Warum ich meine Autorenwebsite nicht auf die Reihe bringe

So, haben wir die reißerische Überschrift schon einmal hinter uns gebracht. Seit langer, langer Zeit steht unter meinen E-Mails eine Signatur, in der ich unter anderem auf meine Autorenwebsite hinweise und schreibe, dass diese sich „im Aufbau“ befindet. Vielleicht hat sich der eine oder die andere von euch ja schon einmal gefragt, was genau man sich darunter vorzustellen hat.

Die Antwort lautet: gar nichts.

Im Moment ruht der See schlicht und ergreifend still vor sich hin, weil ich immer wieder, wenn ich mich mit dem Thema befassen will, vor Probleme stoße, die mich so sehr abschrecken, dass ich schnell wieder die Hände davon lasse. Dabei nähert sich der Moment, in dem ich eine Autorenwebsite haben sollte, mit schnellen Schritten. Spätestens, wenn mein Debütroman „Der Morgen danach“ veröffentlicht wurde, sollte da was sein.

Aber wo liegt denn jetzt das Problem? Ich bin doch nicht dumm, kenne mich mit Technik und Software und diesem ganzen Internetzeug eigentlich aus. Sogar mit WordPress kenne ich mich inzwischen leidlich aus. Meinen ersten selbst gehosteten WordPressblog hatte ich vor zehn Jahren. Meine ersten Webseiten habe ich vor (mein Gott!) runden fünfzehn Jahren ins Internet gestellt.

Und jetzt gibt es diese Probleme?

Oh ja, die gibt es. Und sie ergeben sich aus mangelhafter Planung, kaum bis gar nicht vorhandener Koordination und im Endeffekt völliger Konfusion. Und im folgenden möchte ich einmal versuchen, euch die Probleme darzustellen.

Eigentlich beginnt alles schon ganz am Anfang. Ich eröffnete den Blog, wie ihr ihn heute kennt und besucht, aus einer momentanen Laune heraus. Ich wollte mich quasi selber unter Druck damit setzen, dass ich endlich was aus meiner Schreiberei mache und versuchen, die zahlreichen Entwürfe, die ich schon fabriziert hatte, an den Mann zu bringen. Da lag es einfach nahe, den ganz simplen Weg zu gehen und einen direkt bei WordPress.com gehosteten Blog zu eröffnen.

Das lief auch eine ganze Weile lang gut, aber irgendwann wurde ich dann unzufrieden mit den Fortschritten, die ich machte. Im Oktober 2015 gab ich mir erneut einen Tritt in den eigenen Hintern und wollte mich „professionalisieren“. Dazu gehörte, nach meinem damaligen Verständnis, auch eine Domain, die auf meinen Namen lautete. Ich landete schließlich bei einem Hoster meiner Wahl und der Domain http://www.behr-michael.de .

Dann drängten sich aber wieder andere Dinge in den Vordergrund. Ich schrieb die beiden Romane „Der Beobachter und der Turm“ und „Die Welt der stillen Schiffe“ und steckte viel Arbeit darin, den „Beobachter“ veröffentlichungsreif zu machen. In der Zwischenzeit lief der Blog weiter und wurde immer erfolgreicher.

Im April 2016 sicherte ich mir bei einem weiteren Hoster die Domain http://www.traumvombuch.de, weil es diese dort wesentlich günstiger als bei WordPress direkt gab. Diese diente von Anfang an nur als Redirect.

Ziehen wir also kurz Zwischenbilanz: Ich habe einen Blog bei wordpress.com, eine Domain mit demselben Namen als Redirect und eine auf meinen Namen lautende Domain, die ich für E-Mails nutze, auf der ansonsten aber noch nichts passiert.

Letzte Woche schrieb ich den Beitrag zum Linktipp mit dem etwas provokanten Titel „WordPress war mal kostenlos„. In den zugehörigen Beiträgen entstand eine lebhafte Diskussion über Vorteile und Nachteile, einen Blog von wordpress.com auf eine andere, selbstgehostete Domain umzuziehen. Es gibt da wohl Probleme mit der Anzeige im Reader, mit dem Management von Kommentaren und dergleichen mehr.

