Reblog: Von Literaten und Fremdenhass: Zeit für ein Statement

Für diesen Blog gilt eigentlich das, was Nora Bendzko, deren Artikel ich hiermit reblogge, auch von sich selbst schreibt: Er ist keine politische Seite. Daran ändert auch die Tatsache nichts, dass ich in meinen Romanen – insbesondere in dem, der seiner Veröffentlichung harrt – durchaus Stellung beziehe. Aber wenn ich anfangen würde, mich ins politische Tagesgeschehen zu stürzen, dann würde ich bald in einen Strudel geraten, der aus dieser Seite etwas ganz anderes machen würde als das, was sie heute ist.

Und das will ich nicht.

Und dennoch ist es mir ein Bedürfnis, diesen Beitrag von Nora zu teilen und ihm mit meinen bescheidenen Möglichkeiten ein wenig mehr Reichweite zu verleihen. Ich finde nämlich, dass sie die richtigen Worte findet – und dass sie sie aus den richtigen Gründen findet.

Ich weiß nicht, von welcher Autorin Nora schreibt und ich bin mir immer noch nicht sicher, ob ich das eigentlich wirklich wissen will. Einerseits ja, denn ich möchte mich von solchen Menschen, die ich aufgrund ihrer Haltung im Gegensatz zu dem, womit sie Geld verdient, eigentlich nur als falsch bezeichnen kann, gerne fern halten. Andererseits ist es vielleicht gar nicht verkehrt, sich ein wenig Naivität zu bewahren und immer erst einmal vom Guten im Menschen auszugehen. Bis diese sich dann von selber herausstellen als das, was sie wirklich sind.

Ich reblogge diesen Beitrag durch Zufall auch an dem Tag, nachdem es in Manchester einen Anschlag auf die Besucher eines Popkonzerts gegeben hat. Und obwohl der eine Sachverhalt mit dem anderen nichts zu tun hat, wurde ich doch heute darauf gestoßen, dass es Menschen wie der besagten Autorin nie zu dumm wird, mit pawlowschem Reflex geifernd auf jene zu zeigen, die „anders“ sind als sie. Die eine „andere“ Hautfarbe haben – oder einen „anderen“ Glauben.

Ich verkenne hier überhaupt nicht die Realitäten. In der Welt, wie sie sich leider darstellt, gibt es eine 99% Wahrscheinlichkeit, dass der Täter Verbindungen zum Islamischen Staat oder ähnlichen Terrororganisationen hat. Das bedeutet aber nicht, dass mein Nachbar, der Postbote oder der nette Mann, der immer so freundlich grüßt, sie auch haben muss, nur weil er „nach Meinung gewisser Zeitgenossen anders“ ist. Ist er wirklich anders?

Das bringt mich zurück zu Nora und ihrem Beitrag. Sie schreibt von Brücken zwischen den Menschen, die man überwinden kann. Ich stelle mich an ihre Seite und sage: Lasst uns Brücken bauen! Und lasst uns das unsrige tun, um sie zu stärken.

Die Hauptperson in meinem Roman „Der Morgen danach“ ist ein Mann mit kahlrasiertem Schädel, martialischem Aussehen und fragwürdigem Hintergrund. Doch als er in eine Notlage gerät ist der erste, der ihm hilft, ein türkischer Mitbürger. Weil die beiden es schaffen, eine Brücke miteinander zu bauen.

Vielen Dank, Nora, für deinen tollen Beitrag!

Nora Bendzko - Autorin, Sängerin & Lektorin

Eigentlich wollte ich heute nur zwei wundervolle Rezensionen verlinken, die mich in den letzten Tagen zu »Wolfssucht« und »Kindsräuber« erreicht haben. Manchmal werfen aber unvorhergesehene Dinge den Posting-Plan durcheinander. So eine Diskussion in den großen deutschen Leserforen aus Facebook, die seit gestern die Gemüter die erhitzt. Es ging um eine bestimmte Autorin, wiederholt fremdenfeindliche Postings, Leute wurden geblockt und beleidigt, es kam unausweichlich zum Shitstorm und zu dem Aufruf: #bloggergegenrechts

Was genau ist passiert?

Eine Gay Romance und Fetisch/ BDSM Autorin, die ohnehin schon wegen rechtsrechten Postings auffiel, schlug mit einem neuen Post dem Fass den Boden aus. Ich nenne bewusst keine Namen, denn es geht mir um die Materie und nicht um öffentliche Anprangerung. Wer da mehr wissen will, der schreibe mir privat für Namen, Links zu Screenshots, etc.

Kurz die Highlights ihres Postings: Sie schrieb, neulich im Kaufland gewesen zu sein, der »zu einem Ghetto verkommen« wäre. Betont…

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