Der Sonntagsreport vom 14.05.2017: Völlig unpolitisch und trotzdem haben wir die Wahl

Heute hat Nordrhein-Westfalen einen neuen Landtag gewählt. Aber das hat für „Mein Traum vom Buch“ erst einmal überhaupt keine Auswirkungen. Ich bin in keiner Partei aktiv, war heute in keinem Wahllokal unterwegs und muss auch keine Tränen oder Partyhüte auf irgendeiner Wahlparty aufwischen.

Und dennoch halte ich Tage wie diesen für wichtig. Wieso? Weil sie uns im großen Maßstab daran erinnern, dass wir immer eine Wahl haben. Jeden Tag haben wir die Wahl in so vielen Bereichen unseres Lebens. Gut, jetzt kann man argumentieren, dass ich aufstehen muss um zur Arbeit zu gehen, weil ich sonst kein Geld bekomme. Oder dass ich mich an die Gesetze halten muss, weil ich sonst Ärger mit der Polizei bekomme.

Aber das sind für mich, mit Verlaub, Spitzfindigkeiten. Bei vielen Dingen auf der Ebene des persönlichen Geschmacks, des ganz persönlichen Lebens, haben wir die Wahl. Egal ob arm oder reich. Egal ob schwarz oder weiß.

Unser Leben verläuft nicht in geraden Bahnen, nicht zwangsläufig. Es verläuft in den Bahnen, in die wir es lenken. Wir geben den Ton an. Selbst die Entscheidung, uns einfach treiben zu lassen, ist eine Entscheidung, die wir bewusst treffen.

Wieder kann man argumentieren, dass es Umstände gibt, die wir nicht beeinflussen können. Man kann krank sein und deswegen keinen Sport treiben oder nicht einmal laufen können. Wir können von Dingen, Substanzen oder Menschen abhängig sein. Alles möglich, alles richtig, ja! Aber die Art, wie wir damit umgehen, die obliegt jedem von uns selbst. Ausnahmen, wie zum Beispiel Alzheimererkrankungen, sind die traurige Bestätigung der Regel.

Speziell wir hier, die wir uns hin und wieder in diesem kleinen Blog zusammenfinden, haben in vielen – nicht in allen – Dingen die Wahl. Ihr könnt wählen, ob wir uns das hier durchlesen oder nicht. Und ich kann wählen, ob ich es für so wichtig erachte, dass ich es aufschreibe.

Wie gesagt: Ich propagiere nicht, dass wir jederzeit alle Dinge frei entscheiden können. Wenn ich Verpflichtungen eingegangen bin, sei es Arbeit, sei es Familie, sei es Pflege, dann muss ich mich diesen Verpflichtungen stellen. Aber ich habe mir in all diesen Dingen irgendwann gesagt: Ja, das mache ich jetzt!

Vielleicht ist es das, was viele Parteien vergessen, den Leuten da draußen zu vermitteln – um doch noch einmal einen Schlenker zur Landtagswahl zu schlagen. Dass auch die „große“ Politik etwas ist, an dem man einmal alle vier Jahre etwas verändern kann. Und im Kleinen können wir es jeden Tag, indem wir unserem Landtagsabgeordneten auf die Nerven fallen.

Ich hoffe, dass ich euch mit diesen kleinen, einfach mal herunter geschriebenen Gedanken nicht zu sehr auf die Nerven gefallen bin, damit ihr auch zukünftig hier vorbei schaut.

Wie gesagt: Ihr habt die Wahl!

Aber ich würde mich sehr darüber freuen.

Habt einen guten Wochenstart!

Euer Michael