Und plötzlich sind die Ängste der Achtziger wieder unheimlich präsent

Ich habe über dieses Thema schon einmal, am Rande, geschrieben. Es geht darum, wie einen Erlebnisse und Erfahrungen, die man als Kind gehabt hat, auch bis ins fortgeschrittene Erwachsenenalter hinein prägen können.

Wir alle erleben in diesen Tagen die Rhetorik zwischen „The real“ Donald Trump und Kim Jong-Un. Wir alle erleben, wie sich da ein Konflikt aufschaukelt, bei dem es eigentlich gar kein weiteres Konfliktpotential brauchen würde. Und wir alle müssen uns eine Meinung darüber bilden, wo das Ganze eigentlich noch hinführen soll.

Und auf einmal bin ich wieder in den Achtzigern.

Wie in dem verlinkten Beitrag schon erwähnt, habe ich die Endphase des Kalten Kriegs sehr bewusst erlebt. Damals, gerade zu Beginn des Jahrzehnts, schien es durchaus möglich, dass dieser sehr plötzlich sehr heiß werden würde. Berichte über Manöver, die damals durchgeführt wurden, und die heute erst publik gemacht werden, zeigen ebenso deutlich, wie schnell es zu Missverständnissen hätte kommen können, wie auch die Geschichte des russischen Soldaten, der vor seinem Computerschirm saß, auf dem fehlerhaft angezeigt wurde, dass eine amerikanische Rakete im Anflug sei. Und der sich entschied, nicht auf den Knopf zu drücken.

Beides Situationen, die in einem verheerenden Konflikt hätten enden können. Und für mich, als Kind, war so die Angst vor einem atomaren Konflikt immer in irgendeiner Weise präsent. Und sei es nur, weil „die Bombe“ in manchen Filmen, Büchern oder Hörspielen ganz natürlich als das eine Allheilmittel genannt wurde, mit dem sich jedwede Probleme aus der Welt schaffen ließen (da fällt mir ein: Regisseur Roland Emmerich muss ungefähr dasselbe wie ich gelesen haben).

Natürlich weiß ich rein intellektuell, dass niemand so blöde sein kann, einen Atomkrieg vom Zaun zu brechen. Nicht einmal Donald Trump oder Kim Jong-Un.

Aber ist es nicht dramatisch genug, dass wir heute die Nachrichten einschalten und uns von Experten genau das erklären lassen müssen? Weil es eben doch den kleinen Funken Irrsinn gibt, der einen von beiden erfassen könnte, um dem Säbelgerassel der letzten Tage Taten folgen zu lassen.

In meinem oben verlinkten Beitrag erzähle ich von der Romantrilogie, die ich schreiben wollte und deren Ausgangspunkt ein globaler atomarer Konflikt ist. In einem Prolog schildere ich dort die politischen und kriegerischen Krisen, die zu dem Punkt geführt haben, an dem dieser Krieg unausweichlich wurde.

In einer späteren Szene schildere ich, wie die Ehefrau und die Tochter meines Protagonisten, der sich von beiden getrennt hat, um sich der ENDZEIT-Organisation anzuschließen, die den Fortbestand des Menschen nach dem Atomkrieg sichern will, in der Silvesternacht zum neuen Jahrtausend den Angriff auf die Stadt Köln erleben. Die Mutter stirbt und das Kind wird später vom Vater gefunden werden, aber das spielt eigentlich keine Rolle.

Es ist die Szene, die mir manchmal durch den Kopf geht, wenn ich in diesen Tagen in meinem Bett liege und die Gedanken, warum auch immer, zu diesen beiden Männern schweifen, die sich im Moment so geben, als gehe es darum, dem anderen zu zeigen, dass man das größere Eimerchen und das schönere Förmchen hat. In meinen Gedanken höre ich das Schlagen der Turmuhr und dann, wie beim zwölften Schlag, wann sonst, die Alarmsirenen ertönen. Manchmal kann ich sie wirklich hören!

