Der Sonntagsreport vom 30.04.2017 – Von Exposés, Eskalation und Eins, zwei, drei, vier

Hallo ihr Lieben!

Ich habe gerade mal nachgeschaut, dass es tatsächlich drei Wochen her ist, seit ich den letzten Sonntagsreport geschrieben habe. Erst kam mir Ostern dazwischen, dann der Welttag des Buches. Beides ehrbare Gründe, aber so ein wenig fehlte mir mein patentiertes „Alles oder nichts“ bzw. „frei von der Leber labern“ dann doch. Aber keine Sorge, ich werde jetzt nicht versuchen, das auf Teufel komm raus in einem einzigen Beitrag zu kompensieren 😉 .

Ich habe in der Überschrift schon angedeutet, dass es drei Themen gibt, denen ich mich widmen möchte. Und ich denke, es macht Sinn, wenn ich die jetzt einfach mal angehe.

Exposé

Nachdem sich die Sache mit der Kurzgeschichte ja ein wenig zerschlagen hat, habe ich beschlossen, dass das ein mehr als deutliches Signal ist, die andere offene Baustelle endgültig anzugehen. Ich spreche natürlich von meiner Bewerbung mit „Darkride“. Um ehrlich zu sein treibt mich die blanke Angst, dass der Lektor, mit dem ich damals Mailkontakt hatte, schon gar nicht mehr bei be arbeiten könnte, wenn ich mir zu viel Zeit lasse. Stand heute tut er es noch, wenn ich seinem Facebookprofil Glauben schenken kann. Na ja, so sehr man Facebook Glauben schenken sollte …

Also habe ich mir den Text noch einmal zur Brust genommen, hier ein wenig umgestellt, dort ein wenig gestrafft. Ich finde immer noch, dass es eine ganz eigene Schwierigkeit besitzt, ein Exposé zu einem Krimi zu schreiben. Dazu kommt noch, dass ich mich schwer tue, mir dabei Hilfe zu suchen. Denn Hand aufs Herz: Wem möchte man schon vorweg die gesamte Handlung eines Krimis inklusive Auflösung andienen? Aber dazu schreibe ich noch einmal separat etwas, glaube ich.

Jedenfalls habe ich das Exposé jetzt soweit, dass ich denke, es bedenkenlos (ha!) aus der Hand geben zu können. Zur Sicherheit warte ich noch eine weitere Nacht ab, lese es morgen ein letztes Mal und tüte dann die gesamte Bewerbung in einen virtuellen Briefumschlag ein und schicke sie ab. Wird auch langsam Zeit dafür.

Schließlich muss ich mich danach dann ja wieder „Der Morgen danach“ widmen. In etwas mehr als zwei Wochen steht das erste große Lektoratsgespräch an und dafür will/soll ich mir schon einmal anschauen, welche Passagen mir besonders wichtig sind. Es geht also um Gesprächsgrundlagen.

Eskalation

Wie ich euch ja schrieb, war ich am Freitag bei einem Konzert der Band Welle:Erdball. Kommen wir erst einmal zu den blanken Fakten. W:E haben die Bühne im Kulttempel um kurz vor 22 Uhr betreten und (inklusive einer kurzen Pause für Umbaumaßnahmen) so gegen 1 Uhr wieder verlassen. Dazwischen liegen mit Sicherheit an die 30 Songs, die ich mir nicht alle merken konnte, die aber ein Gefühl von Euphorie hinterlassen haben, zumal die Band sich wirklich Mühe gibt, das Konzert in ein Happening zu verwandeln. Muss man gesehen haben (und von „1000 Engel“ habe ich einen Ohrwurm der übelsten Sorte)!

Aber wieso dann Eskalation? Ich hatte es schon getwittert. Ein Konzertbesucher verwechselte das freundliche hin- und herschubsen einiger Fans mit einem knallharten Moshpit, was dazu führte, dass er mir, unbeteiligt, mehrfach seine Ellbogen in den Magen rammte und die eine oder andere Frau in der Umgebung zur Flucht antrieb.

Auf einigermaßen freundliche Ansprache (okay, ich war genervt) pöbelte er dann herum und ging mir an die Wäsche.

Dabei habe ich eine interessante Erfahrung gemacht, nämlich wie schnell so eine Situation wirklich eskalieren kann. In Romanen baut sich das ja teilweise über lange Zeit hinweg auf. In der Realität geht das aber in ein, zwei Minuten und selbst ein friedliebender Mensch wie ich könnte ausrasten.

Zum Glück wurde besagter Besucher dann von einem anderen Fan eingenordet, was dazu führte, dass er erst demonstrativ seine Arme um den Körper schlug und dann den Rückzug antrat. Ich selbst bekam von einigen Umstehenden positive Reaktionen, was mir gut getan hat, denn ich mag eigentlich keine Aggression. Schon gar nicht, wenn ich beteiligt bin.

(Übrigens, falls du, mir namentlich nicht bekannter Mit-Fan, hier durch blanken Zufall irgendwann vorbeikommen solltest: Es ging mir wirklich nicht darum, irgendwem das Schubsen oder spielerische „pogen“ zu verbieten. Aber alles bitte in dem Rahmen, dass auch die anderen Konzertbesucher das Erlebnis genießen können. Und der Punkt ist überschritten, wenn man – und ich denke vor allem auch an die deutlich kleineren und leichtgewichtigeren Frauen – auf seine körperliche Unversehrtheit aufpassen muss.)

