Der Sonntagsreport vom 12.11.2017: Alles nur in meinem Kopf

Der letzte Tag von so einem Urlaub ist doch irgendwie immer komisch. Vielleicht liegt es daran, dass er so oft auf einen Sonntag, also somit sowieso schon einen recht „toten“ Tag fällt. Für mich fühlt sich der letzte Urlaubstag immer an, als wäre er ein großes Ausatmen. Ein Ausatmen von Ruhe und selbstkontrollierter Zeit. Und dann versuche ich, das nächste Einatmen noch ein klein wenig länger hinauszuzögern, weil ich genau weiß, dass dieses Einatmen die Hektik mit sich bringt. Die Unruhe. Die Anstrengung.

Das ist nicht immer so gewesen. Ich kann mich an Zeiten erinnern, zu denen es zwar lästig war, dass die Arbeit wieder los ging, aber eben auch nicht mehr. Es gehörte dazu. Geht ja nicht anders. Nun, diese Zeiten scheinen vorbei zu sein und ich gehöre zu denen, die ganz langsam ausatmen und dann die Luft anhalten.

Und während ich die Luft anhalte und versuche, nicht blau dabei anzulaufen, versuche ich in meinem Kopf ein kleines Mantra ablaufen zu lassen. Eines, das mir sagt, dass das alles gar kein Problem ist. Es gibt kein Problem.

Das ist alles nur in meinem Kopf.

Sicherlich kennt ihr alle das Lied von Andreas Bourani, das diesen schönen Titel trägt. Ein Lied, das mir auch sehr gut gefällt. Doch während er in ihm Dinge beschreibt, die eigentlich gut und schön sind, die er gerne länger erlebt hätte, sind es bei mir oft Dinge, die ich alles andere als erleben möchte. Wobei mir nur hilft, weiter zu atmen. Wenn es nicht mehr geht, die Luft anzuhalten.

Es gibt Schriftsteller, die glauben, dass aus solchen Gefühlen, aus solchen Problemen, der Stoff gemacht ist, aus dem wir unsere Geschichten weben. Das ist ein Gedanke, der mir gefällt. Und ja, manchmal ist es sicherlich so. Ich habe es erlebt. Denn das Schreiben ist hin und wieder auch Kompensation für das, was mich bedrückt. Gerade auch für die Dinge, die mich bedrücken, obwohl es keinen logischen Grund dafür gibt.

Das ist alles nur in meinem Kopf.

Doch ich muss es hin und wieder heraus lassen, es in Worte kleiden. Und deswegen ist es für mich doppelt schwer, wenn ich nicht in der Lage bin, vernünftig zu schreiben. Denn dann bleibt viel von all dem einfach in mir eingeschlossen. Dort, wo es irgendwann wirklich anfangen kann, Unheil anzurichten. Mich am Atmen zu hindern.

Ich will nicht sagen, dass ich genau verstehe, was da passiert. Aber ich kann langsam die Mechanismen dahinter erkennen und versuchen, sie zu steuern. Deswegen wehre ich mich an einem toten Sonntag wie diesem nicht mehr dagegen. Und ich wehre mich auch nicht gegen das mulmige Gefühl, das ich früher nicht hatte, das aber nun zu einem Teil meiner Selbst geworden ist. Man könnte auch sagen, dass ich versuche, mich damit ernst zu nehmen.

Deswegen war der Tag okay so, wie er war. Und auch der morgige Tag wird okay sein. Und der danach. Und mit ein wenig Glück sogar noch der darauf folgende. Weil es sein muss. Weil es so geht.

Weil das alles nur in meinem Kopf ist!

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