Der Sonntagsreport vom 14.01.2018: Viele Baustellen

Hallo zusammen,

es ist mal wieder Sonntag und damit Zeit, zumindest ein wenig ein Streiflicht auf das zu werfen, was im Augenblick so ansteht. Und irgendwie habe ich das Gefühl, von Baustellen umgeben zu sein. Was ich nicht nur in Hinblick auf die ganz realen Baustellen hier in unserem Haus meine.

Aber fangen wir mit denen ruhig mal an, denn wir haben eine ziemlich bewegte Woche hinter uns, in der nicht nur das Zimmer meiner Frau quasi in den Urzustand zurückversetzt wurde, sondern obendrein auch noch unser Badezimmer eine, wenn auch geplante, Baustelle war. Die Duschkabine wurde entfernt, die Wand neu gekachelt und jetzt warten wir „nur“ noch darauf, dass irgendwann die zur neuen Duschtasse passenden Wände geliefert und montiert werden.

Also jede Menge Schutt und Asche, auf die man diese Woche seinen Blick werfen konnte. Leider geht mir, ganz im Gegensatz zu meiner Frau, die Ruhe und die Gelassenheit im Umgang mit solchen Dingen völlig ab. Man stelle sich mal vor: Sie fand es sogar ganz entspannend, den Fensterausschnitt großflächig neu zu verputzen! Da verkrieche ich mich lieber unter den Schreibtisch und schaue mal nach, wie der von da unten betrachtet aussieht.

Aber gut, was gemacht werden muss, muss gemacht werden. Und wenn ich jetzt schon anfangen würde, am Rad zu drehen, dann will ich besser nicht wissen, wie es mir ergeht, wenn dann anschließend irgendwann mein Zimmer an der Reihe ist.

Apropos „mein Zimmer“. Zwischendurch stand auch mal zur Debatte, mein Zimmer und das meiner Frau gegeneinander zu tauschen. Eine Entscheidung, mit der ich mich nicht leicht getan habe. Zwei Tage habe ich hin und her überlegt und als ich gerade so weit war, dem ganzen zuzustimmen, zog meine Frau eine neue Variante aus dem Ärmel, die den Umzug unnötig macht.

Solche Dinge können mich durchaus stressen. Aber auf diese Weise muss ich wenigstens nie lange nach neuen Belastungserprobungen suchen, von denen ich hinterher meinem Therapeuten erzählen kann 😉 .

Lassen wir jetzt die Steine und die Farbe hinter uns und kommen zu dem, um was es hier ja eigentlich geht: das Schreiben. Leider ist die letzte Woche, die so verheißungsvoll gestartet war, dann doch mit einer ziemlich schwachen Bilanz zu Ende gegangen. Ich bekomme im Moment einfach keine Kontinuität in meine Arbeit hinein und ich überlege krampfhaft, woran das liegt.

Ist es vielleicht das falsche Projekt, an dem ich arbeite? Oder gehe ich falsch an die Sache heran? Setze ich mir vielleicht gar zu wenige konkrete Ziele?

Im Moment sieht es so aus, dass ich, eigentlich gerne jeden Tag wenigstens eine Seite in PapyrusAutor schreiben würde. Das sind „nur“ 500 Wörter und damit wirklich nicht viel. Aber man hört ja immer und immer wieder, dass es besser ist, jeden Tag ein wenig und das kontinuierlich zu schaffen, anstatt einmal alle paar Tage richtig ranzuklotzen.

Es klappt nur leider weder das eine noch das andere richtig. Gut, heute habe ich 1.500 Wörter geschrieben, was ganz okay ist. Aber für die ganze Woche stehen damit eben auch nur knapp 2.000 Wörter auf dem Tableau. Wenn ich jeden Tag die 500 Wörter schriebe, wären es 3.500 Wörter. Der Zeitaufwand pro Tag würde sich auch gerade mal auf etwa zwanzig Minuten belaufen. Nicht viel mehr.

Eigentlich doch nun wirklich nichts, was sich nicht auch noch nach der Arbeit und sogar parallel zu allen möglichen Renovierungsfragen erledigen ließe. Aber im Moment anscheinend doch zu viel.

Es ist einfach frustrierend, dass solche Phasen immer und immer wieder auftreten. Da könnte doch langsam mal jemand eine Pille gegen erfinden, oder? Das müsste doch möglich sein. Und wäre ein solcher Verkaufsschlager, dass sich alle Entwicklungskosten rechnen würden.

In meinem nächsten Leben werde ich vielleicht Pharmazeut in einem großen Konzern. Dann besorge ich mir ein Patent auf so eine Pille und werde schweinereich. Das Geld nutze ich dann – um ganz viel Zeit zum Schreiben zu haben *g.

Problematisch ist halt, dass Zeit, Motivation, Inspiration und Geschick sich zur selben Zeit an einem Punkt des Raumes treffen müssen. Der Mensch, der sich in diesem Augenblick dort befindet, hat dann im wahrsten Sinne eine Erleuchtung und kann alles erreichen, was er sich im Moment vornimmt.

Aber ich will nicht jammern. Erfahrungsgemäß kommen irgendwann auch wieder bessere Zeiten. Für unser Haus wie für mein Schreiben. Wie für alles andere.

Okay, kommen wir zum Ende. Um den ganzen Staub, der bei so einer Renovierung nicht ausbleibt, aus dem Kopf zu pusten, sende ich euch noch ein wenig Musik hinten drein. Bitte laut stellen!

Habt noch einen schönen Sonntag!

Euer Michael

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