Und auf einmal bin ich wieder in den Achtzigern.

Und auf einmal verstehe ich wieder, wie damals eine geplante Trilogie wie „Das Leben nach dem Jüngsten Tag“ entstehen konnte. Weil ganz einfach alles mehr oder weniger möglich erschien. Weil kein Konflikt zu abstrus war. Ich wusste noch kaum etwas von der Welt, aber vielleicht war genau das der Grund, warum sich dieser Stoff so entwickeln konnte, wie er es tat.

Ich habe nie die Ambition gehabt, die Trilogie wieder aufleben zu lassen. Aus dem einfachen Grund, dass die Welt heute nicht mehr so ist oder ich zumindest mehr von der Welt verstehe – zu verstehen glaube. Mir war einfach klar, dass sich ein globales Ereignis, bei dem am Ende nur Verlierer übrig bleiben, in dieser Form nicht mehr würde ereignen können.

Heute lese ich den Anfang des ersten Bands und denke mir: „Ja, doch, wenn es ein ganz klein wenig anders gelaufen wäre, dann wäre es möglich gewesen.“

Und ich denke mir: „Hoffentlich sind diese beiden ebenso mächtigen wie gernegroßen Männer in der Lage, das zu erkennen. Wenn es ein wenig anders läuft, dann wäre es vielleicht möglich. Und dann haben wir den Salat.“

Und noch ein letzter Gedanke: „Mir war wesentlich wohler, als ich den Kram, den ich da geschrieben habe, als ‚hat sich überlebt‘ ins Altpapier der Geschichte legen konnte.“

Wie gesagt, ich gehe davon aus, dass sowohl der eine als auch der andere Narzisst schlau genug sein wird, um es nicht zum Äußersten zu treiben. Aber Erinnerungen sind gemein, sie schleichen sich an und beißen sich in einem fest.

Mehr kann ich leider nicht dazu sagen, denn ein Fazit hat die Geschichte zu diesem Fall noch nicht geschrieben.

Advertisements

22 Gedanken zu “Und plötzlich sind die Ängste der Achtziger wieder unheimlich präsent

  1. Ich machte mir bei Trump vom ersten Tag nach der Wahl solche Sorgen. Das bleibt so, bis er nicht mehr an der Macht ist, leider 😢
    Bei Frau Merkel und Herrn Macron, habe ich da nie Sorgen, die sind vernünftig, intelligent!
    Ich hatte vor etwa 9 Jahren einen Unfall wo ich dachte ich sterbe. Da merkt man, wie schnell es gehen kann😢

    Gefällt 1 Person

    • Ich muss gestehen, und mir fällt beinahe die linke Hand ab beim Schreiben, dass ich mit Ausnahme der aktuellen Krise eigentlich recht „positiv“ überrascht bin von Trumpland. Okay, bei den unterirdischen Erwartungen war das jetzt auch keine Kunst. Aber gemessen an dem, was der gute Mann im Vorfeld populistisch in die Welt gesetzt hat, hat er bislang doch sehr schnell und nachhaltig die Grenzen durch die demokratischen Elemente in den USA aufgezeigt bekommen.

      Ob er es schaffen wird, seine Amtszeit komplett zu überstehen, da bin ich eher skeptisch. Irgendwo in dem Geflecht aus Familienbetrieb, Vetternwirtschaft und politischer Planlosigkeit lauert heute schon ein Fallstrick zum drüber stolpern.

      Alles in allem mache ich mir aber, auch was die Außenpolitik angeht, inzwischen kaum noch mehr Sorgen als bei Ronnie oder Bush jr.