Ich hatte am vergangenen Samstag nichts besseres vor und dachte mir, ich könne ja mal ein bisschen herumspielen.

Der erste Versuch war, meinen Blog bei wordpress.com zu exportieren und bei meinem Hoster zu importieren. Das funktionierte einigermaßen, aber soweit ich es nachvollziehen konnte, trafen die Befürchtungen meiner Leser zu, dass es zu Problemen kommen würde. Und für mich steht eines fest: Ich will und werde nicht riskieren, dass ich bei einer Veränderung an meinem Blog meine Leser verliere. Ihr seid mir nämlich ganz schön wichtig und im Laufe der Zeit auch ans Herz gewachsen! ❤

Eine Alternative wäre ggf., den Blog bei WordPress in eine kostenpflichtige Variante umzuwandeln. Bei dieser fällt dann der Zusatz „.wordpress.com“ weg und es wirkt ein wenig professioneller. Auf der Homepage von WordPress las sich das alles ganz einfach. Ich könne sogar meine bestehende Domain von meinem Hoster „mappen“. Das bedeutet, dass jemand, der http://www.behr-michael.de aufruft, bei meiner auf WordPress gehosteten Seite landet.

Die entsprechenden Einstellungen waren auch schnell gefunden und geändert. Dann kam allerdings das Kleingedruckte und das hatte es, wie meistens, in sich. Mein Hoster machte mich nämlich unmissverständlich darauf aufmerksam, dass es sich beim Abwickeln der E-Mails um eine eigene Leistung handle, die nach dem mappen der Domain nicht mehr zur Verfügung stehe.

Also: Wenn ich die Domain umleite, kann ich darauf keine E-Mails mehr empfangen und senden.

Kein Problem, meinte jetzt WordPress. Wenn du mir, zusätzlich zu dem, was du mir ohnehin schon zahlst, weil du jetzt ein Premium-Kunde bist, noch einmal fünf Euro im Monat zahlst, dann übernehme ich das mit den E-Mails für dich. Also, zumindest in der Theorie. Denn ob das praktisch klappt, dafür übernehme ich natürlich keine Gewähr. Und das Mailangebot ist, wenn ich das richtig verstanden habe, auch kein Probeangebot, sondern wenn abgeschlossen, dann abgeschlossen.

Bis jetzt konnte ich alles noch zurückdrehen, was ich dann auch lieber gemacht habe, bevor ich hinterher eine Konstellation habe, die vorne und hinten nicht mehr funktioniert.

Und jetzt bin ich so schlau wie zuvor. Ich stehe da mit einem gut gehenden Blog, der allerdings bei WordPress direkt gehostet wird, einer Internetadresse, die ich für meine Autorenseite gut finde und über die meine geschäftliche Mail läuft, und einer Seite mit einem Namen als Redirect, die mir wahrscheinlich auch noch Schwierigkeiten bereiten würde, wenn ich wirklich alles unter dem Namen „traumvombuch.de“ bei WordPress hosten lassen wollte.

Kann jemand meinen Hilfeschrei hören?

Ich sehe im Moment folgende Alternativen:

  1. Alles bleibt so, wie es ist und ich muss mich dauerhaft damit anfreunden, dass meine „seriöse“ Autorenseite und mein „herzliches“ Blog voneinander getrennt bleiben werden
  2. Ich versuche irgendwie, den Blog als Unterpunkt in einem Menü auf der Seite behr-michael.de einzubinden. Das geht wohl, ist aber alles andere als intuitiv oder trivial
  3. Ich verwende meine „seriöse“ Autorenseite nur als Weiterleitung zu WordPress und als E-Mail-Verwaltung
  4. Ich baue mir „traumvombuch.de“ als meine „Marke“ auf und nehme mich als Person ein wenig in den Hintergrund
  5. Ich suche mir professionelle Hilfe, die erst meinen Knoten im Kopf und dann vielleicht meine Probleme löst

Irgendwas davon wird es wohl werden.

