Die Generalprobe zur Messe: Besuch auf der „Creativa 2017“

Nächste Woche startet die Leipziger Buchmesse und wie ich ja schon ein paar Mal erzählt habe, bin ich ziemlich aufgeregt, was die Veranstaltung betrifft. Es ist meine erste Messe, ich werde eine Menge Leute zum ersten Mal persönlich treffen und überhaupt ist das alles ganz neu für mich.

Es gibt aber noch einen anderen Aspekt, unter dem diese Messe für mich etwas, nun ja, schwierig werden könnte.

Ich habe, leider, ein Problem mit großen Menschenmassen. Das hat etwas mit gewissen Gefühlen und Ängsten zu tun, die hier im Blog am Rande ja auch schon einmal Thema gewesen sind. Jetzt darf gerne darüber gelacht werden, dass ein Kerl wie ich, zwei Meter groß, über 100 Kilo schwer (das genaue Gewicht tut nichts zur Sache, ähem) und prinzipiell komplett in Schwarz gekleidet, mir Gedanken mache, er könne übersehen, zur Seite geschubst oder allgemein von allen hin und her gedrängelt werden. Für mich ist die Angelegenheit leider gar nicht so lachhaft, sondern Teil der Sorgen, die ich mir wegen der Messe gemacht habe.

Heute habe ich daher dankbar die Gelegenheit ergriffen, sozusagen eine Generalprobe einzulegen. In Dortmund findet seit gestern die „Creativa“ statt, die nach eigenen Angaben größte Kreativmesse in Europa. Seit einigen Jahren ist es liebgewordene Tradition, dass ich mit meiner Frau dorthin gehe. Wir ergänzen uns perfekt: Sie ist kreativ und ich bin gut im Tragen von Taschen.

Da es sich bei der „Creativa“ um eine Verkaufsmesse handelt und das Verhalten mancher Besucherinnen (der Männeranteil dürfte bei den Ausstellern größer sein als bei den Besuchern) nicht wesentlich von dem beim Winterschlussverkauf abweicht, ist diese Messe eine wirklich gute Härteprobe.

Gut, mir fehlen jetzt, wie gesagt, die Vergleichsmöglichkeiten. Aber ich denke einfach, dass es schon einen Unterschied macht, ob man an jedem Stand quasi umgerannt wird, weil da unbedingt ein Schnäppchen gemacht werden muss, oder nicht. Jedenfalls rede ich mir gerne ein, dass Buchliebhaber sich ein wenig gesitteter benehmen 😉 .

Zum Glück habe ich eine Frau erwischt, die zwar auch gerne schaut und stöbert, aber dabei nicht dieses Verhalten an den Tag legt, bei dem einem zwangsläufig das alte Zitat in den Sinn kommt, gemäß dessen Weiber zu Hyänen werden …

Mich persönlich hat bei den Ausstellern ja relativ wenig angesprochen, aber ich kann durchaus verstehen, dass für die richtige Klientel da einiges dabei ist. Womit ich nicht ausschließen möchte, dass auch findige Autoren auf gute Ideen kommen könnten, wie sich das eine oder andere nutzen ließe, um zum Beispiel auf kreative Art und Weise für das eigene Buch zu werben. Aber da fehlt mir, ganz offen gestanden, die Inspiration.

Aber die wesentliche Frage, die sich gestellt hat ist doch: Wie gut habe ich den Messebesuch nun verkraftet?

Hierzu kann ich nur Entwarnung geben. Ich hatte keinerlei Probleme mit den Besuchermassen, habe auch die meisten Rempler stoisch über mich ergehen lassen und habe inzwischen, nach einigen Jahren, auch keine Probleme mehr damit, dass die Männertoiletten grundsätzlich von Frauen benutzt werden, weil – siehe den Männeranteil. Wobei ich dazu allerdings sagen muss, dass ich es nach wie vor grenzwertig finde, wenn Frauen sich bei den Pinkelbecken herumdrücken. Fällt das schon unter sexuelle Belästigung?

Auf jeden Fall hatten wir einen alles in allem sehr schönen gemeinsamen Messetag, meine Frau und ich. Und ich bin jetzt guter Dinge, dass ich auch in Leipzig klarkommen werde. Vor allem, weil ich da auch, im Gegensatz zu Dortmund, viel mehr damit beschäftigt sein werde, mir anzusehen und zu entdecken, was es anzusehen und zu entdecken gibt. Gut, ich werde mein eigener Taschenträger sein müssen, aber irgendwas ist ja immer.

Übrigens überlegen wir gerade, ob wir am Wochenende vielleicht noch einmal zur „Creativa“ fahren. Unser kleines Kind hat mit leuchtenden Augen einen Katalog durchgeblättert. Das wäre dann allerdings noch einmal eine Belastungsprobe der besonderen Art. Wenn ich die hinter mich gebracht habe, dann kann mich in Bezug auf Messebesuche so gar nichts mehr schocken 😉 .

Zum Abschluss hier noch ein zweites Bild, das euch einen kleinen Eindruck davon gibt, wie es heute aussah.

