Wir lassen uns das Bloggen nicht verbieten

Achtung, dies wird ein, vermutlich, sehr unreflektierter und ein klein wenig auch verschwörungstheoretischer Blogeintrag. Wer also seinen Aluhut noch nicht aufgesetzt hat, der möge das jetzt bitte tun, ansonsten übernehme ich für nichts eine Garantie.

Wir alle wissen, dass die Wahrheit irgendwo dort draußen ist. Das Problem ist nur, dass dort nicht nur die Wahrheit ist, sondern auch ganz, ganz viel Unsicherheit und – ja, ich gehe so weit, das Wort zu benutzen – auch Angst.

Über viele Jahre hinweg haben wir, die wir auf WordPress, auf Blogger, auf einem eigens gehosteten Blog oder wo auch immer unsere Meinungen, unsere Geschichten, unser Leben gepostet haben, dies in der Überzeugung getan, dass wir mit dem, was wir tun, anderen Menschen vielleicht ein wenig Freude oder zumindest ein wenig Zerstreuung bieten können. Aber wenn ich mich im Moment umsehe, dann sehe ich wenig davon.

Immer wieder stoße ich auf Beiträge, in denen davon gesprochen wird, das der oder die Blogger/in nicht weiß, wie es in der nahen Zukunft weitergehen soll. Der Hintergrund ist bei vielen die nahende EU-DSGVO, oder auch Datenschutz-Grundverordnung der Europäischen Union. Dieses Monstrum von einer Verordnung tritt in fast einem Monat in Kraft und wirft gewaltige Schatten auf das Gemüt einer Menge Menschen.

Ich habe das Missvergnügen, mich auch beruflich mit diesem Kauderwelsch auseinandersetzen zu müssen und kann daher sagen, dass es mich überhaupt nicht wundert, wenn der kleine Blogger und die kleine Bloggerin damit überfordert ist. Ich sehe jeden Tag Stellungnahmen vom Städtetag, von der Bezirksregierung, von diversen Landesämtern und so weiter und so fort und alle wissen im Prinzip nur eins: Da kommt etwas, aber was es letztlich bedeutet, das wissen wir nicht.

Und sie wissen: Potentiell kann uns das richtig viel Geld kosten, wenn wir gegen die Auflagen verstoßen.

In diesen Zeiten greifen die guten Ratschläge um sich. In den Fällen, in denen dies kostenlos geschieht, sage ich meinen Dank, ziehe meinen Hut und freue mich, wenn einer dem anderen versucht, zu helfen. Aber es gibt auch genügend Leute, die versuchen, aus der Verunsicherung einen finanziellen Vorteil zu ziehen. Sei es drum. Wer bereit ist, dafür zu bezahlen, den kann und will ich nicht aufhalten. Ich habe auch ein paar Euro investiert, um meine Datenschutzerklärung zumindest halbwegs rechtssicher zu machen.

Aber augenblicklich weiß keiner, ob und was eigentlich reicht. Besonders diejenigen von uns, die so wie ich direkt auf wordpress.com ihren Blog hosten, sehen sich auf einmal der Frage gegenüber, was eigentlich im Hintergrund auf dieser Plattform so abläuft, wovon wir gar keine Ahnung haben. Werden da versteckte Routinen eingesetzt, die Informationen über unsere Besucher abgreifen? Wie sieht es mit der geschalteten Werbung aus? Wie mit den Statistiken, die erhoben werden?

Ich habe bereits die ersten Blogs „sterben“ sehen und bekomme eine ziemliche Wut dabei. Weil das alles im Prinzip so dermaßen unnötig sein müsste.

Denn der Gesetzgeber hatte im Endeffekt ja nicht einmal vor, uns kleine Blogger zu treffen. Wir stellen so eine Art Kollateralschaden dar. Eigentlich ging es um die großen Organisationen. Um die Firmen. Und um die Verwaltungen. Daran, dass vielleicht auf einem kleinen Blog wie diesem, der am Tag so um die 50 Aufrufe bekommt, ein Kommentator seine IP-Adresse hinterlassen könnte, hat man da sicher nicht gedacht.

Und wenn doch, dann hat man die Achseln gezuckt und sich gedacht: Sei es drum. Das macht es für mich nicht leichter, gelassen zu bleiben.