Ich kann also nur an euch appellieren: Wenn ihr vorhabt, ein eigenes Webprojekt auf die Beine zu stellen und auch nur im Entferntesten daran denkt, das irgendwann mal auszubauen, dann geht die Sache gleich von Anfang an richtig an! Macht euch einen Plan. Macht eine Zeichnung, wenn es sein muss. Und sichert euch in Bezug auf eure Optionen vorher ab. Domains kann man immer noch abstoßen, wenn man sie nicht braucht. Webspace kann man abmieten. Aber im Nachhinein mehrere Dinge ineinander zu migrieren, das ist eine verdammt komplexe Sache.

Ich jedenfalls würde, wenn ich noch einmal von vorne anfangen könnte, einiges anders machen. Wobei ich den Namen meines Blogs nicht würde ändern wollen. Denn ich denke, er drückt genau das aus, worum es mir ging und ja auch immer noch geht.

Ich träume vom eigenen Buch. Immer noch. Auf den ganzen Technik-Kuddelmuddel hätte ich allerdings gut verzichten können.

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17 Gedanken zu “Warum ich meine Autorenwebsite nicht auf die Reihe bringe

  1. Ich habe festgestellt dass nur die kostenlose Variante von WordPress.com einwandfrei funktioniert, was Marienkäfer absurd ist. Mit den Blogs die umgezogen sind auf einen Domainnamen ohne wordpress.com machen mit immer probleme.
    Ich finde den problem deshalb nicht so wild. Ich würde die gekauften Domains für statische Seiten nehmen die sich nicht groß ändern und verlinken zum Herzensblog.
    Meine Meinung.

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      • Guck mal bei smamap. Der Smamap hat sich sein wordpress Blog dann selbst gehostet. Eigener server. Eigene Installation. Sonst bestimmen können weiche plugins etc. Eine super Sache — bloß nicht mit WordPress.com kompatibel. Und auch Blogs die nur das wordpress aus der Domain genommen haben indem sie premium bei WordPress.com bezahlen haben Probleme. Wie gesagt, absurd aber die umsonst Variante funktioniert am besten.

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      • Ja … Ich weiß. Alles nicht so glücklich. Deshalb würde ich ne Kombi machen. Eine top gestylte Webseite für die du dir ja schon einen schönen Domainnamen gesichert hast. Und deinen Blog, der „echt“ und lebendig ist. Und keine Angst, auch Toppseiten wie zB große Linux-Distributionen oder Herstellerseiten machen solche Kompromisse.
        Perfektionismus ist gut und schön aber du kannst ja nichts für die unausgereifte Technik. Aber du musst dich bestmöglichst, professionell und perfektionistisch damit arrangieren also auch für das Maximum raus.
        Die Bahnpremiumkunden werden zB auch schlechter behandelt als die Durchschnittskunden. Buch mal online was mit der Bahncard100. Ein Graus. 😀
        Du kannst das! Du bist doch genau in so was gut 🙂 ich kenn dich ja schon ne weile 😉

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      • Danke für das Kompliment! Aber im Moment habe ich wirklich einen ganzen Bienenstock voller Fragezeichen.

        Doch es wird wahrscheinlich auf das Szenario hinauslaufen, das du skizziert hast.

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  2. katrinilen schreibt:

    Vielleicht habe ich da etwas überlesen, aber ich denke fast du machst dir das komplizierter als nötig. Ich kenne das von mir, wenn einen etwas so stresst/belastet, dass man den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr sieht.

    Ich hatte die gleiche Thematik und habe das so gelöst:
    1. Blog auf WordPress, bezahlt damit das wordpress nicht in der Adresse ist. Dort hatte ich schon „über mich“ Seiten etc.
    2. Domain etc bei ovh besorgt und dann fast 2 Jahre prokrastiniert
    3. Endlich auf ovh WordPress „installiert“, neue Seite über WordPress.org gebastelt
    4. Blog etc rüber gezogen
    5. fertig

    Du schreibst, dass du deine Blogleser nicht verlieren willst. Das wollte ich auch nicht und ich hoffe, es klingt jetzt nicht hart, wenn ich sage: Ja , es gibt bei org Probleme beim Reader. Man kann Blogs aber per Mail abonnieren und ich hoffe doch, dass interessierte Leser Autorenseiten bookmarken und von alleine immer mal wieder draufschauen.