Wie gesagt, es war eine Erfahrung und auch etwas, das ich verarbeiten kann. Aber so schnell brauche ich das nicht wieder.

Eins, zwei, drei, vier

Bleiben wir noch ein wenig beim Thema Konzert. Aber ich hole dafür etwas aus. Durch das Web und vor allem viele Autoren- und Buchblogs schwappt zur Zeit die Welle der Auseinandersetzung mit der Darstellung von sexueller Dominanz Schrägstrich Missbrauch in Romanreihen wie 50 Shades, Paper Princes, Trinity und ich habe keine Ahnung, wie sie alle heißen.

Eine immer wieder aufkommende Frage ist dabei, wieso eigentlich diese Romane so einen Anklang finden und wieso immer noch und immer mehr davon gekauft und gelesen wird.

Ich will hier an dieser Stelle gar keine tatsächliche Theorie dazu aufstellen. Da ich keins dieser Bücher gelesen habe, steht mir eine inhaltliche Auseinandersetzung auch nicht zu. Ich könnte mir aber vorstellen, dass man sich als Leser irgendwann einfach auf das, was man da gelesen hat, „eingroovt“ und im folgenden einen Roman nach dem anderen konsumiert, ohne vielleicht überhaupt noch inhaltlich zu reflektieren, was da passiert.

Beruhigt euch wieder, ich habe weder geschrieben, noch gemeint, dass ihr Leser in irgendeiner Form „doof“ seid.

Aber ich habe bei dem Konzert am Freitag gemerkt, dass es einfach Schlüsselreize gibt, die einen packen und trotz aller inhaltlicher Leere und/oder Ärgernisse wieder mitreißen können.

Am Freitag spielte im Vorprogramm von W:E die Band „The Sexorcist“. Die Musik kann man beschreiben als EBM-Einheitsstampf im ewig gleichen Takt, bei dem es, ehrlich gesagt, manchmal schwer fiel, herauszuhören, wo denn nun der eine Song endet und der nächste anfängt. Dazu kam dann noch ein Sänger mit einer Umbra-et-Imago-Gedächtnisstimme, was das Erlebnis nicht unbedingt angenehmer machte.

Die Texte bewegten sich irgendwo im Spektrum zwischen, mit Verlaub, ficken und Blödsinn („Klugscheißerman“ irgendjemand?).

Ich habe die Gesichter rund um mich noch vor Augen, von denen sich viele fragend, dann belustigt und zunehmend ungläubig anschauten. Während ihre Beine zuckten und zappelten. Ja, ganz ehrlich: Während der Kopf noch mit Nachdenken beschäftigt war, übernahm der Körper bereits automatisch die Kontrolle und erteilte Tanzbefehl. Und der Grund dafür war, dass diese Rhythmik und irgendwie auch die Attitüde bei vielen Szenemenschen und Konzertgängern als festes Muster gespeichert ist.

Vielleicht ist das ja bei Buchlesern ähnlich? Braucht es auch da nicht mehr als einen Millionär, ein unerfahrenes Hascherl und Zeit und Gelegenheit, um den Kopf auszuschalten und den Kaufimpuls zu setzen?

Übrigens braucht ihr nicht zu glauben, dass es mir anders gegangen wäre. Ich habe mich ernsthaft gewehrt, weil es mir während der Anti-Veganerhymne (fragt nicht) zu doof wurde, aber schon beim nächsten Lied zuckte es wieder.

Und als dann zum Schluss eine Coverversion von „Skandal im Sperrbezirk“ gespielt wurde, stand ohnehin der ganze Saal Kopf.

Manchmal ist das schon seltsam mit den unbewussten Reaktionen und Triggern, die gesetzt und angesprochen werden. In der Musik auf jeden Fall. Vielleicht auch bei Büchern? Zählt man die auch an: Eins, zwei, drei, vier?

Darüber können wir ja noch ein wenig gemeinsam nachdenken. Für irgendwas muss der morgige Feiertag ja gut sein.

Ich wünsche euch einen schönen 1. Mai! Und wenn ihr heute noch reintanzen solltet, dann habt viel Spaß dabei!

Alles Liebe

Euer Michael

Die Türkei blockiert Wikipedia

Ja, dies wird wieder ein klein wenig politisch …

So langsam wird mir Angst und Bange, wenn ich mir anschaue, welche Blüten die Reaktionen auf den Umsturzversuch in der Türkei im vergangenen Jahr treiben. Was haben wir da nicht alles schon erlebt?

Wir hatten Massenentlassungen, wir hatten die Verhaftung von Journalisten (inländisch/ausländisch), wir hatten die Internierung von Schriftstellern. Viele deutsche Buchverlage, Redaktionen und Autoren haben sich mit ihren Kolleginnen und Kollegen dort solidarisiert.

Heute hat es anscheinend, wie verschiedene Medien berichten (u.a. die Tagesschau), einen neuen unrühmlichen Höhepunkt der Zensurmaßnahmen gegeben. Die Türkei blockiert das Onlinelexikon Wikipedia.