Ich gebe ganz ehrlich zu, dass ich überfordert bin. Wenn ich alles umsetzen würde, was ich schon an guten Ratschlägen gehört und gelesen habe, dann würde hier bald alles ganz anders aussehen. Das Beste wäre wahrscheinlich, ich würde das Liken der Beiträge unterbinden und auch gleich noch das Kommentieren. Aber dann könnte ich meine Beiträge auch in Word schreiben und auf meiner Festplatte abspeichern. Das hätte ungefähr den gleichen Effekt der Interaktion und der Kommunikation.

Und deswegen werde ich, wenn ich es mir nicht innerhalb des kommenden Monats noch anders überlege, bewusst den Mut zur Lücke suchen. Ich kann und will nicht die Kommunikation mit meinen Lesern auf ein Mindestmaß begrenzen. Ich will die Interaktion nicht unterbinden.

Diesen Blog gibt es seit ziemlich genau drei Jahren. Und in diesen drei Jahren habe ich in meiner persönlichen Entwicklung als Autor – und, ich nehme wieder ein großes Wort in den Mund, auch als Mensch – so große Fortschritte gemacht, dass es einen längeren Beitrag als diesen bräuchte, um das alles zu benennen. Und das hätte es nicht gegeben, wenn es nicht von Anfang an Menschen da draußen gegeben hätte, die mit mir „gesprochen“ haben. Die mich ermutigt haben. Und die auch in schweren Zeiten das gelesen haben, was ich hier schrieb.

Und deswegen werde ich weitermachen. Mit kleinen Anpassungen vielleicht, okay. Aber alles im geordneten Rahmen.

Die Datenschutzgrundverordnung ist nicht dafür da, um ab Ende Mai von Seiten der Regierung oder der EU alle möglichen Leute an die Kandare zu nehmen und ihnen den Hosenboden stramm zu ziehen. Die größte Gefahr auf unserer Ebene droht tatsächlich von Leuten, die meinen, sie müssten jemand anderen anschwärzen, einen Anwalt auf ihn hetzen und auf irgendeine Form der Unterlassung drängen. In diesem Fall der Unterlassung der Datenerhebung, um sich einen wie auch immer gearteten Vorteil zu verschaffen.

Ich bin ein kleiner Autor, der mit Ausnahme von Kurzgeschichten noch nichts veröffentlicht hat. Ich frage mich also: Wer sollte mir eine Abmahnung zukommen lassen? Und wieso sollte er das tun? Wie, Entschuldigung, kackendreist müsste dieser Jemand sein, um zu sagen: „Hey, du hast zwar noch kaum was erreicht und eigentlich tust du auch niemandem was Böses, aber ich schmeiß dir trotzdem mal einen Knüppel zwischen die Beine!“

Ich kann und will mir nicht vorstellen, dass es da draußen jemanden gibt, der das wirklich tun würde. Nicht bei mir und nicht bei den vielen anderen kleinen Bloggern, die einfach nur das tun, was ihnen am Herzen liegt!

Ich verstehe jeden, der auf Nummer Sicher gehen will. Und ich propagiere auch keinesfalls, dass es einem egal sein sollte, was da im Moment geschieht. Mir geht es nur darum, die Panik vielleicht ein wenig zu dämpfen und, ja, da bin ich egoistisch, auch jedem Mut zu machen, dass es sich lohnt, das eigene Projekt, den eigenen Blog fortzuführen. Weil es Menschen gibt, denen das gefällt, was wir tun. Die sich freuen, von uns zu lesen. So, wie ich mich freue, von euch zu lesen.

Wundert euch also bitte nicht, wenn es auch bei mir vielleicht in Kürze dieses bekannte Wegklick-Banner gibt, dass hier Cookies gespeichert werden. Wenn es sich leicht einbinden lässt, dann wäre ich doof, es nicht zu tun. Immer eingedenk dessen, dass es vielleicht doch diesen einen Menschen geben könnte, der glaubt, mir deswegen schaden zu wollen.

Ich glaube nicht daran. Ich will es nicht glauben!

Lasst mich eine Weile der naive kleine Happy-Blogger sein, der in seiner rosaroten WordPress-Welt vor sich hin bloggt und keinen Gedanken daran verschwendet, dass das, was er tut, irgendwem oder irgendeiner Institution ein Dorn im Auge sein könnte.

Was immer auch kommt und wie immer es auch aussehen mag: Wir lassen uns das Bloggen nicht verbieten!