    Wenn nicht, kann man leider nichts machen. Eine unabhängige Seite zu haben empfinde ich als zu wichtig.

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    • Hallo Katrin,

      nein, du hast nichts überlesen. Aber ich weiß nicht, ob du alle Kommentare angeschaut hast. Ich habe schon von einigen gelesen, dass sie den Schritt zu einem „neuen“ Blog wegen der Probleme mit dem Reader wohl nicht mitmachen würden. Nenn‘ mich sentimental, aber da würde mir das Herz bluten.

      Mein Problem ist, glaube ich, dass ich von allem nur die Vorteile will, ohne die Nachteile zu bekommen. Eine nicht unbedingt realistische Vorgehensweise, ich weiß. Aber welcher Autor ist schon immer realistisch? 🙂

      Meinst du mit unabhängig, dass die Seite selbstgehostet ist?

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      • katrinilen schreibt:

        Ich gestehe, die Kommentare habe ich nicht gelesen.
        Ja, mit unabhängig meine ich selbstgehostet. Man weiß nie, was mit wordpress/facebook/etc in 2/5/15 Jahren ist, ob sie sie Regeln ändern oder überhaupt noch existieren.
        Du kannst natürlich auch einfach zwei Seiten machen, aber mir war das schlicht zu umständlich.

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      • Siehst du, diese Sorgen habe ich auch. Wobei es mich bei WordPress wundern würde, wenn es nicht mehr da sein würde.

        Zwei Seiten sind wirklich umständlich. Vor allem in der gegenseitigen Vernetzung. Optimal wäre ein Blog als Unterpunkt eines Blogs (über eine Seite, oder so). Ist wohl machbar, aber unglaublich kompliziert.

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      • katrinilen schreibt:

        WordPress muss ja nicht verschwinden, es reicht, wenn sie die Bedingungen so ändern, dass man ohne X zu zahlen nicht mehr viel machen kann.
        Puh, diese Unterpunkt-Sache klingt echt mühsam – aber wenn du niemanden verlieren willst läuft es wohl darauf hinaus.
        Nur ehrlich: du musst auch überlegen, was für dich das beste ist und vor allem, was du die mindestens nächsten 20 durchhalten kannst. Man kann nie alle glücklich machen.

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      • Deswegen überlege ich ja 🙂 .

        Aber wenn du 20 Jahre meinst, dann sieht das Internet sowieso vollkommen anders aus, als es das heute tut. Ich erinnere mich an das www 1997 und finde kaum noch Gemeinsamkeiten. Da hätten wir uns nicht über WordPress unterhalten, sondern über Geocities. Gibt es auch nicht mehr …

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      • Ich finde die Unterpunkt Variante gut und nicht mal so aufwändig. Eine einfach Verlinkung fände ich aber auch echt ausreichend. Guckt euch auf ubuntuusers.de, bei fairphone.com oder ähnlichen um. Die neusten haben wiki oder Forum oder Blog separat und verlinken nur darauf.
        Ich schaffe nicht bei allen lieb gewonnen Blogs extra hinterher zu sein. Es ist einfach ein Riesen Zeitaufwand den ich als berufstätige Mutter nicht bewältigen kann.
        Wenn sich bei wordpress etwas ändert kann man immer noch umziehen und regelmäßige backups eures blogs solltet ihr eh haben.

        Wie gesagt. Ich plädiere für Seiten auf eigener Domain. Blog bei wordpress belassen

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      • Dankeschön! Ich lasse mir das alles gut durch den Kopf gehen und in Ruhe reifen. Von den übers Knie gebrochenen Schnellschüssen bin ich jedenfalls erst einmal geheilt 😉 .

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