Der Sonntagsreport vom 04.02.2018: Der Kampf aus dem kreaTief

Hallo ihr Lieben,

ich habe gerade festgestellt, dass der letzte Sonntagsreport schon eine ganze Weile her ist. Und das hat gute Gründe. Wie ich euch ja zwischendurch immer mal wieder berichtet habe, war es hier bei mir ganz schön chaotisch seit dem Jahreswechsel. Da lag dann zwischendurch das Haus in Schutt und Asche (gefühlt), mein Arbeitszimmer verkam zur Abstellkammer (real) und dennoch war das alles nicht einmal das Schlimmste.

Nein, das Schlimmste war, dass mich diverse Vorkommnisse an anderer Stelle im Internet so weit gebracht hatten, dass ich am liebsten den ganzen Wahnsinn dran gegeben, hier abgeschlossen und den Schlüssel weggeworfen hätte.

So, damit ist es heraus.

Ich weiß, dass ich in Bezug auf manche Dinge einfach zu dünnhäutig bin. Es passiert mir zu oft, dass ich mich von Entwicklungen oder Erscheinungen vereinnahmen lasse, die eigentlich nicht in diesem Ausmaß meine Angelegenheit wären. Das hat sicherlich psychosoziale Hintergründe, die zu erforschen vielleicht ganz „witzig“ wäre, aber ich verzichte dankend darauf. Mehr wäre mir daran gelegen, es einfach abzuschalten.

Ich kann und werde an dieser Stelle nicht in die Details gehen. Auch wenn das einen sehr interessanten Stoff für eine Geschichte abgeben würde. Es wäre alles geboten: Leidenschaft, Wut, Intrige, Hass, Hoffnung, Liebe und Verzweiflung. Aber es ist eine Geschichte, die ich nicht schreiben, sondern die ich hinter mir lassen will.

Ich musste nämlich bemerken, wie die Ereignisse und vor allem meine Reaktionen auf sie dafür gesorgt haben, dass ich mich innerlich immer weiter von meinem Bewusstsein, ein selbstbestimmter Autor – jawohl! – zu sein, entfernt habe. Das erste, was auf der Strecke blieb, war mein Blog. Man muss sich nur mal anschauen, wie viele, oder besser wenige, Beiträge ich im Januar geschrieben habe. Und wie immer lag das nicht daran, dass mir nichts einfiel. Es schien nur so sinnlos zu sein.

Das zweite, was gar nicht mehr richtig klappte, war das Schreiben an sich. Wie denn auch, wenn ich mich nicht einmal mehr selber als Autor wahrgenommen habe? Wie soll ich ein Garn spinnen, von dem vornherein feststeht, dass es niemanden interessieren wird – mich am wenigsten?

Vielleicht hätte das alles einen anderen Verlauf genommen, wenn nicht durch den Fluch, der bis jetzt auf 2018 zu liegen scheint, sowohl die Belastung hier im Haus mit der „virtuellen“ Belastung zusammengetroffen wäre. Aber so war es nun einmal nicht und es bringt nichts, sich mit anderen Szenarien zu beschäftigen.

Aber kann ich davon ausgehen, dass jetzt alles wieder gut wird? Ich weiß es nicht. Was ich sagen kann ist, dass hier im Haus so langsam wieder Grund zu erkennen ist – bis dann irgendwann mein Arbeitszimmer zur Renovierung ansteht. Und was ich sagen kann ist, dass sich Dinge, die zum Dasein als Schriftsteller gehören, seit dieser Woche wieder besser anfühlen.

Meine acht Mitstreiterinnen und Mitstreiter für die Lesung in Leipzig sind im Moment eifrig bei der Sache zu planen und zu überlegen. Und so sehr ich mich auch vor den paar Minuten auf der Bühne fürchte (allzu viele werden es nicht sein, weil wir ja so viele Lesende sind), so sehr steigt doch die Vorfreude – einfach weil es ein gutes Gefühl ist, sich mit solchen Themen zu beschäftigen.

Dabei habe ich auch bemerkt, dass ich, obwohl ich an der Stelle im Internet, die ich nicht näher benennen möchte, so große Probleme bekommen habe, durchaus mit denselben Leuten auch konstruktive, produktive und kreative Dinge planen und anschieben kann. Das ist eine neue Erfahrung für mich. Und eine, die mir Hoffnung macht.

Man kann also sagen, dass ich mich langsam wieder aus dem kreaTief heraus kämpfe und ich kann nur hoffen, dass es mir dann bald auch wieder gelingt, mich mit Textarbeit auseinander zu setzen – länger als zwei Tage am Stück.

Jetzt wäre mir sehr daran gelegen, wenn ihr mir alle die Daumen drückt, dass dieses anstrengende Jahr nicht schon in den Startlöchern steht, um den nächsten „genialen Schachzug“ auszuführen, um mich wieder zu demotivieren. Aber ich hoffe jetzt einfach mal das beste.

Ich weiß, dass ganz viel von mir selbst abhängt und dass ganz viel meinen eigenen Gedanken und Empfindungen entspringt. Niemand hat oder hatte es planmäßig darauf abgesehen, mir übel mitzuspielen. Ich hätte jederzeit selber die Reißleine ziehen und mich raushalten können.

Dass ich es nicht getan habe und nicht tun konnte, ist ganz allein mein Problem. Wenn man so will, dann auch ganz allein „meine Schuld“. Aber so ist es nun einmal. Alles nicht so einfach. Doch da Einsicht der erste Schritt zur Besserung ist …

Ich versuche, diese Einsicht nun in Taten umzumünzen und aus dieser Phase zu lernen. Damit es nur ein Straucheln auf meinem Weg war und kein endgültiges Stolpern. Und um meine Projekte endlich wieder in dem Maße fortzuführen, wie ich es mir wünsche.

Mal sehen, wie es wird.

Kommt gut in die neue Woche und passt auf, wo ihr hintretet! 😉

Euer Michael

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17 Gedanken zu “Der Sonntagsreport vom 04.02.2018: Der Kampf aus dem kreaTief

  1. Folge gerne: Ich drück Dir die Daumen und denk an Dich. Bei aller Einsicht in die eigene Selbstverwantwortung: Manchmal zappelt man eben, ob man will oder nicht, in einem nervig-bescheuerten Netz, das Mama Spinnenerde über uns wirft. Ganz ohne große eigene Schuld. Und: KreaTief ist eine fantastische, gar sehr kreative Wortschöpfung, meinen Dank dafür 🙂

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    • Stimmt, du kennst dich ja blendend aus 😉 .

      Danke fürs Daumen drücken. Ich hoffe, ich verfalle nicht wieder in schlechte Verhaltensmuster, wenn sich die nächste Gelegenheit dazu bietet. Die Sache ist noch nicht ausgestanden.

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