Der Sonntagsreport vom 26.08.2017 – Ein Seitenblick in die Vergangenheit

Hallo zusammen!

Heute möchte ich euch eine kleine Geschichte erzählen.

Gestern waren wir ja auf der Jagd nach neuen Möbeln. Mehr möchte ich dazu eigentlich gar nicht sagen, denn alle drei Stühle, die wir gekauft haben, erwiesen sich beim Aufbau als mangelhaft und müssen wieder zurückgebracht werden. Entsprechend war gestern Abend meine Laune, wie ihr euch vorstellen könnt.

Aber gut, zu dem Zeitpunkt, um den es mir gerade konkret geht, wusste ich davon noch nichts. Wir fuhren gerade vom Möbelhaus zu unserem zweitwichtigsten Ziel: dem Haribo-Werksverkauf. Wenn ihr mal nach Neuss kommen solltet, kann ich euch nur empfehlen, einen Zwischenstopp dort einzuplanen. Die Möglichkeit aus der Wand mit der losen Ware eine eigene Tüte zu mischen (für einen sehr günstigen Preis) solltet ihr euch nicht entgehen lassen.

Mein Navi hatte uns schon ein oder zwei Mal in die Irre geführt, weil aufgrund der Neusser Kirmes (muss wohl schon wieder Schützenfest sein) immer mal wieder Straßen gesperrt waren.

Und dann schaue ich auf einmal nach links aus dem Fenster und sehe ein Gebäude, das mir sehr bekannt vorkommt und das in meinen Gedanken immer mal wieder einen Platz einnimmt.

Vor drei Jahren war ich in Neuss in einer Klinik zur stationären Behandlung untergebracht. Seit der Zeit damals kenne ich die Stadt ein wenig, habe mich mit ihr anfreunden können und auch eine Menge lieber Menschen kennengelernt.

Aber nicht nur das: In dieser Klinik in Neuss habe ich auch, nach einer wiederum etwas längeren Pause, wieder mit dem Schreiben angefangen. Dort habe ich die ersten Seiten des Manuskripts geschrieben, das später den Arbeitstitel „Der Redner“ erhalten hat und von dem ich in den Anfangszeiten dieses Blogs des Öfteren erzählt habe.

In den meisten Fällen findet der Anfang und das Ende eines Romanentwurfs da statt, wo auch die meiste Arbeit abgeleistet wird: zu Hause am Schreibtisch. Soweit ich mich erinnern kann, stellt „Der Redner“ die einzige große Ausnahme dar. Alleine das macht es schon bemerkenswert, diesen Ort wieder zu sehen. Auch wenn ich nur an ihm vorbei gefahren bin.

Aber sich daran zu erinnern, dass nicht nur „Der Redner“ dort ihren Anfang nahm, sondern dass ich auch einige Menschen getroffen habe, die sich an meiner Arbeit sehr interessiert zeigten und letztendlich in mir sowohl den Wunsch nach Öffentlichkeit als auch den Drang nach Veröffentlichung neu geweckt haben, das macht diesen Ort zu etwas Besonderem.

Ja, man kann sagen, dass dort „Mein Traum vom eigenen Buch“ in dieser Form seinen gedachten Anfang nahm.

Diese und andere Gedanken gingen mir in blitzartiger Geschwindigkeit durch den Kopf. Ich hatte nur eine einzige Ampelphase. Und im Anschluss daran Zeit, um darüber nachzudenken, wie ihr seht.

Natürlich liegt es mir fern, die Sache zu glorifizieren. Ich war damals in der Klinik, weil es mir richtig beschissen ging. Und ich wünsche mir um nichts auf der Welt, dass ich jemals wieder dorthin zurück muss. Und doch hat dieser Seitenblick in die Vergangenheit Erinnerungen geweckt, die nicht weniger als positiv sind.

Und mir gezeigt haben, dass auch in einer dunklen Phase gute Dinge ihren Anfang nehmen können.

Mit diesem Wort zum Sonntag möchte ich euch in die neue Woche entlassen. Ich hoffe, dass für euch die guten Dinge über die negativen überwiegen werden. Oder dass ihr hinterher wenigstens sagen könnt, dass es die Sache auf irgendeine Weise wert gewesen ist.

Macht es gut!

Euer Michael

2 Gedanken zu “Der Sonntagsreport vom 26.08.2017 – Ein Seitenblick in die Vergangenheit

  1. Sehr, sehr schön, Deine „kleine“ Geschichte. Ich denke auch oft an die nicht alltäglichen Schreiborte zurück (ein Viertel Manuskript habe ich mal auf Kuba geschrieben, ein halbes in Madrid, ein ganzes auf Norderney, einmal tippte ich den kompletten Sommer über auf der Café-Terasse, weil unser Wohnhaus komplettsaniert wurde). Wünsche Dir noch einen erholsamen Abend und einen perfekten Wochenstart!

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