Meldung und Meinung: 24-Stunden-Buchnotdienst

Das Boersenblatt berichtet von einer netten Idee der Mayerschen Buchhandlung am Standort Aachen. Dort wurde jetzt ein Automat aufgestellt, an dem man 24 Stunden am Tag, 7 Tage in der Woche, ein Buch erwerben kann, wenn man es mal wieder nicht während der Geschäftszeiten geschafft hat.

Das wirklich interessante daran ist, dass es sich bei einem Gutteil der Bücher um Überraschungen handelt. Die Cover sind neutralisiert und es gibt nur eine kurze Inhaltsumschreibung. Was einen wirklich dahinter erwartet, erfährt man als Leser erst, wenn man das Buch erworben hat.

Nun ist die Idee von Buchüberraschungen ja nicht neu. Im Internet gibt es inzwischen einige Anbieter von Buchboxen, die, nach Themen sortiert, den Leser auf die Folter spannen, was er denn da schönes zu lesen bekommt. Aber meiner Kenntnis nach ist dieser Automat der erste Versuch, so etwas auch für ein breiter aufgestelltes Publikum zu versuchen.

Denn, machen wir uns nichts vor, der normale Leser ist eher nur so mittelprächtig risikobereit. Oft wird zu dem gegriffen, was bereits bekannt oder sowieso in aller Munde ist. Dieses Prinzip wird hier ausgehebelt.

Ob sich genügend Leser finden werden, die sich auf das spannende Experiment einlassen werden?

Das liegt, nicht zuletzt, auch am Mut der den Automaten betreuenden Buchhändler. Wenn sich am Ende des Tages doch wieder nur derselbe Einheitsbrei hinter dem neutralen Einband findet, dann wird sich die Idee, meines Erachtens, schnell totlaufen. Denn bei Bestsellern ist die Wahrscheinlichkeit, dass der interessierte Leser diese bereits auf „normalem“ Wege erworben hat, sicherlich größer, so dass es hierbei zu Umtäuschen kommen wird. Und wie oft sich ein Leser spätabends ein Buch am Automaten zieht, um es dann doch am nächsten Tag in der Filiale wieder umtauschen zu müssen, darüber gebe ich mal keine Prognose ab.

Als Konzept finde ich die Sache aber auf jeden Fall sehr spannend und könnte mir auch selbst durchaus vorstellen, hin und wieder mein Glück zu versuchen.

Wie sieht es bei euch aus – würdet ihr euch auf das Buch in der neutralen Packung einlassen?

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15 Gedanken zu “Meldung und Meinung: 24-Stunden-Buchnotdienst

  1. Sonja schreibt:

    Ein ähnliches Konzept fährt unsere örtliche Buchhandlung: ein in neutrales Papier gewickeltes Buch mit einer kurzen Inhalts- und Genreangabe liegt auf bestimmten Tischen herum. Allerdings nicht am Automaten. 😉

    Gefällt 1 Person

  2. lunaewunia schreibt:

    Ich kenne auch überraschungsbücher im normalen Handel, also eben einfach ganz schlicht eingeschlagen, ohne jede Angabe. Durhh raren Geldbeutel bisher jedoch nie getraut ^^
    Aber ich schlage immer gerne an Böcherbörsen zu, also tauschplätze wie z. B. Telefonzellen und so. Da nehme ich mir gerne was mit, was so vollkommen abwägig klingt ^^ eines der absurdesten Bücher das ich je gelesen habe stammt auch aus einem Antiquariat für 4 Euro. Es war zu absurd, als dass ich es hätte stehen lassen können ^^

    Insofern hat man denke ich auch gute Möglichkeiten, günstig an unbekannte Literatur zu kommen, auch, wenn dafür der Autor für gewöhnlich nichts hat… Ich deswegen ist diese Art die du vorstellst def ein spannendes Projekt 😊

    Gefällt 1 Person

    • Ja, das Budget muss auch mitspielen, richtig. Das wäre auch für mich, muss ich gestehen, ein Grund, das Geld im Geldbeutel zu lassen.

      Ich kaufe ja gerne schon mal gebrauchte Bücher. Da ist dann auch hin und wieder was obskures bei. Irgendwie muss man die Regale ja voll kriegen … 😉

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