Ich bräuchte da mal eure Meinung, bitte

Ich gebe zu, das wird jetzt so ein wenig wie die sich selbst erfüllende Prophezeiung oder das Fragen nach Dingen, die man eigentlich schon selber weiß. Aber weil ich eben ein schlechter Prophet bin (siehe meine ausbaufähigen Erfolge beim Lotto spielen) und manchmal Dinge, die ich weiß, gerne infrage stelle, wende ich mich an euch.

Und zwar geht es darum, wie ich diesen Blog füttere. Wie ich schon zu früheren Gelegenheiten erwähnt habe, schreibe ich nach keinem festen Redaktionsplan. Es gibt da ja diese feinen Pläne, die man sich aufstellt und in denen zum Beispiel drin stehen kann, dass man jeden Montag einen Werkstattbericht veröffentlicht, oder dass man einmal pro Monat eine exklusive Kurzgeschichte bringt, oder dergleichen lustige Dinge mehr.

Nein, ich kann von wenigen Ausnahmen abgesehen behaupten, dass ich spontan schreibe. Deswegen modern einzelne Entwürfe auch schon mal über Monate hinweg vor sich hin und fangen an zu riechen, weil immer spontan etwas dazwischen kommt.

Jetzt stehe ich aber immer mal wieder vor der Überlegung, ob das für euch, meine Leser, denn so sinnig ist, oder ob ihr euch lieber etwas anderes wünschen würdet. Damit fast zwangsläufig einher geht auch die Frage nach der Frequenz der Beiträge. Ich weiß, dass sie mitunter sehr hoch ist, aber das ist eben der „Nachteil“ an diesem spontanen Bloggen. Wenn etwas gesagt werden will, dann sag ich es.

Im Endeffekt könnte ich mich auf den Standpunkt stellen, dass es nur darauf ankommt, womit ich mich wohl fühle. Dumm ist halt nur, dass ich in manchen Phasen nicht weiß, womit ich mich wohl fühle. Oft setze ich mich selber unter Druck, jetzt bloß heute noch einen Beitrag zu schreiben, oder es eben auch mal einfach nicht zu tun.

Das sind natürlich Dinge, die sich mit einem Redaktionsplan wieder entschärfen ließen. Wenn da drin stünde: Neuer Artikel am Sonntag, Dienstag, Donnerstag – dann wäre es völlig klar, wann ich etwas zu schreiben und wann ihr etwas zu lesen hättet.

Aber ist das mein Ding? Ist das euer Ding? Nimmt das „Mein Traum vom eigenen Buch“ vielleicht am Ende sogar etwas von seinem eigenen Charakter? Oder ist es ein Schritt weiter auf dem Weg zur „Professionalisierung“ als Autor. Denn natürlich bindet die momentane Vorgehensweise auch Zeit.

Ich weiß es nicht, ich weiß es nicht.

Deswegen frage ich einfach mal nach Meinungen, bitte. Vielen Dank an euch im Voraus, wenn ihr euch einen kurzen Moment Zeit nehmt, um mir bei meinen Gedankenwirrungen unter die Arme zu greifen 🙂 .

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28 Gedanken zu “Ich bräuchte da mal eure Meinung, bitte

      • Ich war mal bei einem Forum für Blogger*innen angemeldet und habe die Leute gebeten, mir Feedback zu geben. Da kamen die üblichen Punkte. Mehr Bilder, individuelleres Design, regelmäßige Posts, feste Rubriken und Blogtage.
        Und ich habe es wirklich versucht, aber das war nicht ich. Ich bevorzuge meine Blogposts nach wie vor ohne Bilder (entgegen so ziemlich jeden SEO-Ratschlag auf dieser wundervollen Erde), ich blogge dann, wenn mir was einfällt (und wenn mir monatelang nix einfällt, ist das halt so) und ich poste Bilder wenn, dann auf Instagram und auch da nur dann, wenn ich lustig bin.
        Gibt zwar weniger Follower*innen, aber ich bin glücklicher damit.
        Wenn du glücklich bist, zu schreiben, wann dir damit ist – dann tu es. Tu, was dich glücklich macht.

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      • Stimmt, man liest im Prinzip immer wieder dieselben Dinge, die man tun „muss“ und tun „soll“. Ich glaube, es ist unmöglich, sich mit dem Thema zu beschäftigen, ohne auf die von dir benannten SEO-Ratschläge zu stoßen.

        Die belasten mich regelmäßig dann, wenn ich mir überlege, ob und wie meine „richtige“ Autorenwebsite aussehen „muss“ – in Abgrenzung zu meinem Blog.

        Noch so ein Thema, das mir manchmal die Nerven raubt.

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  1. Sonja schreibt:

    Das ist eine interessante Frage. Ich gestehe, dass ich selbst Spontanschreiberin bin. Ich halte Pläne selten ein. Auf der anderen Seite erlebe ich es aber immer wieder, dass mich strukturierte Blogs mit klarem Plan und Ausrichtung faszinieren können. Ganz klar ist für mich aber, dass es gut gemacht werden muss. Wer jetzt meint, ein Redaktionsplan ist einfach mal auf ein Blatt Papier schreiben, welche Beiträge wann erscheinen, ist meines Erachtens auf dem Holzweg. Ein Redaktionsplan ist m.E. deutlich mehr als ein einfacher Plan. Da spiegelt sich die eigene Philosophie wieder, die man mit dem (manchmal angenommenen) Leserwunsch in Einklang bringt. Sowas benötigt Zeit zur Planung und genau da hakt es zumindest bei mir: Um eine richtige strategische Ausrichtung zu planen und umzusetzen, habe ich gar keine Zeit (und auch keine Lust).

