Fakt und Fiktion (22) Jetzt nur nicht krank werden – oder doch!?

Im Vorfeld von wichtigen Ereignissen macht man sich ja manchmal die komischsten Gedanken. Das kennt ihr sicher auch. Und je näher eines dieser wichtigen Ereignisse, in diesem Fall nämlich die Leipziger Buchmesse, rückt, desto komischer werden die Gedanken.

Wir haben im Augenblick ja mal wieder eine richtiggehende Grippeepidemie. Wenn meine Chefin sich schon krank meldet und ein paar Tage zu Hause bleibt, dann muss sie richtig krank gewesen sein. Und auch ansonsten schnieft und schnüffelt es an allen Ecken und Enden. Inzwischen hat es auch meine Tochter erwischt, auch wenn ich da eher von einem grippalen Infekt ausgehe, der natürlich nicht besser wird, wenn man bei diesen arktischen Temperaturen in dünnen Klamotten vor die Türe geht …

Aber gut, noch steht sie, sie hustet halt viel und ausdauernd. Und hat eine Schniefnase. Und verteilt Bazillen. Und ich habe das Gefühl, dass die sich alle auf mich stürzen und mich anstecken könnten.

Irgendwann ist ja, rein statistisch betrachtet, jeder an der Reihe. Man muss nur lang genug angehustet worden sein, bis man irgendwann selber anfängt zu kröchen. Aber ich fühle mich noch gut.

Und da kommen die komischen Gedanken.

Der kleine Witzbold in meinem Kopf meint nämlich, dass ich mich, hört her, zwar jetzt noch gut fühle, aber irgendwann bin ich, rein statistisch betrachtet, wie gesagt, sowieso dran. Und der Witzbold führt weiter aus, dass das sehr wahrscheinlich pünktlich zur Buchmesse der Fall sein wird. Weil es richtig viel Spaß macht, mit einem verschnupften Kopf durch die Messehallen zu flanieren. Mal ganz davon abgesehen, dass ich dann richtig gut bei meiner Lesung mitmachen könnte.

Und weil der Witzbold halt so witzig ist, schlägt er mir vor, ich solle mich doch am besten jetzt schon mal anstecken, dann hätte ich es rechtzeitig hinter mir. Die Ratio, die ja hin und wieder auch noch was zu sagen hat, hält dagegen, dass es nicht unbedingt die feine Art ist, sich eine Krankheit herbei zu wünschen. Stattdessen solle ich doch lieber aufpassen, dass ich mich gesund genug ernähre, vielleicht ein wenig mehr Obst esse und allgemein gut auf mich aufpasse.

Der Witzbold hat dann den guten Rat ausgepackt, ich könne mir ja so einen netten Mundschutz zulegen, mit dem die Leute in Japan immer herumlaufen. Selten so gelacht.

Nein, ich werde die Lage einfach weiter im Auge behalten und versuchen, mich von allen Bazillenmutterschiffen fern zu halten. Dann muss meine Tochter halt bis auf Weiteres auf innige Umarmungen verzichten. Fällt einem Teenager jetzt auch nicht so schwer.

Aber falls der Witzbold mich doch noch dazu kriegen sollte, bei eisigen Temperaturen eine Runde im Rhein schwimmen zu gehen, um mich entweder abzuhärten oder aus den Pantinen zu hauen, dann werde ich euch das an dieser Stelle mitteilen.

Memo an mich selbst: Grippemittel und Nasenspray mit zur Buchmesse nehmen. Man weiß ja nie …