Kurz und schmerzvoll (13) Passt, passt nicht, Passwort!?

Ich stelle immer wieder in den letzten Tagen fest, dass manche Dinge, die zu meiner Blogpause geführt haben oder die sich in ihrem Verlauf wie auch seitdem gemeldet haben, immer noch meine Aufmerksamkeit brauchen. Oder sie auch schon mal einfordern.

Während meiner Pause habe ich mir verschiedene Themen als Stichpunkte für Blogeinträge zurecht gelegt. Verwirklicht habe ich von diesen Beiträgen keinen einzigen. Weil sie mir nicht passend erschienen. Oder vielleicht auch, weil ich dachte/befürchtete, dass ich durch sie nur unnötige Aufmerksamkeit auf Dinge richte, die vielleicht einfach besser nicht ausformuliert werden sollten.

Wie ihr wisst, habe ich in diesem Blog Werte wie Authentizität oder Offenheit immer groß geschrieben. Er ist gleichsam Spiegel meiner Aktivitäten als auch meiner Einstellung, Gedanken und – ja – Autorenseele. Aber dennoch bin ich mir zum ersten Mal unsicher, ob ich einfach schreiben soll, wie mir die Tastatur gewachsen ist.

Zum einen, weil ich niemanden langweilen möchte. Ja, ich weiß, ich zwinge niemanden dazu, hier mitzulesen und wenn jemanden nicht interessiert, was ich schreibe, dann kann er einfach weiterklicken und gut ist. Ich weiß auch, dass hier zuvorderst meine eigenen Bedürfnisse und Belange stehen sollten – bei aller Leserorientierung.

Dass ich das nicht einfach so durchziehen kann, ist allerdings ganz entscheidender und fundamentaler Bestandteil der Situation, wie sie sich zurzeit darstellt. Mal ganz die Frage außen vor gelassen, ob ich das überhaupt in aller Konsequenz würde haben wollen.

In meinem Kopf und in meinem Gefühl passiert im Moment so einiges, was das Schreiben und das Drumherum angeht. Vor einigen Tagen veröffentlichte ich folgenden Tweet:

Es war eine beruhigende Erfahrung, dass es mir nicht alleine so geht und doch fällt es mir wahnsinnig schwer, das Thema wirklich zum Thema zu machen. Weil es irgendwie dann doch von dem weg führt, wozu dieser Blog eigentlich dienen sollte.

Ich habe ernsthaft darüber nachgedacht, ob ich diese Beiträge schreiben, dann aber mit einem Passwort versehen sollte, damit niemand von ihnen „belästigt“ wird, der sie nicht sehen will. Es geht mir weniger um Selbstschutz, denn wie ihr wisst hatte ich noch selten Probleme damit, mir öffentlich die Narrenkappe aufzusetzen und zu meinen Schwächen und Sorgen zu stehen.

Ich weiß es nicht. Diesen Beitrag hier schiebe ich seit zwei, drei Tagen vor mir her. Dass ich ihn so schreibe, wie ich es jetzt tue, zeigt schon, wie schwer es ist, zu einem Entschluss zu kommen. Das lähmt.

Vielleicht bin ich doch einfach ein Schriftsteller-Emo, der nicht anders kann, als seine Befindlichkeiten vor sich her zu tragen. Aber vielleicht sehe ich das auch alles einfach viel zu verbissen und dogmatisch.

Ich weiß es nicht.

Aber es ist gut, es einmal aufgeschrieben zu haben.

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10 Gedanken zu “Kurz und schmerzvoll (13) Passt, passt nicht, Passwort!?

  1. Wenn etwas erst einmal schriftlich sortiert ist, das ist schon die halbe Miete! Einen schlaueren Kommentar kann ich jetzt nicht schreiben – aber ich denke, dass ich gerne das Passwort hätte (fals du eins benutzt), denn deine Beiträge sind mir oft ein Gedankenanstoß.