Und ich würde mich freuen, wenn DU es genau so halten würdest, wie ich. Denn DU würdest fehlen!

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37 Gedanken zu “Wir lassen uns das Bloggen nicht verbieten

  1. Pfft … ist doch ohnehin scheißegal was man macht. Wenn einem wirklich jemand schaden will, weil er den Arsch offen hat, dann braucht es dafür keine Fünf-Buchstaben-Abkürzung, die ich mir ums Verrecken nicht merken kann. Ich habe 2 Blogs und die werden auch bleiben. Rotze ich halt bei beiden noch schnell was in die Datenschutzerklärung zum Thema SDV…GDO…SVWerderBremen…Fünf-Buchstaben-Abkürzung und gut ist. Am Ende gibt es da draußen immer Arschlöcher, die einem ans Bein pissen können, wenn sie es wollen. Das ging auch schon zuvor, sei es wegen Bildrechten, Zitaten, Textauszügen etc. die man eventuell mal vor 5 Jahren auf seinem Blog verbraten hat. Die neue Verordnung ist da auch kein größerer Grund zur Panik. Man sollte sich, wie du schon schreibst, etwas absichern, aber deswegen das Bloggen einstellen ist doch Quatsch. Dann können wir uns gleich alle komplett aus dem Internet zurückziehen und wieder das reale Leben genießen. Klingt auf mich unfassbar langweilig, also bleibe ich lieber hier.

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  2. Ich bleibe. Das gleiche Theater hatten wir schon mit der Impressumspflicht, dem Telemediengesetz, den Links … Immer stand die Drohung mit den Abmahnanwälten als Menetekel an der Wand, weil es wirklich miese Typen gibt, die aus so was ein Geschäftsmodell machen.
    Allerdings gibt es so viele Blogs und so viel lohnendere Beute, dass es wirklich schon seeeehr unwahrscheinlich ist, dass sie ausgerechnet auf uns verfallen. Und selbst wenn, muss man auf eine Abmahnung nicht zahlen. Sollen sie klagen. Klar kann das schiefgehen. Trotzdem ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass sie mit Volldampf gegen die Wand laufen, weil das Gericht feststellt: „Ja, in folgenden Punkten liegt ein Verstoß gegen die DSGVO vor. Aber die Abmahnsumme ist völlig überzogen, deshalb tragen die Kläger die Kosten.“

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    • Ganz genau so sieht es aus. Und deswegen halte ich es für wichtig, dass wir darauf aufmerksam machen. Diese Angst, die im Moment herrscht, ist zu einem Selbstläufer geworden. Auch genährt davon, dass wirklich niemand, egal auf welcher Ebene, weiß, was jetzt eigentlich genau auf uns zurollt. Ich könnte da Geschichten aus dem Job erzählen …

      Wenn wirklich jemand auf uns kleine Blogs losgeht, dann müsste man fast schon von persönlichen Gründen ausgehen. Wahrscheinlich alles verkappte Autoren, die die Welt dafür hassen, dass sie es nie wirklich versucht haben 😉 .

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      • Es gibt auch die Arschgeigen, die (unangemessene) Ein-Sterne-Rezis verteilen… Ich mache mich mit meinem Blog ohnehin schon angreifbar, weil ich sehr offen und viel sehr Persönliches schreibe. Deshalb, wenn ich schon etwas infrage stelle, dann gründlich.

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      • Eine Ein-Sterne-Rezi ist aber noch etwas anderes, finde ich. Klar, auch nicht schön, aber auch nicht mit – wieder so ein großes Wort – mit Web-Denunziantentum vergleichbar.

        Ich habe deinen Beitrag zum Thema gelesen und ich respektiere deine Entschlüsse. Wenigstens schaltest du nicht einfach ab.

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      • Ich war wirklich kurz davor, alle Beiträge in den Papierkorb und erstmal abwarten … manchmal kommt der Impuls noch wieder.

        Ich führe ja noch ein anderes Blog, das ich in einem Forum führe. Da ist auf jeden Fall die Community „da“ und dort wäre die Verantwortung über den Datenschutz nicht bei mir, sondern beim Webseitenbetreiber.
        Und dann gibt es noch ein Blog, das ich zusammen mit anderen betreibe, wo ich ebenfalls nicht verantwortlich bin.