      Sagt jedenfalls mein Intellekt, tagsüber. Der Rest: Siehe Beitrag :-/

      Gefällt 1 Person

  2. Ich hatte nie so wirklich Angst, aber unsere Kinder in den Achtzigern schon. Da war viel Aufmerksamkeit und Hinwendung gefragt. Einmal saßen wir auf der Terrasse und wir beschlossen, sollte es zu einem Atomkrieg kommen, wollten wir alle zusammen dort sitzen und uns ganz fest bei den Händen halten. Überleben wollte solch einen Krieg keiner von uns.
    Heute bin ich bisweilen so wütend, dass ich denke, vielleicht muss es so kommen, damit ein Teil der Menschheit wieder zur Besinnung kommt. Aber wünschen tu ich mir etwas anderes.

    Gefällt 3 Personen

    • Ich denke, es ist wirklich auch eine Generationenfrage. Ich weiß jetzt nicht, wie alt deine Kinder damals waren, bzw. wie alt du warst. Allerdings kann ich mich noch daran erinnern, dass „Krieg“ für mich zwar mit Angst behaftet war, aber nicht wirklich greifbar. Wenn die Nachrichten was vom Golfkrieg berichteten, fragte ich mich (ungelogen) immer, wo denn das Problem auf dem Golfplatz liegt.

      Die atomare Bedrohung allerdings war so eindringlich, dass sie sogar mein eher schlichtes Gemüt erreichte.

      Deine Wut würde leider verpuffen, glaube ich, denn sowohl der große Zampano auf der einen, als auch der auf der anderen Seite würde im Fall der Fälle irgendwo vierzig Meter unter der Erde sitzen und alles tun, aber sich nicht besinnen. Leider. Und von dem vierzig Meter direkt darüber würde nicht mehr viel übrig bleiben.

      Wobei, bei aller Schwarzmalerei und trotz aller Bündnisfälle, ein Atomkrieg heute wohl eher eine „regionale“ Angelegenheit wäre und kein weltumspannendes Armageddon wie noch im kalten Krieg. Aber wünschenswert ist das natürlich alles weder so noch so.

      Gefällt 1 Person

      • Bei Tschernobyl war ich 35 und meine fünf Kinder von 2 bis 14, beim zweiten Golfkrieg 6 bis 18 Jahre alt. Die Ängste der älteren haben sich auch auf die Kleinen übertragen und als wir den Sandkasten zunagelten, war allen klar, es ist etwas Ernstes passiert. Wir haben sehr oft über die möglichen atomaren Katastrophen gesprochen und auch darüber, was es bedeuten könnte, in einem Bunker zu überleben, während außerhalb die Menschen sterben, nichts mehr zu essen haben und welche Konsequenzen das nach sich ziehen könnte.
        Ich habe einige Ereignisse mit der RAF hautnah erlebt und hatte einmal echte Angst um die beiden älteren Kinder. Aber ich bin nicht so der ängstliche Typ und ohnehin der Meinung, dass wir gehen müssen, wenn unsere Zeit abgelaufen ist. Was nicht bedeutet, dass ich – bis zu einem gewissen Punkt – kampflos abtreten würde.

        Gefällt 1 Person

      • Oh, okay, dann hattest du ja schon einen gewissen „Erfahrungsvorsprung“, wenn ich jetzt richtig gerechnet habe. Stichwort Kuba-Krise, wobei ich natürlich nicht weiß, inwiefern in dieser anderen medialen Zeit das wirklich schon bei den Kindern angekommen ist.

        Dass sich Ängste von den Älteren auf die Jüngeren übertragen lässt sich meistens ja nicht verhindern. Die schnappen dann irgendwelche Dinge auf, die sie gar nicht sortieren können und die in ihrem Kopf sogar noch größer werden, als sie ohnehin schon sind.

        Bewundernswert eure Offenheit im Umgang mit den Kindern. Ich weiß nicht, ob ich das heute so fertig brächte. Wobei ich, eigentlich, auch nicht der ängstliche Typ bin. Mehr der fatalistische Typ. Ich komme halt weder an den einen noch an den anderen Streithahn heran, um ihm mal mit Anlauf in den Hintern zu treten. Und, ganz ehrlich, da kann ich auch in Deutschland wählen, wen ich will, denen geht es nicht besser als mir.

