Ich, der Autoren-Zombie

Ich mache ja kein Geheimnis daraus, dass in meinem Kopf manchmal nicht alles richtig verdrahtet ist. So rein gefühlsmäßig und auch von der Einordnung mancher Geschehnisse gibt es da das eine oder andere „Defizit“ (über den Begriff kann und darf man streiten), die mir das Leben manchmal schwer machen.

Nehmen wir alleine den Vorfall von gestern, als ich auf einmal die Horrorvision hatte, zur Buchmesse ohne eine gesicherte Unterkunft dazustehen. Eine mögliche Reaktion wäre gewesen, jetzt mal so richtig auszurasten. Laut zu werden. Mit der Hand auf den Tisch hauen. Irgendwas, um klar zu machen, dass da so nicht funktioniert. Der Adrenalinpegel hätte sich im höchsten Bereich befinden sollen.

Stattdessen: Resignation, tiefe Sorge und im Prinzip schon Angst, eine weitere Nachricht an meine Gastgeberin zu senden, weil diese mir ja vollständig von der Angel gehen könnte. Immerhin hatte ich ja noch diese andere Unterkunft, die sie mir angeboten hatte, in der Verlosung.

Und so wartete ich ab einem gewissen Zeitpunkt auf eine bestimmte Nachricht, eine neue Bestätigung, irgendwas.

Aber es kam: nichts.

Und so lief ich den ganzen Tag herum, als wäre ich ein Zombie. Ein Autoren-Zombie. Ich war kaum in der Lage, an etwas anderes zu denken und musste mich massiv auf meine Arbeit konzentrieren, um nicht einfach nur Löcher in die Luft zu starren und mich irgendwo unter meinem Schreibtisch in Fötus-Stellung zusammen zu rollen. Das hätte meine Kollegin wahrscheinlich auch sehr seltsam gefunden 😉 .

Irgendwann habe ich mir ein Herz gefasst und habe noch einmal eine Nachricht geschickt. Und im folgenden Gespräch konnten wir dann die Modalitäten soweit klären, dass ich jetzt sagen kann, dass ich wohl doch eine Unterkunft in Leipzig haben werde.

Wobei natürlich aufgrund der Umstände eine gewisse Skepsis bleibt. Aber ich muss mich jetzt darauf verlassen und werde mich darauf verlassen. Immerhin hat die Gastgeberin bis jetzt überwiegend sehr positive Bewertungen erhalten und es kann immer mal passieren, dass einem durch einen persönlichen Schicksalsschlag etwas entgleitet.

Sagt der Autoren-Zombie. Der, der nicht mit der Hand auf den Tisch gehauen hat. Was, gemäß der AGB von AirBnB, ja auch gar nichts gebracht hätte – was ich nach wie vor für den wesentlich größeren Skandal an der Sache halte.

Und nun, bin ich jetzt wieder richtig verdrahtet? Keine Ahnung. Jedenfalls kann ich mich wieder einigermaßen in ganzen Sätzen artikulieren. Noch heute Mittag hätte ich diesen Blogbeitrag nicht schreiben können. Zombie eben. Wir wissen alle, wie gut die sich artikulieren können.

Ich hoffe nur, dass jetzt alles gut weitergeht und dann auch endet. Damit ich mich wieder unbelastet auf Mitte März freuen kann.

10 Gedanken zu “Ich, der Autoren-Zombie

  1. Sonja schreibt:

    Ich drücke die Daumen und bin jetzt einfach mal optimistisch. Obwohl ich sonst sehr schnell die Hände über dem Kopf zusammenschlage und den Weltuntergang unmittelbar auf uns zukommen sehe. 💥

    Gefällt 2 Personen

    • Tja, Margaux, ich muss zugeben, dass es am Preis liegt. Die günstigste dieser Unterkünfte (die nicht nur ein besseres Jugendzimmer ist) kostet 125€ pro Nacht und liegt damit deutlich über dem, was ich anfänglich budgetiert hatte. Genauer gesagt kostet damit eine Übernachtung mehr, als mich die andere Wohnung komplett gekostet hätte. Sooo locker sitzt es bei mir leider auch nicht 😦

      Gefällt 1 Person

      • Sorry, ich dachte nicht, dass es so schlimm aussieht in Leipzig … ich würde dir ja Asyl anbieten, aber unsere Wohnung umfasst nur ein Doppelbett, keine Ausziehcouch oder ähnliches … Wir könnten bei den Studenten rumfragen, ob da nicht jemand mal eben ein Zimmer freiräumen kann. Da muss doch was zu finden sein! Melde dich, wenn es nicht klappt. Dann lasse ich meine Verbindungen spielen 😉

        Gefällt 1 Person

      • Kein Ding 🙂 .

        Stand jetzt sieht es ja so aus, dass es mit der Ersatzunterkunft klappt. Vielleicht sollte ich mir für den Notfall schon mal die Adressen von Obdachlosenunterkünften heraussuchen … halbes 😉

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