Fakt und Fiktion (23) Rausgehen, kämpfen, nicht aufgeben!

Ich bin mir sicher, dass ich vor Urzeiten in diesem Blog schon einmal erwähnt habe, dass ich Fußballfan bin. Keiner von denen, die alle Nase lang ins Stadion rennen und auch keiner von den ganz dogmatischen, die sich den ganzen Tag mit nichts anderem beschäftigen. Ich lerne auch weder den Kicker noch die Sportbild auswendig und wenn das runde Leder im Fernsehen gezeigt wird, setzt bei mir auch nicht sofort der pawlowsche Reflex ein, mich mit Chips und Bier vor den Apparat zu setzen und Zeit und Raum um mich zu vergessen.

Äh … was wollte ich sagen? Ach ja, ich wollte euch eine Analogie aufzeigen, die mir heute klar geworden ist. Und die hat etwas mit der Tatsache zu tun, dass ich Fußballfan bin. Und zwar, um genau zu sein, Fan des FC Schalke 04.

Okay, ihr habt jetzt ein, zwei Minuten Zeit, um mitleidig zu grinsen, empört den Blog zu schließen (etwa weil ihr Fan von Borussia Dortmund seid), mit dem Finger auf mich zu zeigen, oder mir in Anbetracht der sportlichen Situation der Königsblauen einmal mitleidig auf die Schulter zu klopfen.

Für die, die sich nicht so mit dem Tagesgeschehen in der Fußball-Bundesliga beschäftigen: Meine Schalker sind, obwohl vor der Saison gut verstärkt und von einigen auch hoch gehandelt, mit fünf Niederlagen in fünf Spielen in die Saison gestartet. Dabei waren Niederlagen, die absehbar waren (Bayern München), aber auch welche, die absolut unnötig (Wolfsburg) oder sogar ärgerlich waren (Hertha BSC Berlin).

Wie dem auch sei, im Moment läuft es einfach nicht bei den Schalkern. Oder, wie Andy Brehme einst sagte: „Hast du Scheiße am Fuß, hast du Scheiße am Fuß“.

Und heute wurde mir klar, um auf die Analogie zurückzukommen, dass „mein“ Club und ich im Moment eines gemeinsam haben. Wir sahen uns gut aufgestellt, aus den Erfahrungen der Vergangenheit heraus gewappnet und durchaus in der Lage, erfolgreich unserem Job nachzugehen. Die Vorbereitung war nicht schlecht, davor wurde die Pause genutzt, um die Kräfte wieder zu mobilisieren. Der Trainer hatte einen Plan, eine Vision.

Und ab da ging es den Bach runter.

Ich dachte auch, dass ich aus der Schreibpause gut erholt herausgegangen wäre. Ich sah mich mit einem, für meine Verhältnisse, gut vorstrukturierten Plot gerüstet, um mein Personal, das ich ebenfalls gut zusammengestellt und aufeinander abgestimmt habe, erfolgreich durch mein Manuskript zu führen.

Und dann ging es den Bach runter.

Aber so erfolglos es im Moment auch zu sein scheint, aus der Nummer kommen wir nicht heraus. Weder die Spieler, noch ich. Weder die, noch ich, können einfach den Kopf in den Sand stecken und sagen, dass es das jetzt gewesen ist. Es hängt einfach zu viel dran. Bei den einen Geld, Erfolg, Prestige, bei mir immerhin mein geliebtes Hobby.

Das bedeutet, dass Aufgeben keine Option ist. Das ist mir klar geworden. Ich habe in dieser Woche, die für mich in Sachen Schreiben wieder mal extrem frustrierend war, mehrmals daran gedacht, einfach still und leise ein „Geschlossen“-Schild an den Blog zu hängen und mich einfach wieder in die vorgezogene Winterpause zu verabschieden.

Aber das wäre der falsche Weg!

So, wie auf Schalke der Trainer und die Mannschaft versuchen müssen, neuen Zugang zu den vorhandenen Stärken zu finden, damit irgendwann endlich ein Erfolgserlebnis eingefahren wird, so muss auch ich versuchen, diesen Zugang zu finden. Es kann sein, dass trotzdem noch die eine oder andere Niederlage kommen wird. Aber wichtig ist es, nie aufzugeben. Man kann verlieren, das gehört zum Spiel dazu. Aber man darf nicht vorher schon die Segel streichen.

Weil man es vor allem sich selbst schuldig ist, alles zu versuchen, um wieder in die Spur zu kommen. Und wenn erst einmal ein positives Erlebnis da ist, dann hört es vielleicht auch auf, so krampfig zu sein, wie es im Moment nun einmal ist.

Für mich gilt dasselbe, wie ich es von meinem Fußballverein erwarte: Rausgehen, kämpfen, nicht aufgeben! Und wenn Fehler passieren, dann putzt man sich den Mund ab und macht weiter. Mag sein, dass es Leute gibt, die einen dafür auspfeifen, aber es gibt auch genügend, die einem trotz allem die Daumen drücken. Und an einen glauben.

Irgendwann wird es dieses Erfolgserlebnis geben. Vielleicht an diesem Wochenende, vielleicht auch erst am nächsten. Man muss nur fest darauf vertrauen. Und irgendwie weitermachen.

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12 Gedanken zu “Fakt und Fiktion (23) Rausgehen, kämpfen, nicht aufgeben!

  1. lunaewunia schreibt:

    Sport frei!
    Ich denke, das ist genau der richtige Weg! In meinem Kopf war in letzter Zeit auch oft der gedanke ausformuliert, einfach mit allem aufzuhören. Meine Notizbücher in einen pappkarton zu stecken, die Schreibmaschine verkaufen und dann die nächsten 50 Jahre lachen und so tun, als wäre ich damals ein dummes naives Ding gewesen das albernen Träumen hinterher jagt. Aber irgendwie ist das nicht so wirklich die Lösung..
    Du hast also recht… Einfach weiter machen 😉

    Gefällt 1 Person

    • Nein, eine Lösung ist es nicht. Wobei ich gar nicht negieren möchte, dass Pausen manchmal auch gut tun können, wenn sie denn a) wirklich nötig sind und b) dazu führen, dass man hinterher wieder wirklich heiß drauf ist, den Stift in die Hand zu nehmen. Manchmal passen halt auch die Umstände nicht.

      Da muss man dann ehrlich zu sich sein in der Bewertung. Deswegen denke ich z.B. nach wie vor, dass meine Pause im Mai in Ordnung und gerechtfertigt war. Eine neuerliche jetzt wäre es eher nicht.

      Trotz allem wünsche ich dir, dass das Weitermachen gelingt. Man merkt dir an, dass du verdammt viel Freue hast an dem, was du tust. Das muss einfach weitergehen! 🙂

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