    Ich kann dich aber beruhigen: Ich lese dein Blog auch gerne ohne Redaktionsplan. 😉

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  2. Lieber Michael, ich bin zwar relativ neu hier, aber mir würden spontane Beiträge sicherlich besser gefallen, als fest vorgeschiebene nach Plan. Stell Dir vor, Du planst für Donnerstag das Thema x, das mich vielleicht überhaupt nicht interessiert. Vermutlich würde ich an diesem Tag nie mehr bei Dir vorbei schauen und eventuell Wissenswertes und Interessantes verpassen.

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    • Liebe Hedwig,

      vielen Dank für deine Meinung und den interessanten Gedankengang, dass ich Leser „tageweise“ verlieren könnte! Das ist natürlich auch eine Möglichkeit. Ich denk mal drüber nach.

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  3. Ich habe auch versucht nach einem festen Plan zu schreiben, jedoch sehr schnell wieder davon abgekommen.
    Nicht immer fällt mir gerade dann etwas zu einem bestimmten Thema ein.
    Also am besten und bestimmt dann auch Interessantesten für die Leser, spontan, was gerade so in den Gedanken vorkommt oder aktuell anliegt.

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  4. Nicht für alle Menschen ist es gut, ausschließlich spontan zu handeln. Schon gar nicht, wenn sie gerade in einem Prozess stecken, der Konzentration und Struktur – auch innere – abverlangt. Es ist anstrengend und Energie raubend, ständig zwischen Struktur und Beliebigkeit zu wechseln. Ich mag auch den Blog in dieser Form, aber das kann nicht allein dein Maßstab sein. Sicher würde ich ihn auch anders mögen, käme auf einen Versuch an. Geplant heißt ja nicht automatisch unpersönlich.
    Wie wäre es mit einem Grundgerüst, das auf jeden Fall steht und der Option, auch mal spontan bei Bedarf einen Beitrag einzuschieben? Diese Form der Spontanität braucht keine vorausgehenden Überlegungen, sie tauchen von allein auf oder eben nicht. Das könnte auch entspannend wirken.
    Der einzige Fehler, den man bei einem Blog machen kann ist, längere Zeit gar nichts zu schreiben.

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    • Vielen Dank für deine sehr ausgefeilten Ansichten! Da steckt einiges zum drüber nachdenken drin.

      Beim einzigen und größten Fehler sind wir uns allerdings einig! Auch wenn ich schon mal zu hören bekommen habe, dass es ein genauso großer Fehler ist, zu viel zu schreiben …

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      • Das stimmt und ist auch ein Gedanke, der mich manchmal umtreibt. Dieses Gefühl, immer wieder dasselbe zu schreiben (und dann auch noch meist recht lang und breit).

        Ich bitte also um Hinweis, wenn es mal „zu platt“ werden sollte! 🙂

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      • Oh, okay, da bin ich noch ein wenig von entfernt. Wobei ich vorgestern einen echten bad hair day hatte, trotz Friseurbesuchs. Und beim letzten Freizeitparkbesuch habe ich keinen Langnese-Swirl bekommen!

        Eh … das sind so die Gründe, warum ich Instagram nicht auf die Füße gestellt bekomme *lach*.

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      • So ist es schon wieder witzig. In meiner Familie ist es üblich, sich nach einem Friseurbesuch sofort zu Hause die Haare zu waschen. Besonders bei den Jungs ist es auch schon mal zu wütenden Tränen gekommen, weil trotz genauer Erklärung am Ende eine „Trendfrisur“ ihr Haupt krönte. Der Jüngste rasiert sich daher seit Jahren den Schädel.

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      • Okay, jetzt geht es Off-Topic, aber ich habe hier Hausrecht 😉 .

        Ich kann es auf den Teufel nicht haben, wenn der/die Friseur/in meint, mir die Haare waschen und föhnen zu müssen. Meinem Stammfriseur habe ich das auch schon abgewöhnt, aber vorgestern musste ich spontan woanders hin.

        Die Frisur saß im Laden noch super, zehn Minuten später im Büro (ich war während der Mittagspause da) gar nicht mehr. Mann, was war ich erleichtert, als da nach dem Duschen alles wieder so lag, wie es sich gehört …

        Dabei habe ich nun wirklich die einfachsten „Ansprüche“ ever: Vorne und Seite mit der Maschine auf sechs Millimeter, den Rest soweit abschneiden, wie die Haare sich greifen lassen. That’s it. Kein Gel, kein Zeugs, kein Style.

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  5. Redaktionsplan für einen Blog? Hatte ich vorher noch nicht gehört, aber dank deiner Frage dazu verstehe ich jetzt genau, warum ich manche Blogs so organisiert und aufgeräumt finde. Was mir beim Lesen aber nicht das Wichtigste ist. Ich mag solche Blogs wie deinen, weil hier für mich alles ganz authentisch klingt. Dazu kommt, dass ich selbst ebenfalls spontan schreibe. Mal mehr, mal weniger und es kommt auch alles durcheinander.

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    • Vielen Dank für deine Meinung, Cornelia!

      Ja, die geplanten Blogs haben meist dieses strukturelle an sich, was vielen Lesern halt auch gut gefällt. Es schafft irgendwie auch einen professionelleren Anstrich, wie ich finde. Ich merke ja, wie ich selbst „darauf hereinfalle“. Es ist dasselbe wie bei einer Präsentation: Wenn der Typ am Pult gut sortiert herüberkommt, kann der Inhalt derselbe sein wie beim Chaoten nebenan. Er wird positiver im Gedächtnis bleiben.

      Was ich noch für mich herausfinden muss: Ist es mir wichtig, für einen Profi gehalten zu werden? Oder ist mir das authentische wichtiger?

      Oder – eine sehr spannende Frage – kann es eine Möglichkeit geben, eine gesunde Mischung aus beidem hinzubiegen?

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