Kurz und schmerzvoll (10) Bye, bye, Urlaub. Bye, bye, ungenutzte Zeit.

Die Artikelüberschrift sagt es eigentlich fast schon alleine aus, findet ihr nicht? Jetzt hat also, mit Ablauf diesen Tages, mein Sommerurlaub es auch schon wieder hinter sich. Das ist das Schicksal, das ich mit vielen Familienvätern in diesen Tagen teilen dürfte. Deswegen will ich auch nur kurz jammern.

Schmerzvoll ist es dennoch, denn wenn ich mir anschaue, was ich mir selber für Ziele für diese Zeit gesteckt hatte, so bin ich mit dem einen oder anderen doch böse auf die Nase gefallen. Was mir vor allem nicht gefällt ist, dass ich mit meiner Geschichte „Die Behüter des Wahren“ überhaupt nicht weiter voran gekommen bin. Ja, es gab den einen oder anderen Zwischenspurt, aber auf der Langstrecke ist mir die Story einfach eingeschlafen.

Ich bin noch dabei herauszufinden, ob sie mir nur eingeschlafen oder am Ende sogar sanft entschlafen ist. Das kann ich nur, indem ich versuche, sie wiederzubeleben. Manchmal braucht es dafür aber anscheinend die gewohnten Strukturen eines Arbeitstages, in die sich das Schreiben ja irgendwie mit einpasst.

Schlimmstenfalls werde ich, so ist zumindest der Plan, die Geschichte noch einmal von vorn beginnen. Es mag sein, dass ich da halsstarrig an etwas festhalte, was eigentlich gar nicht an der Reihe ist, weil in nächster Zukunft Input aus dem Lektorat zu erwarten ist, bzw. mir schon der von der Lektorin neu gestaltete Anfang vorliegt, zu dem ich nun „nur noch“ meinen Senf dazugeben muss. Nein, das ist falsch ausgedrückt: Sie hat einen Vorschlag gemacht und über den reden wir jetzt. Aber Tatsache ist halt, dass ich mich damit auch auseinander setzen muss.

Gefühlt ist halt nur eine ganze Menge Zeit ungenützt verstrichen. Dreieinhalb Wochen – in der Zeit habe ich früher mal ganze erste Romanentwürfe herunter gerotzt. Und jetzt nicht einmal eine dusselige Kurzgeschichte, deren Handlung ich, ausnahmsweise, sogar mal vollständig in meinem Kopf vorliegen habe.

Das wirklich, wirklich tückische ist halt, dass man am Ende von so einem Urlaub, egal, wie lang er nun war, immer das Gefühl hat, er wäre nicht lang und nicht erholsam genug gewesen. Wie um dem Tribut zu zollen habe ich heute einen langen Mittagsschlaf gemacht, der nahezu nahtlos in das Abendessen überging. Scheinbar brauchte mein Körper noch einmal dieses Hochmaß an Erholung.

Und ab morgen geht dann der ganz normale Trott wieder los. Aber wer weiß: Wie oben schon gesagt bietet mir dieser Trott, bieten mir diese Strukturen auch die Chance, wieder richtig ans Laufen zu kommen. Schön wäre es jedenfalls.

Also: Bye, bye, Urlaub. Bye, bye, ungenutzte Zeit. Hallo Arbeit. Hallo früh aufstehen (oder es wenigstens versuchen). Hallo Kollegen. Hallo überhaupt.

Das darf doch mal kurz weh tun, oder? Wenigstens eine Sekunde lang!?

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