meines Protagonisten für ihn selbst aufgrund seiner Amnesie ein großes Geheimnis ist.

Mit der Aufdeckung seiner Vergangenheit erreicht „Der Morgen danach“ seinen Höhepunkt. Ich finde nicht, dass ich damit das Ende spoilere, denn es wäre meines Erachtens unfair, wenn ich den Leser ohne zumindest rudimentäre Erklärungen aus dem Lesespaß entlassen würde – den er hoffentlich haben wird.

Nun ist es so, dass ich vom Verlag nicht nur die Maßgabe bekommen habe, die Perspektive des Romans zu ändern. Es gibt auch eine Vorgabe bezüglich des Finales. Und hier muss ich leider vage bleiben, weil ich ansonsten eine ganze Menge Käufer verlieren würde, die doch bitte gespannt sein sollen, wie das Ende aussieht ;-).

Ich stelle jedenfalls gerade fest, dass es noch einmal eine ganz andere Sache ist, die Prämisse eines Romans umzuschreiben, als nur die Perspektive umzuwandeln. Das ging mir, nachdem ich mich einmal darauf eingestellt hatte, sehr gut von der Hand. Und das andere … nun, es wird auch funktionieren, da bin ich mir sicher. Aber es ist nun eben nicht damit getan, einfach aus „Markus ging“ ein „Ich ging“ zu machen.

Im Moment merke ich vor allem zeitlich, dass es mir schwer fällt, mich auf diese Änderungen einzulassen. Ich will es ja auch richtig machen und eben nicht „mal eben“. Mit diesen Änderungen steht und fällt zwar nicht der ganze Roman, aber schon ein wenig seine Basis. Alle Geschehnisse, die ich schildere, gehen auf diese Änderung zurück. Und da sollte ich wohl nichts übers Knie brechen.

Ich habe, zum Glück, noch ein ausreichend großes Zeitfenster, um diesen Entwurf von „Der Morgen danach“ beim Verlag abzugeben. Aber ganz so spielerisch, wie ich zunächst glaubte, werde ich es wohl nicht einhalten können.

Dafür handelt es sich bei dieser Änderung auch gleich um die am schwierigsten zu knackende Nuss. Der Rest des Romans ist dagegen, zumindest aus meiner Sicht, die Meinung meiner Lektorin könnte abweichen, ein relativ stringentes Stück Text.

„Mal eben“ funktioniert nicht. Muss es aber ja auch nicht. Man ändert die Prämisse eines Romans nicht innerhalb von zwei Sekunden. Das tue ich nicht und das tut wohl kein Autor. Insofern: Eigentlich alles im grünen Bereich. Ich bin gespannt, wie die Änderungen sich anfühlen werden.

Ich halte euch auf dem Laufenden!

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2 Gedanken zu “„Mal eben“ die ganze Prämisse über den Haufen werfen

  1. Hallo Michael,

    wow, das klingt nach ganz schön viel Arbeit. Aber bei einem Verlag muss man sich da wohl fügen. Ich meine, wenn es zur Verbesserung des Manuskripts beiträgt … aber das das nicht „mal eben schnell“ funktioniert, ist ganz klar.

    Ich wünsche dir viel Erfolg mit der Überarbeitung. Übrigens hat mich dein Roman neugierig gemacht. Das mit der Amnesie klingt spannend.

    Liebste Grüße
    Myna

    Gefällt 1 Person

    • Hallo Myna,

      von „fügen“ möchte ich da nicht sprechen, weil wir uns ja gemeinsam entschieden haben, das so zu machen. Na gut, ob ich anderenfalls den Vertrag bekommen hätte, ist natürlich Spekulation.

      Die Änderungen zum Schluss, die ich jetzt machen muss, resultieren in gewisser Weise aus einer Abkürzung meinerseits, die ich mir beim Schreiben der Erstfassung erlaubt habe, die aber für den endgültigen Roman nicht funktionieren würde.

      Freut mich, dass ich dich neugierig machen konnte! 🙂

      Liebe Grüße
      Michael

      Gefällt 1 Person

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