        Gefällt 1 Person

      • Kuba-Krise kam bei mir gar nicht an, wohl aber der Vietnam-Krieg und die Ermordung Kennedys und Martin Luther Kings. 1963 hatten wir unseren ersten Fernseher. Ich bin von all den Bildern, all dem Schmerz dieser Menschen förmlich ausgerastet und zusammengebrochen. Mit elf hatte ich allerdings Onkel Toms Hütte und Vom Winde verweht gelesen und mir geschworen, gegen all diese Ungerechtigkeiten zu kämpfen, mich wenigstens nicht daran zu beteiligen. Und dann wird der Mann, der davon einiges beseitigen will, ermordet. Schock!. Ich hätte mir gewünscht, dass einmal jemand mit mir darüber spricht.
        Es spielt für mich auch keine allzu große Rolle, ob mein Boykott etwas bewirkt, bis heute lehne ich Produkte aus Ländern oder von Konzernen ab, wenn ich das mit meinem Gewissen nicht vereinbaren kann. So habe ich zu Zeiten der Apartheit nichts aus Südafrika gekauft und bin dafür belächelt worden. Wenn ich aber erklärt habe, dass ich es mit meinem Gewissen nicht vereinbaren kann, Obst zu essen, das sich die Menschen, die es hegen und ernten, selbst nicht leisten können und wenn genug es boykottieren vielleicht so viel übrig bleibt, dass diese Menschen davon selber essen können, war das Lachen weg. So habe ich mein Handeln auch meinen Kindern erklärt. Vor allem versuche ich menschlich zu bleiben, weit vor politischen Interessen.
        Die Wurzeln allen Übels liegt für mich in imperialistischen Bestrebungen der großen Nationen. Ohne Kriege, ohne Enteignung der Kleinbauern, ohne Leerfischen der Meere mit europ. Trawlern, ohne erpresserische Handelsverträge z. B. mit Afrika kaum Flüchtlinge. Jeder einzelne hat Verantwortung. Und wenn man bedenkt, dass die Hälfte unserer gemeinsamen Erde in Flammen steht, so viele angezettelte Kriege fortbestehen, dann frage ich mich manchmal, mit welchem Recht wir eigentlich davon verschont werden sollten.
        Die Linken sind für mich die einzigen, die genug Arsch in der Hose haben, sich Kriegen zu widersetzen und sich für echte soziale Gerechtigkeit einzusetzen. Auch wenn ich nicht mit allen Zielen konform gehe, sehe eine starke Linke als ein gutes Regulativ. So wäre vielleicht noch etwas Weltfrieden zu retten.

        Gefällt 1 Person

  3. Denke ich auch oft dran zurück. Neben dem Kalten Krieg wurde uns ja auch umweltbezogen Angst ohne Ende gemacht: Ich dachte als Kind WIRKLICH, dass der Saure Regen alle unsere Wälder kaputt machen würde oder das das Mittelmeer in wenigen Jahren tot ist. Und ich fürchtete mich. Von Atombomben ganz zu schweigen, die ob der relativen zeitlichen Nähe zu Nagasaki für uns noch realer erschienen sind. Ach, mediale Angsts-Schürung (und damals gab’s nur Zeitung und Fernsehen!) ist mindestens so schlimm wie der Egoismus aller (!) Politiker in höheren Positionen.

    Gefällt 3 Personen

    • Mit den Medien hast du recht! Zumal man damals auch und gerade in den Schulmedien feststellen konnte, dass die noch sehr tendenziös und, zumindest manchmal, schlichtweg falsch waren. Jedenfalls aus heutiger Sicht beurteilt. Gut, es wurde nirgendwo so hanebüchen wie das amerikanische „Duck and Cover“ (also: versteckt euch unterm Schulpult und die böse Bombe kann euch nichts tun), aber es reichte auch so, um eine maximale Verunsicherung herbeizuführen.

