Zum Welttag des Buches: #5Books

Der 23. April ist der Welttag des Buches. Damit ist er für viele Buchliebhaber, Schriftsteller wie Leser, ein hoher Feiertag. Ich denke, dass nicht extra betont werden muss, welchen Einfluss die Schriftsprache auf die menschliche Kultur gehabt hat und auch in Zukunft haben wird. Daran ändert auch die Zuwendung zu „neuen“ Techniken wie e-Readern nichts.

Und doch ist es richtig und wichtig, dass es so einen Tag gibt. Denn wie steht es denn wirklich um das Buch? Wenn man morgens in einen der Pendlerzüge steigt, kann man das nicht mehr so leicht feststellen, wie man es noch vor Jahren konnte. Zwar starren geschätzte 85% der Menschen in ihre Smartphones, aber ob sie da etwas Gehaltvolleres lesen als den nie abreißenden Strom des Facebook-Rauschens, das lässt sich nicht feststellen.

Kürzlich wurde ich in einem Wartezimmer von einem ebenfalls Wartenden mit den Worten bedacht: »Das sieht man aber auch immer seltener, dass jemand ein Buch in der Hand hat.«

Meine Vereinskollegen von den BartBroAuthors und ich haben uns deswegen überlegt, dass wir heute unter dem Hashtag #5Books auf jeweils fünf Bücher aufmerksam machen, die uns am Herzen liegen.

Nun könnte ich mich hinstellen und eine ganze Menge an Toplisten aufstellen. Meine absoluten Lieblingsbücher? Viel zu schwierig. Meine fünf liebsten Bücher von Stephen King? Viel zu leicht zu erraten.

Ich habe mich für einen anderen Ansatz entschieden und mir gedacht, dass ich fünf Bücher heraussuche, die sich auf eine jeweils andere Art mit dem groben Oberbegriff „Angst und Horror“ beschäftigen. Außerdem wollte ich Bücher nennen, die vielleicht noch nicht alle von euch kennen und gelesen haben. Empfehlungen aussprechen also.

Leider sind nicht mehr alle diese Bücher neu erhältlich, einige wenigstens noch als eBook. Aber auch das gehört für mich dazu: Die Jagd und die Suche nach den Perlen im Buchmarkt. Vielleicht einmal nicht einfach auf einen virtuellen Warenkorb zu klicken, sondern auf einem Büchertrödel zu stöbern.

Wie dem auch sei, hier kommen meine #5Books in keiner speziellen Reihenfolge, sondern sortiert nach dem Nachnamen des Autors.


Steve Alten – meg

Im Marianengraben südwestlich von Burma hat Carcharodon megalodon überlebt – Meg, ein Vorfahre des weißen Hais. Meg ist eines der gefährlichsten Raubtiere, das je existierte – der Herrscher der Meere, ein aggressiver Einzelgänger, eine Killermaschine.
Jonas Taylor, Paläontologe und Tiefseeforscher, ist seit Jahren von diesem urzeitlichen Monster fasziniert – er glaubt, dass Meg überlebt hat. Auf einer Tauchmission in ozeanische Tiefen, in die sich noch kein Mensch gewagt hat, stellt sich heraus, wie recht er hat. Meg gelingt es, in die oberen Wasserschichten aufzusteigen, wo sie fortan ihr Unwesen treibt… Wissenschaftler, die US-Marine und die Sensationspresse beginnen mit der Jagd auf Meg.

Ihr dürft im Hinterkopf gerne die Titelmelodie von „Der weiße Hai“ anstimmen, denn in diese Richtung geht dieser Roman, der in den Vereinigten Staaten eine ganze Reihe von Nachfolgebänden hervorgebracht hat und dessen Verfilmung nach elendig langer Zeit nun endlich realisiert wurde.

Meg ist eine Bedrohung, die dazu geeignet ist, ein ganzes Ökosystem auf den Kopf zu stellen. Und aufgrund ihrer Größe auch dem Menschen und seinen technischen Errungenschaften gefährlich wird.

Ein Tierhorror-Thriller der mitreißenden Sorte!


Bentley Little – Unheil

Sie suchen Ruhe und Erholung? Dann ist das „Reata“ der perfekte Ort für Ihren Urlaub. Unser gemütliches Resort liegt mitten in der Wüste von Arizona, ruhig und abgeschieden. Ein wahres Paradies für Familien mit Kindern!

Leider hat es in letzter Zeit ein paar tödliche Unfälle gegeben. Stören Sie sich auch nicht daran, dass gelegentlich Gäste spurlos verschwinden. Für den Fall, dass Sie Blutflecken auf dem Teppich in Ihrem Zimmer entdecken, verständigen Sie bitte unser Reinigungspersonal. Und dann ist da noch dieses Ding im Pool.


