Von der Schwierigkeit, eine Kurzgeschichte zu schreiben

Wenn ich einen Parameter dafür finden müsste, um auszudrücken, wie schwer mir das Schreiben in den letzten Monaten phasenweise fällt, dann könnte ich die Anzahl der geschriebenen Kurzgeschichten anführen. Oder, nein, eigentlich weniger die Anzahl der geschriebenen, sondern die der nicht geschriebenen. Und das wären eine ganze Menge.

Wie ihr wisst, habe ich hier im Blog schon eine ganze Reihe von Short Stories veröffentlicht. Die ganz überwiegende Mehrheit von ihnen hat gemeinsam, dass ich eine Idee ausgebrütet habe, die vielleicht auf eine Momentaufnahme, eine Wahrnehmung oder manchmal auch einfach auf die Nennung eines Titels zurückging. Danach war es meistens bis immer überhaupt kein Problem, die Geschichte, teils in kürzester Zeit, zu Papier zu bringen.

Dass dabei nicht immer große Kunst entstanden ist, ist klar. Aber dafür sind diese Geschichten ja auch nicht gedacht, sondern dafür, euch zwischendurch einfach mal etwas zum Lesen zu präsentieren. Wenn der komische Typ, der hier schreibt, schon der Ansicht ist, er sei ein Autor 😉 .

Tja – und nun stehe ich da und habe mir in letzter Zeit viel zu viele Gedanken gemacht, ob ich die Idee, die mir durch den Kopf geschossen ist, nun wirklich umsetzen soll. Und wenn ich dann zu dem Schluss kam, es doch einfach zu machen, dann ist es in die Hose gegangen.

Wer mir auf Twitter folgt (oder hier mal rechts auf die entsprechende Anzeige schaut) hat mitbekommen, dass ich im Moment an einer Kurzgeschichte schreibe. Eine der Geschichten, deren Idee mich schon vor einer ganzen Weile angesprungen hat.

Im ersten Anlauf habe ich, wenn ich mich richtig erinnere, genau drei Sätze geschrieben. Dann habe ich sie wieder gelöscht und drei bis vier neue Sätze geschrieben. Danach habe ich auch die wieder gelöscht und die ganze Sache zu den Akten gelegt.

Ich habe es also ernsthaft probiert und bin daran gescheitert, dass es einfach nicht geklappt hat. Ich würde gerne sagen, dass es bestimmt daran gelegen hat, dass ich gleichzeitig so unheimlich viele andere Dinge geschrieben habe. Habe ich aber nicht. Weder hier im Blog, noch am Roman, noch irgendwas anderes.

Wenn ich ehrlich sein soll, dann war genau dieser Umstand die Motivation dafür, die Idee nun doch noch einmal aufzugreifen und mich dazu zu zwingen, diese Kurzgeschichte aufzuschreiben. Aber es zieht sich und quält sich. Wo ich früher eine Kurzgeschichte von 2.000 Wörtern in einer Stunde herausgeholzt habe, brauche ich nun mehrere Tage. Weil ich Pausen brauche. Weil Erschöpfung einsetzt.

Ich bin mir noch nicht sicher, ob die Qualität der Geschichte davon profitieren oder darunter leiden wird. Aber wenigstens bin ich mir einigermaßen sicher, dass ich es schaffen werde, sie zu vollenden. Und dann stelle ich sie hier online und schaue mal, ob sie mir gefällt – oder nicht.

