Ich hab‘ geträumt von dir

Hände hoch, wer jetzt spontan angefangen hat, den Text des gleichnamigen Rockschlagers aus den frühen Neunzigern mitzusingen!

Manchmal, nein, eigentlich immer, ist unser Gehirn ein fürchterlich unter Kontrolle stehendes Organ. Machen wir uns doch nichts vor: Wenn es nicht unseren Körper so lenken würde, wie wir das wollen, wenn es nicht die Funktionen aufrecht erhielte, wie es das muss, wo wären wir denn dann? Wenn uns beim Autofahren nicht immer genau präsent wäre, wo das Gas und wo die Bremse ist, wenn wir uns nicht merken könnten, wieso Kohlensäure gut, Schwefelsäure aber schlecht zum trinken ist … kaum auszudenken, was alles passieren könnte!

Ja, na gut, hin und wieder ringen wir unserem Geist die eine oder andere kreative Idee ab. Aber auch da gilt: Wir tun sehr viel davon bewusst. Wir setzen uns vor die leere Seite, die Leinwand, das Notenblatt und dann strengen wir unseren Grips an, um ein klein wenig Kreativität aus den Synapsen zu quetschen. Auch ich mache im Moment wenig anderes, um diesen Blogeintrag zu produzieren.

Der einzige Zeitraum, in dem das Gehirn in der Lage ist, den Spieß umzudrehen und uns zu zeigen, was eine Harke ist, ist der Schlaf. Im Schlaf, im Traum, haben nur die Wenigsten von uns Kontrolle über die Dinge, die passieren. Es gibt solche Wachträume, aber bis man gelernt hat, sie zu beherrschen, braucht es viel Geduld und Spucke.

Nein, größtenteils sind wir unseren Träumen hilflos ausgeliefert, wenn wir uns erst einmal zur Ruhe gebettet haben. Deswegen spricht man auch davon, dass das Grauen sehr oft im Schlaf zu uns kommt – was sich der eine oder andere Horrorfilm schon zunutze gemacht hat. Freddy Krueger, anyone?

Ich habe die Erfahrung gemacht, dass ich in Träumen oft von Personen heimgesucht werde, die ich entweder schon lange nicht mehr gesehen habe, mit denen ich noch eine Rechnung offen habe, oder die meinen, dass ich ihnen etwas angetan habe.

Interessant ist, dass es sich dabei nicht nur um ehemalige Mitschüler, verflossene Liebschaften oder den Rowdy um die Ecke handelt, sondern dass es ganz oft auch Romanfiguren sind, die auf einmal auf der Matte stehen und mit mir darüber reden wollen, was ich mir eigentlich einbilden würde, die in der Lage stehen zu lassen, in der sie sich nun einmal gerade befinden.

Besonders „spaßig“ ist es im Übrigen, wenn sich in diesen Träumen zeigt, welche Parallelen eigentlich zwischen den erdachten und realen Personen bestehen. Da merkt man dann erst einmal, dass man durchaus jemanden vor Augen hatte, als man die Person XY erschuf. Und dass XY jetzt im Begriff ist, sich in die Erinnerung als eine Kunstfigur einschleichen zu wollen.

Wenn man da nicht haarscharf aufpasst, glaubt man hinterher, nach dem Aufwachen, noch an das, was man da gerade geträumt hat. Oder man schreibt es auf und macht eine Geschichte daraus. Um das Gehirn wieder auf sein Normalmaß zurück zu stutzen und ihm klar zu machen, wo sein Platz ist.

Unser Lenker und Denker, aber nicht unser Befehlshaber.

So, und damit ich jetzt nicht alleine mit einem gehirnfüllenden Ohrwurm durch den Tag gehe:

Nichts zu danken 😉 .

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Ein Gedanke zu “Ich hab‘ geträumt von dir

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