Sollten Sie irgendwann der letzte Gast in unserem Hotel sein, denken Sie daran: In der Wüste hört Sie niemand schreien …

Bentley Little gehört für mich zu den unterschätztesten Horrorautoren überhaupt. Stilistisch ist er nicht weit von Stephen King entfernt und seine Horrorvisionen schleichen sich oftmals ebenso durch die Hintertür in den normalen Alltag ein, wie es bei diesem der Fall ist.

Unheil bietet eine Mischung aus Terror und Okkulthorror, die sehr gelungen ist und den Leser vor immer neue Einfälle stellt. Einige Szenen sind dabei so intensiv, dass sie direkt in die Magengrube gehen und dort für wohliges Unwohlsein sorgen. Oder wann erlebt man schon einmal, dass ein Golfspiel in einen Wettkampf umgewandelt wird, bei dem es darum geht, dass die Ehemänner ihre an Pfähle gebundenen Frauen beim Abschlag treffen? Und noch dazu, dass dies ganz offenbar einvernehmlich geschieht?

Eine Horror-Achterbahnfahrt mit vielen unvorhergesehenen Steilkurven!


Erich Maria Remarque – Der Funke Leben

509 sitzt in der Frühlingssonne. Er genießt die Wärme, er wartet, er hofft. Nur ein Funke Leben trennt ihn und die zu Nummern degradierten, zu Skeletten abgemagerten Insassen des Lagers Mellern vom Tod. Doch nach Jahren in einer gnadenlosen Hölle scheint der Tag der Freiheit nahe, in jenem Frühjahr 1945. Alle Hoffnung, aller Lebenswille spannt sich darauf, ihn kommen zu sehen und mit ihm das Ende der Qual.

 

 

Eine vollkommen andere Art des Horrors, eine von Menschen an Menschen begangene Grausamkeit. Die Menschen des Sterbelagers warten auf den Tod oder die Befreiung. Auf das, was schneller zu ihnen kommt. 509, der kaum noch in der Lage ist, sich an seinen Namen zu erinnern, ist der Chronist dieser letzten Tage, immer auf der Schwelle zwischen dem Sein und dem Gewesen.

Und liegt nicht das wahre Grauen darin, dass schon im Niedergang des einen Regimes erkennbar ist, wie sich die Zeit danach zu einer ebensolchen Teilung zwischen dem entwickeln wird, was die Ideologen beider Seiten als Gut und Böse betrachten?

Ein Roman mit philosophischer Tiefe, geprägt von Angst, Tod und Hoffnung!


Freda Warrington – Dracula, der Untote kehrt zurück

Sieben Jahre sind vergangen, seit Van Helsing, Jonathan und Mina Harker und ihre Freunde dem nächtlichen Treiben des Grafen Dracula ein grausames Ende setzten. Doch der schöne Schein trügt. Zunächst wissen die Verbündeten von damals die Zeichen nicht zu deuten: Plötzlich spielt die ansonsten friedliche Katze der Harkers verrückt, die frommen Eheleute werden von wüsten, erregenden Träumen heimgesucht, und auch das bezaubernde Kindermädchen Elena benimmt sich mit einem Mal höchst seltsam. Bald können sich die Harkers und ihre Freunde der schrecklichen Erkenntnis nicht entziehen: Dracula ist zurück …
Und weil ich hierzu weiter gar nicht viel enthüllen möchte, schreibe ich nur eines, als kleinen Teaser. Es stellt sich nämlich heraus, dass Dracula vielleicht noch das kleinere Übel ist, das im fernen Land Transsilvanien lauert!

Ein Gothic-Schauerroman in bester Tradition von Bram Stoker und Mary Shelley!


Sascha Westphal und Christian Lukas
Die SCREAM-Trilogie und die Geschichte des Teen-Horrorfilms

Als 1996 der Film SCREAM – SCHREI an den Kinokassen weltweit für Furore sorgte, sprachen viele von einer Eintagsfliege. Doch schon bald wurde klar, dass Regisseur Wes Craven ein Genre wiederbelebt hatte, das längst auf seine Renaissance gewartet hatte. Der Teen-Horrorfilm ist seit einigen Jahren erfolgreicher denn je, und ein Ende des Phänomens ist nicht in Sicht – wie die jüngsten Erfolge von ANATOMIE, FACULTY oder ICH WEISS, WAS DU LETZTEN SOMMER GETAN HAST unter Beweis stellen.

 
Der Titel des Sachbuchs verrät es schon: Es ist ein wenig betagt. Erstens ist „Scream“ inzwischen um einen vierten Teil ergänzt worden, zweitens ist der Teen-Horrorfilm wieder so mausetot, wie er es vor „Scream“ gewesen ist. Ausnahmen bestätigen die Regel.