        Danke für Deine Zeilen, Michael, Dich „an meiner Seite“ zu wissen, gibt mir Kraft und macht mir Mut.
        Denn irgendwann wird er ja da sein, der Tag, an dem ich nicht mehr Privatperson bin.^^

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  3. lunaewunia schreibt:

    Geniales Verschwörungstheoretisches Pamphlet! 😉😅
    Nein, deine Worte tun mir tatsächlich sehr gut… Die Angst hatte mich auch schon ordentlich gefasst und erst recht die verunsicherung, als ich merkte, dass selbst Leute, die Ahnung haben, eben keine Ahnung haben… Das hat bei mir genau deinen trotz ausgelöst! Ich hatte ohne viel Ahnung eine datenschutzerklärung erstellt, werde die aber auf jeden Fall noch mal überarbeiten müssen. Denn wie du es auch so treffend gesagt hast, ich habe keine Ahnung was WordPress alles laufen hat und was es speichert.
    Generell finde ich es so genial, wie WIR zur Verantwortung gezogen werden. Wir sollen den kopf dafür hin halten, wenn Firmen die Daten speichern. Tut mir leid aber ich bin die letzte die was von der Datenspeicherung hat… Und dann auch dieses Aufsehen um die Kommentar und Likefunktion… Dass man den Gravater sieht… Natürlich werden dabei die Daten gespeichert, aber das ist ja auch logisch, dass dieser Vorgang das nötig Macht, wie soll man auch sonst dort erscheinen. Der weitere Handel mit den Daten ist doch das gefährliche. Und ja mir ist bewusst dass gespeicherte Daten immer eine Gefahr sind, aber ganz ehrlich… Durch das Internet bestehen sowieso sämtliche Möglichkeiten der Spionage und Hackerei…
    Und ganz wie du es sagtest, ich werde auf den Austausch auf der Website nicht verzichten, da werde ich stur. Ansonsten könnte ich das gleich lassen. Ich bin bei weitem nicht so lange dabei wie du, doch auch ich habe schon die Erfahrung gemacht, dass es einen unheimlich voran bringt!
    Ich werde versuchen, diesen cookie Button einzufügen und auch diese Einwilligung bei den Kommentaren… Wobei ich nicht weiß, ob das möglich ist, wenn man einen komplett kostenlosen Account hat.. Weißt du das zufällig?

    Na gut, lange Rede, kurzer Sinn…
    Danke für deine Worte 😉
    Wir lassen uns nicht unter kriegen und hoffen alle darauf, dass die Menschen so anständig sind, und uns kleinen in Frieden lassen!

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    • Das ist es eben: Eigentlich sollten wir genau NICHT den Kopf hinhalten müssen. Ich bin wirklich fast zu 100% sicher, dass da niemand drüber nachgedacht hat von denen, die sich das ausgedacht haben.

      Was wir jetzt erleben, mit den Blogschließungen, ist am Ende auch eine Form der (Selbst-)Zensur, die einfach nicht vom Gesetzgeber gewollt gewesen sein kann. Es verschwindet die Diversität aus dem Netz. Na gut, wenigstens ein Teil davon (wir wollen ja nicht gleich wieder übertreiben).

      Und dass Daten gespeichert werden, ist letztendlich auch nicht das Problem. Das Problem setzt da ein, wo wir, die wir uns mit teilweise einfachen Mitteln wie einem quasi vorgefertigten Blog durchschlagen, nicht in der Lage sind, die Finger zu heben und genau zu sagen, was mit den Daten passiert. Aber ich plaudere noch einmal aus dem Nähkästchen: Das wissen viele Anwender und Datenerheber z.B. in den Verwaltungen auch nicht. Da wird ein Datensatz erfasst, weil z.B. eine Urkunde ausgestellt wird, und dann ist das beim Anwender aus den Augen und aus dem Sinn.

      Es ist einfach alles unglaublich unausgegoren. Und irgendwie auch unverständlich, dass erst jetzt, zwei Jahre nach der Verabschiedung des Ganzen, das Thema mit Macht nach oben drängt. Das zeigt ja nur, dass von Anfang an so gut wie niemand verstanden hat, was da eigentlich beschlossen wurde.

      Seufz.

      Ich glaube, die Einwilligung bei den Kommentaren kann man einschalten. Ich muss mich da aber auch noch mal schlau machen. Wenn ich was rausfinden sollte, schreibe ich es hier.