      Was die Umwelt angeht, da merkt man, glaube ich, dass ich ein wenig später als du geboren wurde. Klar, Stichwörter wie den Sauren Regen oder später das Waldsterben, kenne ich natürlich auch. Aber da war die Politik schon weit genug, die noch brandneuen Grünen bestmöglich zu relativieren. War gar nicht so leicht, sich da eine Meinung auszubilden. Und dann wieder: Siehe Schule …

      Gefällt 1 Person

    • Das ist wahrscheinlich in diesem Fall eine gute Idee, sich eine Auszeit zu nehmen. Ich muss gestehen, ich schaue mir auch längst nicht mehr jeden Tag die Tagesschau an. Nicht ganz aus denselben Gründen, aber es ist einfach wirklich zu viel, wo man die Hand vor den Kopf schlagen will und sich denkt, ob die eigentlich alle meschugge geworden sind.

      Gefällt mir

      • Ganz so schlimm sehe ich das jetzt nicht. Ich sehe schon einen Informationsauftrag und an manchen Stellen ist es eben schwer, das Positive zu finden. Das Problem liegt m.E. eher darin, dass Formaten wie der Tagesschau, heute, etc. schlicht die Zeit fehlt, um auch mal die positiven Dinge zeigen zu können.

        Die Verantwortung würde für mich dann bei reinen Nachrichtensendern liegen. Aber da gibt es ja auch eher viel Schatten und wenig Licht.

        Eine Manipulation sehe ich aber, zumindest hierzulande, eher nicht. Zum Glück haben wir ja in dem Sinne keine Staatsmedien oder fragwürdige Konstrukte wie etwa Al-Jazeera.

        Gefällt 1 Person

      • Ich bin da (leider) Hedwigs Meinung: Ich glaube schon, dass die Medien – bewusst oder unbewusst – und Angst machen. Und damit manipulieren. Man könnte ja auch neutraler und nicht so sensationsgierig berichten, das wird aber nicht getan. Michel Crichton hat dazu einen zwar literarisch schlechten aber inhaltlich spannenden und sehr detailliert recherchierten Roman geschrieben: Welt in Angst.

        Gefällt 1 Person

      • Hm, ohne da jetzt den ungläubigen Thomas spielen zu wollen, aber kannst du da mal ein Beispiel geben? Also von einer halbwegs seriösen Quelle. Über die Qualität der BILD oder des Express brauchen wir, glaube ich, nicht reden.

        Gefällt mir

      • Chriton hat über 100 Anmerkungen hinten in seinem Roman, wo er die damals aktuelle Forschungstexte zitiert und durchging. Das geht von Ozonloch und Methanausstoß der Termiten bis zum Rückgang der Eisbären. Dort analysiert er überzeugend nicht nur den Wahrheitsgehalt sondern auch den jeweiligen Zeitpunkt angstmachender Nachrichten. Seine These ist, dass die Umweltpanik genau dann in die Medien gebracht wurde, als die große Angst zuvor – der kalte Krieg – nichts mehr hergab. Interessanter Stoff. Und ich empfinde die Schlagzeilen eben tatsächlich auch nicht als Informationsvermittlung sondern als Angstmache. Ebola wird präsentiert als umfassende Weltbedrohung – und nach ein paar Monaten hört man nichts mehr davon. Dasselbe gilt für Vogelgrippe oder Rinderwahnsinn. Die bösen Killerspiele. Et cetera pp – das ist für mich schon sehr deutlich Stimmungs- bzw. eben Angstmache.
        Noch einen schönen Sonntag (oder Samstag 🙂 )!

        Gefällt 1 Person

      • Ich finde, man muss da noch einmal differenzieren, ob die Medien sich selber ihre Nachrichten machen, oder ob sie – entweder zum momentanen Zeitpunkt oder ggf. auch schon früher – von anderen Quellen wie der Politik angefüttert wurden.

