Leer geschrieben

Irgendwie fällt es mir im Moment schwer, diesen Blog kontinuierlich mit Leben zu füllen. Vorbei die Zeiten, in denen es jeden Tag einen neuen Beitrag gab. Gut, das wurde von nicht wenigen meiner Leser sowieso als „Wahnsinn“ und kaum nachzuhalten betrachtet.

Aber auch der Vorsatz, jeden zweiten Tag, oder so, einen neuen Artikel zu schreiben, hält im Moment nicht vor. Dabei mangelt es nicht an Dingen, über die ich schreiben könnte. Tatsächlich fange ich an, mir über einen neuen Beitrag Gedanken zu machen und stelle dann schnell fest, dass ich mich, momentan, nicht in der Lage sehe, ihn auch wirklich zu schreiben.

Unbefriedigend.

Aber ich schreibe. Das ist die positive Nachricht. Und „wir“ hatten uns ja hier schon mal darauf geeinigt, dass es in Ordnung ist, wenn ich Prioritäten setze. Die liegen im Moment auf meiner täglichen Dosis meines aktuellen Romanprojekts.

Ich habe mir vorgenommen, dass ich an jedem Tag, an dem ich arbeiten gehe, wenigstens 500 Wörter schreibe. Das ist in etwa 20 Minuten erledigt und damit eigentlich immer einzuschieben. An Tagen, an denen ich frei habe, sollen es 1.000 Wörter sein. Bis jetzt, das sind knapp zwei Wochen, klappt das auf diese Weise ziemlich gut.

Aber irgendwie fühle ich mich danach auch leer geschrieben. Ich schreibe die 500 Wörter und merke richtig, wie der Schreibmuskel abschlafft. Als ob er überanstrengt worden sei. Aber davon kann in letzter Zeit nun wirklich keine Rede sein.

Nun gut, ich muss mit dem leben, was ich im Moment zustande bringe. Aber so ein kleines Jammern zwischendurch, sei mir dann doch vielleicht erlaubt 😉 .

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26 Gedanken zu “Leer geschrieben

    • Stimmt. Im Prinzip läuft in dem Moment was falsch, wenn es sich wie ein Zwang anfühlt. Aber wenn ich dem immer nachgeben würde, blieben im Moment z.B. ganz viele Blogkommentare unbeantwortet – natürlich nicht böswillig.

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  1. Täglich bloggen kann ganz schnell anstrengend werden und in Arbeit ausarten, die einem dann irgendwann einfach keinen Spaß mehr macht. Und die Qualität kann auch darunter leiden. Auf meinem Filmblog habe ich das im ersten Jahr knallhart durchgezogen. Dabei habe ich aber immer mehr gemerkt, wie sehr es mich nervte, immer wieder einen Beitrag aus dem Ärmel schütteln zu müssen und irgendwann verkam das dann zu hingerotztem Müll, der mir keinen Spaß machte und den Lesern dadurch auch nicht. Mittlerweile blogge ich dort mindestens einmal die Woche (wenn es sich anbietet zweimal) und fahre damit ganz gut. Meine Stammleser sind trotzdem geblieben und hin und wieder gibt es sogar einen Aufschwung bei den Aufrufzahlen. Ist also kein Beinbruch, wenn man das Pensum etwas runterschraubt.

    Beim „Selbsternannten Schriftsteller“ versuche ich momentan im zweiwöchigen Rhythmus zu veröffentlichen. Da hätte ich zwar wiederum gerne mehr, aber mir fehlen oft die zündenden Ideen und mich zwingen, einfach irgendwas in den Blog zu knallen, halte ich auch für verkehrt.

    Soll heißen: Am Ende zählt, WAS veröffentlicht wird. Wie oft ist da eher zweitrangig in meinen Augen. Ich lese (und schreibe) lieber hin und wieder etwas, das mir Spaß macht, als regelmäßig halbgaren Kram zu verzapfen/lesen. Das bringt es dann auch nicht.

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    • Es war ja nie ausgemachte Blogstrategie, dass ich jeden Tag einen Beitrag veröffentlicht habe. Es sprudelte mehr so aus mir heraus und fühlte sich immer leicht an. Inzwischen habe ich gelernt (und akzeptiert), dass auch mal zwei oder drei Tage Pause sein dürfen. Spätestens am vierten Tag werde ich dann allerdings nervös …

      Aber vom Grundsatz her hast du natürlich absolut Recht. Einfach nur schreiben, um des Schreibens Willen, das geht selten lange gut.

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  2. lunaewunia schreibt:

    Hallöchen Michael!
    Ach, so ist das doch einfach manchmal, oder nicht?
    Vielleicht ist es dir selbst schon aufgefallen, ich bin auf meinem Blog auch gerade sehr ruhig… Es ist nunmal so. Man hat doch ein Leben, das Bloggen ist letztendlich nur ein Hobby, es soll Spaß machen. Und gerade, wenn es um Autoren-Blogger geht, denke ich, sollte das Bloggen in erster Linie dazu dienen, anzuregen und zu inspirieren. Ab dem punkt, wo ich merke, der Blog zieht mir mehr Energie, als er mir gibt, da muss er eben mal den Kürzeren ziehen^^
    Ich denke, das nimmt dir niemand krumm. 😉
    Und wenn du generell das Gefühl hast, aus dem Schreiben ist kurz die Luft raus, dann tut es finde ich immer auch ganz gut, mal wirklich ein paar Tage nur zu genießen und nicht zu schreiben. Im Kopf schreibt man zwar immer irgendwie, doch so eine kleine Pause hilft da doch, wie ich denke^^ Man muss nicht jeden Tag 500 Wörter schreiben, um Autor zu sein 😉
    Ganz liebe Grüße von der Luna

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    • Hallo Luna!

      Nein, man muss nicht jeden Tag 500 Wörter schreiben, um Autor zu sein. Aber ich denke, dass es ganz und gar nicht schadet, sich jeden Tag vorzunehmen, irgendwie an seinem Manuskript zu arbeiten. Ob das jetzt 500 Wörter sind oder 100 oder auch nur zwei, drei Sätze. Die 500 Wörter sind halt aus der Zeit/Aufwand-Relation entstanden. Und sie funktionieren im Moment ziemlich gut. 🙂

      Liebe Grüße
      Michael

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      • lunaewunia schreibt:

        Das stimmt, es ist auf jeden Fall gut, so einen Vorsatz zu haben, einfach, um es nicht aus den Augen zu verlieren, doch ab und an, solang ich weiß, es artet nicht aus, mache ich auch mal ne Ausnahme für mich 😉

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      • Ich habe halt die Erfahrung schon einige Male machen müssen, wie mir Projekte auf diese Weise weggestorben sind, weil die Pausen immer länger und länger wurden. Dummerweise neigen die dann dazu, mich zu quälen und im Hinterkopf rumzumoppern. Nicht besonders angenehm.

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  3. Sonja schreibt:

    Ich glaube, ich kenne das Gefühl, auch wenn sowas bedeuten kann, dass ich dann erstmal sehr lange leer bleibe.

    Vielleicht tut es der Beliebtheit deines Blogs aber keinen Abbruch, wenn dasselbe erstmal nicht mehr gefüttert wird. Es gibt ja jede Menge zu lese. 😉

    Ich würde das Blog ohnehin als nette Dreingabe betrachten, in das man schreiben kann, aber nicht muss.

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