„Auf der 30“: Geld und Glück und Glauben

Schaut mal, was für ein nettes Schreiben bei mir in der Post gewesen ist:

Zum einen ist es schön, den auch von der „anderen Seite“ unterschriebenen Vertrag in Händen zu halten. Aber noch viel schöner ist der Satz: Das Honorar werden wir in Kürze überweisen.

Das Honorar ist jetzt nicht so hoch, dass ich davon in Urlaub fahren könnte. Es reicht auch nicht, um mir eine neue Tonerkartusche für meinen Laserdrucker zu kaufen. Aber das alles ist vollkommen nebensächlich. Denn es reicht auf jeden Fall, um meine Familie zum Eis einzuladen. Oder eine Runde Pizza zu bestellen.

Aber auch das ist nur ein nebensächlicher Effekt. Viel höher ist der ideelle Wert!

Zum ersten Mal bezahlt jemand Geld für etwas, das ich geschrieben habe! Ja, ich habe den Vertrag über einen Roman in der Tasche, aber da dauert es noch, bis ich Einkünfte daraus haben werde. Und so kommt es, dass dieser im Rahmen der Jubiläumsanthologie des BVjA symbolische Betrag von 30 Euro brutto, der – so sehe ich voraus – mir bei der Steuererklärung 2017 noch gehörig auf den Sender fallen wird, mein erstes Honorar als Schriftsteller ist.

Ich habe nie geschrieben, weil ich Geld damit verdienen wollte. Für mich war immer das Schreiben an sich Belohnung und Antrieb genug. Aber es ist trotzdem so, dass ein Teil von mir, der vielleicht vorher irgendwo geschlummert hat, jetzt beim Lesen dieses Satzes Glück verspürt.

Wahrscheinlich, weil ich eine neue Form des Glaubens an mein Schreiben damit verbinden kann. Es gibt Menschen, denen nicht nur gefällt, was ich schreibe, sondern die sogar dafür bezahlen. Da spielt die Höhe, zu diesem Zeitpunkt meiner „Karriere“, keine entscheidende Höhe. Das kommt später.

Im Moment habe ich drei G: Geld, Glück und Glauben. Und fühle mich gut damit.

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