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      • lunaewunia schreibt:

        All dem kann ich eigentlich nichts mehr hinzufügen!
        Wir werden wohl abwarten müssen, was auf uns zu kommt. Wobei ich, mit meinen 31 Abonennten, als Privater Blogger der in keinster Weise öffentliche Person ist, auch nichts zu befürchten haben dürfte…
        Bin dennoch in jedem Fall gespannt, wenn du neue Erkenntnisse teilst 😉

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  4. Da kann ich dir nur zustimmen, mal wieder ein Gesetz bzw. Verordnung der EU, die mehr verunsichert als den Zweck erfüllt, dem Bürger eine größere Sicherheit zu geben, was mit seinen Daten bei den großen Firmen passiert.

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    • Ich fürchte, da wird sich nicht viel regeln. Es gibt eine gewisse Unsicherheit. Der kann man sich stellen, muss man aber natürlich nicht. Ich verstehe auch jeden, der das Risiko für sich persönlich für zu groß hält. Wenn ich schon Veröffentlichungen und eine „richtige“ Autorenseite am Start hätte, sähe ich es vielleicht auch anders. Aber so denke ich, dass ich weniger zu verlieren als zu gewinnen habe.

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  5. Zumutung, so was.
    Ich bleibe bei der Art, wie ich meine Blogs fahre. Basta.
    Verklagt mich doch!

    Danke auf jeden Fall für den aufklärenden Artikel! Mut ist exakt die richtige Entscheidung. Hoffentlich finden sich viele ähnlich Denkende …
    Gruß von Snoopy

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    • Hallo Snoopy,

      ich hoffe wirklich, dass niemand auf die Idee kommt, eine Art Abmahnungsvendetta gegen kleine Blogger zu fahren. Wie Nike schon richtig sagt: Seit es das Internet und uns Blogger/Webseitenbetreiber gibt, wurde am laufenden Band ein neues Desaster identifiziert, das auf uns zukommt. Bis jetzt waren die Einschläge entweder sehr weit entfernt, oder kaum hörbar.

      Hoffen wir das Beste.

      Viele Grüße
      Michael

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  6. Diese Neuerungen sind doch nur für Firmen, die jetzt dalegen müssen, wie sie die Daten ihrer Besucher schützen. Will sagen: Es geht darum, gerade unsere Daten zu schützen. WordPress muss eventuell offenlegen, wie es mit den Userdaten umgeht. Auf unsere privaten Blogs hat das überhaupt keine Auswirkungen. Du brauchst als privater User nicht mal ein Impressum. Es gilt alles nur für geschäftsmäßige Internetauftritte, wo Kunden ihre Adressen, Bankverbindungen usw. angeben. Wäre ja auch fatal, wenn jeder Blogger oder Homepagebesucher per Adresse bekannt wäre: Dem Stalking wären Tür und Tor geöffnet. Also tu mir nen Gefallen und verbreite hier keine Panik. Die Angst kann ich auch verstehen, aber sie kommt durch Leute wie dich.

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    • Entschuldige bitte, wenn ich das so offen sage, aber das, was du behauptest, ist schlicht und ergreifend nicht richtig. Ich weiß nicht, inwiefern du dich mit dem Internetrecht bzw. auch dem Wettbewerbsrecht auskennst. Bzw. auch, inwiefern du dich mit den rechtlichen Hintergründen der DSGVO auseinandergesetzt hast.

      Gemäß der Bestimmungen der DSGVO muss JEDER, der Daten erhebt, abspeichert oder ggf. verarbeitet gegenüber demjenigen, dessen Daten erfasst werden, Auskunft erteilen, was er mit diesen Daten tut. Ferner hat derjenige ein Recht, die Löschung der Daten zu verlangen. Die DSGVO macht hier keine Einschränkungen nach Firmengröße oder dergleichen (siehe Artikel 1-4). Auch Blogger sind daher implizit betroffen. Siehe z.B. auch https://www.youtube.com/watch?v=RRc-n7OA1ow&t=1s

      Beim Impressum hast du eingeschränkt Recht. Die Pflicht gilt für jeden Auftritt, der als geschäftsmäßig angesehen werden kann. Hierfür müssen aber keine weiteren Daten erhoben werden. Es reicht schon, wenn der Webseitenbetreiber eine auch nur entfernt geschäftliche Absicht verfolgt – was bei Autoren gemäß der allgemeinen Rechtsprechung grundsätzlich bejaht wird.