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  2. lunaewunia schreibt:

    Schreib, was dir auf der Seele liegt! Dass du uns belästigt muss dich nicht kümmern…
    Tatsächlich habe ich momentan auch eine schwierige schreibphase… Sehr schwierig… So schwierig, dass ich das gefühl habe, all das einfach lassen zu können… Eine sinnkrise die sich auf vielen Ebenen durchzieht…
    Ich plane dazu auch einen Artikel. Seit einer Woche habe ich endlich wieder Internet und ich habe mir vorgenommen, heute wieder mit dem aktiven bloggen anzufangen… Vllt… Denn offen gestanden zählt das mit in meine Krise rein…
    Was ich dir damit eigentlich nur sagen will… Die Chance steht gut, dass du nicht aein bist. Und ich für meinen Teil würde enorm gerne diese deine Texte lesen… Denn sie würden mich beruhigen… Dass ich nicht allein bin… Und Einblicke in deine Gedanken sind immer spannend!
    Liebe Grüße

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    • Erst einmal: Schön, dass du wieder unter den internetten Menschen weilst! 🙂

      Ich gebe dir Recht, dass ich mit vielem nicht alleine bin, was da in mir vor sich geht. Vom Verstand her weiß ich das. Das Gefühl hinkt hinterher und ich bin noch dabei, es wieder einzufangen. Eine Heidenarbeit, aber der stelle ich mich zum Glück nicht alleine.

      Ob meine Texte, so ich sie denn schreibe, wirklich beruhigend wirken könnten, weiß ich nicht. Aber ich schau mal, was sich machen lässt. Und lieben Dank für die Ermutigung!

      Liebe Grüße
      Michael

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      • lunaewunia schreibt:

        Wie du dich auch immer entscheidest, ich bin sehr gespannt auf weitere Artikel!
        …und ich hoffe, du kannst für dich Klarheit in dich bringen und schaffst es auch, deinem Verstand zu folgen!
        Das ist nicht so leicht… Ach, wie oft ärgere ich mich über mich, wenn ich WEIß, ich muss mir über bestimmte Dinge keine Gedanken machen bzw dass eben alles gut ist… Aber in mir ist alles ganz anders und düster…

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      • Das mit der Klarheit würde ich mir auch wünschen. Der Verstand muss allerdings zumindest ein wenig mit dem Herzen (oder wo auch immer die Emotionen sitzen) mitkommen. Sonst wird das schwierig, fürchte ich.

        Ich glaube, wir haben da ein klein wenig was gemeinsam.

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  3. „Aber dennoch bin ich mir zum ersten Mal unsicher, ob ich einfach schreiben soll, wie mir die Tastatur gewachsen ist.“
    Genauso geht es mir auch und zwar seit der DSGVO-Sache. Da habe ich mir nämlich zum ersten Mal Gedanken über die Konsequenzen meines Bloggens gemacht. Bei mir ist die Folge, dass ich in letzter Zeit einfach nix mehr geschrieben habe.
    Ich mache mir jedoch keine Sorgen darum, dass etwaige Leser sich langweilen könnten. Wer einen Text langweilig findet, der liest nicht weiter. Du wirst gelesen, Michael. Das siehst Du an den Likes, das siehst Du an den Kommentaren.
    Was mich angeht, so muss ich zugeben, dass ich phasenweise kaum Blogs lese, Deins aber ist stets dabei, wenn auch manchmal mit Verspätung. Das liegt daran, dass ich bei Dir das Gefühl habe, Dich zu kennen. Mich interessieren Deine Fortschritte und Schicksalsschläge, weil Du es bist, der davon betroffen ist. Schreibtipps oder Buchempfehlungen, was ich in anderen Blogs finde, kann ich auch noch googeln, wenn mir danach ist.

    Als ich überlegt habe, das Blog dicht zu machen, hast Du mich ermutigt, weiterzumachen. Also bleib Du bitte auch dabei oder gib mir wenigstens das Passwort. 🙂

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    • Ich beantworte mal alle drei Fragen mit einem „sowohl als auch“.

      Natürlich schreibe ich ursächlich zuerst einmal für mich. Aber wenn ich mich damit in die „Öffentlichkeit“ begebe, mache ich mir zumindest Gedanken darüber, wie es bei anderen ankommen könnte. Und, zugegeben, ich mag es auch, wenn den Besuchern des Blogs halbwegs gefällt, was ich hier so verzapfe.

      Dass es für mich besser wäre, wenn ich die drei Fragen etwas egoistischer beantworten würde, ist mir dabei allerdings durchaus bewusst 🙂 .

      Gefällt 1 Person

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