Frankfurter Buchmesse: Nicht dabei, aber irgendwie doch

Wie ihr wisst, habe ich für mich recht frühzeitig die Entscheidung getroffen, nicht zur Buchmesse nach Frankfurt zu fahren. Die Gründe dafür könnt ihr hier noch einmal nachlesen, wenn ihr mögt.

Nun tobt die Messe seit ein paar Tagen und wenn man irgendwo im Internet in den Bereich „Buch“ geht, dann kommt man nicht drumherum, sich mit Menschen konfrontiert zu sehen, die da sind, die dahin wollen, die schon da waren, oder die sich grämen, dass sie nicht da sind.

Gut, könnte man sagen, dann mach halt ein paar Tage Abstinenz von diesem ganzen Internetzeug. Tut dir vielleicht gar nicht mal so schlecht, wenn man ins Kalkül zieht, dass du uns von einer generellen Überlastung erzählt hast.

Ja, wäre vielleicht eine Idee gewesen. Aber, ihr kennt mich inzwischen, ich torpediere mich ja gerne mal so ein bisschen selbst.

Ich bin ja Mitglied bei den BartBroAuthors, dem lustig-bärtigen Autorenverein, zu dem ich euch, auch nach fast einem Jahr, immer noch gefühlt einen eigenen Beitrag „schulde“. In diesem Verein gibt es, wie auch bei den Kollegen von den Kleingartenanlagen und den Kaninchenzüchtern, verschiedene Aufgaben zu erledigen, Posten zu besetzen und sonstwie Leute einzuspannen. Da beißt die Maus keinen Faden ab und es ist schwer, sich dem zu entziehen. Besonders, wenn man ein von Natur aus hilfsbereiter Mensch ist.

Als also seinerzeit vor dem Start der verschiedenen Social-Media-Kanäle des Vereins Leute gesucht wurden, die sich an der redaktionellen Arbeit beteiligen, habe ich mich für den Twitter-Kanal gemeldet. Ihr könnt im Normalfall einmal in der Woche, Samstags, live dabei sein, wie ich mir Mühe gebe, ein halbwegs brauchbares Aushängeschild für den Verein abzugeben.

Während der Messe ist die Situation ein wenig dadurch verschärft, dass die meisten Autoren, jedenfalls die meisten, die ich kenne, irgendwie dann doch den Weg nach Frankfurt gefunden haben. Dadurch ergab sich für den Twitter-Kanal die Situation, dass das ganze Wochenende abzudecken ist. Und wer eignet sich da besser als jemand wie ich, der sowieso zu Hause sitzt?

(Hinweis: Dabei war ich selber drei Stunden auf einer Messe. Halt einer, bei der es um Infos für Häuslebauer und -besitzer ging. Aber eine Messe 😉 )

Und so kommt es, dass ich jetzt regelmäßig durch ein Heer von Tweets schaue um zu prüfen, ob die sich nicht für den BartBro-Kanal als Retweet eignen würden. Und so bin ich dann auf gewisse Weise doch live dabei, sehe eine Unmenge von Fotos mit lachenden und glücklichen Menschen und …

… und frage mich, ob ich nicht vielleicht doch auch hätte hinfahren sollen.

Die Frage ist eigentlich bescheuert, denn ich wusste im Vorfeld, dass sie kommen würde. Selbst dann, wenn ich es doch irgendwie geschafft hätte, mir die virtuelle Bettdecke über den Kopf zu ziehen und einfach toter Blogger zu spielen. Dass ich nicht nach Frankfurt gefahren bin, hat ja nicht den Grund gehabt, dass ich Sorge hatte, es könne mir da nicht gefallen.

Dennoch ist da natürlich ein bisschen Wehmut mit im Spiel, was aber auch okay ist. Es wäre wahrscheinlich ein ganz schlechtes Zeichen, wenn es nicht so wäre. Denn dann wäre es wahrscheinlich so, als ob ich mit dem ganzen Business, das da zelebriert wird, innerlich ein Stück weit abgeschlossen hätte. Wenigstens für diesen einen Moment.

Habe ich aber nicht. Ich fühle mich jetzt, genau jetzt und genau hier, wo ich bin, nicht weniger als Autor, nicht weniger als Buchmensch und nicht weniger ambitioniert, nur weil ich eben hier und nicht dort bin. Trotz Träne im Knopfloch, aber mit stark bestätigender Ratio.

Also: Alles wird gut – wenn es das nicht schon ist.

Ach ja, wer sich ein Bild davon machen will, was ich da alles so für ein Zeugs twittere, der schaue doch mal auf den (auch an anderen Tagen sehr lohnenswerten) Twitter-Kanal:

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