„Die Behüter des Wahren“: Ein kleiner Appetizer

Weil ich heute irgendwie nur auf kurzer Stippvisite am PC bin und es so gerade geschafft habe, meine geplante Seite zu schreiben, möchte ich euch zumindest einen kleinen Appetizer hier lassen. Viele Worte möchte ich dazu auch gar nicht verlieren. Nur so viel: Der Ort, zu dem meine Protagonisten reisen, ist nicht ganz das, was er zu sein scheint.

Aber was für Geheimnisse können schon in einer futuristischen Bibliothek lauern? Und sei sie auch noch so grotesk vom Anschein, wenn man sich ihr nähert? 😉

Das, was Cohen gerade als die große Bibliothek bezeichnet hatte, stach aus dem ganzen Konglomerat aus Beton, Stein und Stahl hervor. Im wahrsten Sinne des Wortes.
In der Mitte der Steinwüste ragte ein Turm in die Höhe. Tatsächlich befand sich seine Spitze so nahe an der Position des Gleiters, dass Orion beinahe instinktiv die Nase des Schiffes wieder nach oben gezogen hätte. Er schätzte, dass der Turm mindestens vierhundert Meter hoch war. Eher mehr.
Dabei war er keine glatte, quadratische Struktur wie die meisten Wolkenkratzer, die er aus den Kolonien kannte. Diese Konstruktion hier war so aberwitzig und schien allen Gesetzen der Schwerkraft zu trotzen, so dass Orion keine Idee hatte, wie sie überhaupt stehen konnte.
An allen möglichen Ecken und Kanten stachen lange Stege hervor, die teilweise wiederum eigene Türme trugen. Das ganze Gebäude wirkte daher wie ein immer mehr in sich verschachtelter Kerzenhalter ohne Kerzen.
Der Eindruck wurde noch dadurch verstärkt, dass die oberen gut zweihundert Meter keinerlei Öffnungen aufwiesen. Weiter darunter schien es Fenster zu geben oder teilweise auch Türöffnungen. Wahrscheinlich, um auf den Plattformen, die sich aus der Bauweise ergaben, zu den kleineren Türmen gehen zu können.
Orion fragte sich, wie es Menschen hatte geben können, die freiwillig in einer Stadt, in einem Moloch wie diesem lebten, immer unter dem Schatten des Turms. Er zumindest hätte Angst gehabt, dass ihm das Ding einfach irgendwann auf den Kopf fallen würde.
Orion ging ein wenig tiefer und je näher er dem Rest der Stadt kam, desto mehr wusste er, woran ihn das alles hier erinnerte: An einen Friedhof. Einen Totenacker mit lauter Grabplatten, aus denen eine einzige Gruft herausragte.

Bedenkt bitte, dass das der erste Entwurf ist, gekauft wie gesehen. Quasi live aus dem Manuskript. Die Text- und Stilanalyse können wir also gerne irgendwann mal machen, in Ordnung?

Einen schönen Start ins Wochenende wünsche ich euch!

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2 Gedanken zu “„Die Behüter des Wahren“: Ein kleiner Appetizer

  1. Ferdi schreibt:

    Wow, das nenne ich mal einen Appetizer, der Lust auf mehr macht. Landschafts- und Gebäudebeschreibungen können in Romanen schon mal recht langatmig und langweilig sein. Diese ist es nicht. Im Gegenteil: Ich hätte gerne weitergelesen. Und der Plott mit dem Friedhof; sehr gelungen. Allein wegen diesem kleinen Appetizer würde ich mir das Buch kaufen. Ich drücke die Daumen, dass es bald veröffentlicht wird. Und Danke für den kleinen Vorgeschmack.

    Gefällt 1 Person

    • Das „wow“ gebe ich gerne zurück, Ferdi! Danke für diese netten Worte, denn ehrlich gesagt war ich mir bei der geposteten Passage ziemlich unsicher, ob sich das nicht alles völlig nichtssagend liest.

      Eine Veröffentlichung ist noch in weiterer Ferne, aber es ist schön, schon mal einen potentiellen Leser zu kennen! 🙂

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