Die Gründe hierfür sind noch sehr spekulativ. Es wird gemutmaßt, dass sich kritische Stimmen gegen die Regierung des Landes dort finden lassen sollen, beziehungsweise dass nach Ansicht der türkischen Regierung das Lexikon benutzt wird, um Meinungsmache zu betreiben.

Was bedeutet das?

Nun, aus meiner Sicht bedeutet es, dass es der türkischen Regierung inzwischen relativ egal ist, welchen Eindruck ihre Politik auf andere macht. Mit der Sperrung einer Seite wie der Wikipedia, so sie denn wirklich durchgezogen wird, bestätigt man doch genau die Eindrücke, gegen die man sich eigentlich verwahren möchte: Nämlich, dass die Türkei, nicht zuletzt auch durch das umstrittene Referendum, auf dem Weg in die Diktatur ist.

Ich persönlich bin weit davon entfernt, solche Begriffe anzuwenden. Nicht, weil ich nicht die Parallelen sehe, sondern weil ich mir eigentlich nicht vorstellen kann, dass dies das ist, was das Gros der türkischen Bevölkerung wirklich will oder akzeptieren würde. Ich kenne sogenannte „Deutschtürken“, sowohl mit also auch ohne deutsche Staatsangehörigkeit. Da war und ist niemand dabei, den ich für einen Gegner der Demokratie halten würde. Und ich kenne eine türkische Metropole wie Istanbul und weiß, wie offen sich diese Stadt gegenüber Fremden gibt.

Aber da ist eben auch die andere Seite. Begriffe wie „Präsidialdiktatur“, „Zensur“ und „Regimekritiker“ haben gerade in einem Land wie dem unseren (zu Recht) einen sehr schlechten Beigeschmack.

Das stärkt noch meine Ansicht, dass es eine gewisse „mir doch egal“-Mentalität in der türkischen Spitzenpolitik gibt. Denn auf eine Stufe mit den gerade assoziierten Strukturen will sich doch eigentlich niemand freiwillig stellen lassen, oder? Genauso wenig, wie ich es mir erstrebenswert vorstelle, in eine Reihe mit anderen Ländern gestellt zu werden, die den Zugang der Bevölkerung zu freien Informationen einschränken. Nordkorea ist da nur das prominenteste Beispiel.

Nein, liebe Türkei, liebe Türken, ich glaube nicht, dass ihr, dass du das wirklich willst. Aber was muss erst noch passieren, damit ihr, damit du einsiehst, dass der Weg, der hier eingeschlagen wurde, ein Weg mit möglichem gefährlichen Ausgang ist?

Quo vadis, Türkei?

Falls mich heute jemand sucht …

… könnte er oder sie mal schauen, ob er oder sie noch Eintrittskarten für das Konzert von Welle:Erdball im Oberhausener Kulttempel bekommt. Ich bin sehr gespannt, was mich erwartet.

Und wer von euch keine Ahnung hat, was W:E so für Musik machen (das dürften wohl die meisten sein), für den habe ich hier ein Beispiel:

Wobei die Band sehr abwechslungsreich ist. Irgendwie im Spektrum zwischen Minimal-Electro, Neuer Deutscher Welle, deutschem Schlager und Synthie-Pop.

Alternatives Beispiel:

Euch wünsche ich einen schönen Abend, egal, was ihr so treibt 🙂 .

So ein Bus fährt sich anders als ein Auto

Ihr seht, mein Bus beschäftigt mich immer noch – in gleich mehrfacher Hinsicht. So ganz plötzlich ist nämlich die Frage aufgetaucht, ob es sich bei der Ausschreibung, die mich ja per Mail erreichte, wirklich um eine offene Ausschreibung gehandelt hat, an der jeder teilnehmen kann, oder ob ich mir die ganze Arbeit vielleicht umsonst gemacht habe … wobei: Umsonst ist die Arbeit an einer Geschichte ja nie. Es gibt immer etwas zu lernen, neue Erfahrungen zu sammeln und letztlich etwas zu erzählen 🙂 .

Aber gehen wir einmal eine Sekunde davon aus, dass ich an dieser Ausschreibung teilnehmen dürfte. Dann kommen wir nämlich zu dem, wovon ich eigentlich berichten wollte.

Die meisten Ausschreibungen kommen mit relativ eindeutigen Spielregeln daher, an die man sich besser halten sollte, wenn man nicht direkt aus formalen Gründen aus dem Lostopf fliegen möchte. Neben den eigentlich immer vorhandenen Einschränkungen in Bezug auf Länge und Inhalt handelt es sich dabei sehr oft auch um Vorgaben an das Layout.

Nun habe ich diese Kurzgeschichte komplett in Papyrus Autor geschrieben. Wofür habe ich es schließlich? Seit man bedenkenlos zwischen Word und Papyrus hin und her laden (und speichern) kann, ist die Arbeit auch für mich ein gutes Stück einfacher geworden. Dachte ich.

Jetzt musste ich aber wieder einmal feststellen, dass ich von vielen elementaren Einstellungen dieses Programms schlicht und ergreifend keine Ahnung habe! Den Zeilenabstand zu ändern war ja noch leicht. Aber schon die Suche nach der Silbentrennung hat mich ein wenig überfordert. Zum Glück hat das Programm ein wirklich sehr gut ausgearbeitetes Hilfedokument.