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11 Gedanken zu “Die Generalprobe zur Messe: Besuch auf der „Creativa 2017“

  1. Zwei Meter groß? Du hast einen Vorteil mir gegenüber. Definitiv. Mein Besuch auf der Leipziger Buchmesse 2011 wäre für mich ein weeeenig besser verlaufen, wenn man mich nicht dauernd übersehen hätte xD.
    Weiß nicht, ob es heute noch so ist, aber damals waren da ein Haufen Cosplayer mit Schirmen, und drangehängten Drachenschwänzen und ich weiß nicht was (ich mag Cosplayer, mache sowas in abgeschwächter Variante manchmal selbst, so ist es ja nicht)… und ich bin zwar mit 1,64m nicht SO winzig, aber neben einer Dame auf japanischen Stelzensandalen und Sonnenschirm ging ich nun mal unter und wurde oftmals schlicht übersehen.
    Was dann dazu führte, dass ich friedliches Wesen die Ellenbogen ausfahren musste, damit ich überhaupt vorankomme.
    Von daher: Du hast einen großen Vorteil. Im wahrsten Sinne des Wortes :D.

    Viel Spaß in Leipzig!

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    • Okay, dann besorge ich mir schon einmal Widerhaken für die Ellbogen 😂.

      Ich finde es okay, oder tolerabel, wenn das Gedrängel aus Gründen wie schlichtem Übersehen passiert. Der Spaß hört dann auf, wenn jemand sich ohne Rücksicht auf Verluste durch die Menschenmenge tankt, weil er/sie (bei der Creativa halt mehr sie) glaubt, die Vorfahrt gepachtet zu haben.

      Da werden Weiber dann eher zu Mercedessen als zu Hyänen, fällt mir gerade so auf.

      Und was du von den Cosplayern erzählst, klingt nach einem x-beliebigen Gothic-Festival. Ist dann ja fast vertrautes Terrain 😉 .

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      • Ja klar ist es okay (ist ja keine Absicht), aber damit ist für mich klar, dass ich bei der nächsten Buchmesse vermutlich drei Paar Highheels dabei haben werde. Zum Auswechseln. Damit ich eine Chance habe :D.
        Und bwäh, nein, da hört der Spaß wirklich auf o.O

        Was Cosplayer angeht – auf der Wie.Mai.Kai, wo sich fast NUR Cosplayer (und Wannabes wie ich) tummeln, gibt es überhaupt keine Probleme mit Schirmen, Haarteilen, Brautkleidern und was sonst noch an lustigen Anhängseln durch die Gegend getragen wird :D.
        (Und ich will irgendwann endlich auf ein Gothic-Festival, aber ich habe es nicht mal nach Leipzig geschafft, als ich noch in Chemnitz wohnte o.O )

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      • Du kannst ja schon mal proben, auf gaaaanz hohen Plateausohlen zu laufen. Das schadet übrigens auch für das anvisierte Festival nicht!

        Wie kommt es, dass auf der Wie.Mai.Kai keine Probleme bestehen? Passen die Leute da mehr auf?

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      • Höher als 10 Zentimeter? Müsste ich erstmal welche finden, auf denen ich laufen kann. Dann hält mich nichts mehr auf 😀

        Ja. Definitiv. Es herrscht auch eine ganz andere Atmosphäre. Niemand drängelt an Ständen. Mädels helfen sich auf der Toilette gegenseitig dabei, die fünfteiligen Perücken zusammenzusetzen oder die Schminke nachzuzuziehen. (Und Kerle in Perücken oder mit Schminke tun das vermutlich auch, aber da kann ich es nicht beurteilen.)
        Ich war 2015 mit supersperrigen Hasenohren unterwegs – und wildfremde Leute haben mich gewarnt wenn mir die zu sehr verrutscht sind und fast runterfielen.
        Insgesamt irgendwie trotz der Buntheit – und obwohl man auch da sehr viel kaufen kann – sehr viel Achtsamkeit in der Atmosphäre.
        Das ist sehr wohltuend und völlig anders als sämtliche Erfahrungen mit großen Mengen, die ich sonst habe.
        (Bin ja eine, die da regelrechte Panikattacken kriegt, wenn es zu viel wird…)

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      • Ich war einfach ein „Gothic-Hase“ (schwarze Klamotten + schwarze Hasenohren). War mein erstes Mal auf so einer Veranstaltung und ich habe mich nicht getraut, in die Vollen zu gehen.
        Letztes Jahr war ich dann als „generische Pokemontrainerin“ unterwegs, mit Basecap statt Hasenohren. Und eine Pikachu-Rucksack.

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  2. Ach, zweimal Creativa sollte ausreichend Training sein. Ich war nach einigen Jahren Frankfurt irgendwann das erste Mal Leipzig und fand es dort im Vergleich total entspannt… also alles eine Frage der Perspektive.

    Ich wünche ganz viel Spaß und Erfolg bei der Messe!

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    • Hallo Susanne!

      Das mit dem Training hoffe ich auch. Ich bin mal gespannt und werde berichten, wie sich der Vergleich von meiner Seite aus anfühlt. Dass Leipzig in Vergleich zu Frankfurt viel ruhiger sein soll, habe ich schön öfter gehört. Deswegen ist Frankfurt für dieses Jahr auch erst einmal nicht in der konkreten Planung. Ich schaue wie Leipzig läuft und dann sehe ich weiter.

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