      Sei mir nicht böse, wenn ich das hier hier jetzt nicht weiter ausdiskutieren möchte, aber tu mir den Gefallen und lies dir die DSGVO zusammen mit einigen Kommentierungen hierzu noch einmal durch. Ich musste es, wie gesagt, von Berufs wegen machen.

      Und wenn das, was ich hier schreibe, das Verbreiten von Panik ist, dann möchte ich nicht wissen, als was du das Verhalten von Seitenbetreibern ansiehst, die wirklich hingehen und ihre Blogs löschen.

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  7. Mein Blog feiert gerade erst 1-jähriges Bestehen, aber er ist mir in der kurzen Zeit schon ein wenig ans Herz gewachsen. Ich würde ihn wirklich ungern schließen, da ich gerade erst anfange, das Bloggen für mich als Autor zu entdecken. Endlich kann ich auch mal etwas „abliefern“ ohne monate- oder jahrelange Wartezeit für meine Leser.
    Eine gute Freundin von mir, die im Monat 60.000 Zugriffe auf ihren „privaten“ Blog hat, gibt jetzt auch nach 7 Jahren auf. Das ist ganz bestimmt nicht im Sinne des Erfinders!!
    Es geht um die großen Fische und das da die Bestimmungen angezogen werden, finde ich absolut gerechtfertigt. Was weiß Otto, Amazon, Ebay etc. alles von uns? Was machen sie mit den Daten?
    Gefühlt hat jeder 2. den ich kenne eine Website oder einen Blog. Selbst wenn sich ein einziger Anwalt in einer Durchschnittsstadt nur mit dem Abmahnen unter dem Deckmantel der DSGVO beschäftigten würde, müsste er fleißig einstellen, um das alles bewältigen zu können. Die „kleinen“ Blogger werden durch die Ritzen fallen – darauf baue ich, aber trotzdem ist es nicht verkehrt, die Datenschutzrichtlinen im Auge zu behalten, entsprechend anzupassen und sofern möglich konforme Plugins zu verwenden.
    Schließlich möchte niemand, dass man im europäischen Ausland nur aufs Knöpfchen drücken muss und bei der Einreise am Flughafen ist bereits alles erfasst, inklusive die Aufrufe der letzten Websites, die man privat besucht hat. Irgendwo muss im wahrsten Sinne des Wortes die Grenze gezogen werden.
    Viel wichtiger finde ich in diesem Zusammenhang, dass dem Geldverdienen durch Abmahnen ein Riegel vorgeschoben wird. Die meisten haben keine Angst davor, aus Versehen ein Gesetz verkehrt oder nicht ganz korrekt umzusetzen, sondern davor, dass einem als Privatperson oder Ein-Person-Unternehmen eine Abmahnung in Höhe von mehreren Tausend Euro ins Haus flattert. Wenn diese Gefahr durch den Gesetzgeber zumindest minimiert werden würde, würde diese ganze Diskussion sicherlich auch nicht so hitzig und mit so vielen Konsequenzen (für das Leben und Überleben von Blogs) geführt werden.

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    • Ich denke auch, dass die normalen Blogger nicht ins Visier der Abmahnanwälte geraten werden – so sie denn nicht von irgendwem angeschwärzt werden. Was ich einfach mal nicht hoffe und schon gar nicht innerhalb der Autorenblase für denkbar halte.

      Ich nehme immer den Vergleich zum Filesharing (wobei das natürlich illegal ist, es geht nur um den Größenvergleich): Millionen tun es, aber die meisten im so kleinen Maßstab, dass sie sich schon dämlich anstellen müssen, um deswegen belangt zu werden. Und dort, wo Abmahnanwälte es versucht haben, sind sie ziemlich heftig von den meisten Gerichten eingebremst worden, wenn es denn überhaupt zu entsprechenden Klagen gekommen ist.

      Denn das gilt auch bei der DSGVO: Im Zweifel muss erst einmal jemand Klage erheben, jemand die Klage zulassen und dann geht die Sache vor Gericht. Ich denke, das dürfte spannend werden, ob es wirklich dazu kommt. Der Abmahnanwalt hofft natürlich auf den abschreckenden Effekt der Abmahnung und dass der Abgemahnte einfach zahlt.