Ich habe erst jetzt gemerkt, wie festgefahren ich in manchen Punkten bin, was die Bedienung von Software angeht. Und diese Festgefahrenheit bezieht sich darauf, dass ich mich eigentlich fast nur noch mit der Software von Microsoft intuitiv auskenne. Alle Dinge, die ich heute in Papyrus machen wollte, hätte ich in Word aus dem Handgelenk geschüttelt.

Jetzt könnte man mich fragen, wieso ich dann nicht einfach mit der Software arbeite, die ich beherrsche. Antwort eins: Weil das Ding zu teuer war, um es nicht zu benutzen! Antwort zwei: Weil das Ding für Autoren einfach die besseren Optionen bietet!

Und doch ist die Erkenntnis halt, dass man nicht so leicht von einem Auto (Word) auf einen Bus (Papyrus) umsteigt. Er fährt sich ganz anders, ist vielleicht nicht so wenig, dafür bietet er mehr Platz und Möglichkeiten.

Ich bleibe also dran, bis ich – um die Analogie erfolgreich zu Tode zu reiten – den Busführerschein gemacht habe.

Bleibt nur noch die Frage, was jetzt aus der Kurzgeschichte werden soll. So langsam habe ich ja wirklich schon ein kleines Häufchen an Unveröffentlichten …

Wie kürzt man einen Bus?

Ich habe es dann gestern doch geschafft, den ersten Entwurf meiner Kurzgeschichte fertig zu stellen, mit der ich mich für die Ausschreibung des Bundesverbands junger Autoren bewerben möchte. Wie ich ja geschrieben hatte, waren mir dann kurz vor knapp doch noch die eine oder andere Idee gekommen, wie sich mit der ominösen Zahl 30, die ja unbedingt in der Geschichte vorkommen soll, etwas anfangen ließe.

Und bevor ich viele Worte darüber verliere, worum es denn gehen soll, zeige ich euch einfach mal die ersten beiden Sätze der Rohfassung:

Nachts tobt das Leben, hier, auf der 30. Wenn die Nachtschwärmer von ihren Touren heimkehren und es keine andere günstige Möglichkeit mehr gibt, nach Hause zu kommen, als mich und meinen Bus.

Die Idee kam mir tatsächlich, als ich, beim Warten an einer Haltestelle, den Aushang mit den verschiedenen Bus- und Straßenlinien von Duisburg betrachtete und die Linien mit meinen Blicken nachzeichnete. Dabei fiel mir auf, dass die meisten der Nachtexpresslinien einen Rundkurs fahren und in meinem Kopf fing es an zu arbeiten.

Nein, ich werde jetzt nicht erzählen, was genau während der Fahrt passiert, die ich im Folgenden beschreibe. Aber ich kann euch verraten, dass ausnahmsweise mal niemand zu Schaden kommt, es keine mystischen Vorkommnisse oder gar Monster gibt. Es wird eine Busfahrt, wie sie sich jeden Tag – oder vielmehr jede Nacht – in der Realität genau so abspielen könnte.

In meiner Fantasie ist die 30 ein Gelenkbus. Oder auch Knickbus, wie man mancherorts, glaube ich, dazu sagt. Das Problem ist jetzt nur wieder das Altbekannte: Dieser Bus hat rein längentechnisch keine zwei Segmente, sondern eher deren fünf. Böse Zungen würden sagen (und Achtung, jetzt folgt ein Insider für Fußballfans), dass ich ihn gebraucht von Felix Magath gekauft habe.

Die Geschichte für die Anthologie darf nämlich nicht viel mehr als 8.000 Zeichen (ja, Zeichen!) haben. Ich sehe schon die ersten meiner langzeitigen Leser belustig lächeln. Ja, lacht ihr nur und ihr habt ja recht! Der Rohentwurf von „Auf der 30“ umfasst runde 12.000 Zeichen. Ja, das ist ein Drittel, das ich kürzen muss.

Problematisch ist, dass es bei einer Geschichte dieser Kürze gar nicht so leicht fällt, Elemente wirklich ganz rauszunehmen. Bei einer Romanüberarbeitung finden sich immer genug Segmente, die man mehr oder weniger ohne Verlust streichen kann. Hier mal ein Absatz, da mal ein Dialog. Aber ich behaupte, dass ich für diese Geschichte nur ganz behutsam Dinge wegnehmen kann, weil sie ansonsten in ihrer Struktur ein Problem bekommt.

Und jetzt stehe ich hier mit dem ehemaligen Mannschaftsbus des FC Schalke 04 (Fortsetzung des oben genannten Insiders) und muss zusehen, wie ich ein paar der Elemente rausflexe. Oder abschraube. Wegbeame. In einer anderen Dimension verschwinden lasse.

Ich bin allerdings zuversichtlich, dass ich das schaffen kann. Inzwischen habe ich zum Thema „Streichungen“ ja schon Erfahrungen gemacht.

Aber falls euch noch was Kreatives einfällt, wie ich diese Buselemente loswerde (fortzaubern?), dann zögert bitte nicht, mir davon zu schreiben! Damit meine 30 unfallfrei an ihr Ziel kommt.