Dennoch finde ich dieses Buch sehr gelungen, denn es schildert die Geschichte dieser Filmgattung und gleichzeitig auch einer Lebensphilosophie in den Jahren, die sie geprägt hat, in anschaulicher und mitreißender Weise. Natürlich muss man ein Stück weit auch Fan sein, um das goutieren zu können, Aber wer mag nicht wenigstens einen der Archetypen dieser Schrecken zumindest ein ganz klein wenig?

Ein Fest für die Freunde von Ghostface, Freddy, Jason, Michael und Co.


Das sollen meine #5Books gewesen sein. Gibt es Romane oder Sachbücher, die in das hier vorgestellte Spektrum passen, die ich aber vielleicht selber übersehen habe? Seid doch so lieb und postet sie mir in die Kommentare. Denn auch ich suche und jage gerne nach neuen oder auch alten Büchern.

Habt einen schönen Tag – vielleicht mit einem guten Buch?

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8 Gedanken zu “Zum Welttag des Buches: #5Books

  1. Cupido.

    Schon der Klappentext spielt mit einer typischen Angst:

    „Der Alptraum jeder Frau: Du kommst abends in dein Apartment. Du bist allein. Alles scheint wie immer, nur ein paar Kleinigkeiten lassen dich stutzen. Du kümmerst dich nicht darum. Du gehst schlafen. Und auf diesen Moment, hat der Mann, der unter deinem Fenster lauert, nur gewartet … “

    Für mich der beste Thriller überhaupt. Die ganze Reihe ist gut, aber Cupido ist der reinste Wahnsinn!

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  2. Schöne Idee, schöne Tipps. „Meg“ fand ich auch ganz gelungen, Bentley Little kenn ich dagegen gar nicht. Klingt spannend! Neue Tipps habe ich nicht, außer dass ich gerade nochmal Dean Koontz‘ „Schwarzer Mond“ lese – kennst Du das?
    Liebe Grüße!

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    • Ich habe schon einige von Koontz gelesen und noch mehr hier stehen. Ob da „Schwarzer Mond“ dabei war, weiß ich gerade nicht. Generell komme ich mit ihm auch nicht so ganz zurecht – ohne dass ich sagen kann, was es ist.

      Bentley Little solltest du auf jeden Fall mal antesten! Er schreibt sehr direkt, teils auch plakativ. Manche finden das platt, ich finde es packend.

      LG zurück!

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      • Ja, Little ist schon vorgemerkt 🙂 Der „Schwarze Mond“ kommt für mich sehr nah an Kings „The Last Stand“ ran, ich mag Koontz aber auch. Geschmack halt (neben Qualität die zweite Frage). So konnte ich mit dem hier vorgeschlagenen „Cupido“ überhaupt nix anfangen: fand ich konstruiert und redundant. So ähnlich wie Fitzek: Hatte neulich versucht, dessen „Paket“ zu lesen, gab aber nach hundert Seiten entnervt auf: Wiedermal völlig überkonstruiert, ständig vorausdeutend und langweilig wiederholend: Hundert Seiten lang hat eine Frau Angst, ohnedass etwas passiert. Auch nix für mich. Aber da bin ich ja offensichtlich eine extrem seltene Ausnahme …
        Liebe Grüße!

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      • Okay, der „Schwarze Mond“ hat gerade eine dicke Empfehlung abbekommen.

        Fitzek … ist schwierig. Ich habe noch nicht viel von ihm gelesen, aber was ich gelesen habe, ist sehr zwiespältig. Es rangiert von packend („Passagier 23“) bis zu ärgerlich („AchtNacht“). Aber überkonstruiert ist er eigentlich immer, da gebe ich dir Recht.

        Wobei der Mann selbst, wie kürzlich gesagt, hochunterhaltsam ist!

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      • Ja, als Entertainer und Mensch scheint er wirklich klasse zu sein. Als Autor, nu, da fühle ich mich eben als Leser, wie soll ich sagen, stets irgendwie leicht verarscht, weil die Spuren zwar gelegt, die Auflösung stimmt, die Vorausedeutungen schon passen – aber nie „richtig“. Besser kann ich’s nit beschreiben …

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      • Ist wirklich schwierig zu greifen, ich versteh‘ schon, was du meinst. Es liegt, denke ich, wirklich an dieser Art der Konstruktion. Wie bei einem Film, wo man von A bis Z kommen sieht, was passieren wird. Die Action mag stimmen und die Schauspieler sind auch ganz okay, aber es bleibt ein Beigeschmack.

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