        Gerade die Killerspiele sind da ein gutes Beispiel. Wenn sich die Damen und Herren von der CDU/CSU nicht bei erstbester Gelegenheit aus dem Fenster gelehnt hätten und mich, sowie viele andere Fans von Ego-Shootern, zu potentiellen Killern erklärt hätten, weiß ich nicht, ob die Medien das so aufgegriffen hätten.

        Manchmal liegt so etwas auch am Zeitgeist, dem die Medien natürlich hinterher hecheln. Das müssen sie wahrscheinlich tun, um wenigstens ein wenig ihre Quoten und Auflagen stabil halten zu können.

        Ich finde aber dennoch, dass man einen Unterschied zwischen Qualitätsjournalismus und dem Boulevard erkennen kann. Sogar einen ziemlich deutlichen. Dafür muss ich mir nur die Debatte über die Überfremdung anschauen, was ja gerade hier in Duisburg ein großes Thema ist.

        Wahrscheinlich müsste man sich wirklich jedes Beispiel anschauen, aber muss ja auch gar nicht sein. Macht ja auch mal Spaß, wenn man nicht en Detail einer Ansicht ist. Das hält die Diskussion lebendig 🙂 .

        Gefällt 1 Person

      • Seh ich genauso: Du lächelst ein bisschen über meine Verschwörungstheorie und denkst „Typisch Autor“, ich lächele ein bisschen über Dein Gott- und Medienvertrauen und denke: „Typisch Autor“ 🙂
        Liebe Grüße!

        Gefällt 1 Person

  4. Sonja schreibt:

    Zum einen denke ich mir: Woher nimmst du nur das Gottvertrauen, dass nicht einmal Trump so doof wäre, einen Atomkrieg zu beginnen?! Gerade er ist jemand, dem ich es absolut zutrauen würde. Übrigens auch seinem Counterpart. Diese zwei Hampelmänner sind maximal verantwortungslos. Und immer sind es die anderen, die Schuld sind: die Lügenpresse, das Ausland, der juckende Pickel am Hintern usw.
    Auf der anderen Seite labbert Trump viel, wenn der Tag lang ist. Sein Wort ist nichts wert, genauso wie seine Drohungen. Gefährlich wird es, wenn er jemandem gefallen will. Irgendwelchen rechtspopulistischen Anhängern, Putin, Breitbart-Lesern, FoxNews-Sehern usw. Der entscheidet rein nach dem Grad narzisstischer Befriedigung. Das macht ihn glücklich.

    Gefällt 2 Personen

    • Ich sage mir an der Stelle halt wirklich, wie auch weiter unten schon kommentiert, dass bei Licht betrachtet Trump auch nicht schlimmer ist als Bush junior oder Ronnie zu ihrer Zeit. Gerade bei Reagan denke ich „gerne“ an seinen „Scherz“ mit der in Kürze beginnenden Bombardierung der Sowjetunion, den der Vollhonk ins offene Mikro protokolliert hat. Und Trump ist, das vergisst man bei seiner Außendarstellung immer, auch kein Vollidiot. Ansonsten hätte er nicht ein Firmenimperium wie das seinige aufbauen können.

      In Nordkorea wird es allerdings spannend werden, wie sehr man dem Land den Hahn zudrehen kann, bevor es zusammenbricht. Und dann wird sich entscheiden, ob Kim, der ja auch der Bildung nach nicht ganz doof ist, wirklich den Nero gibt und sein ganzes Volk mit in den Untergang reißt. Denn dass er einen (Atom-)Krieg mit den USA nicht gewinnen kann, das weiß er. Muss er wissen. Dafür braucht man nicht mal die Baumschule besucht zu haben, um das zu wissen.

      Und dein letzter Satz, mit dem Glücklich werden. Ja, stimmt. Da sage ich mir, als Europäer, der genügend Landmasse in westlicher wie in östlicher Richtung zwischen den beiden Großkopferten hat, dass sie gerne glücklich sein sollen, wie es ihnen beliebt. Solange sie mich/uns/den Rest der Welt da raus halten.

      Gefällt 1 Person

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s