Kurz und schmerzvoll (9) Oh, diese Schmerzen!

Ich sehe gerade, ich habe seit August (!) des letzten Jahres hier nichts mehr in diese Kategorie eingeordnet. Sieht ja so aus, als wäre es in der Zwischenzeit gut gelaufen, oder? 😉

Ich will auch gar nicht zu sehr jammern, deswegen ist es ja kurz und schmerzvoll. Aber schmerzvoll ist es. Denn seit gestern sitze ich ja wieder an meinem Schreibtisch in meinem Büro auf meinem Bürostuhl und …

Ganz ehrlich: Wie kann es sein, dass sich ein Körper so schnell von der normalen Büroausstattung entwöhnt, die er doch ansonsten mehrere hundert Tage im Jahr aushalten muss? Ich habe dermaßen Kreuzschmerzen vom Sitzen und Kopfschmerzen vom auf dem Bildschirm schauen, dass gestern zum Beispiel gar nicht daran zu denken war, noch irgendwas in Hinblick auf „Darkride“ oder „Auf der 30“ zu unternehmen. Wobei die Kurzgeschichte halt im Laufe der Woche fertig werden muss, wenn ich sie noch einreichen will.

Drückt mir mal die Daumen, dass es mich heute nicht ganz so schwer erwischt hat. Und dass mein Körper sich bald wieder an den Modus „Arbeit“ gewöhnt. Kann doch alles nicht sein hier …

Und weil man das heute ja so macht:

TL;DR – Ich glaube, ich werde alt!

Zum Welttag des Buches: #5Books

Der 23. April ist der Welttag des Buches. Damit ist er für viele Buchliebhaber, Schriftsteller wie Leser, ein hoher Feiertag. Ich denke, dass nicht extra betont werden muss, welchen Einfluss die Schriftsprache auf die menschliche Kultur gehabt hat und auch in Zukunft haben wird. Daran ändert auch die Zuwendung zu „neuen“ Techniken wie e-Readern nichts.

Und doch ist es richtig und wichtig, dass es so einen Tag gibt. Denn wie steht es denn wirklich um das Buch? Wenn man morgens in einen der Pendlerzüge steigt, kann man das nicht mehr so leicht feststellen, wie man es noch vor Jahren konnte. Zwar starren geschätzte 85% der Menschen in ihre Smartphones, aber ob sie da etwas Gehaltvolleres lesen als den nie abreißenden Strom des Facebook-Rauschens, das lässt sich nicht feststellen.

Kürzlich wurde ich in einem Wartezimmer von einem ebenfalls Wartenden mit den Worten bedacht: »Das sieht man aber auch immer seltener, dass jemand ein Buch in der Hand hat.«

Meine Vereinskollegen von den BartBroAuthors und ich haben uns deswegen überlegt, dass wir heute unter dem Hashtag #5Books auf jeweils fünf Bücher aufmerksam machen, die uns am Herzen liegen.

Nun könnte ich mich hinstellen und eine ganze Menge an Toplisten aufstellen. Meine absoluten Lieblingsbücher? Viel zu schwierig. Meine fünf liebsten Bücher von Stephen King? Viel zu leicht zu erraten.

Ich habe mich für einen anderen Ansatz entschieden und mir gedacht, dass ich fünf Bücher heraussuche, die sich auf eine jeweils andere Art mit dem groben Oberbegriff „Angst und Horror“ beschäftigen. Außerdem wollte ich Bücher nennen, die vielleicht noch nicht alle von euch kennen und gelesen haben. Empfehlungen aussprechen also.

Leider sind nicht mehr alle diese Bücher neu erhältlich, einige wenigstens noch als eBook. Aber auch das gehört für mich dazu: Die Jagd und die Suche nach den Perlen im Buchmarkt. Vielleicht einmal nicht einfach auf einen virtuellen Warenkorb zu klicken, sondern auf einem Büchertrödel zu stöbern.

Wie dem auch sei, hier kommen meine #5Books in keiner speziellen Reihenfolge, sondern sortiert nach dem Nachnamen des Autors.


Steve Alten – meg

Im Marianengraben südwestlich von Burma hat Carcharodon megalodon überlebt – Meg, ein Vorfahre des weißen Hais. Meg ist eines der gefährlichsten Raubtiere, das je existierte – der Herrscher der Meere, ein aggressiver Einzelgänger, eine Killermaschine.
Jonas Taylor, Paläontologe und Tiefseeforscher, ist seit Jahren von diesem urzeitlichen Monster fasziniert – er glaubt, dass Meg überlebt hat. Auf einer Tauchmission in ozeanische Tiefen, in die sich noch kein Mensch gewagt hat, stellt sich heraus, wie recht er hat. Meg gelingt es, in die oberen Wasserschichten aufzusteigen, wo sie fortan ihr Unwesen treibt… Wissenschaftler, die US-Marine und die Sensationspresse beginnen mit der Jagd auf Meg.

Ihr dürft im Hinterkopf gerne die Titelmelodie von „Der weiße Hai“ anstimmen, denn in diese Richtung geht dieser Roman, der in den Vereinigten Staaten eine ganze Reihe von Nachfolgebänden hervorgebracht hat und dessen Verfilmung nach elendig langer Zeit nun endlich realisiert wurde.