      Der Gesetzgeber ist da schon auf einem ganz guten Weg, aber es dauert immer noch viel zu lange, bis man da Rechtssicherheit reinbekommt. Da hat die deutsche Juristerei, auch im Vergleich zum europäischen Ausland, viel zu lange geglaubt, dass das Internet tatsächlich im Merkelschen Sinne „Neuland“ ist.

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  8. Hallo Michael,

    erst mal finde ich es top, dass du weitermachst. Es gibt so viele tolle Blogger, die ihren Blog deswegen jetzt einstampfen wollen. Eben weil sie Panik vor einer Abmahnung haben. Aber es stimmt: Wer sollte einem kleinen Blogger wie uns ans Bein pissen wollen? Da gibt es größere Blogs, bei denen sich das viel mehr lohnt.

    Trotzdem habe ich eine Mordswut auf die DSGVO. Eben weil sie so viele Blogger dazu treibt, ihren Blog zu schließen. Ich habe auch schon überlegt, meinen Blog vorübergehend offline zu nehmen bzw. auf privat zu stellen. Momentan bin ich mir dem aber sehr unsicher. Ich habe Angst, dass ich dann meine Follower verliere und überhaupt würde mir das Bloggen sehr fehlen.

    Ich versuche auch, meinen Blog so DSGVO-konform wie nur möglich zu machen, aber alles lässt sich leider nicht umsetzen. Zumindest nicht bei der kostenlosen Variante von WordPress.com.

    Liebste Grüße
    Myna

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    • Hallo Myna 🙂 !

      Ich kenne niemanden, der KEINE Wut auf die DSGVO hätte. Dabei wäre das wirklich nicht nötig gewesen, wenn sie nicht so verschlafen worden wäre. Es ist fast so, als wäre erst im März oder so verkündet worden, dass die Verordnung kommt. Jedenfalls häuft es sich seitdem. Dabei ist das Ding vor zwei Jahren beschlossen und auf den Weg gebracht worden.

      Ich mache aber da den Bloggern, wie gesagt, gar keinen Vorwurf. Das hätte von weiter oben kommen müssen, von den Stellen in der Verwaltung, vom Gesetzgeber, von den Unternehmen, die im Internet ihr Geld verdienen. Da nehme ich nicht zuletzt auch WordPress in die Pflicht und kann nur hoffen, dass da noch was kommt – und man nicht versucht, wie Facebook zu sein, und sich zu denken: Was geht mich denn die EU an!?

      Ich hoffe, dass du mit deinem Blog dabei bleibst. Und falls – was ich nicht glaube – es wirklich einen von uns kleinen Bloggern erwischen sollte, dann wäre ich glatt bereit, mich an einer Art Spendenfonds zu beteiligen, damit die Sache auch wirklich vor Gericht geht und damit (ein wenig) Rechtssicherheit hergestellt wird.

      Wobei ich mir denken kann, dass die Damen und Herren in der Justiz auch jeden Tag drei Kreuze schlagen, dass dieser Kelch an ihnen vorübergehen möge 😉 .

      Liebe Grüße
      Michael

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  9. Mich hat der Aluhut wohl geschluckt… Ich kenne aus dem beruflichen Bereich eben jene Anwälte, die sich auf kleine Fische spezialisiert haben. Wir hatten wirklich miese Fälle bezüglich Bildrechtsverletzung (trotz Quellenangabe), was für eine Non-Profit-Organisation einfach nur schlimm ist.

    Ich bin aber froh und dankbar, dass andere nicht so ängstlich sind wie ich. Und sollte es für irgendwen (bzw. für dich) zu einer Klage kommen, bin ich dabei, finanziell zu unterstützen.

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    • Ja, ich weiß, dass es diese Anwälte gibt. Aber wenn man sich davon ins Bockshorn jagen lässt, dann kann man am besten wirklich seinen Blog schließen und ganz aufhören, sich irgendwo zu beteiligen/engagieren. Ganz safe ist man leider nie. Da hast du Recht.

      Ich weiß gar nicht so recht, ob ich keine Angst habe. Die Frage hat sich mir bis jetzt noch nicht gestellt. Vielleicht, ein wenig. Aber irgendwie auch trotzig.

      Und ich hoffe, dass wir nicht über eine Klage reden müssen. Aber im Zweifelsfall wäre sie wohl wirklich die bessere Alternative, als „einfach“ zu zahlen.

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