Nagelt mich aber nicht darauf fest, wann genau die Geschichte kommt. Wie ich schon sagte – oder zu sagen versuchte – ich bin da im Moment nicht ganz Herr meiner Entscheidungen. Und ob sie dann noch was taugt … nun, das werden wir dann ja sehen, nicht wahr? 🙂

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11 Gedanken zu “Von der Schwierigkeit, eine Kurzgeschichte zu schreiben

  1. Ich glaube, das Beste was du in dem Fall machen kannst, ist es erstmal einfach durchzuziehen. Statt dauernd wieder was zu löschen, einfach die Geschichte beenden. So ein „Erfolg“ kann durchaus die nötige Motivation wiederbringen. Ich mache das hin und wieder, wenn ich an einem Roman arbeite. Eigentlich konzentriere ich mich dann voll und ganz auf dieses eine Projekt. Aber wenn ich dann richtig hänge und ich mich einfach nicht aufraffen kann, weiterzuschreiben, widme ich mich erstmal etwas Kleinem, dass schnell beendet ist. Dadurch merke ich dann wieder, dass es erstens gar nicht so schwer ist und zweitens kommen mir dann, wenn ich mich wieder dem Manuskript widme oft direkt die problemlösenden Ideen. Muss natürlich nicht bei jedem so sein, aber der Versuch ist es allemal wert. Der beste Autorentipp, ist nicht umsonst (zumindest in meinen Augen), ein Projekt zu beenden. Wenn man das geschafft hat, kann einem diesen Erfolg schon mal niemand mehr nehmen.

    Gefällt 3 Personen

    • Das mit dem Durchziehen ist absolut richtig und war auch einer der Hintergedanken, wieso ich jetzt wieder eine Kurzgeschichte in Angriff genommen habe. Weil es bei meinem Roman nicht wirklich weiter geht und ich das Gefühl hatte, ich müsse mir selber beweisen, dass ich noch in der Lage bin, etwas abzuschließen.

      Die Schwierigkeiten, die ich dabei habe, zeigen ja auch nur zu deutlich auf, wie dringend notwendig so ein „Erfolgserlebnis“ ist. Wobei im Moment fast jeder Blogartikel schon ein kleines Erfolgserlebnis ist.

      Du rennst mit deinen Tipps also offene Türen ein und ich danke dir dafür!

      Gefällt 1 Person

  2. Hallo Michael,

    da geht es dir so ähnlich wie mir. Ich verzweifle auch gerade an einer Kurzgeschichte. Ich habe die Protagonistin in eine Lage gebracht, von der ich jetzt nicht mehr weiß, wie ich sie da raus manövrieren soll. Außerdem habe ich noch kein Ende im Kopf – habe mich also irgendwie festgeschrieben. Ich für mein Teil pausiere die Geschichte momentan. Stattdessen sammle ich Ideen für weitere Kurzgeschichten, denn ich mag beim NaNoWriMo dieses Jahr bei Tanja Hanikas #NaNoKGFieber mitmachen und an Kurzgeschichten schreiben, anstatt einem Roman.

    Ich wünsche dir, dass du die Geschichte so hinbekommst, dass sie dir gefällt.

    Liebste Grüße
    Myna

    Gefällt 1 Person

    • Hallo Myna,

      das mit den Kurzgeschichten für den NaNo ist ja mal eine interessante Idee. Auch wenn ich mir, wenn ich es schaffe, eher doch meinen Roman vornehmen werde. Der NaNo hat mich bei meinen letzten Teilnahmen diesbezüglich immer ordentlich auf Trab gebracht.

      Wenn man gar nicht weiß, wie eine Geschichte enden soll, ist es wahrscheinlich wirklich gut, ein wenig zu pausieren und dann vielleicht mit frischem Blick dran zu gehen. Mir hilft dann meistens, den Rest konsequent und vorbehaltlos zu brainstormen. Damit habe ich schon einige Geschichten retten können und ich finde es weniger einengend als „richtiges“ Plotten.

      Liebe Grüße
      Michael

      Gefällt 1 Person

  3. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass es manchmal hilft etwas gänzlich anderes zu schreiben, um auf diese Weise neue Perspektiven zu erlangen, welche eventuell zu Ideen führen, die dir bei der Fertigstellung der Kurzgeschichten helfen. Gedichte, Gedanken, irgendwelche Dinge, die dir im Alltag aufgefallen sind und in deine Geschichten einfließen könnten.

    Viel Geduld & Erfolg!

    Gefällt 1 Person

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