Meg ist eine Bedrohung, die dazu geeignet ist, ein ganzes Ökosystem auf den Kopf zu stellen. Und aufgrund ihrer Größe auch dem Menschen und seinen technischen Errungenschaften gefährlich wird.

Ein Tierhorror-Thriller der mitreißenden Sorte!


Bentley Little – Unheil

Sie suchen Ruhe und Erholung? Dann ist das „Reata“ der perfekte Ort für Ihren Urlaub. Unser gemütliches Resort liegt mitten in der Wüste von Arizona, ruhig und abgeschieden. Ein wahres Paradies für Familien mit Kindern!

Leider hat es in letzter Zeit ein paar tödliche Unfälle gegeben. Stören Sie sich auch nicht daran, dass gelegentlich Gäste spurlos verschwinden. Für den Fall, dass Sie Blutflecken auf dem Teppich in Ihrem Zimmer entdecken, verständigen Sie bitte unser Reinigungspersonal. Und dann ist da noch dieses Ding im Pool.


Sollten Sie irgendwann der letzte Gast in unserem Hotel sein, denken Sie daran: In der Wüste hört Sie niemand schreien …

Bentley Little gehört für mich zu den unterschätztesten Horrorautoren überhaupt. Stilistisch ist er nicht weit von Stephen King entfernt und seine Horrorvisionen schleichen sich oftmals ebenso durch die Hintertür in den normalen Alltag ein, wie es bei diesem der Fall ist.

Unheil bietet eine Mischung aus Terror und Okkulthorror, die sehr gelungen ist und den Leser vor immer neue Einfälle stellt. Einige Szenen sind dabei so intensiv, dass sie direkt in die Magengrube gehen und dort für wohliges Unwohlsein sorgen. Oder wann erlebt man schon einmal, dass ein Golfspiel in einen Wettkampf umgewandelt wird, bei dem es darum geht, dass die Ehemänner ihre an Pfähle gebundenen Frauen beim Abschlag treffen? Und noch dazu, dass dies ganz offenbar einvernehmlich geschieht?

Eine Horror-Achterbahnfahrt mit vielen unvorhergesehenen Steilkurven!


Erich Maria Remarque – Der Funke Leben

509 sitzt in der Frühlingssonne. Er genießt die Wärme, er wartet, er hofft. Nur ein Funke Leben trennt ihn und die zu Nummern degradierten, zu Skeletten abgemagerten Insassen des Lagers Mellern vom Tod. Doch nach Jahren in einer gnadenlosen Hölle scheint der Tag der Freiheit nahe, in jenem Frühjahr 1945. Alle Hoffnung, aller Lebenswille spannt sich darauf, ihn kommen zu sehen und mit ihm das Ende der Qual.

 

 

Eine vollkommen andere Art des Horrors, eine von Menschen an Menschen begangene Grausamkeit. Die Menschen des Sterbelagers warten auf den Tod oder die Befreiung. Auf das, was schneller zu ihnen kommt. 509, der kaum noch in der Lage ist, sich an seinen Namen zu erinnern, ist der Chronist dieser letzten Tage, immer auf der Schwelle zwischen dem Sein und dem Gewesen.

Und liegt nicht das wahre Grauen darin, dass schon im Niedergang des einen Regimes erkennbar ist, wie sich die Zeit danach zu einer ebensolchen Teilung zwischen dem entwickeln wird, was die Ideologen beider Seiten als Gut und Böse betrachten?

Ein Roman mit philosophischer Tiefe, geprägt von Angst, Tod und Hoffnung!


Freda Warrington – Dracula, der Untote kehrt zurück

Sieben Jahre sind vergangen, seit Van Helsing, Jonathan und Mina Harker und ihre Freunde dem nächtlichen Treiben des Grafen Dracula ein grausames Ende setzten. Doch der schöne Schein trügt. Zunächst wissen die Verbündeten von damals die Zeichen nicht zu deuten: Plötzlich spielt die ansonsten friedliche Katze der Harkers verrückt, die frommen Eheleute werden von wüsten, erregenden Träumen heimgesucht, und auch das bezaubernde Kindermädchen Elena benimmt sich mit einem Mal höchst seltsam. Bald können sich die Harkers und ihre Freunde der schrecklichen Erkenntnis nicht entziehen: Dracula ist zurück …
Und weil ich hierzu weiter gar nicht viel enthüllen möchte, schreibe ich nur eines, als kleinen Teaser. Es stellt sich nämlich heraus, dass Dracula vielleicht noch das kleinere Übel ist, das im fernen Land Transsilvanien lauert!

Ein Gothic-Schauerroman in bester Tradition von Bram Stoker und Mary Shelley!


Sascha Westphal und Christian Lukas
Die SCREAM-Trilogie und die Geschichte des Teen-Horrorfilms

Als 1996 der Film SCREAM – SCHREI an den Kinokassen weltweit für Furore sorgte, sprachen viele von einer Eintagsfliege. Doch schon bald wurde klar, dass Regisseur Wes Craven ein Genre wiederbelebt hatte, das längst auf seine Renaissance gewartet hatte. Der Teen-Horrorfilm ist seit einigen Jahren erfolgreicher denn je, und ein Ende des Phänomens ist nicht in Sicht – wie die jüngsten Erfolge von ANATOMIE, FACULTY oder ICH WEISS, WAS DU LETZTEN SOMMER GETAN HAST unter Beweis stellen.

