Acht Wochen sind ‚rum, die nächste Agentur bitte

Kinder, wie die Zeit vergeht. Erinnert ihr euch noch an den 28.12.2017? Weihnachten lag hinter uns, das Jahr in den letzten Zügen und die ganzen Katastrophen, die meine kleine Welt zum Jahresbeginn ereilen sollten, noch in der Zukunft.

Damals habe ich euch davon berichtet, dass ich meine erste Bewerbung bei einer Literaturagentur auf den Weg gebracht habe, namentlich bei der Michael Meller Agency. Diese Agentur hatte es sich vorab ausbedungen, acht Wochen lang exklusiv über dem eingereichten Exposé zu „Der Beobachter und der Turm“ brüten zu dürfen. So, wie sie zum gleichen Zeitpunkt sicherlich über hundert anderen gebrütet haben.

Nun, da die acht Wochen jetzt vorbei sind und ich nichts gehört habe, kann ich mich nach den Regeln des Business als abgelehnt betrachten. Und soll ich euch was sagen? Es macht mir erstaunlich wenig aus.

Gut, vor ungefähr einer Woche, als ich auf den Kalender sah, um festzustellen, dass es nur noch wenige Tage sind, in denen eine Rückmeldung zu erwarten stünde, habe ich schon mal sanft geschluckt und mir überlegt, wie es danach dann weitergehen soll. Denn, seien wir mal ehrlich, natürlich hört man lieber, dass man da was ganz Tolles geschrieben hat, als das Gegenteil. Oder, in diesem Fall, man hört halt gar nichts.

Aber ich bin Realist. Und als solcher war es von Anfang an meine Erwartungshaltung, dass es nicht auf Anhieb klappen würde. Ich meine, wenn man sich vor Augen führt, wie viele Manuskripte jeden Tag in irgendeinem Posteingang landen, wieso sollte es dann ausgerechnet meins sein, das gesteigerte Aufmerksamkeit bekommt?

(Weil es gut ist, verdammt nochmal! 😉 )

Tatsächlich habe ich aber vor allem meinen inneren Pessimisten erstaunlich gut im Griff. Als der kurz sein hässliches Haupt reckte, um zu Protokoll zu geben, dass ich mir jede weitere Bewerbung sparen kann, weil mich sowieso alle Agenturen ablehnen werden, bekam er eins mit dem Manuskript übergebraten und zieht es seitdem vor, zu schweigen.

Ich werde also hinter diese Bewerbung einen Haken machen (für dieses Mal) und mich der nächsten Agentur zuwenden, bei der ich mein Glück versuchen will. Ich begreife dies als Möglichkeiten und Chancen, nicht als Notwendigkeit oder gar Qualitätsmerkmal. Manchmal kommt man einfach zur falschen Zeit mit dem falschen Stoff. Das ist dann so und sagt nichts über meine Fähigkeiten als Autor aus.

In diesem Sinne: Acht Wochen sind ‚rum, die Nächste bitte. Vielleicht schaffe ich es schon am Sonntag, die Unterlagen zusammenzustellen. Und wenn nicht, dann eben nächste Woche. Ich habe ja schließlich Zeit.

Und werde euch selbstverständlich auf dem Laufenden halten 🙂 .

15 Gedanken zu “Acht Wochen sind ‚rum, die nächste Agentur bitte

    • Die Einstellung habe ich mir hart erarbeiten müssen und halte mich jetzt selbst für einen kleinen Heuchler, der nur so tut, als ob. Aber im Moment fühlt es sich okay an – und ich hoffe, das bleibt auch noch so, wenn weitere Ablehnungen folgen.

      Irgendwann wird’s was und danke für deinen Optimismus! 🙂

      Gefällt 4 Personen

  1. Eileen Blander schreibt:

    Das ist hart. Für mich ist es aber immer besser, eine Absage zu lesen, als gar nichts. Auch wenn das so einen kurzen Moment des Schluckens auslöst. Aber dann weiß man es wenigstens sicher.
    Ich drücke dir auf jeden Fall die Daumen. Schade finde ich, dass ich gar nicht bei allen Agenturen, gefunden habe, wie lange sie genau prüfen. Da wartet man dann auch nicht gern ewig ohne zu wissen, ob überhaupt was zurückkommt.
    Viel Erfolg und (leider auch) Glück.

    Gefällt 1 Person

      • Eileen Blander schreibt:

        Vor allem erwartet man einfach, dass die Leute, mit denen man arbeitet/arbeiten will, sich eben auch zuverlässig zeigen. Und eigentlich denke ich, dass eine standardisierte Mail wenigstens drin sein könnte. Ich kenne mich mit Technik nicht aus, aber es kann doch nicht so viel Arbeit sein, eine Nachricht zu schicken á la „Sehr geehrte/r Autor/in, leider müssen wir Ihnen mitteilen, dass wir uns gegen eine Zusammenarbeit entschieden haben.“ Null persönlich, mit heutiger Technik vielleicht sogar vollautomatisch möglich. Aber naja, ich bin auch nicht in dem Geschäft.

        Gefällt 1 Person

      • Die große Angst der Agenturen und Verlage sind ja immer die Autoren, die dann anfangen, den Laden zu stalken. Die auf eine Ablehnung mit Diskussionen reagieren.

        Jetzt kann man allerdings darüber streiten, ob diejenigen, die so ein unprofessionelles Verhalten an den Tag legen, das nicht sowieso tun – auch und gerade, wenn sie keine Reaktion bekommen.

        Haben Lektoren eigentlich Geheimnummern? Auf jeden Fall tun mir die Sekretärinnen in manchen Verlagen/Agenturen schon ein wenig leid. Ich bin mir sicher, dass die da manchmal sehr gut zu tun haben.

        Aber ja, grundsätzlich könnte so eine Standardmail durch den Praktikanten innerhalb weniger Minuten versendet werden. Wenigstens bei den Agenturen/Verlagen, die sowieso die Unterlagen per Mail bekommen haben. Einfach auf Antworten klicken, Textbaustein rein und ab dafür.

        Gefällt 2 Personen

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