Der Sonntagsreport vom 02.07.2017 – Wie soll man denn dabei schreiben?

Das war ja wieder ein Sonntag, wie ich ihn so gar nicht gebrauchen kann. Dazu muss ich noch einmal deutlich betonen, dass ich in erster Linie eben kein Autor bin, sondern Familienvater. Und Familienväter haben, wie es die Definition nun einmal will, auch a) eine Familie und b) Kinder.

Meine Kinder sind nicht anders als andere Kinder auch. Sie brauchen Hege und Pflege (klingt so, als ob ich von einer Pflanze sprechen würde, nicht wahr?). Hin und wieder muss man sie gießen, damit sie wachsen und gedeihen. Und das beinhaltet auch, dass man manchmal Dinge über ihnen ausgießen muss, auf die sie gerne verzichtet hätten.

Wann hattet ihr das letzte Mal eine groß angelegte Diskussion mit einer Vierzehnjährigen, ob es wichtig ist, Vokabeln zu lernen oder nicht? Leute, ihr habt nicht gelebt, wenn ihr das nie gemacht habt! Und dennoch kann ich nur hoffen, dass mir das mit Kind 2 erspart bleibt. Denn wenn die erst einmal so weit ist, dann bin ich langsam im statistisch betrachtet besten Herzinfarktalter …

Kind 2 hat dafür gerade neulich erst Anschluss an den Rest der Kinder in der Nachbarschaft gefunden. Wie wohnen ja auch erst ihr ganzes Leben hier.

Das ist auf der einen Seite sehr schön, weil es eben sehr nah ist, weil die Kinder keine weiten Wege haben, weil sie sich spontan treffen können und weil sie sich größtenteils alleine untereinander regeln. Na gut, wenn man ein paar Parameter gerade gerückt habe (was ich dann gestern auch mal gelernt habe: Ich muss nicht für meine Achtjährige die Kinder an der Tür abwimmeln, mit denen sie gerade nicht spielen will).

Der Nachteil am Ganzen ist, dass es alles sehr nah ist, die Kinder keine weiten Wege haben, sich spontan treffen können und sich dann eben doch nicht alleine untereinander regeln.

Irgendwann, wenn ich alt und grau bin, wenn meine Kinder groß sind, dann schreibe ich das alles auf, mit veränderten Namen. Denn da ist der eine oder andere Punkt dabei, der des Aufschreibens definitiv würdig wäre. Aber ich möchte niemanden in die Pfanne hauen.

Jedenfalls ist es ganz schön anstrengend, wenn man so in Fünf-Minuten-Abständen irgendwas regeln muss:

  • Ja, du darfst noch ein hart gekochtes Ei essen
  • Nein, gegessen wird grundsätzlich im Erdgeschoss
  • Weil ich das so sage!
  • Nein, das müssen wir jetzt nicht ausdiskutieren
  • Ja, ich sortiere meine Bücher im Regal
  • Weil ich da was zu sortieren habe
  • Weil da was unordentlich ist

Ich dachte eigentlich, dass diese „warum“-Phase irgendwann früher vorbei ist. War sie jedenfalls bei meinen Kindern. Es sei denn, es geht um Dinge, die man einfach nicht wahrhaben will. Dann kann man auch heute noch wunderbar mit solchen Fragen nerven.

Aber gut, in diesem Szenario gibt es wohl keine Altersgrenze, auf die man sich verlassen könnte.

Dabei wollte ich eigentlich heute an meiner neuen Kurzgeschichte schreiben! Und zwar, indem ich alles noch einmal auf Anfang setze und eben diesen noch einmal neu verfasse. Aber soll ich euch was verraten? Ich habe genau das getan! Zwar nicht so viel und nicht so lange, wie ich es geplant hatte, aber ich habe heute zusammenhängender und sinnstiftender geschrieben, als in den Tagen vorher. Und mal eben, wie überlegt, den Titel geändert. Also: „Die Behüter des Wahren“.

Müssen sich die Kiddies halt mal selber sortieren, nicht wahr? Hat uns auch nicht geschadet 😉 .

Was ich eigentlich nur sagen wollte: Der Sonntag war chaotisch und jetzt habe ich Kopfschmerzen. Ich hoffe, euch geht es da besser. Genießt den Abend, morgen geht die Mühle wieder los.

Und dann sind es nur noch zwei Wochen bis hier in NRW die Sommerferien anfangen. Soll das dann etwa heißen, dass auf einmal jeder Tag ein Sonntag ist!?

Ups!