 
Der Titel des Sachbuchs verrät es schon: Es ist ein wenig betagt. Erstens ist „Scream“ inzwischen um einen vierten Teil ergänzt worden, zweitens ist der Teen-Horrorfilm wieder so mausetot, wie er es vor „Scream“ gewesen ist. Ausnahmen bestätigen die Regel.

Dennoch finde ich dieses Buch sehr gelungen, denn es schildert die Geschichte dieser Filmgattung und gleichzeitig auch einer Lebensphilosophie in den Jahren, die sie geprägt hat, in anschaulicher und mitreißender Weise. Natürlich muss man ein Stück weit auch Fan sein, um das goutieren zu können, Aber wer mag nicht wenigstens einen der Archetypen dieser Schrecken zumindest ein ganz klein wenig?

Ein Fest für die Freunde von Ghostface, Freddy, Jason, Michael und Co.


Das sollen meine #5Books gewesen sein. Gibt es Romane oder Sachbücher, die in das hier vorgestellte Spektrum passen, die ich aber vielleicht selber übersehen habe? Seid doch so lieb und postet sie mir in die Kommentare. Denn auch ich suche und jage gerne nach neuen oder auch alten Büchern.

Habt einen schönen Tag – vielleicht mit einem guten Buch?

In letzter Minute

Geht euch das auch so, dass ihr immer wieder Dinge in letzter Minute erledigt, obwohl ihr das eigentlich gar nicht wollt?

Es gibt sie ja, die professionellen Prokrastinierer, die alles so lange aufschieben, bis es sich gar nicht mehr vermeiden lässt, sich dem oder den Dingen zu stellen, die da so zu erledigen sind. Da spielt es keine Rolle, ob es die dringende Hausarbeit fürs Studium ist, das Abendessen für das Date for two oder das Aufräumen, weil die liebe Schwiegermama ihren Besuch angekündigt hat. Ist doch noch Zeit, mindestens ein Viertelstündchen …

Eigentlich bin ich niemand, der das planmäßig so macht. Bevor meine Frau, so sie dies hier lesen sollte, sich verschluckt und ich reanimieren muss: Ja, ich gebe zu, dass es mir auch sehr oft passiert, dass ich Dinge erst in letzter Minute angehe. Aber das ist eigentlich nie so geplant oder beabsichtigt. Das passiert mir einfach.

Und so ist es mir jetzt auch in Bezug auf diesen Urlaub und das Schreiben wieder gegangen.

Wir erinnern uns. Ich hatte für diesen Urlaub vor, die neue Bewerbung mit meinem Roman „Darkride“ so weit fertig zu machen, dass ich diese noch in dieser Woche an den Verlag schicken kann. Dazu kam die vage Idee einer Kurzgeschichte, um bei einem Wettbewerb damit mitmachen zu können.

Die Ostertage kamen und gingen und es passierte … nichts. Ich setzte mich an den PC um mich um das Exposé des Romans zu kümmern und machte Papyrus ohne getane Arbeit wieder zu, um lieber ein wenig im Internet zu surfen. Weil ich schlicht keine Idee hatte, wie ich das Exposé schreiben solle.

Ich spielte in Gedanken mit verschiedenen Szenarien für die Kurzgeschichte, brauchte dafür aber Papyrus gar nicht erst zu öffnen, denn mir fiel zum Kuckuck kein Ansatz ein, irgendwas mit dieser dummen 30 anzufangen, was nicht vollkommen abstrus, abgeschmackt oder konstruiert wäre.

Die Tage gingen dahin. Auf einmal hieß es wieder, sich mit „Der Morgen danach“ beschäftigen. Was ja auch ganz gut ausgegangen ist und geklappt hat, aber damit waren natürlich alle Ressourcen erst einmal wieder gebunden.

Und dann, auf einmal, gestern, wo die Gedanken eigentlich schon wieder davon weggingen, knallte auf einmal die Inspiration für das Exposé voll rein. Okay, im Endeffekt war es einiges an Transpiration, die vielen Manuskriptseiten auf den wenigen Exposéseiten zusammenzufassen. Aber ich habe jetzt ein Exposé, mit dem sich arbeiten lässt.

Und das stand für heute auch auf der Agenda. Ich wollte mich, in letzter Minute, um das Exposé kümmern. Wollt ihr raten, was passiert ist?

Natürlich! Ich hatte heute morgen nicht nur eine, sondern sogar zwei Ideen, wie sich diese vermaledeite 30 als Aufhänger einer Geschichte verwenden ließe. Und so bin ich dabei, diese jetzt noch zu Papier zu bringen, was ich ca. zur Hälfte geschafft habe.

Ihr seht also, bei mir läuft im Moment alles in letzter Minute. Morgen ist mein letzter Urlaubstag und rein theoretisch könnte ich an diesem noch alle Ziele, die ich mir gesetzt hatte, erfüllen. Aber ich werde das jetzt nicht übers Knie brechen. Und wisst ihr auch, wieso?

