Einfach mal lesen

Manchmal ist es schon komisch. In manchen Phasen fokussiert sich mein ganzer Körper, mein ganzer Geist auf das Schreiben. Selbst dann, wenn ich gerade nichts schreibe, bin ich doch in Gedanken ganz dabei. Ich beschäftige mich dann auch viel mit dem Thema, lese auf anderen Blogs, schreibe hier über das Schreiben oder denke halt einfach.

Was dabei manchmal glatt zu kurz kommt, ist das Lesen.

Mir ist heute mal wieder bewusst geworden, wie entspannend es sein kann, einfach mal ein Buch in die Hand zu nehmen und sich ganz gezielt die Zeit zu nehmen, zu lesen.

Ist es nicht wirklich absurd, wie man (damit meine ich) um das Goldene Kalb herumtanzt und dabei völlig außer Acht lässt, wofür man das eigentlich macht? Nämlich dafür, dass irgendwann ein Leser genau das macht, was ich mir heute endlich mal wieder gegönnt habe – und wofür ich erst durch eine Erkältung flach gelegt werden musste.

Ich habe mich einfach hingesetzt und das Buch, das ich gerade im Anbruch hatte, ausgelesen. Es spielt an dieser Stelle keine Rolle, welcher Roman das gewesen ist. Es reicht zu wissen, dass er mich so sehr fesseln konnte, dass ich nichts anderes vermisst habe.

Das ist das Ziel, auf das wir Autoren alle hinschreiben. Und von dem zumindest ich mich wegen der ganzen anderen „Verpflichtungen“ immer wieder einmal entferne.

Ich hoffe, dass ich mir diese Erkenntnis, die eigentlich gar keine ist, sondern eine Selbstverständlichkeit, bewahren kann. Ansonsten vertraue ich darauf, dass ihr mich bei Gelegenheit einfach mal fragt:

»Hey, Michael, wann hast du dir das letzte Mal bewusst Zeit genommen und ein Buch gelesen – um einfach mal zu lesen!?«

Ich wünsche euch einen schönen Abend. Vielleicht mit einem guten Buch!

Advertisements

6 Gedanken zu “Einfach mal lesen

  1. So geht es mir gerade auch. Ich habe so viel an Projekten gearbeitet, dass ich nicht zum Lesen kam. Jetzt habe ich vor ein paar Tagen wieder ein Buch zur Hand genommen und frage mich, wieso ich das nicht zwischendurch schon gemacht habe. Es tut so wohl 🙂

    Gefällt 2 Personen

    • Ich weiß ziemlich genau, warum ich das nicht getan habe/tue: Es gibt gefühlt immer etwas Wichtigeres, was man mit Worten anstellen könnte. Sie zu schreiben etwa, sei es in einem Roman, in einem Forum, einem Chatroom oder einem Blog.

      Alte Krankheit unter Schriftstellern und artverwandten Künstlern, denn das hört man aus der Richtung ja oft, dass die Damen und Herren kaum noch richtig zum Lesen kommen.

      Ich versuche, mich da ein wenig mehr am Riemen zu reißen.

      Gefällt 2 Personen

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s