Weil ich keine Lust habe, dass ich dann übermorgen, nach der Stunde Null, schon wieder völlig erschöpft in den Beruf reingehe. Nein, kein Interesse. Und auch meine Chefin hätte da wohl wenig Spaß dran. Schließlich erinnerte auch Leserin Jule mich die Tage an die Bedeutung des Wortes „Erholungsurlaub“. Nicht zu Unrecht!

In diesem Sinne wünsche ich euch einen schönen, erholsamen Abend und einen schönen, erholsamen Sonntag. Ach ja, übrigens, morgen ist Welttag des Buches! Nur so als Idee, falls ihr nicht wisst, was ihr so machen könnt mit eurem Sonntagnachmittag.

Die Weisheiten des Lebens #2

Die heutige Weisheit ist eigentlich eine Weisheit von gestern. Und ich denke, dass sie für die meisten Menschen, die keine Bücher oder Geschichten schreiben, uninteressant ist. Aber da gestern, in trauter Runde, sich drei Büchermenschen erst anlachten und dann wissend angrinsten, kann sie so schlecht auch nicht sein. Der Hintergrund war übrigens, dass mein Arbeitstitel „Der Morgen danach“ leider nicht der endgültige Titel wird sein können, da er so generisch gibt, dass schlicht und ergreifend schon jemand anderes ihn verwendet hat.

Das ist der Vorteil, wenn man für die Schublade schreibt: dann interessiert das keinen. Das Problem ist: Was man für die Schublade schreibt, das interessiert eben keinen.

In diesem Sinne möchte ich euch ermutigen, euch aus eurer Schublade heraus zu trauen. Übrigens nicht nur auf das Schreiben bezogen. Also ist diese „Weisheit“ vielleicht doch nicht so uninteressant, wie ich befürchtet hatte. 🙂

Die Stunden danach

So, das wäre geschafft! Nein, das klingt jetzt nach etwas negativem, als hätte ich einen Besuch beim Zahnarzt hinter mir, oder beim Anwalt meines geringsten Misstrauens. Dabei hatte ich doch heute nur ein Gespräch bei meinem Verlag (es schreibt sich immer noch ein wenig seltsam).

Leider, leider, leider kann, darf und will ich euch nicht zu viel verraten, weil wir hart am Inhalt diskutiert haben. Es gibt einige Vorstellungen, wie man noch an der Aussage des Romans Verbesserungen vornehmen könnte und dazu wollte man meine Meinung hören. Denn, so die wiederholte Versicherung, ohne meine Zustimmung als Autor geht das alles nicht.

(Dass in dem phasenweise lustigen Gespräch angedeutet wurde, dass es auch Mittel und Wege gäbe, einen Autor gefügig zu machen, nehme ich jetzt mal nicht so bierernst. Oder!?)

So ganz genau in die Details haben wir jetzt noch nicht geschaut. Es ging halt darum, dass ich mich mit den Anmerkungen anfreunden kann.

Die beiden Lektorinnen gehen jetzt noch einmal in medias res und dann setzen wir uns im Mai zusammen und sprechen die ersten konkreten Änderungen durch. Bis dahin kann ich auch schon mal an den Dialogen feilen und mir Stellen im Skript markieren, die ich auf keinen Fall geändert haben möchte. Mir obliegt das letzte Wort, wurde jedenfalls so betont.

Und dann gibt es auch schon einen sehr vorsichtigen Zeitplan bis zur Veröffentlichung des Romans. Aber der ist so vorsichtig, dass ich auch hier ungern einen genauen Termin nennen würde. Der ja sowieso nur grob einen Monat benennen könnte. Viel hängt ja auch davon ab, wie schnell ich die Änderungen, die sich im Lektorat ergeben werden, umsetzen kann.

Außerdem stehen noch zwei Entscheidungen an, die sehr weitreichend sind und die wir heute nur einmal als notwendig auf die Agenda geschrieben haben, auch wenn sie noch weiter weg sind. Das eine ist, dass für den Roman ein Cover gefunden werden muss. Hier darf ich mich gerne künstlerisch austoben, wenn mir irgendwas vorschweben sollte. Die Worte lauteten so ähnlich wie »immer her damit!«

In der Tat habe ich schon eine vage Idee, wie das Cover aussehen könnte. Aber die muss noch reifen.

Wesentlich schwerer wird es werden, einen Veröffentlichungstitel zu finden. Denn beim Arbeitstitel „Der Morgen danach“ kann und wird es nicht bleiben. Den gibt es nämlich schon bei einem anderen Roman. Tja, schade, aber bei einem so generischen Titel nicht anders zu erwarten. Auch hier kann ich mir Gedanken machen und mich inspirieren lassen. In der gemeinsamen Hoffnung, dass dabei vielleicht schon etwas Nutzbares herauskommt.

Also, lange Worte, gar kein Sinn: Ich bin mit einem sehr guten Gefühl aus Refrath nach Hause gefahren. Alleine schon, weil mir ganz oft gesagt wurde, wie gut das Manuskript, die Idee und die Entwicklung sind. Wer hört so etwas nicht gerne? Ich freue mich auf die weitere Zusammenarbeit mit meinem Verlag und den tollen Menschen dort!